Gesamtrisikoposition


Zur Ermittlung unserer (nicht aufsichtsrechtlichen) Gesamtrisikoposition ziehen wir in der Regel Diversifikationseffekte zwischen den Risikoklassen in Betracht. Eine Ausnahme ist das Geschäftsrisiko, welches wir durch einfache Addition hinzuzählen.

Die folgende Tabelle zeigt unsere Gesamtrisikoposition zum 31. Dezember 2010 und zum 31. Dezember 2009, gemessen am Ökonomischen Kapital, das für Kredit-, Markt-, Geschäfts- und operationelle Risiken berechnet wird.

in Mio €

31.12.2010

31.12.2009

Ökonomischer Kapitalbedarf

 

 

Kreditrisiko

12.785

7.453

Marktrisiko

13.160

12.515

Marktrisiko aus Handelspositionen

6.420

4.613

Marktrisiko aus Nichthandelspositionen

6.740

7.902

Operationelles Risiko

3.682

3.493

Diversifikationseffekte zwischen Kredit-, Markt- und operationellem Risiko

–3.534

–3.166

Zwischensumme Kredit-, Markt- und operationelle Risiken

26.093

20.295

Geschäftsrisiko

1.085

501

Ökonomischer Kapitalbedarf insgesamt

27.178

20.796

Zum 31. Dezember 2010 betrug unser gesamter Ökonomischer Kapitalbedarf 27,2 Mrd €, was einem Anstieg um 6,4 Mrd € (31 %) gegenüber den 20,8 Mrd € an Ökonomischem Kapitalbedarf zum 31. Dezember 2009 entspricht. Die Erhöhung des Ökonomischen Kapitals reflektierte die Effekte aus den Akquisitionen der Postbank, von Sal. Oppenheim/BHF-BANK und bestimmter Teile des niederländischen Firmenkundengeschäfts von ABN AMRO, aus erhöhten Risikopositionen sowie aus Änderungen aufgrund verschiedener Verfeinerungen der Modelle für das Kreditrisiko und das Marktrisiko.

Zum 31. Dezember 2010 entfielen 4,6 Mrd € des Ökonomischen Kapitals auf die Postbank, das auf Basis einer mit der Deutschen Bank konsistenten Methodik berechnet wurde. Einschränkungen bezüglich der Verfügbarkeit von Daten können zu Effekten auf Ebene des Gesamtportfolios führen, die nicht vollständig abgeschätzt wurden und somit zu einer Über- beziehungsweise Unterschätzung des Ökonomischen Kapitals führen. Zum 31. Dezember 2009 entfielen 4,2 Mrd € des Ökonomischen Kapitals auf die Postbank.

Der Ökonomische Kapitalbedarf für das Kreditrisiko betrug 12,8 Mrd € zum 31. Dezember 2010. Der Anstieg um 5,3 Mrd € (72 %) war im Wesentlichen auf die Akquisitionen zurückzuführen. Die Konsolidierung der Postbank sowie von Sal. Oppenheim/BHF-BANK und bestimmter Teile des niederländischen Firmenkundengeschäfts von ABN AMRO erhöhte den Ökonomischen Kapitalbedarf um 3,7 Mrd €. Die übrigen Änderungen waren auf erhöhte Risikopositionen, den Einfluss der regelmäßigen Neukalibrierung der Kreditrisikoparameter sowie weitere Verfeinerungen des Kreditrisikomodells zurückzuführen.

Der Ökonomische Kapitalbedarf für das gesamte Marktrisiko stieg um 645 Mio € (5 %) auf 13,2 Mrd € zum 31. Dezember 2010. Dieser Anstieg reflektierte unser Marktrisiko aus Handelspositionen, das sich um 1,8 Mrd € (39 %) erhöhte, und spiegelte im Wesentlichen Methodenänderungen wider. Der Rückgang des Ökonomischen Kapitalbedarfs aus Nichthandelspositionen um 1,2 Mrd € (minus 15 %) ist vor allem durch die Eliminierung unserer bisherigen Minderheitsbeteiligung an der Postbank im Zuge der Konsolidierung der Postbank begründet, das mit 3,3 Mrd € zum Rückgang beitrug. Demgegenüber führten Veränderungen in anderen Nichthandelsmarktrisiken zu einem Anstieg von 1,8 Mrd € sowie die Akquisition von Sal. Oppenheim/BHF-BANK zu weiteren 313 Mio €.

Der Anstieg des Ökonomischen Kapitals für das operationelle Risiko zum 31. Dezember 2010 um 189 Mio € (5 %) auf 3,7 Mrd € reflektierte vollständig den Effekt aus den Akquisitionen.

Der Ökonomische Kapitalbedarf für das allgemeine Geschäftsrisiko, bestehend aus dem strategischen Risiko und einer Steuerrisikokomponente, betrug 1,1 Mrd € zum 31. Dezember 2010. Die Erhöhung des Ökonomischen Kapitalbedarfs für das Strategische Risiko um 450 Mio € resultierte hauptsächlich aus der Akquisition der Postbank, welche 400 Mio € zum Anstieg beitrug.

Der Diversifikationseffekt des Ökonomischen Kapitalbedarfs über das Kredit-, Markt- und operationelle Risiko hinweg stieg zum 31. Dezember 2010 um 368 Mio € (12 %).

Die nachstehende Tabelle zeigt den Ökonomischen Kapitalbedarf unserer Geschäftssegmente zum 31. Dezember 2010.

in Mio €

31.12.2010

31.12.2009

Corporate & Investment Bank

16.119

11.974

Corporate Banking & Securities

14.828

11.242

GTB

1.291

732

Private Clients and Asset Management

9.394

4.434

Asset and Wealth Management

2.717

1.878

Private & Business Clients

6.677

2.556

Corporate Investments

902

4.641

Consolidation & Adjustments

762

–253

Ökonomischer Kapitalbedarf insgesamt

27.178

20.796

Die zukünftige Allokation des Ökonomischen Kapitals kann sich im Zeitablauf durch eine Verfeinerung unserer Methoden zur Risikomessung verändern.

Eine von uns verwendete primäre Messgröße zur Ermittlung unserer Risikotragfähigkeit ist das Verhältnis des Active Book Equity zum Ökonomischen Kapital (siehe vorhergehende Tabelle) zuzüglich Goodwill und immaterieller Vermögenswerte (42,8 Mrd € zum 31. Dezember 2010 und 31,0 Mrd € zum 31. Dezember 2009). Das Active Book Equity, das sich zum 31. Dezember 2010 auf 48,4 Mrd € und zum 31. Dezember 2009 auf 36,4 Mrd € belief, wird ermittelt, in dem das den Deutsche Bank-Aktionären zurechenbare Eigenkapital um unrealisierte Gewinne/Verluste aus zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswerten und aus Cashflow Hedges, sowie um abgegrenzte zukünftige Dividenden bereinigt wird (für weitere Informationen siehe Note 36 „Aufsichtsrechtliches Kapital“). Eine Quote von mehr als 100 % bestätigt, dass das Active Book Equity die zuvor genannten Risikopositionen angemessen übersteigt. Diese Quote betrug 113 % zum 31. Dezember 2010 im Vergleich mit 118 % zum 31. Dezember 2009, da Effekte auf das Ökonomische Kapital und den Goodwill aus der Akquisition der Deutsche Postbank AG, von Sal. Oppenheim/BHF-BANK und bestimmter Teile des niederländischen Firmenkundengeschäfts von ABN AMRO die Erhöhungen des Active Book Equity, im Wesentlichen beruhend auf der Kapitalerhöhung, Gewinnrücklagen und Effekten aus Währungskursänderungen, mehr als kompensierten.

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