Sehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre (Handschrift)
Dr. Josef Ackermann, Vorsitzender des Vorstands und des Group Executive Committee (Foto)
Dr. Josef Ackermann
Vorsitzender des Vorstands und
des Group Executive Committee

das zweite Quartal 2007 war für die Deutsche Bank sehr erfolgreich. Nach dem bereits herausragenden ersten Vierteljahr erzielten wir erneut ein außerordentlich gutes Ergebnis mit einer deutlichen Steigerung gegenüber dem Vorjahresquartal. Alle Geschäftsbereiche haben zu diesem Wachstum beigetragen. Damit konnten wir insgesamt ein exzellentes Halbjahresergebnis 2007 erwirtschaften, das die Stärke unserer Bank eindrucksvoll unterstreicht.

Das Berichtsquartal war erneut geprägt von lebhaften Geschäftsaktivitäten an den weltweiten Finanzmärkten, insbesondere in Europa und Asien. Allerdings verunsicherten die anhaltenden Probleme bei bonitätsschwachen Immobilienkrediten in den USA und deren mögliche Ausstrahlungen auf andere Kreditbereiche die Marktteilnehmer und führten in einigen Bereichen zu erschwerten Handelsbedingungen. Hinzu kam die zunehmende Zurückhaltung von Investoren gegenüber dem hohen Einsatz von Fremdkapital bei Fusionen und Übernahmen.

Vor diesem Hintergrund erzielte die Deutsche Bank ein ausgesprochen gutes Resultat. Die Erträge von 8,8 Mrd € im Berichtsquartal übertrafen die des Vorjahresquartals um 27 %. Das Vorsteuerergebnis verbesserte sich um 32 % auf 2,7 Mrd €, während der Gewinn nach Steuern um 31 % auf 1,8 Mrd € anstieg. Die Eigenkapitalrendite vor Steuern (basierend auf einem um 5,3 Mrd € oder 22 % höheren durchschnittlichen Active Equity) betrug 36 % gegenüber 33 % im Vorjahresquartal. Das
Ergebnis je Aktie (verwässert) stieg um 48 % auf 3,60 €. Gemäß unserer Zielgrößendefinition, bei der bestimmte signifikante Gewinne und Belastungen unberücksichtigt bleiben, betrug die Eigenkapitalrendite vor Steuern 35 %.

Dies rundete das Bild eines sehr erfolgreichen ersten Halbjahres 2007 ab. In den ersten sechs Monaten dieses Jahres stiegen die Erträge um 23 % auf 18,4 Mrd €, das Ergebnis vor Steuern erhöhte sich um 26 % auf 5,9 Mrd € und der Gewinn nach Steuern um 30% auf 3,9 Mrd €. Die Eigenkapitalrendite vor Steuern (basierend auf dem durchschnittlichen Active Equity) lag bei 40 % und das Ergebnis je Aktie (verwässert) stieg um 41 % auf 7,86 €. Entsprechend unserer Zielgrößendefinition betrug die
Eigenkapitalrendite vor Steuern 38 %.

Der Konzernbereich Corporate and Investment Bank (CIB) steigerte gegenüber dem Vorjahresquartal sein Vorsteuerergebnis um 29 % auf 2,0 Mrd € und erzielte damit sein bisher bestes Resultat in einem zweiten Quartal. Insbesondere dank des sehr erfolgreichen Geschäfts mit Kreditprodukten und Schuldtiteln aus Schwellenländern konnten die Erträge aus dem Verkauf und Handel von Schuldtiteln und sonstigen Produkten (Sales & Trading Debt) gegenüber dem Vorjahresquartal um 18 % auf 2,9 Mrd € zulegen. Mit den Erträgen im zweiten Quartal stehen wir in diesem Marktsegment weltweit auf Platz eins, was unsere Stärke gerade in schwierigen Märkten belegt. Die Erträge aus dem Verkauf und Handel von Aktien (Sales & Trading Equities) in Höhe von 1,4 Mrd € konnten sich gegenüber dem Vorjahresquartal nahezu verdoppeln. Dazu trugen alle unsere Kundengeschäfte im Aktienbereich Kassageschäfte, Geschäfte mit Aktienderivaten und maßgeschneiderte Dienstleistungen, insbesondere für
Hedgefonds (Prime Services) bei, aber auch der Eigenhandel erholte sich gegenüber dem Vorjahresquartal deutlich. Im Bereich Corporate Finance konnten wir die höchsten jemals erzielten Erträge im Emissions- und Beratungsgeschäft vereinnahmen: nicht zuletzt eine Folge der aufnahmefähigen Märkte für Schuldtitel und Aktien sowie der zahlreichen M&A-Transaktionen. Im Emissionsgeschäft nahmen die Erträge um 12 % auf 638 Mio € und im Beratungsgeschäft um 63 % auf 256 Mio € zu. Im Global Transaction Banking legte das Vorsteuerergebnis gegenüber dem Vorjahresquartal dank starker Ertragszuwächse in den Bereichen Cash Management und
Trust & Securities Services um 24 % auf 247 Mio € zu. Um diesen besonders attraktiven Unternehmensbereich weiter auszubauen, haben wir kürzlich das institutionelle Wertpapierverwaltungs- und -verwahrungsgeschäft der Garanti Bank in der Türkei übernommen.

Der Konzernbereich Private Clients and Asset Management (PCAM) war im Berichtsquartal ebenfalls sehr erfolgreich. Das Vorsteuerergebnis verbesserte sich gegenüber dem Vorjahresquartal um 19 % und gegenüber dem ersten Quartal 2007 um 22 % auf 588 Mio €. Darin spiegelt sich die positive Entwicklung in PCAM, die durch eine stetig zunehmende Gewinndynamik sowie fortgesetzte Investitionen in künftiges Wachstum geprägt ist. Das Vorsteuerergebnis im Unternehmensbereich Asset and Wealth Management (AWM) wuchs gegenüber dem Vorjahresquartal um 21 % auf 292 Mio € und gegenüber dem ersten Quartal 2007 um 55 %. Die Erfolgsprovisionen aus dem Immobilienanlagengeschäft legten gegenüber dem ersten Quartal 2007 wieder spürbar zu, obgleich sie das herausragende Niveau des Vorjahresquartals nicht ganz erreichten. Die Erträge aus dem Publikumsfondsgeschäft erhöhten sich deutlich gegenüber dem Vorjahresquartal. Im Private Wealth Management nahmen die Erträge in sämtlichen Regionen und darüber hinaus auch auf Grund der Übernahme von Tilney in Großbritannien Ende letzten Jahres zu. Der Vorsteuergewinn im Unternehmensbereich Private & Business Clients (PBC) stieg gegenüber dem Vorjahresquartal um 18 % auf 297 Mio €. Neben der laufenden Integration der Berliner Bank und der norisbank in Deutschland machte der Geschäftsausbau in Polen sowie in Asien Fortschritte. Dies gilt insbesondere für Indien, wo wir nunmehr bereits über 300.000 Kunden betreuen. PCAM sind im Berichtsquartal neue Kundengelder in Höhe von 14 Mrd € und damit insgesamt 29 Mrd € im ersten Halbjahr zugeflossen.

Unser strenges Kosten- und Kapitalmanagement haben wir beibehalten. Die Aufwand-Ertrag-Relation im Berichtsquartal lag bei 68 % gegenüber 69 % im Vorjahresquartal. Obgleich im zweiten Quartal die risikogewichteten Aktiva um 22 Mrd € auf 308 Mrd € wuchsen und wir 5,8 Mio € oder 1,1 % unserer ausgegebenen Aktien zurückgekauft haben, konnten wir unsere Kernkapitalquote mit 8,4 % weiterhin innerhalb unserer Zielbandbreite von 8 % bis 9 % halten. Gefreut hat uns, dass die Ratingagentur Moodys im Mai unser Langfristrating, welches die Bewertung unserer Bonität ausdrückt, um zwei Stufen von Aa3 auf Aa1 angehoben hat.

An den weltweiten Finanzmärkten dürften Unsicherheit und Nervosität kurzfristig anhalten. Teilbereiche der Kreditmärkte werden schwierig bleiben und die Zurückhaltung der Investoren gegenüber hoher Fremdfinanzierung könnte noch zunehmen. Unser Geschäftsmodell mit einem strikten Risikomanagement und unabhängigen Kontrollprozessen ist darauf ausgerichtet, auch unter solchen Bedingungen erfolgreich zu sein. Wir sind in der Vergangenheit mit unserer Risikoübernahmebereitschaft immer verantwortungsvoll umgegangen und das derzeitige Marktumfeld bildet hier keine Ausnahme. Daher sind wir fest davon überzeugt, dass diese Disziplin es uns erlauben wird, weiterhin gute Ergebnisse zu erwirtschaften.

Darüber hinaus unterstützen wichtige positive Trends das Wachstum unseres Geschäfts. So ist die Gewinnsituation der Unternehmen weiterhin sehr solide und der Verschuldungsgrad niedrig. Das Anlageinteresse der Investoren ist unverändert groß, insbesondere an alternativen Produkten. Und schließlich ist das Wachstum der Weltwirtschaft sehr robust, vor allem in Europa und den Schwellenländern.

Die Deutsche Bank ist gut aufgestellt, um in diesem Umfeld erfolgreich zu sein. Wir sind in allen bedeutenden Wachstumsregionen der Welt präsent. Unsere globalen Verkaufs- und Handelseinheiten sind breit diversifiziert und nehmen eine führende Position in schnell wachsenden Geschäftsfeldern ein. Die Zahl der angebahnten Transaktionen im Bereich Corporate Finance ist unverändert hoch und wir können in unseren stabilen Geschäftsfeldern Global Transaction Banking und PCAM eine erfreuliche Ertragsdynamik vorweisen. Diese Trends stimmen uns weiterhin zuversichtlich bezüglich der langfristigen Wachstumsaussichten für die Deutsche Bank.

Mit freundlichen Grüßen

Josef Ackermann
Vorsitzender des Vorstands und
des Group Executive Committee

Frankfurt am Main, im August 2007