Teil des Konzernabschlusses zum 31.12.2005, der von KPMG Deutsche Treuhand AG geprüft und testiert wurde.

Group Treasury verantwortet das globale sowie lokale Liquiditäts- und Kapitalmanagement. Die Allokation von Finanzressourcen wie Kapital und Liquidität hat zum Ziel, profitable Geschäftsbereiche zu unterstützen, um so den größten positiven Effekt für unsere Rentabilität und unseren Shareholder Value zu erzielen. Aus diesem Grund wird das verfügbare Kapital regelmäßig den Geschäftsbereichen neu zugeordnet.

Treasury entwickelt und implementiert unsere Kapitalstrategie einschließlich der Emission und des Rückkaufs von Aktien. Unser Ziel ist es, stets eine solide Kapitalisierung zu gewährleisten. Kapitalnachfrage und -angebot werden permanent überwacht und, falls notwendig, angepasst, um die Angemessenheit des Kapitals unter verschiedenen Aspekten zu gewährleisten. Dazu gehören das ausgewiesene Kapital nach US GAAP, ferner das nach den Regeln der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) ermittelte aufsichtsrechtliche Kapital sowie schließlich das Ökonomische Kapital. Unser Ziel für die BIZ-Kernkapitalquote (Tier-I) ist, innerhalb eines Zielkorridors von 8% bis 9% zu bleiben.

Meilensteine des Kapitalmanagements im Jahr 2005 waren der Abschluss unseres dritten Aktienrückkaufprogramms und der Start eines vierten Programms. Im Rahmen des dritten Programms, das wir im April 2005 abgeschlossen haben, wurden 45,5 Mio Aktien zurückgekauft. Auf Basis der auf der ordentlichen Hauptversammlung 2005 erteilten und Ende Oktober 2006 auslaufenden Ermächtigung, Aktien bis zu 10% der insgesamt emittierten Aktien zurückzukaufen, wurde im Juli 2005 das vierte Aktienrückkaufprogramm gestartet. Das Programm dient dazu, Verpflichtungen aus aktienbasierten Vergütungsprogrammen zu bedienen, und ermöglicht uns, Überschusskapital an die Aktionäre zurückzugeben. Die Rückkäufe wurden im Wesentlichen durch überschüssiges Kapital und laufende Gewinne finanziert. Per 31. Dezember 2005 wurden 16,1 Mio Aktien (ungefähr 2,9% unseres gezeichneten Kapitals) im Rahmen des vierten Programms zurückgekauft. Insgesamt wurden 2005 im Zuge unserer Aktienrückkaufprogramme 35,5 Mio Aktien zurückgekauft.

Im Jahr 2005 haben wir hybrides Tier-I-Kapital in Höhe von 0,9 Mrd € begeben. Unser ausstehendes hybrides Tier-I-Kapital belief sich am 31. Dezember 2005 insgesamt auf 3,6 Mrd €.

Der Refinanzierungsplan und das Liquiditätsrisiko werden auf Konzernebene zentral gesteuert. Unsere regionalen Standorte sind für die Ausgabe von Schuldtiteln im Rahmen des Refinanzierungsplans und alle sonstigen Maßnahmen zur Steuerung des Liquiditätsrisikos zuständig. Group Treasury steuert die Liquiditätsnachfrage über Obergrenzen für unbesicherte Mittelaufnahmen und überwacht Limite für erwartete Liquiditätsabflüsse. Darüber hinaus werden Finanzierungsquellen und Trends innerhalb unserer Refinanzierungsbasis analysiert. Dank dieser Informationen können wir Anpassungen in unserer Refinanzierungsstrategie vornehmen. Insgesamt hat Treasury im Jahr 2005 Kapitalmarktinstrumente in verschiedenen Währungen und Regionen in Höhe von etwa 15 Mrd € begeben.

Treasury testet externe und interne Stressszenarien, die zur nachhaltigen Einschränkung unserer Finanzierungskapazität führen könnten. Die Stresstests berücksichtigen erwartete Liquiditätszuflüsse durch den Verkauf von frei verfügbaren Aktiva unter verschiedenen Szenarien einschließlich systemischer Schocks und Bonitätsherabstufungen.

Die Allokation von Ressourcen wie Kapital, die Festlegung angemessener Obergrenzen für unbesicherte Mittelaufnahmen und andere Allokationsfragen werden im „Group Asset and Liability Committee“ (kurz: Group ALCO) erörtert. Darin sind alle Unternehmensbereiche und Group Treasury vertreten, um die konzernweiten Geschäftsinteressen abzuwägen und die zur Verfügung stehenden Ressourcen in ein ausgewogenes Verhältnis zu setzen. Insbesondere unterbreitet das Group ALCO dem Vorstand Vorschläge zur Ressourcenausstattung einschließlich der Allokation von Kapital und Liquidität auf die Unternehmensbereiche.

Die meisten unserer Tochtergesellschaften unterliegen gesetzlichen und aufsichtsrechtlichen Kapital- sowie Liquiditätsanforderungen. Lokale ALCOs sorgen unter anderem für die Einhaltung dieser Anforderungen unter Führung der regionalen Treasuryteams. Bei der Entwicklung, Umsetzung und Prüfung unserer Liquiditäts- und Kapitalstrategie werden auch gesetzliche und aufsichtsrechtliche Anforderungen berücksichtigt. Im Zuge dessen stellen wir sicher, dass die damit verbundenen Anforderungen sich nicht negativ auf unsere Fähigkeit auswirken, den erwarteten kurzfristigen Zahlungsverpflichtungen nachzukommen.

Zu einer ausführlichen Erläuterung unseres Liquiditätsrisikomanagements verweisen wir auf den Abschnitt „Liquiditätsrisiko“ des Risikoberichts.