Sehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre (Handschrift)
Dr. Josef Ackermann, Vorsitzender des Vorstands und des Group Executive Committee (Foto)
Dr. Josef Ackermann
Vorsitzender des Vorstands und
des Group Executive Committee

trotz zeitweise turbulenter Märkte war die Deutsche Bank im ersten Quartal außerordentlich erfolgreich. Vor dem Hintergrund größer gewordener Kurs-schwankungen und markanter Korrekturen an den Aktienmärkten erzielten wir das beste Ergebnis unserer Geschichte in einem ersten Quartal. Dies unterstreicht die Stärke und Widerstandsfähigkeit unseres Geschäftsmodells.

Nach einem guten Jahresauftakt in den ersten zwei Monaten 2007 nahm die Volatilität an den Finanzmärkten erheblich zu, da wachsende Ausfälle bonitäts-schwacher Schuldner am US-Hypothekenmarkt für Beunruhigung sorgten. Auch die Aktienindizes gingen Anfang März kräftig zurück – sowohl in Industrie- als auch in Schwellenländern. Mit nachlassenden Befürchtungen gegen Ende des Quartals erholten sich die weltweiten Aktienmärkte aber wieder deutlich. In diesem sich schnell verändernden Umfeld zeigt unser hervorragendes Quartalsergebnis, dass wir mit unseren breit diversifizierten Geschäftsaktivitäten in wichtigen Bereichen erfolgreich sind und dass wir unsere geschäftlichen Möglichkeiten auch bei unterschiedlichen Marktbedingungen profitabel nutzen können. Schließlich zahlt sich unsere Ausrichtung auf hochwertige Dienstleistungen für unsere Kunden aus.

Die Erträge von 9,6 Mrd € im Berichtsquartal übertrafen das Vorjahresquartal um 20 %. Das Vorsteuerergebnis verbesserte sich um 22 % auf 3,2 Mrd €, während der Gewinn nach Steuern um 29 % auf 2,1 Mrd € anstieg – beides Spitzenwerte für ein erstes Quartal. Das Ergebnis je Aktie (verwässert) erhöhte sich um 1,17 € auf 4,28 € und die Eigenkapitalrendite vor Steuern (basierend auf dem durchschnittlichen Active Equity) auf 45 %. Gemäß unserer Zielgrößendefinition, bei der bestimmte signifikante Gewinne und Belastungen unberücksichtigt bleiben, ergab sich ein Ergebnis je Aktie (verwässert) von 3,88 € und eine Eigenkapitalrendite vor Steuern (basierend auf dem durchschnittlichen Active Equity) von 41 %.

Der Konzernbereich Corporate and Investment Bank erzielte aus Erträgen in Höhe von 6,7 Mrd € ein Vorsteuerergebnis in Rekordhöhe von 2,4 Mrd €, das den bereits sehr hohen Vorjahresstand nochmals um 11 % übertraf. In zeitweise äußerst volatilen Märkten erwirtschafteten wir im Verkauf und Handel mit Wertpapieren (Sales & Trading) sowohl im Geschäft mit Aktien als auch mit Schuldtiteln und sonstigen Produkten Erträge in bislang unerreichtem Umfang. Darin spiegeln sich die Qualität unseres Geschäfts und seine nachhaltige Ertragskraft auch unter schwierigen Marktbedingungen wider. Besonders erfolgreich waren wir im Geschäft mit Aktienderivaten und mit Kreditprodukten sowie im Devisenhandel, der bei der jährlichen Umfrage der Fachzeitschrift Euromoney zum dritten Mal in Folge den ersten Platz weltweit errang. Im Bereich Corporate Finance konnten wir die höchsten jemals erzielten Erträge im Beratungsgeschäft verbuchen und insbesondere hochverzinsliche Schuldtitel vermehrt begeben. Wir arbeiten derzeit intensiv an der Vorbereitung zahlreicher hochkarätiger Unternehmenstransaktionen. Der Unternehmensbereich Global Transaction Banking steigerte im ersten Quartal die Erträge auf 612 Mio € und verbesserte damit sein Vorsteuerergebnis um 18 % auf 214 Mio €, wozu sowohl Europa als auch Asien überdurchschnittlich beitrugen.

Im Konzernbereich Private Clients and Asset Management blieb das Vorsteuerergebnis von 481 Mio € um 10 % hinter dem Ergebnis des Vorjahresquartals zurück. Das Vorsteuerergebnis im Unternehmensbereich Asset and Wealth Management (AWM) nahm um 19 % auf 188 Mio € ab. Ursächlich hierfür waren vor allem niedrigere Erfolgsprovisionen aus dem Immobilienanlagegeschäft im Vergleich zum Vorjahresquartal. AWM konnte Nettomittelzuflüsse von 8 Mrd € einwerben, die künftig ertragswirksam werden. Der Unternehmensbereich Private & Business Clients (PBC) erwirtschaftete mit 293 Mio € sein bislang zweithöchstes Quartalsergebnis, obwohl im Berichtszeitraum die geschäftliche Expansion in Polen und Asien sowie Kosten im Zusammenhang mit der Integration von Berliner Bank und norisbank zu verkraften waren. PBC sind im ersten Quartal 7 Mrd € neue Anlagegelder von Kunden zugeflossen.

Unser strenges Kosten-, Risiko- und Kapitalmanagement haben wir fortgeführt. Die Aufwand-Ertrag-Relation verbesserte sich gegenüber dem guten ersten Quartal 2006 auf 66 %. Unsere Kernkapitalquote lag am Ende des Berichtsquartals mit 8,7% im oberen Bereich unseres Zielkorridors von 8 % bis 9 % und damit etwas über ihrem Wert zum Jahresende 2006. Die risikogewichteten Aktiva stiegen infolge höherer Derivatepositionen sowie der Integration unserer jüngsten Akquisitionen um insgesamt 10 Mrd € auf 285 Mrd €.

Im weiteren Jahresverlauf von 2007 dürften die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen weiterhin positiv bleiben. Ungeachtet der derzeitigen Korrektur im Wohnungsmarkt sieht die Wirtschaftslage in den Vereinigten Staaten insgesamt robust aus. In Europa scheinen Wachstumsdynamik und Zukunftsvertrauen nicht zuletzt deshalb stabil, weil die anhaltende Leistungsstärke und der Optimismus der deutschen Wirtschaft auf die Eurozone ausstrahlen. In wichtigen Schwellenländern, insbesondere China, Indien und ölproduzierenden Ländern bestehen gute Voraussetzungen, um die hohen Wachstumsraten beizubehalten.

Vor diesem Hintergrund ist die Deutsche Bank hervorragend positioniert, auch weiterhin in ihren Geschäftsfeldern profitabel zu wachsen. Unsere internationale Präsenz bietet uns beste Möglichkeiten für die Betreuung unserer Kunden in einer zunehmend globalisierten Welt. Die ungebrochene Expansion der Kapitalmärkte sowohl in den Industrie- als auch in den Schwellenländern kommt uns angesichts unserer führenden Position im Investment Banking zugute. Die weltweit steigende Vermögensbildung und Nachfrage nach privaten Altersvorsorgeprodukten erfordern ein immer differenzierteres Anlagespektrum. Dieser Trend kommt unserem leistungsfähigen Vermögensanlagegeschäft in idealer Weise entgegen. Durch Investitionen in unserem Heimatmarkt Deutschland, wozu sowohl Akquisitionen als auch Wachstum aus eigener Kraft gehören, profitieren wir von der Stärke der größten Volkswirtschaft in der Eurozone.

Natürlich gibt es in unserem Geschäftsumfeld auch zahlreiche Unsicherheitsfaktoren. Das erste Quartal hat gezeigt, dass immer mit kurzfristigen Rückschlägen an den globalen Finanzmärkten gerechnet werden muss. Die anhaltende Konsolidierung unserer Branche, die auch grenzüberschreitende Fusionen in Europa einschließt, kann die Wettbewerbsintensität verändern. Wir sind überzeugt, dass die Deutsche Bank gut gerüstet ist, um diese Herausforderungen zu meistern. In strategischer Hinsicht verfügen wir über eine starke Position. Im Mittelpunkt unserer Wachstumsstrategie steht weiterhin, organisch und durch gezielte ergänzende Akquisitionen zu expandieren. Dank eines klaren und disziplinierten Kurses konnten wir in unserem Kerngeschäft führende Marktstellungen erreichen, konzernweite Ertrags- wie Kostenvorteile realisieren und eine ausgeprägte Gewinndynamik entfalten.

Zusammen mit allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Deutschen Bank bin ich stolz, unseren Aktionären erneut ein herausragendes Ergebnis präsentieren zu können. In Ihrem Interesse werden wir die aktuelle Phase drei unserer Managementagenda unverändert zielstrebig umsetzen. Bei stabilen geopolitischen und ökonomischen Rahmenbedingungen sind wir zuversichtlich, dass wir profitabel weiterwachsen und Mehrwert für unsere Aktionäre schaffen.

Wir freuen uns darauf, Sie bei unserer Hauptversammlung am 24. Mai 2007 in der Frankfurter Festhalle begrüßen zu können, um mit Ihnen die Lage und die Perspektiven der Deutschen Bank zu diskutieren.

Mit freundlichen Grüßen

Josef Ackermann
Vorsitzender des Vorstands und
des Group Executive Committee

Frankfurt am Main, im Mai 2007