Bericht des Aufsichtsrats


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Dr. Clemens Börsig

Vorsitzender des Aufsichtsrats

Im Jahr 2010 hat sich das wirtschaftliche Umfeld über unsere ursprünglichen Erwartungen hinaus weiter stabilisiert. Insbesondere unser Heimatmarkt Deutschland hat davon profitiert. In den wichtigsten Schwellenländern in Lateinamerika und Asien setzte sich das Wachstum fort. In der Eurozone wirkten sich straffere fiskalpolitische Maßnahmen und strukturelle Anpassungen belastend auf einige Länder aus. Weiterhin gibt es Unsicherheiten über die Stabilität des Finanzsystems, die angesichts der zu hohen Staatsverschuldungen an den Kapitalmärkten für große Schwankungen sorgten. Darüber hinaus konkretisieren sich die neuen regulatorischen Anforderungen nach der Krise. Das jüngst von der G 20 gebilligte Regelwerk „Basel III“ ist jedoch erst der Anfang.

Für die Deutsche Bank war 2010 ein Jahr der Investitionen, in dem wir den Wandel vorangetrieben und unsere Wettbewerbsposition deutlich verbessert haben. Die Bank ist heute in vielerlei Hinsicht stärker als vor der Krise und hervorragend für neues Wachstum positioniert. Mit der Übernahme von Teilen der ABN AMRO Bank in den Niederlanden sowie von Sal. Oppenheim und der Postbank in Deutschland wurde die Marktpräsenz erheblich ausgebaut. Die Bank verbessert damit zugleich die Ertragskraft besonders im Privat- und Mittelstandskundengeschäft und ergänzt das weltweit erfolgreiche Investment Banking durch eine zweite starke Ertragssäule.

Gleichzeitig hat sie die Kapitalbasis gestärkt. Aufgrund des gut gewählten Zeitpunkts konnte die Kapitalerhöhung mit einem Bruttoemissionserlös von 10,2 Mrd € im September sehr erfolgreich durchgeführt werden, um die entscheidende Phase der Übernahme der Postbank einzuleiten. Die Kapitalkraft der Bank hat für Vorstand und Aufsichtsrat auch in der Zukunft weiterhin hohe Priorität. Dies haben wir wie auch schon bei unserem Vorschlag im Vorjahr bei dem diesjährigen Dividendenvorschlag berücksichtigt. Die Integration der Postbank wird die Bank neben den neuen regulatorischen Vorgaben weiterhin vor große Herausforderungen stellen. Wir danken dem Vorstand sowie allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sehr herzlich für ihren großen persönlichen Einsatz.

Auch im Jahr 2010 haben wir uns mit zahlreichen gesetzlichen und regulatorischen Änderungen befasst. Eingehend behandelten wir im Berichtsjahr die wirtschaftliche und finanzielle Entwicklung der Bank, ihr Umfeld, das Risikosystem, die Planung und das interne Kontrollsystem sowie die Veränderungen des Vergütungssystems für den Vorstand. Ausführlich erörterten wir mit dem Vorstand die Strategie und die weitere Umsetzung der Maßnahmen von Phase 4 der Managementagenda. Der Vorstand unterrichtete uns regelmäßig, zeitnah und umfassend über die Geschäftspolitik und andere grundsätzliche Fragen der Unternehmensführung und -planung, die finanzielle Entwicklung und Ertragslage der Bank, das Risiko-, Liquiditäts- und Kapitalmanagement der Bank sowie über Geschäfte und Ereignisse, die für die Bank von erheblicher Bedeutung waren. Wir haben den Vorstand beraten und seine Geschäftsführung überwacht. Bei Entscheidungen von grundlegender Bedeutung waren wir eingebunden. Wichtige Themen und anstehende Entscheidungen wurden zudem in regelmäßigen Gesprächen zwischen dem Vorsitzenden des Aufsichtsrats und dem Vorsitzenden des Vorstands erörtert. Zwischen den Sitzungen wurden wir über wichtige Vorgänge schriftlich informiert. Beschlüsse wurden, soweit zwischen den Sitzungen erforderlich, im Umlaufverfahren herbeigeführt.

Sitzungen des Aufsichtsrats

Im Geschäftsjahr 2010 haben neun Sitzungen des Aufsichtsrats stattgefunden.

In der ersten Sitzung des Jahres am 3. Februar 2010 erörterten wir die Geschäftsentwicklung im Jahr 2009, die Eckdaten des Jahresabschlusses 2009 und den Plan-Ist-Vergleich 2009. Den Dividendenvorschlag für das Jahr 2009 sowie die Unternehmensplanung für die Jahre 2010 bis 2012 haben wir zustimmend zur Kenntnis genommen. Außerdem erörterten wir den Prüfungsbericht von PricewaterhouseCoopers zur Ordnungsmäßigkeit der Geschäftsorganisation des Bereichs Corporate Security sowie den Corporate-Governance-Bericht und die Erklärung zur Unternehmensführung. Wir beschlossen, dass Herr Dr. Börsig und Herr Dr. Eick im Geschäftsbericht als Finanzexperten nach deutschem und US-amerikanischem Recht benannt werden und prüften die Unabhängigkeit der Mitglieder des Prüfungsausschusses. Schließlich beschlossen wir eine Fassungsänderung der Satzung und nach umfassender Erörterung auf Empfehlung des Präsidialausschusses die Neustrukturierung der Vorstandsvergütung.

In zwei weiteren Sitzungen am 10. Februar und 18. Februar 2010 erörterten wir die Bemessungsgrundlagen der variablen Vorstandsvergütung für das Geschäftsjahr 2009 unter anderem nach den Vorschriften des Gesetzes zur Angemessenheit der Vorstandsvergütung (VorstAG) und legten die Vorstandsvergütung anschließend unter Einbindung externer, unabhängiger Rechts- und Vergütungsberater, unter Berücksichtigung der Empfehlungen des Präsidialausschusses fest.

In der Bilanzsitzung am 12. März 2010 billigten wir auf Empfehlung des Prüfungsausschusses und nach Erörterung mit dem Abschlussprüfer den Konzern- und Jahresabschluss 2009. Ferner wurde der Compliance- und Antigeldwäschebericht vorgestellt und eine mögliche Aufstockung unserer Beteiligung an der Hua Xia Bank in China erörtert. Herr Lamberti informierte uns über die Vergütungsstrukturen und -praktiken der Bank (Vergütungsbericht) nach den neuen Anforderungen der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht. Über die wichtigsten Risikopositionen und das Risikomanagement im Konzern wurden wir ebenfalls eingehend unterrichtet. Veränderungen in den Regional Advisory Boards und den Bezirksbeiräten in Deutschland wurden uns vorgestellt und die Beschlussvorschläge für die Tagesordnung der Hauptversammlung 2010 verabschiedet.

In der Sitzung am Tag vor der Hauptversammlung erörterten wir den Ablauf der Hauptversammlung und die angekündigten Gegenanträge sowie den Stand der Rechtsstreitigkeiten im Zusammenhang mit den Hauptversammlungen der Jahre 2004 bis 2009. Soweit erforderlich, wurden Beschlüsse gefasst. Außerdem berichtete Herr Dr. Ackermann zusammenfassend über das Engagement der Bank in Griechenland und die weitere Vorgehensweise.

In einer außerordentlichen Sitzung am 15. Juni 2010 nahmen wir den Wunsch von Herrn Cohrs, sein Vorstandsmandat zum 30. September 2010 niederzulegen, zur Kenntnis und stimmten der Beendigung seines Anstellungsverhältnisses auf Basis bestimmter Eckdaten grundsätzlich zu. Außerdem stimmten wir den daraus resultierenden Anpassungen im Geschäftsverteilungsplan für den Vorstand auf Vorschlag des Präsidialausschusses grundsätzlich zu. Herr Dr. Ackermann informierte uns über die vorgesehenen Stresstests für Finanzinstitute.

In der Sitzung am 27. Juli 2010 wurden wir über die Entwicklung der Bank im ersten Halbjahr unterrichtet. Aufgrund der von der Regierungskommission im Mai 2010 beschlossenen Ergänzungen im Deutschen Corporate Governance Kodex wurden Anpassungen in den Geschäftsordnungen des Aufsichtsrats, des Präsidial- und des Nominierungsausschusses mit dem Ziel beschlossen, sämtliche neuen Kodexempfehlungen umzusetzen. Außerdem stimmten wir einer Anpassung der Planbedingungen für im Jahr 2010 ausgegebene Restricted Incentive und Equity Awards der Vorstandsmitglieder zu. Herr Lamberti berichtete uns über die IT-Infrastruktur der Bank, die GTO-Governance sowie die weiteren Herausforderungen für die Bankenbranche. Herr Krause stellte die strategischen und finanziellen Ziele des Programms zur Reduzierung der Komplexität vor und gab Fortschrittsberichte zur Integration von Sal. Oppenheim und dem von der ABN AMRO Bank übernommenen Firmenkundengeschäft in den Niederlanden. Außerdem stimmten wir dem Beschluss des Vorstands, im Rahmen einer Kapitalerhöhung der Hua Xia Bank in China unsere Beteiligung auf 19,99 % aufzustocken, und dem Vorschlag des Präsidialausschusses hinsichtlich der Vertragsbeendigung mit Herrn Cohrs zu.

In einer außerordentlichen Sitzung am 12. September 2010 stimmten wir auf Vorschlag des Präsidialausschusses den Beschlüssen des Vorstands vom selben Tag zur Abgabe eines öffentlichen Übernahmeangebots an die Aktionäre der Deutschen Postbank AG und zur Erhöhung des Grundkapitals der Bank zu.

In der letzten Sitzung des Jahres am 27. Oktober 2010 wurden wir über die geschäftliche Entwicklung im dritten Quartal und den Stand des Übernahmeangebots an die Aktionäre der Deutschen Postbank AG unterrichtet. Wir erörterten ausführlich mit dem Vorstand die strategische Weiterentwicklung der Bank mit den entsprechenden Zielen und geplanten Maßnahmen. Herr Lamberti stellte uns den Personalbericht der Deutschen Bank vor. Darüber hinaus wurden Anpassungen in der Geschäftsordnung für den Vorstand einschließlich des Geschäftsverteilungsplans sowie in der Geschäftsordnung für den Prüfungsausschuss aufgrund der neuen Mindestanforderungen an die Compliance-Funktion erörtert und beschlossen. Schließlich haben wir die Ziele für die Zusammensetzung des Aufsichtsrats festgelegt.

Ausschüsse des Aufsichtsrats

Der Präsidialausschuss tagte im Berichtszeitraum zehnmal. Außerdem fanden zwei Telefonkonferenzen statt. Zwischen den Sitzungen besprach der Vorsitzende des Präsidialausschusses mit den Ausschussmitgliedern regelmäßig Themen von besonderer Bedeutung. Der Ausschuss befasste sich insbesondere mit den neuen gesetzlichen und regulatorischen Anforderungen an die Vorstandsvergütung und deren Umsetzung, der Vorbereitung zur Festlegung der variablen Vergütung für das Geschäftsjahr 2009, mit Fragen zur Nachfolgeplanung sowie der Beendigung der Vorstandsbestellung von Herrn Cohrs. Erforderliche Anpassungen in den Geschäftsordnungen des Vorstands, des Aufsichtsrats und seiner Ausschüsse sowie im Geschäftsverteilungsplan für den Vorstand wurden ebenfalls thematisiert. Zudem bereitete der Präsidialausschuss Beschlüsse des Aufsichtsrats vor und stimmte der Übernahme von Nebentätigkeiten sowie Mandaten von Vorstandsmitgliedern bei anderen Unternehmen zu. Außerdem hat er aufgrund einer entsprechenden Ermächtigung des Aufsichtsrats der finalen Ausgestaltung der Kapitalerhöhung der Bank zugestimmt. Schließlich behandelte er die Umsetzung der neuen Empfehlungen und Anregungen des Deutschen Corporate Governance Kodex.

Der Risikoausschuss befasste sich in sechs Sitzungen mit den nach Gesetz und Satzung vorlagepflichtigen Engagements der Bank und erteilte – sofern erforderlich – seine Zustimmung. Der Ausschuss befasste sich mit Kredit-, Liquiditäts-, Länder-, Markt- und operationellen Risiken sowie Rechts- und Reputationsrisiken. Ausführlich erörterte er die Risikosituation der Bank, die Entwicklungen der Staatsfinanzkrisen in Europa sowie deren Auswirkungen auf die Bank. Neben der Entwicklung der Risiken in den Bereichen Leveraged Finance, gewerbliche Immobilienfinanzierung und Monoline-Versicherer wurden auch die Auswirkungen der neuen aufsichtsrechtlichen Regeln auf die Bank und deren Risikopositionen eingehend diskutiert. Des Weiteren standen die Risikotragfähigkeit, das heißt das Verhältnis von Kapitalbedarf zu verfügbarem Kapital (ICAAP-Berichterstattung), einschließlich einer Gegenüberstellung der ökonomischen Risiken zum Risikodeckungspotenzial und dessen konsequente Verankerung im Risikomanagement sowie die Entwicklung der Refinanzierungs- und Liquiditätslage der Bank im Mittelpunkt. Ferner wurden globale Branchenportfolios nach einem festgelegten Plan vorgestellt und eingehend besprochen.

Der Prüfungsausschuss tagte 2010 sechsmal. Vertreter des Abschlussprüfers nahmen regelmäßig teil. Gegenstand der Sitzungen waren die Prüfung des Jahres- und des Konzernabschlusses 2009, die Quartalsabschlüsse, die Berichte 20-F und 6-K für die US-amerikanische Securities and Exchange Commission (SEC) sowie die Zwischenberichte. Der Ausschuss befasste sich mit dem Vorschlag zur Wahl des Abschlussprüfers für das Geschäftsjahr 2010, erteilte den Prüfungsauftrag, legte Prüfungsschwerpunkte fest, beschloss die Vergütung des Abschlussprüfers und überprüfte dessen Unabhängigkeit nach den Anforderungen des Deutschen Corporate Governance Kodex sowie den Vorschriften des US-amerikanischen Public Company Accounting Oversight Board (PCAOB). Der Prüfungsausschuss ist wie in den Vorjahren davon überzeugt, dass beim Abschlussprüfer keine Interessenkonflikte vorliegen. Er hat ausführlich überprüft, inwiefern unsere internen Kontrollsysteme den Vorgaben des Sarbanes-Oxley Act entsprechen. Von der Wirksamkeit des internen Kontroll-, des Risikomanagement- und des internen Revisionssystems hat er sich überzeugt und den Rechnungslegungsprozess überwacht. Soweit erforderlich, wurden Beschlüsse gefasst oder dem Aufsichtsrat Empfehlungen zur Beschlussfassung gegeben. Regelmäßig wurde dem Prüfungsausschuss über die Beauftragung von Wirtschaftsprüfungsgesellschaften einschließlich des Abschlussprüfers mit prüfungsfremden Aufträgen, über die Arbeit der internen Revision und Fragen der Compliance, über Rechts- und Reputationsrisiken sowie über Sonderprüfungen und wesentliche Beanstandungen von Aufsichtsbehörden berichtet. Der Jahresplan der internen Revision wurde zustimmend zur Kenntnis genommen. Beschwerden in Bezug auf das Rechnungswesen, die internen Prüfverfahren zur Rechnungslegung und zu Fragen der Abschlussprüfung wurden dem Prüfungsausschuss nicht angezeigt. In der letzten Sitzung des Jahres ließ er sich die Schwerpunktthemen des bevorstehenden Jahresabschlusses 2010 vom Vorstand und vom Abschlussprüfer erläutern. Hierzu gehörten insbesondere die Erstkonsolidierungen der Deutschen Postbank AG, der Sal. Oppenheim und von Teilen der ABN AMRO Bank in den Niederlanden, die prüfungsvorbereitenden Maßnahmen zum Jahresabschluss und die Prüfungsschwerpunkte nach § 30 KWG. Außerdem wurde ihm über die Ablösung von IAS 39 und die Einführung von IFRS 9 für Finanzinstrumente, sowie die erfolgten Schritte und weiteren Planungen des Programms zur Reduzierung der Komplexität berichtet.

Im Nominierungsausschuss fanden zwei Besprechungen zu Nachfolgefragen im Aufsichtsrat statt.

Sitzungen des nach den Vorschriften des Mitbestimmungsgesetzes gebildeten Vermittlungsausschusses waren im Jahr 2010 nicht erforderlich.

Die Vorsitzenden der Ausschüsse berichteten dem Aufsichtsrat regelmäßig über die Arbeit der Ausschüsse.

Alle Mitglieder des Aufsichtsrats nahmen im Jahr 2010 an den Sitzungen des Aufsichtsrats und der Ausschüsse mit nur wenigen Ausnahmen (durchschnittliche Präsenz: 95 %) teil.

Corporate Governance

Die Umsetzung der neuen Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex wurde in den Sitzungen des Aufsichtsrats und des Präsidialausschusses im Juli 2010 erörtert. Der Aufsichtsrat beschloss, alle neuen Empfehlungen des Kodex umzusetzen, und passte die Geschäftsordnungen des Aufsichtsrats, des Präsidial- und des Nominierungsausschusses sowie des Vorstands, soweit erforderlich, entsprechend an.

Der Präsidialausschuss und der Aufsichtsrat befassten sich ferner in mehreren Sitzungen mit der Umsetzung der neuen Regelungen zur Vorstandsvergütung. Der Aufsichtsrat beschloss zur Überprüfung der Struktur der Vorstandsvergütung sowie der Angemessenheit der variablen Vergütung für das Geschäftsjahr 2010 je einen unabhängigen Rechts- und Vergütungsberater zu mandatieren.

Außerdem haben wir in der Sitzung im Oktober 2010 auf Vorschlag des Präsidialausschusses gemäß Ziffer 5.4.1 des Deutschen Corporate Governance Kodex die Ziele für die Zusammensetzung des Aufsichtsrats festgelegt (siehe Corporate-Governance-Bericht).

Wie im Oktober 2009 beschlossen, wurden im Frühjahr 2010 sowohl im Plenum als auch im Präsidial-, Prüfungs- und Risikoausschuss Effizienzprüfungen mit unternehmensspezifischen Fragebögen durchgeführt und die Ergebnisse in den anschließenden Sitzungen im Detail präsentiert und erörtert. Wir sind der Auffassung, dass die Arbeit des Aufsichtsrats effizient erfolgt und ein hoher Standard erreicht wurde. Anregungen und Maßnahmen, die in der letzten Effizienzprüfung des Aufsichtsrats vorgeschlagen wurden, sind wirkungsvoll umgesetzt worden und haben zu einer weiteren Steigerung der Effizienz der Aufsichtsrats- und Ausschusstätigkeit geführt. Darüber hinaus wurden erste Anregungen aus den Effizienzprüfungen im Jahr 2010 bereits realisiert.

Wir haben festgestellt, dass dem Aufsichtsrat eine nach unserer Einschätzung ausreichende Anzahl unabhängiger Mitglieder angehört. Außerdem haben wir festgestellt, dass alle Mitglieder des Prüfungsausschusses gemäß Section 407 der Ausführungsbestimmungen der Securities and Exchange Commission (SEC) zum Sarbanes-Oxley Act 2002 unabhängig sind. Als Finanzexperten im Prüfungsausschuss wurden nach den Vorschriften der SEC sowie nach §§ 107 Absatz 4 und 100 Absatz 5 AktG Herr Dr. Börsig und Herr Dr. Eick benannt.

Die Entsprechenserklärung nach § 161 Aktiengesetz, die Aufsichtsrat und Vorstand zuletzt im Oktober 2009 abgegeben und im Januar 2010 aktualisiert hatten, wurde in der Aufsichtsratssitzung am 27. Oktober 2010 erneuert. Die Deutsche Bank AG entspricht allen Empfehlungen der Kodexfassung vom 26. Mai 2010 ohne Ausnahmen.

Eine zusammenfassende Darstellung der Corporate Governance der Bank einschließlich des Wortlauts der Entsprechenserklärung vom 27. Oktober 2010 ist im Corporate-Governance-Bericht und auf unserer Homepage im Internet veröffentlicht. Dort finden sich auch die Geschäftsordnungen des Aufsichtsrats und seiner Ausschüsse sowie die des Vorstands in der jeweils aktuellen Fassung.

Aus- und Fortbildungsmaßnahmen

Mitglieder des Aufsichtsrats nahmen die für ihre Aufgaben erforderlichen Aus- und Fortbildungsmaßnahmen eigenverantwortlich wahr. Sie wurden dabei von der Deutschen Bank angemessen unterstützt. Die im Jahr 2010 neu in den Aufsichtsrat eingetretenen Mitglieder erhielten auf den individuellen Kenntnisstand zugeschnittene Einführungen, ein Informationspaket sowie Angebote für interne und externe Fortbildungsmaßnahmen, von denen Gebrauch gemacht wurde. Alle Mitglieder des Aufsichtsrats wurden im Rahmen eines Workshops durch einen externen Rechtsanwalt über die rechtlichen Grundlagen der Aufsichtsratstätigkeit informiert. Außerdem wurde ihnen von einem weiteren externen Rechtsanwalt über die Verantwortung und Aufgaben des Aufsichtsrats berichtet. Es fanden im Berichtsjahr zwei interne Workshops mit den Mitgliedern des Risikoausschusses zu den Themen Kredit-, Markt- und operationelle Risiken sowie zum Modell des Ökonomischen Kapitals (ICAAP) statt. Die Mitglieder des Prüfungsausschusses erörterten mit Mitarbeitern der Finance-Abteilung und des Abschlussprüfers neue Vorschriften zur Rechnungslegung und zur Bilanzierung. Zusätzlich wurden die Mitglieder des Aufsichtsrats über neue Entwicklungen auf dem Gebiet der Corporate Governance informiert.

Interessenkonflikte und deren Behandlung

Der Risikoausschuss befasste sich mit den nach § 15 des Gesetzes über das Kreditwesen (KWG) erforderlichen Kreditgenehmigungen. Dabei nahmen diejenigen Aufsichtsratsmitglieder an der Erörterung und Abstimmung nicht teil, die zum Zeitpunkt der Beschlüsse Mitglieder der Organe des betreffenden Kreditnehmers oder aus anderen Gründen einem möglichen Interessenkonflikt ausgesetzt waren.

Herr Prof. Kagermann nahm im September 2010 an der Abstimmung und der Diskussion zur Abgabe eines öffentlichen Übernahmeangebots an die Aktionäre der Deutschen Postbank AG aufgrund seiner Mitgliedschaft im Aufsichtsrat der Deutschen Post AG und eines damit verbundenen möglichen Interessenkonflikts nicht teil.

Gelegentlich bestanden bei einzelnen Aufsichtsratsmitgliedern latente Interessenkonflikte. So waren im Berichtszeitraum Frau Förster und Frau Ruck als Arbeitnehmervertreterinnen auch Mitglied des Aufsichtsrats der Deutsche Bank Privat- und Geschäftskunden AG. Sie haben an Beratungen und Abstimmungen zu den entsprechenden Themen, die sich aus ihrer Tätigkeit ergaben, wie zum Beispiel Beschlüsse nach § 32 MitbestG, nicht teilgenommen. Besonderer weiterer Maßnahmen im Hinblick auf diese latenten und lediglich punktuellen Interessenkonflikte bedurfte es nicht.

Rechtsstreitigkeiten

Der Aufsichtsrat informierte sich wie in den Vorjahren regelmäßig über wichtige Rechtsstreitigkeiten und beriet über die weitere Vorgehensweise. Hierzu zählten die Anfechtungs- und Auskunftsklagen im Zusammenhang mit den Hauptversammlungen 2004, 2005, 2006, 2007, 2008, 2009 und 2010 sowie die Verfahren Dr. Kirch und KGL Pool GmbH gegen die Deutsche Bank und gegen Dr. Breuer. Die am 29. Mai 2008 durch die Hauptversammlung erfolgte Wahl der Anteilseignervertreter wurde von mehreren Aktionären angefochten. Das Verfahren liegt derzeit dem Bundesgerichtshof vor, der über die Zulassung der Revision gegen das klageabweisende Urteil des OLG Frankfurt am Main entscheiden wird.

Darüber hinaus ließen wir uns fortlaufend im Aufsichtsrat sowie detailliert im Prüfungs- und Risikoausschuss über bedeutende Rechtsstreitigkeiten berichten.

Jahresabschluss

Die Buchführung, der Jahresabschluss mit Lagebericht für das Jahr 2010 sowie der Konzernabschluss mit Erläuterungen (Notes) und der Konzernlagebericht für das Jahr 2010 sind von der durch die Hauptversammlung als Abschlussprüfer gewählten KPMG Aktiengesellschaft Wirtschaftsprüfungsgesellschaft geprüft worden. Die Prüfungen haben zu einem jeweils uneingeschränkten Bestätigungsvermerk geführt. Der Prüfungsausschuss hat die Unterlagen zum Jahres- und Konzernabschluss unter Berücksichtigung des Prüfberichts des Abschlussprüfers und im Gespräch mit diesem ausführlich erörtert. Der Vorsitzende des Prüfungsausschusses hat uns hierüber in der heutigen Sitzung des Aufsichtsrats berichtet. Wir haben dem Ergebnis der Prüfungen nach Einsicht der Berichte des Abschlussprüfers und der Jahres- und Konzernabschlussunterlagen sowie eingehender Diskussion und auf Empfehlung des Prüfungsausschusses zugestimmt und festgestellt, dass auch nach dem abschließenden Ergebnis unserer Prüfungen Einwendungen nicht zu erheben sind.

Den vom Vorstand aufgestellten Jahresabschluss sowie den Konzernabschluss haben wir heute gebilligt, der Jahresabschluss ist damit festgestellt. Dem Vorschlag des Vorstands für die Gewinnverwendung schließen wir uns an.

Personalia

Herr Cohrs ist mit Wirkung zum Ablauf des 30. September 2010 aus dem Vorstand ausgeschieden. Seine Ressortzuständigkeiten wurden von Herrn Jain zusätzlich zu seinen bestehenden Aufgaben übernommen.

Veränderungen haben sich auch im Aufsichtsrat ergeben. Herr Wunderlich war bis zum 30. Juni 2010 Mitglied des Aufsichtsrats. Er wurde für den Rest seiner Amtszeit durch Herrn Kazmierczak ersetzt. Frau Förster war bis zum 31. Juli 2010 Mitglied des Aufsichtsrats. Sie wurde für den Rest der Amtszeit durch Herrn Viertel ersetzt.

Wir danken den ausgeschiedenen Mitgliedern für ihr großes Engagement im Aufsichtsrat und für die konstruktive Begleitung des Unternehmens und des Vorstands während der vergangenen Jahre.

Frankfurt am Main, den 11. März 2011

Für den Aufsichtsrat

Dr. Clemens Börsig
Vorsitzender

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