Veränderungen im Wertberichtigungsbestand


Eine Erhöhung unseres Wertberichtigungsbestands für Kreditausfälle geht als Erhöhung der Wertberichtigungen für Kreditausfälle in unsere Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung ein. Abschreibungen führen zu einer Ermäßigung des Wertberichtigungsbestands, während Eingänge aus abgeschriebenen Forderungen den Wertberichtigungsbestand erhöhen. Auflösungen von Wertberichtigungen, die als nicht mehr notwendig erachtet werden, führen zu einem entsprechenden Rückgang des Wertberichtigungsbestands und zu einer Reduzierung der Wertberichtigungen für Kreditausfälle in unserer Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung.

Die nachfolgende Tabelle zeigt die Veränderungen in unserem Wertberichtigungsbestand für Kreditausfälle in den angegebenen Zeiträumen.

 

2010

2009

in Mio €

Einzeln ermittelt

Kollektiv ermittelt

Insgesamt

Einzeln ermittelt

Kollektiv ermittelt

Insgesamt

Bestand am Jahresanfang

2.029

1.314

3.343

977

961

1.938

Wertberichtigungen für Kreditausfälle

562

751

1.313

1.789

808

2.597

Nettoabschreibungen

–896

–404

–1.300

–637

–419

–1.056

Abschreibungen

–934

–509

–1.443

–670

–552

–1.222

Eingänge aus abgeschriebenen Krediten

38

104

143

33

133

166

Veränderung des Konsolidierungskreises

Wechselkursveränderungen/Sonstige

–52

–8

–60

–101

–36

–137

Bestand am Jahresende

1.643

1.653

3.296

2.029

1.314

3.343

Die nachfolgende Tabelle zeigt die Entwicklung unserer Wertberichtigungen für Kreditausfälle in den angegebenen Zeiträumen unter besonderer Berücksichtigung von Abschreibungen und Eingängen auf abgeschriebenen Forderungen. Inländische Kreditnehmer werden zusätzlich nach Branchen aufgeteilt. Die Zuordnung zu inländischen und ausländischen Kreditnehmern richtet sich nach dem Sitz des Geschäftspartners.

in Mio € (sofern nicht anders angegeben)

2010

2009

Bestand am Jahresanfang

3.343

1.938

Abschreibungen:

 

 

Inländische Kunden:

 

 

Banken und Versicherungen

–5

–2

Fund Management

Verarbeitendes Gewerbe

–43

–43

Handel

–32

–23

Private Haushalte (ohne Hypothekenkredite)

–338

–340

Private Haushalte – Hypothekenkredite

–26

–23

Gewerbliche Immobilien

–22

–6

Öffentliche Haushalte

Sonstige

–49

–72

Inländische Kunden insgesamt

–515

–509

Ausländische Kunden insgesamt

–928

–713

Abschreibungen insgesamt

–1.443

–1.222

Eingänge aus abgeschriebenen Krediten:

 

 

Inländische Kunden:

 

 

Banken und Versicherungen

1

1

Fund Management

Verarbeitendes Gewerbe

14

11

Handel

6

7

Private Haushalte (ohne Hypothekenkredite)

63

83

Private Haushalte – Hypothekenkredite

4

1

Gewerbliche Immobilien

4

7

Öffentliche Haushalte

Sonstige

20

25

Inländische Kunden insgesamt

112

135

Ausländische Kunden insgesamt

31

31

Eingänge aus abgeschriebenen Krediten insgesamt

143

166

Nettoabschreibungen

–1.300

–1.056

Wertberichtigungen für Kreditausfälle

1.313

2.597

Andere Veränderungen (zum Beispiel Wechselkursänderungen, Veränderungen des Konsolidierungskreises)

–60

–137

Bestand am Jahresende

3.296

3.343

Anteil der Nettoabschreibungen insgesamt an den Forderungen aus dem Kreditgeschäft im Jahresdurchschnitt

0,45 %

0,39 %

Unser Wertberichtigungsbestand für Kreditausfälle betrug 3,3 Mrd € am 31. Dezember 2010. Dies entspricht einem Rückgang von 1 % im Vergleich zum Vorjahr. Diese Reduzierung resultierte in erster Linie aus Abschreibungen, Rückgängen aufgrund von Währungskurs- und Wertaufholungseffekten, die unsere Wertberichtigungen übertrafen.

Unsere Nettoabschreibungen im Jahr 2010 betrugen 1,3 Mrd €. Davon entfielen 896 Mio € auf unser Firmenkreditgeschäft, von denen 607 Mio € gemäß IAS 39 umklassifizierte Vermögenswerte in unseren Portfolios in Großbritannien und Asien/Pazifik betrafen. Weitere 404 Mio € entfallen auf unser Konsumentenkreditengagement, hier vor allem resultierend aus unseren deutschen Portfolios.

Unsere Wertberichtigungen für Kreditausfälle betrugen im Berichtsjahr 1,3 Mrd €. Dabei entfielen 562 Mio € auf unsere Firmenkreditengagements, bei denen Wertberichtigungen in Höhe von 278 Mio € für nach IAS 39 umklassifizierte Vermögenswerte gebildet wurden, die in erster Linie Positionen im Corporate Banking & Securities darstellen. Die übrige Neubildung ist zurückzuführen auf Vorsorgen gegenüber einer Vielzahl von Engagements in Nord- und Südamerika und in Europa vor dem Hintergrund eines günstigeren globalen Kreditumfelds. Die kollektiv ermittelten Wertberichtigungen beliefen sich auf 751 Mio €. Sie zeigen eine signifikante Reduzierung unserer Nettokreditkosten in Spanien und Indien, welche teilweise durch entsprechende Anstiege in Polen ausgeglichen wurden. Sie sind damit niedriger als die 808 Mio €, die im Vorjahr eingestellt wurden und im Wesentlichen das schwierige Kreditumfeld in Spanien und Polen im Jahr 2009 widerspiegelten.

Am 31. Dezember 2010 betrug unser Bestand an einzeln ermittelten Wertberichtigungen 1,6 Mrd €. Die Reduzierung um 386 Mio € ergab sich aus Nettozuführungen von 562 Mio € (einschließlich der vorgenannten Auswirkungen der Umklassifizierungen gemäß IAS 39), Nettoabschreibungen von 896 Mio € und einem Rückgang von 52 Mio € aus Wechselkursänderungen und Wertaufholungseffekten.

Der Bestand an kollektiv ermittelten Wertberichtigungen lag am 31. Dezember 2010 bei 1,7 Mrd € und damit um 339 Mio € über dem Stand zum Ende des Vorjahres (1,3 Mrd €). Diese Veränderung reflektiert Zuführungen zu Wertberichtigungen in Höhe von 751 Mio €. Den Wertberichtigungen standen Nettoabschreibungen von 404 Mio € und ein Rückgang von 8 Mio € aus Wechselkursänderungen und Wertaufholungseffekten gegenüber.

Unser Wertberichtigungsbestand für Kreditausfälle betrug am 31. Dezember 2009 3,3 Mrd € und lag somit um 72 % über dem zum Ende 2008 ausgewiesenen Bestand von 1,9 Mrd €. Dieser Anstieg resultiert in erster Linie aus Wertberichtigungen, die unsere Abschreibungen deutlich übertrafen.

Unsere Bruttoabschreibungen im Jahr 2009 betrugen 1,2 Mrd €. Davon entfielen 637 Mio € auf unser Firmenkreditgeschäft, von denen 414 Mio € gemäß IAS 39 umklassifizierte Vermögenswerte in unseren Portfolios in den USA und Großbritannien betrafen, sowie 419 Mio € auf unser Konsumentenkreditengagement, hier vor allem resultierend aus unseren deutschen Portfolios.

Unsere Wertberichtigungen für Kreditausfälle betrugen 2,6 Mrd € in 2009. Davon entfielen 1,8 Mrd € auf unsere Firmenkreditengagements, bei denen Wertberichtigungen in Höhe von 1,3 Mrd € für Vermögenswerte gebildet wurden, die gemäß IAS 39 umklassifiziert worden waren. Dabei handelte es sich in erster Linie um Risikopositionen im Bereich Leveraged Finance. Der übrige Anstieg entstand durch die Neubildung von Vorsorgen gegenüber einer Vielzahl von Engagements in Nord- und Südamerika und Europa infolge eines sich verschlechternden Kreditumfelds. Die Wertberichtigungen in PCAM beliefen sich auf 805 Mio € und spiegelten im Wesentlichen das schwierigere Kreditumfeld in Spanien und Polen wider. Die Risikovorsorge war im Gesamtjahr 2009 durch eine Überarbeitung bestimmter Parameter und Modellannahmen positiv beeinflusst, was zu einer Reduzierung der Risikovorsorge um 87 Mio € im Bereich CIB und 146 Mio € im Bereich PCAM führte.

Am 31. Dezember 2009 betrug unser Bestand an einzeln ermittelten Wertberichtigungen 2,0 Mrd €. Der Anstieg um 1,1 Mrd € in 2009 ergab sich aus Nettozuführungen von 1,8 Mrd € (einschließlich der vorgenannten Auswirkungen der Umklassifizierungen gemäß IAS 39), Nettoabschreibungen von 637 Mio € und einem Rückgang von 101 Mio € aus Wechselkursänderungen und Wertaufholungseffekten.

Der Bestand an kollektiv ermittelten Wertberichtigungen lag am 31. Dezember 2009 bei 1,3 Mrd € und damit um 353 Mio € über dem Stand zum Ende des Jahres 2008 (961 Mio €). Diese Veränderung reflektiert Zuführungen zu Wertberichtigungen in Höhe von 808 Mio €, einschließlich eines positiven Effekts durch Überarbeitung bestimmter Parameter und Modellannahmen, die zu einer Reduzierung der Risikovorsorge von 87 Mio € führte. Den Wertberichtigungen standen Nettoabschreibungen von 419 Mio € und ein Rückgang von 36 Mio € aus Wechselkursänderungen und Wertaufholungseffekten gegenüber.

Ausländische Komponente des Wertberichtigungsbestands

Die nachstehende Tabelle enthält eine Analyse der Veränderungen in der ausländischen Komponente der Wertberichtigungen für Kreditausfälle. Zum 31. Dezember 2010 entfielen 69 % unseres gesamten Wertberichtigungsbestands auf ausländische Kunden im Vergleich zu 72 % zum 31. Dezember 2009.

in Mio €

2010

2009

Bestand am Jahresanfang

2.391

995

Wertberichtigungen für Kreditausfälle

820

2.182

Nettoabschreibungen

–897

–682

Abschreibungen

–928

–713

Eingänge aus abgeschriebenen Krediten

31

31

Andere Veränderungen (zum Beispiel Wechselkursänderungen, Veränderungen des Konsolidierungskreises)

–30

–104

Bestand am Jahresende

2.284

2.391

Rückstellungen für außerbilanzielle Verpflichtungen im Kreditgeschäft

Die nachstehende Tabelle zeigt die Veränderungen in den Rückstellungen für außerbilanzielle Verpflichtungen im Kreditgeschäft, in denen Eventualverbindlichkeiten und ausleihebezogene Zusagen enthalten sind.

 

2010

2009

in Mio €

Einzeln ermittelt

Kollektiv ermittelt

Insgesamt

Einzeln ermittelt

Kollektiv ermittelt

Insgesamt

Bestand am Jahresanfang

83

124

207

98

112

210

Rückstellungen für außerbilanzielle Verpflichtungen im Kreditgeschäft

–18

–21

–39

21

12

33

Zweckbestimmter Verbrauch

–45

–45

Veränderung des Konsolidierungskreises

42

42

Wechselkursveränderungen

1

7

8

10

10

Bestand am Jahresende

108

110

218

83

124

207

In 2010 hat der Konzern aufgrund der Konsolidierung von Akquisitionen Rückstellungen für außerbilanzielle Verpflichtungen im Kreditgeschäft als Veränderung des Konsolidierungskreises verzeichnet, für die Postbank 34 Mio € und für Sal. Oppenheim/BHF-BANK 8 Mio €.

Behandlung von Kreditausfällen im Derivategeschäft

Anders als in unserem Standardkreditgeschäft haben wir in der Regel mehr Möglichkeiten, das Kreditrisiko bei unseren OTC-Derivaten zu steuern, wenn Veränderungen in den aktuellen Wiederbeschaffungskosten der Derivatetransaktionen und das Verhalten unserer Geschäftspartner auf die Gefahr hindeuten, dass ausstehende Zahlungsverpflichtungen aus den Transaktionen möglicherweise nicht erfüllt werden. In diesen Situationen sind wir bei den üblichen Verträgen häufig in der Lage, zusätzliche Sicherheiten zu erhalten oder die Transaktionen beziehungsweise die entsprechende Rahmenvereinbarung kurzfristig zu kündigen.

Derivate – Bewertungsanpassung

Für OTC-Derivatetransaktionen nehmen wir eine Bewertungsanpassung beim Ausfallrisiko vor, um erwartete Verluste im Kreditgeschäft abzudecken. Diese Bewertungsanpassung wird an jedem Bilanzstichtag bestimmt durch die Bewertung des potenziellen Kreditrisikos gegenüber allen Kontrahenten und unter Berücksichtigung von gehaltenen Sicherheiten, der sich aus Rahmenverträgen ergebenden Nettingeffekte, des erwarteten Verlusts bei Ausfall und des Kreditrisikos jedes Geschäftspartners basierend auf den historischen Ausfällen.

Die Bewertungsanpassungen beim Ausfallrisiko sind für einige Monolineversicherer signifikant. Diese Bewertungsanpassungen werden auf Basis eines internen Modellansatzes ermittelt, der verschiedene Inputfaktoren für jeden Kontrahenten berücksichtigt. Diese umfassen Marktdaten, die Wahrscheinlichkeit eines Ereigniseintritts (entweder Restrukturierung oder Insolvenz), die Beurteilung einer möglichen Glattstellung im Fall einer Restrukturierung und auch mögliche Rückflüsse im Fall der Restrukturierung oder Insolvenz. In 2010 haben wir Bewertungsanpassungen in Höhe von 1,2 Mrd € auf unser Engagement gegenüber Monolineversicherern vorgenommen, verglichen mit 1,2 Mrd € in 2009.

Die mit unseren Kunden geschlossenen Rahmenvereinbarungen sehen in der Regel eine breite Palette an Standard- oder spezifischen Kündigungsrechten vor, sodass wir bei Ausfällen eines Geschäftspartners oder in anderen Fällen, die auf eine hohe Ausfallwahrscheinlichkeit hinweisen, schnell reagieren können. Führt unsere Entscheidung, Derivatetransaktionen beziehungsweise die entsprechende Rahmenvereinbarung zu kündigen, dazu, dass eine Nettoverpflichtung des Geschäftspartners verbleibt, strukturieren wir die Verpflichtung in eine nicht derivative Forderung um. Diese wird dann im Rahmen unseres regulären Work-out-Prozesses abgewickelt. Infolgedessen weisen wir in der Regel in der Bilanz keine leistungsgestörten Derivate aus.

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