Teil des Konzernabschlusses zum 31.12.2006, der von KPMG Deutsche Treuhand AG geprüft und testiert wurde.

Die geschäftlichen Aussichten für die Deutsche Bank werden durch eine Reihe von Faktoren günstig beeinflusst. Angesichts der zunehmenden Globalisierung der Weltwirtschaft ist die Deutsche Bank mit ihrer Präsenz in 73 Ländern, ihrer breiten regionalen Aufstellung und signifikanten Ertragsbeiträgen aus allen bedeutenden Weltregionen sehr gut positioniert. Wir haben uns zudem eine solide Geschäftsplattform in allen wichtigen Schwellenländern geschaffen, so dass wir hier über gute Aussichten für den Ausbau unseres Geschäfts in den schnell wachsenden Volkswirtschaften der Regionen Asien/Pazifik, Mittel- und Osteuropa sowie Lateinamerika verfügen. In Europa sind wir gut aufgestellt, um von dem erwähnten stabilen Umfeld unseres Heimatmarkts Deutschland sowie den anhaltend lebhaften Aktivitäten im Unternehmenssektor des Euroraums zu profitieren.

Als eine der weltweit führenden Investmentbanken (gemessen an öffentlich verfügbaren Ertragsdaten) ist die Deutsche Bank darüber hinaus gut aufgestellt, um vom anhaltenden Wachstum auf den internationalen Kapitalmärkten zu profitieren. Wir verfügen zudem über eine starke Position auf den weiterhin stark wachsenden Märkten der Schwellenländer, insbesondere in Asien. Unser (Glossar)Corporate-Finance-Geschäft ist gut aufgestellt, um von den anhaltend lebhaften Unternehmensaktivitäten sowohl bei M&A als auch im Anleihe- und (Glossar)Aktienemissionsgeschäft, einschließlich High-Yield-Anleihen und syndizierten Krediten, zu profitieren. Im Verkauf und Handel mit Wertpapieren (Sales & Trading) kommt uns das anhaltende Wachstum in komplexeren höherwertigen Bereichen, einschließlich (Glossar)Derivaten, Verbriefungen und strukturierten Handelsprodukten, zugute. In Perioden erhöhter Unsicherheit an den Finanzmärkten kann die breite Diversifizierung unseres Investmentbank-Geschäfts in Bezug auf Kundengruppen, Produkte und Regionen die negativen Auswirkungen eines schwierigeren Umfelds in einzelnen Bereichen abfedern. Angesichts der Zunahme des Fremdfinanzierungsanteils und der Verteilung der Risiken auf den Finanzmärkten dürfte das Risikomanagement-Know-how der Deutschen Bank, einschließlich innovativer Instrumente zur Steuerung und dynamischen Absicherung des (Glossar)Kreditrisikos, beim Ausbau unserer Geschäftsaktivitäten eine immer größere Rolle spielen.

Auch im Vermögensanlagegeschäft, für das ein weiterer Anstieg der weltweit betreuten Vermögen erwartet wird, ist die Deutsche Bank gut aufgestellt. Zum Ende des Geschäftsjahres 2006 verwaltete die Deutsche Bank Vermögenswerte von 966 Mrd € für institutionelle, sehr vermögende und sonstige private Kunden. Dank der höheren Fokussierung auf die private Altersvorsorge in den etablierten Volkswirtschaften ist die DWS, unsere Investmentfondsgesellschaft, als drittgrößter Anbieter in Europa (gemessen an öffentlich verfügbaren Daten zum verwalteten Vermögen) und führende Fondsgesellschaft in Deutschland, sehr gut positioniert. In Schwellenländern hat die DWS dank der hier entstehenden neuen Vermögen günstige Wachstumsaussichten. Als führender Anbieter von Immobilienanlageprodukten kann die Deutsche Bank auch von der erwarteten wachsenden Nachfrage nach alternativen Anlagen profitieren. Zudem werden unsere im vergangenen Jahr getätigten Investitionen in unser Private Wealth Management-Geschäft, einschließlich der Neueinstellung von mehr als 400 Mitarbeitern und der Übernahme der Tilney Group in Großbritannien, dazu beitragen, dass wir am weltweiten Wachstum der investierten Vermögen wohlhabender Privatpersonen erfolgreich partizipieren können.

Im Bereich Personal Banking ist die Deutsche Bank gut aufgestellt, um das stabile Wirtschaftsumfeld im deutschen Heimatmarkt und das durch die Übernahme der Berliner Bank und der norisbank gewonnene zusätzliche Geschäftspotenzial zu nutzen. Durch unsere Investitionen in Indien, China und Vietnam, die sowohl organisches Wachstum als auch Partnerschaften vor Ort umfassen, können wir an der wachsenden Nachfrage nach Produkten des Privatkundengeschäfts in diesen schnell wachsenden Volkswirtschaften teilhaben.

Die für die Weltwirtschaft und die Bankenbranche bestehenden Risiken können auch die Deutsche Bank beeinträchtigen. Die fundamentalen Trends deuten weiterhin auf ein langfristiges Wachstum kapitalmarktbezogener Geschäftsaktivitäten hin. Auf Grund der Unvorhersehbarkeit der Finanzmärkte können jedoch Korrekturen und Zeiten erhöhter Volatilität auftreten. Durch diese Faktoren können die Ertragsaussichten der Bank ebenso beeinträchtigt werden wie durch die zuvor erwähnten höheren Zinsen, eine steigende Risikovorsorge (trotz Fortschritten im Risikomanagement) sowie durch geopolitische Großereignisse. Diese generellen Risiken werden im nachfolgenden Kapitel dieses Berichts näher erläutert. Die darüber hinausgehenden spezifischen Risiken einzelner Geschäftsfelder werden in den folgenden Abschnitten zu unseren Unternehmensbereichen beschrieben.

Die Beibehaltung des disziplinierten Managements von Kosten, Risiken und Kapital sowie die strikte Einhaltung aufsichtsrechtlicher Vorgaben werden bei der Entwicklung unseres Geschäfts weiterhin eine wichtige Rolle spielen. Die Ausweitung unserer Kerngeschäftsfelder wird eine Erhöhung unserer geschäftlichen Risiken und des Kostendrucks nach sich ziehen und wir werden diese Entwicklungen mit strikten internen Kontrollen begleiten. Auch werden potenzielle Akquisitionen weiterhin anhand strenger Kriterien überprüft, sowohl vor als auch nach Abschluss. Vor dem Hintergrund zunehmender regulatorischer und rechtlicher Überwachung werden wir unser straffes Kontrollumfeld beibehalten, um Reputationsrisiken wie auch regulatorische und rechtliche Risiken zu minimieren.

Vor dem Hintergrund einer zunehmenden Regulierungsdichte und Komplexität der Finanzmärkte werden immer wieder Versuche unternommen, Finanzdienstleistern zunehmend Verantwortung und Haftung aufzuerlegen. Daher müssen wir zur Erfüllung dieser Anforderungen zusätzliche Ressourcen aufbieten und sind in steigendem Umfang rechtlichen Risiken wie Gerichts-, Schiedsgerichts- und aufsichtsbehördlichen Verfahren ausgesetzt. Dies gilt insbesondere für die USA. Unter Umständen schließen wir Verfahren durch einen Vergleich ab, bevor eine rechtskräftige Entscheidung über den Anspruch und dessen Höhe getroffen wurde, auch wenn wir der Überzeugung sind, berechtigte Einwendungen gegen die behaupteten Ansprüche zu haben. Das gilt vor allem dann, wenn die möglichen wirtschaftlichen oder aufsichtsrechtlichen Folgen eines negativen Ausgangs des Verfahrens oder dessen Folgen für die Reputation in keinem angemessenen Verhältnis zu den Kosten eines Vergleichs stehen. Die finanziellen Auswirkungen rechtlicher Risiken können beträchtlich sein. Es ist jedoch nicht möglich, diese im Voraus verlässlich einzuschätzen.

Dieser Ausblick für die Deutsche Bank berücksichtigt die veröffentlichten Finanzziele. Für 2008 streben wir ein Vorsteuerergebnis (gemäß Zielgrößendefinition) von 8,4 Mrd € an. Die (Glossar)Eigenkapitalrendite gemäß Zielgrößendefinition (basierend auf dem durchschnittlichen Active Equity) soll im mehrjährigen Durchschnitt nachhaltig 25 % erreichen. Ebenfalls im mehrjährigen Durchschnitt streben wir ein zweistelliges prozentuales Wachstum unseres Ergebnisses je Aktie (verwässert) an. Die Zielbandbreite von 8 % bis 9 % für die (Glossar)BIZ-Kernkapitalquote (Tier-1) belegt unsere Selbstverpflichtung zu einer nachhaltigen Kapitaldisziplin. Die im Rahmen der Kapitaladäquanzvorschriften gemäß Basel II erforderlichen bankinternen Modelle zur Messung des Kreditrisikos werden von der Bankenaufsicht geprüft. Soweit dieser Prozess ohne wesentliche Verzögerungen oder Veränderungen abgeschlossen wird, erwarten wir, dass sich ab 2008 unsere aufsichtsrechtlichen Eigenkapitalanforderungen insgesamt verringern. Wegen der größeren Risikosensitivität dieser Kapitaladäquanzvorschriften können jedoch in Zeiten eines volkswirtschaftlichen Abschwungs die Eigenkapitalanforderungen über das heutige Niveau ansteigen und unsere Finanzierungskosten erhöhen.