Kapitalmanagement


Unsere Treasury-Funktion managt das Kapital konzernweit sowie lokal in jeder Region, mit Ausnahme der Postbank. Die Allokation von Finanzressourcen im Allgemeinen und Kapital im Besonderen hat zum Ziel, profitable Geschäftsbereiche zu unterstützen, die den größtmöglichen positiven Effekt auf unsere Rentabilität und unseren Shareholder Value aufweisen. Aus diesem Grund ordnet unsere Treasury-Funktion den Geschäftsbereichen das Kapital in regelmäßigen Abständen neu zu.

Treasury implementiert unsere Kapitalstrategie, die durch das Capital and Risk Committee entwickelt und vom Vorstand genehmigt wird. Dies umfasst auch die Emission und den Rückkauf von Aktien. Es ist unser Ziel, stets eine solide Kapitalisierung vorzuweisen. Kapitalnachfrage und -angebot werden permanent überwacht und, falls notwendig, angepasst, um den Kapitalbedarf unter verschiedenen Aspekten abzudecken. Dazu gehören das ausgewiesene Buchkapital nach IFRS, das aufsichtsrechtliche Kapital sowie das Ökonomische Kapital. Seit Oktober 2008 liegt die Zielgröße des Konzerns für die Tier-1-Kapitalquote weiterhin bei oder über 10 %.

Die Allokation des Kapitals, die Festlegung unseres Finanzierungsplans und ähnliche Fragen werden vom Capital and Risk Committee erörtert.

Regionale Kapitalpläne, die den Kapitalbedarf der Filialen und Tochtergesellschaften abdecken, werden halbjährlich erstellt und dem Group Investment Committee vorgelegt. Die meisten unserer Tochtergesellschaften unterliegen gesetzlichen und aufsichtsrechtlichen Kapitalanforderungen. Lokale Asset and Liability Committees sorgen für die Einhaltung dieser Anforderungen unter Führung regionaler Treasury-Teams. Ferner stellen sie die Einhaltung weiterer Anforderungen sicher wie beispielsweise Ausschüttungsbegrenzungen für die Dividende an die Deutsche Bank AG oder Begrenzungen des Kreditvolumens von Tochtergesellschaften an ihre Muttergesellschaft. Bei der Entwicklung, Umsetzung und Prüfung des Kapitals und der Liquidität des Konzerns werden solche gesetzlichen und aufsichtsrechtlichen Anforderungen berücksichtigt.

Am 6. Oktober 2010 schloss die Deutsche Bank AG eine Kapitalerhöhung aus genehmigtem Kapital gegen Bareinlagen ab. Insgesamt wurden 308,6 Millionen neue registrierte nennwertlose Stammaktien ausgegeben, die zu einem Bruttoemissionserlös in Höhe von 10,2 Mrd € führten. Der Nettoemissionserlös betrug 10,1 Mrd € (nach Abzug der Aufwendungen von annähernd 0,1 Mrd € nach Steuern) und wurde vorwiegend zur Abdeckung des Kapitalbedarfs für die Konsolidierung der Postbank sowie ergänzend zur Erhöhung des bestehenden Kapitals verwendet.

Treasury führt den Rückkauf von Aktien durch. Zum 1. Januar 2010 betrug der Bestand an zurückgekauften Aktien in Treasury 0,6 Millionen. Die ordentliche Hauptversammlung 2009 erteilte dem Vorstand die Ermächtigung, bis zu 62,1 Millionen Aktien bis Ende Oktober 2010 zurückzukaufen. In der Zeit vom 1. Januar 2010 bis zur ordentlichen Hauptversammlung 2010 wurden 11,1 Millionen Aktien (2 % der emittierten Aktien) zurückgekauft. Davon wurden 10,6 Millionen Aktien zu Aktienvergütungszwecken eingesetzt. Zur ordentlichen Hauptversammlung 2010 am 27. Mai 2010 betrug der Bestand an zurückgekauften Aktien in Treasury 1,0 Millionen. Die ordentliche Hauptversammlung 2010 erteilte dem Vorstand die Ermächtigung, bis zu 62,1 Millionen Aktien bis Ende November 2014 zurückzukaufen. Davon können 31,0 Millionen über den Einsatz von Derivaten erworben werden. Während des Zeitraums von der Hauptversammlung 2010 bis zum 31. Dezember 2010 wurden 18,8 Millionen Aktien zurückgekauft, davon 0,5 Millionen über verkaufte Put-Optionen, die von der Gegenpartei zum Fälligkeitstermin ausgeübt wurden. 9,8 Millionen Aktien der insgesamt 18,8 Millionen zurückgekauften Aktien wurden in 2010 zu Aktienvergütungszwecken und 9,0 Millionen Aktien zur Erhöhung unseres Treasury-Bestands für zukünftige aktienbasierte Vergütungspläne verwendet. Zum 31. Dezember 2010 betrug der Bestand an zurückgekauften Aktien in Treasury 10,0 Millionen.

Das insgesamt ausstehende hybride Tier-1-Kapital (im Wesentlichen nicht kumulative Vorzugsanteile, „Non-Cumulative Trust Preferred Securities“) belief sich am 31. Dezember 2010 auf 12,6 Mrd €, verglichen mit 10,6 Mrd € zum 31. Dezember 2009. Dieser Anstieg war im Wesentlichen auf die Konsolidierung von 1,6 Mrd € durch die Postbank emittiertem hybridem Kapital sowie auf Währungskurseffekte auf unser in US-Dollar begebenes hybrides Tier-1-Kapital infolge des Anstiegs des US-Dollars zurückzuführen. Im ersten Halbjahr 2010 hat der Konzern durch die Aufstockung einer ausstehenden Emission hybrides Tier-1-Kapital in Höhe von 0,1 Mrd € begeben.

In 2010 hat der Konzern nachrangiges Tier-2-Kapital in Höhe von 1,2 Mrd € begeben (anrechenbare nachrangige Verbindlichkeiten). Die Konsolidierung von durch die Postbank begebenem Tier-2-Kapital erhöhte das nachrangige Tier-2-Kapital um 2,2 Mrd € und das Genussscheinkapital um 1,2 Mrd €. Das Genussscheinkapital betrug nach der Konsolidierung 1,2 Mrd € und war vor der Konsolidierung der Postbank null. Die anrechenbaren nachrangigen Verbindlichkeiten beliefen sich am 31. Dezember 2010 auf 10,7 Mrd €, verglichen mit 7,1 Mrd € zum 31. Dezember 2009. Die kumulativen Vorzugsanteile betrugen 0,3 Mrd € zum 31. Dezember 2010 und waren unverändert gegenüber dem Vorjahresende.

Kapitalmanagement der Postbank

Entsprechend managed die Postbank ihr Kapital im Rahmen einer kontinuierlichen Überwachung des verfügbaren und benötigten Kapitals. Bei der Steuerung des Kapitals im Rahmen des Risikotragfähigkeitskonzepts stellen die regulatorischen Anforderungen an die Eigenmittelausstattung und die ökonomische Kapitalanforderungen gleichberechtigte Zielgrößen dar. Die Allokation des Kapitals wird auf Basis einer Mehrjahresplanung vom Gesamtvorstand beschlossen.

Der Kapitalbedarf (regulatorisch und ökonomisch) wird permanent überwacht, um das verfügbare Kapital nötigenfalls anzupassen. Hierfür werden laufend auf Basis geplanter Entwicklungen von Geschäftsvolumen und Ergebnissen sowie Erwartungen von Veränderungen der Risikoparameter Prognosen des Kapitalbedarfs erstellt und fortgeschrieben. Das operative Management der Eigenkapitalquoten im Rahmen der vom Gesamtvorstand verabschiedeten Vorgaben erfolgt durch Steuerung des Bestands- und Neugeschäfts, die Emission von Tier-1- oder Tier-2 Anleihen oder durch den Abschluss von Transaktionen am Kapitalmarkt, die sich entlastend auf den Eigenkapitalbedarf auswirken.

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