Liquiditätsrisiko Deutsche Bank-Konzern (ohne Postbank)


Das Liquiditätsrisikomanagement stellt sicher, dass wir stets in der Lage sind, unsere Zahlungsverpflichtungen zeitgerecht zu erfüllen. Im Jahr 2010 hat unser Liquiditätsrisikomanagement einen wichtigen Beitrag zur Sicherung der Liquidität und zum Management einer soliden Finanzierungsstruktur geleistet.

Konzept des Liquiditätsrisikomanagements

Der Vorstand legt die Liquiditätsrisikostrategie fest, die im Besonderen die Risikotoleranz für Liquiditätsrisiken enthält, die von der Treasury und dem Capital and Risk Committee vorgeschlagen wird. Mindestens einmal im Jahr überprüft und genehmigt der Vorstand die gruppenweiten Limite zur Messung und Kontrolle von Liquiditätsrisiken sowie den langfristigen Refinanzierungs- und Emissionsplan.

Wie in der Liquiditätsrisikostrategie dargelegt, ist unsere Treasury-Funktion für die Steuerung des Liquiditäts- und Refinanzierungsrisikos der Deutschen Bank weltweit verantwortlich. Aufgabe des Liquiditätsrisikomanagements ist es, die Liquiditätsrisikoposition der Gruppe zu identifizieren, zu messen und zu steuern. Treasury berichtet die Liquiditäts- und Refinanzierungslage der Bank mindestens wöchentlich im Rahmen der Liquidity Scorecard an den Vorstand. Unser Liquiditätsrisikomanagement beginnt regelmäßig mit der Steuerung der täglichen Zahlungen, der Planung erwarteter Cashflows und der Sicherstellung unseres Zugangs zu Zentralbanken (operative Liquidität). Anschließend folgt das taktische Liquiditätsrisikomanagement, das sich mit dem Zugang zu besicherten und unbesicherten Marktfinanzierungquellen beschäftigt. Schließlich findet im Rahmen der strategischen Komponente das Aufstellen eines Fälligkeitenprofils sämtlicher Aktiva und Passiva in unserer Bilanz (Liquiditätsablaufbilanz) sowie die Festlegung unserer Emissionsstrategie statt.

Unser cashflowbezogenes Reportingsystem liefert tägliche Liquiditätsrisikoinformationen für das globale und regionale Management.

Stresstests und Szenarioanalysen spielen in unserem Konzept des Liquiditätsrisikomanagements eine zentrale Rolle. Hierzu gehört auch eine Bewertung der Liquidität der Aktiva, das heißt der Liquiditätseigenschaften unseres Bestands an Vermögenswerten, unter verschiedenen Stressszenarien, sowie die Analyse von bedingten Zahlungsverpflichtungen aus außerbilanziellen Verpflichtungen. Die monatlichen Stresstestergebnisse dienen dazu, unsere kurzfristigen Wholesale-Refinanzierungslimite (sowohl für unbesicherte als auch für besicherte Refinanzierung) festzulegen, und somit sicherzustellen, dass die Bank innerhalb der generellen Liquiditätsrisikotoleranz des Vorstands bleibt.

Kurzfristige Liquidität und Refinanzierung über den Wholesalemarkt

Unser gruppenweites Reportingsystem verfolgt alle vertraglichen Cashflows aus der Refinanzierung über den Wholesalemarkt auf täglicher Basis über eine Zeitspanne von 12 Monaten. Das System erfasst sämtliche Cashflows sowohl aus unseren unbesicherten als auch aus unseren besicherten Finanzierungstransaktionen. Die Limite für eine Refinanzierung über den Wholesalemarkt, die von den Ergebnissen unserer Stresstests abgeleitet und vom Vorstand genehmigt werden, stellen unsere Maximaltoleranz für Liquiditätsrisiken dar. Diese Limite werden auf die globalen Nettoabflüsse angewandt und täglich überwacht. Unsere Liquiditätsreserven stellen die primären Gegensteuerungsmaßnahmen für Stress in den kurzfristigen Wholesale Refinanzierungsmärkten dar. Auf Ebene der rechtlichen Einheiten können wo es zweckmäßig und angemessen erscheint einzelne Liquiditätsabflusslimits gesetzt werden, die ein breiteres Spektrum an Cashflows begrenzen.

Unbesicherte Finanzierungsmittel

Die Aufnahme unbesicherter Finanzierungsmittel ist nur in begrenztem Umfang möglich. Unbesicherte Finanzierungsmittel setzen sich zusammen aus allen externen am Markt aufgenommenen Verbindlichkeiten, unabhängig von Instrument, Währung oder Laufzeit. Die unbesicherten Finanzierungsmittel werden auf regionaler Basis erfasst und in einem globalen Bericht zusammengeführt. Im Rahmen der Liquiditätsrisikostrategie genehmigt der Vorstand Limite, um unseren Zugang zu unbesicherten Finanzierungsmitteln zu attraktiven Konditionen zu sichern.

Diversifikation der Finanzierungsmittel

Die Diversifikation unseres Refinanzierungsprofils nach Anlegerkategorien, Regionen, Produkten und Instrumenten ist ein wesentlicher Bestandteil unseres Liquiditätsrisikomanagements. Unsere Kernfinanzierungsmittel stammen von Privatkunden, langfristigen Kapitalmarktinvestoren und den Kunden von Transaction Banking. Andere Kundeneinlagen sowie Geldaufnahmen von anderen Banken sind weitere Finanzierungsquellen.

Letztere werden primär zur Finanzierung der liquiden Aktiva eingesetzt. Um die weitgehende Diversifizierung der Refinanzierungsmittel sicherzustellen, halten wir eine Pfandbrieflizenz die uns die Emission von Hypothekenpfandbriefen ermöglicht.

In 2010 haben wir unseren Schwerpunkt weiterhin auf den Ausbau unserer stabilen Kernfinanzierungsquellen gesetzt, und die Nutzung der kurzfristigen diskretionären Wholesalerefinanzierung dessen ungeachtet auf einem relativ niedrigen Niveau gehalten. Der Anteil der diskretionären Wholesalerefinanzierung ist über verschiedene Produkte (zum Beispiel CD, CP sowie Termin, Call- und Tagesgelder) sowie Laufzeiten diversifiziert. Die Akquisition der Postbank erhöhte deutlich das Volumen der stabilsten Refinanzierungsmittel. Der Status der Postbank als regulierte Bank und gelistetes Unternehmen, kann unseren Zugang zu dieser Liquidität einschränken.

Das Gesamtvolumen an diskretionärer Wholesalerefinanzierung und besicherter Refinanzierung schwankte zwischen den Berichtszeitpunkten basierend auf den zugrunde liegenden Geschäftsaktivitäten. Die höheren Volumen, vor allem in der besicherten Refinanzierung sind größtenteils durch höhere kundenbezogene Wertpapierfinanzierungsgeschäfte sowie einen Anstieg der Handelsbestände zwischen den Quartalsenden getrieben. Der Anstieg innerhalb der diskretionären Wholesalerefinanzierungen im Jahr 2010 reflektierte im Wesentlichen den Anstieg in Geldanlagen und liquiden Handelsaktiva im Konzernbereich Corporate Banking & Securities.

Um eine ungewollte Abhängigkeit von diesen kurzfristigen Refinanzierungsquellen zu vermeiden und ein gesundes Refinanzierungsprofiel am kurzen Ende sicherzustellen, das im Einklang mit der definierten Risikotoleranz steht, haben wir Limite (über die Zeitachse) für diese Finanzierungsquellen implementiert, die von der Stresstestanalyse abgeleitet sind.

Die folgende Grafik zeigt die Zusammensetzung unserer externen Finanzierungsquellen (auf konsolidierter Basis unter Berücksichtigung der Postbank, die separat in der Grafik ausgewiesen ist), die zur Liquiditätsrisikoposition zum 31. Dezember 2010 und zum 31. Dezember 2009 beitragen. Sie sind jeweils in Mrd € sowie als prozentualer Anteil an den externen Finanzierungsquellen insgesamt dargestellt.

Zusammensetzung externer Finanzierungsquellen

Liquiditätsablaufbilanz

In die Liquiditätsablaufbilanz (Funding Matrix) stellen wir alle für das Refinanzierungsprofil relevanten Aktiva und Passiva nach ihrer Laufzeit in Zeitbänder ein. Da handelbare Wertpapiere in der Regel liquider sind, als ihre vertraglichen Laufzeiten erkennen lassen, haben wir individuelle Liquiditätsprofile erstellt, die deren relativen Liquiditätswert zeigen. Aktiva und Passiva aus dem Retail Banking, die üblicherweise unabhängig von den geltenden Kapitalmarktbedingungen erneuert oder verlängert werden (Immobilienfinanzierungen und Retaileinlagen), ordnen wir entsprechend der erwarteten Prolongation bestimmten Zeitbändern zu. Wholesaleprodukte stellen wir entsprechend ihren vertraglichen Laufzeiten ein.

Die Liquiditätsablaufbilanz zeigt für jedes Zeitband einen Überschuss beziehungsweise Fehlbestand an Finanzierungsmitteln und ermöglicht die Steuerung offener Liquiditätspositionen. Die Liquiditätsablaufbilanz bildet zusammen mit der strategischen Liquiditätsplanung, die das Angebot und die Nachfrage nach Refinanzierungsmitteln über alle Geschäftsbereiche hinweg prognostiziert, eine wichtige Grundlage für unseren jährlichen Emissionsplan. Nach Genehmigung durch das Capital and Risk Committee und den Vorstand werden unsere Emissionsziele nach Laufzeit, Volumen und Instrument festlegt. Per Jahresende 2010 haben wir in allen jährlichen Laufzeitbändern der Liquiditätsablaufbilanz (Jahr 2 – 10) Überschüsse ausgewiesen.

Insgesamt hat Treasury im Jahr 2010 Kapitalmarktinstrumente in Höhe von etwa 22,9 Mrd € begeben, 3,9 Mrd € mehr, als im ursprünglichen Emissionsplan vorgesehen.

Für Informationen bezüglich des Laufzeitprofils unserer langfristigen Verbindlichkeiten verweisen wir auf Note 30 „Langfristige Verbindlichkeiten und hybride Kapitalinstrumente (Trust Preferred Securities)“ des Konzernabschlusses.

Transfer Pricing

Wir unterhalten ein Transfer-Pricing-Konzept, das für alle Geschäftsbereiche bindend ist. Somit wird sicherstellt, dass die Preise (i) für Aktiva im Einklang mit deren zugrunde liegendem Liquiditätsrisiko, (ii) für Passiva im Einklang mit deren Liquiditätswert und (iii) für bedingte Zahlungsverpflichtungen im Einklang mit den Kosten für die Bereitstellung von ausreichenden Liquiditätsreserven gestellt werden, die benötigt werden, um die unerwarteten Zahlungsrisiken abzudecken.

In diesem Transfer-Pricing-Konzept allokieren wir die Refinanzierungs- und Liquiditätskosten und Beiträge an alle Geschäftsbereiche und setzen im Rahmen der Liquiditätsrisikorichtlinien finanzielle Anreize. Transferpreise unterliegen den Laufzeitaufschlägen in Abhängigkeit der Marktbedingungen. Die Liquiditätsprämien werden von Treasury festgelegt und in einem segregierten Liquiditätskonto ausgewiesen. Das Treasury-Liquiditätskonto spiegelt die aggregierten langfristigen Liquiditätskosten wider. Die Steuerung und Kostenallokation des Liquiditätskontos ist die wichtigste Stellgröße für die Transferpreis-Refinanzierungskosten in der Deutschen Bank.

Stresstests und Szenarioanalysen

Wir verwenden Stresstests und Szenarioanalysen zur Untersuchung des Einflusses von plötzlich auftretenden Stressereignissen auf unsere Liquiditätsposition. Diese Szenarien beruhen entweder auf historischen Ereignissen (wie dem Börsencrash des Jahres 1987, dem US-amerikanischen Liquiditätsengpass von 1990 und den Terrorangriffen des 11. September 2001), auf Fallstudien von Liquiditätskrisen oder auf hypothetischen Modellen.

Diese Szenarien berücksichtigen auch neue Treiber des Liquiditätsrisikos, die sich aus der letzten Finanzmarktkrise ergeben haben: länger anhaltende Disfunktionalität des Geldmarkts, Ablehnung von Sicherheiten, eingeschränkte Fungibilität von Währungen, nicht absetzbare Syndizierungen, und sonstige systemische Nebenwirkungseffekte. Die Szenario-Typen umfassen institutsspezifische Ereignisse (zum Beispiel Bonitätsherabsetzung), marktbedingte Ereignisse (zum Beispiel systemisches Marktschockszenario) sowie die Kombination beider Ereignisse. Dieses Szenario analysiert ein systemisches Marktschockszenario in Kombination mit einer mehrstufigen Bonitätsherabsetzung.

Bei jedem dieser Szenarien wird angenommen, dass alle fällig werdenden Forderungen an Kunden vollständig prolongiert und refinanziert werden müssen, wobei die Prolongation der Verbindlichkeiten teilweise eingeschränkt ist und somit eine Finanzierungslücke entsteht. Darüber hinaus analysieren wir den potenziellen Refinanzierungsbedarf aus außerbilanziellen Verbindlichkeiten (zum Beispiel Ziehungen unter Kreditfazilitäten und gestiegene Besicherungsanforderungen), die unter Stress entstehen können. Danach werden die notwendigen Schritte bestimmt, um den Nettobedarf an Finanzierungsmitteln auszugleichen. Die Gegenmaßnahmen beinhalten den Bestand an unbesicherten Vermögenswerten in den Geschäftsbereichen, die verfügbaren liquiden Zahlungsmittel (die zusätzlich zu den liquiden Zahlungsmitteln vorhanden sind, die integraler Bestandteil der Clearing- und Settlement-Aktivitäten sind), sowie die strategische Liquiditätsreserve.

Die Analyse der Liquidität der Aktiva ist daher ein integraler Bestandteil von Stresstests, mithilfe derer wir die Volumina und Verbuchungsorte unseres konsolidierten Bestands an ohne Sicherheiten refinanzierten liquiden Aktiva bestimmen, die wir zur Generierung von Liquidität über besicherte Finanzierungstransaktionen einsetzen können. Die Wertpapierbestände setzen sich aus einer breiten Palette unterschiedlicher Wertpapierklassen zusammen. Zunächst trennen wir in jedem Bestand die illiquiden von den liquiden Wertpapieren. Anschließend werden den liquiden Wertpapierklassen Liquiditätswerte zugeordnet. Die Liquidität dieser Aktiva ist ein entscheidender Schutz vor kurzfristigen Liquiditätsengpässen.

Darüber hinaus hält die Bank vorwiegend mit Zentralbanken umfangreiche liquide Mittel, die zusätzlich zu den erforderlichen Reserven zur Unterstützung ihrer Clearingaktivitäten in Euro, US-Dollar und anderen Währungen weltweit vorgehalten werden.

Als separate Gegensteuerungsmaßnahme unterhalten wir eine spezielle strategische Liquiditätsreserve in Form hochliquider und zentralbankfähiger Wertpapiere in den führenden Weltwährungen zur Unterstützung unseres Liquiditätsprofils für den Fall potenziell sich verschlechternder Marktbedingungen. Das Volumen dieser strategischen Liquiditätsreserve ist eine Funktion der erwarteten Stresstestergebnisse. Die Größe und Komposition unterliegen der regelmäßigen Überprüfung durch den Konzernvorstand.

Die kurzfristig liquidesten Bestandteile mit der höchsten Qualität innerhalb der oben beschriebenen drei Kategorien werden aggregiert und separat als Liquiditätsreserven identifiziert. Diese Liquiditätsreserven beinhalten freie liquide Zahlungsmittel, hochliquide Staatsanleihen und andere zentralbankfähige Aktiva. Zum 31. Dezember 2010 überstiegen unsere Liquiditätsreserven ein Volumen von 145 Mrd €.

Stresstests sind vollständig in unser Liquiditätsrisikomanagement-Konzept integriert. Wir verfolgen unsere vertraglich vereinbarten Zahlungsströme pro Währung und Produkt über einen achtwöchigen Zeitraum (welchen wir als die kritischste Zeitspanne in einer Liquiditätskrise einschätzen) und wenden den jeweiligen Stressfall auf alle potenziellen Treiber der Risiken aus bilanziellen und außerbilanziellen Produkten an. Über den achtwöchigen Zeitraum hinaus bis zu zwölf Monate analysieren wir quartalsweise die Auswirkungen einer erweiterten Stressperiode, zusammen mit Gegensteuerungsmaßnahmen, die eine Veränderung des Geschäftsmodells beinhalten können. Die Stresstests des Liquiditätsrisikos liefern die Basis für unsere vom Vorstand genehmigten Notfallrefinanzierungspläne.

Unsere Stresstestanalysen geben Aufschluss darüber, ob wir unter kritischen Umständen genügend Liquidität aufbringen könnten, und liefern wichtige Informationen für die Festlegung unserer angestrebten Liquiditätsrisikoposition. Wir führen die Analyse monatlich durch. Die nachstehende Übersicht veranschaulicht diese angewandten Stresstestergebnisse zum 31. Dezember 2010. Für jedes Szenario zeigt sie unsere kumulative Finanzierungslücke über einen achtwöchigen Zeitraum nach Eintritt des auslösenden Ereignisses, die Liquidität, die wir zur Schließung der Lücke hätten aufbringen können, sowie die resultierende Nettoliquiditätsposition.

Szenario

 

 

 

in Mrd €

Finanzierungslücke1

Positionsschließung2

Netto Liquiditätsposition

1

Finanzierungslücke verursacht durch eingeschränkte Prolongation der Verbindlichkeiten und weitere erwartete Abflüsse.

2

Liquiditätsgenerierung durch Gegensteuerung.

3

Kombinierter Effekt aus systemischen Marktrisiken und Herabstufung auf A-2/P-2.

Systemisches Marktrisiko

50

164

114

Emerging Markets

14

169

155

Ereignisschock

15

138

123

Operationelles Risiko (DB-spezifisch)

12

167

155

Ratingherabstufung um eine Stufe (DB-spezifisch)

33

169

136

Ratingherabstufung auf A-2/P-2 (DB-spezifisch)

135

186

51

Kombiniert3

142

173

31

Angesichts der wachsenden Bedeutung des Liquiditätsmanagements im Finanzsektor betrachten wir es als wichtigen Beitrag zur Finanzstabilität, liquiditätsrisikobezogene Themen mit Zentralbanken, Aufsichtsbehörden, Ratingagenturen und Marktteilnehmern zu diskutieren. Wir sind in einer Reihe von Liquiditätsarbeitsgruppen engagiert und beteiligen uns an Initiativen zur Schaffung eines Branchenstandards zur angemessenen Bewertung und Steuerung des Liquiditätsrisikos bei Finanzdienstleistern. Neben der internen Liquiditätssteuerung unterliegt die Liquidität deutscher Banken den Bestimmungen des Kreditwesengesetzes sowie den Vorschriften der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht. Wir halten alle anwendbaren Liquiditätsbestimmungen ein.

Liquiditätsrisiko – Postbank

Die operative Liquiditätsrisikosteuerung erfolgt grundsätzlich zentral im Ressort Financial Markets der Deutschen Postbank AG. Die BHW Bausparkasse AG, die ausländischen Tochtergesellschaften in New York und Luxemburg sowie die Niederlassung London steuern ihre Risiken eigenständig im Rahmen konzernweit einheitlicher Verfahren und Prozesse. Im Liquiditätsnotfall besteht eine eindeutige Verantwortung und Weisungsbefugnis des Liquiditätsnotfall-Krisengremiums gegenüber sämtlichen Bestandsverantwortlichen der Postbank sowie den Bestandsverantwortlichen der Tochtergesellschaften und Auslandsniederlassungen.

Der Postbank-Konzern hat in der übergreifenden Risikostrategie unter anderem die Grundlagen für den Umgang mit Liquiditätsrisiken definiert. Aufgabe des Liquiditätsmanagements ist es, die jederzeitige Zahlungsfähigkeit der Postbank nicht nur unter Normalbedingungen, sondern auch in Stresssituationen zu gewährleisten. Die Postbank verfügt aufgrund ihrer geschäftspolitischen Ausrichtung als Retail-Bank über eine breite Refinanzierungsbasis im Kundengeschäft und weist daher nur eine vergleichsweise geringe Abhängigkeit vom Geld- und Kapitalmarkt auf. Für den Fall eines unerwarteten Liquiditätsabflusses wird ein erheblicher Bestand an freien EZB-fähigen Wertpapieren vorgehalten, der kurzfristig zur Liquiditätsbeschaffung genutzt werden kann. Zur weiteren Diversifikation der Refinanzierungsbasis besitzt die Postbank die Pfandbrieflizenz zur Emission von öffentlichen Pfandbriefen und Hypothekenpfandbriefen.

In der Postbank analysiert der Bereich Markt Risiko Controlling geschäftstäglich den Liquiditätsstatus des Postbank-Konzerns auf Basis von Liquiditätsablaufbilanzen und Cashflow-Prognosen anhand dessen die operative Steuerung erfolgt. Darüber hinaus basiert die Steuerung neben einer regelmäßigen konzernweiten Liquiditäts- und Emissionsplanung auf einer Reihe von weitergehenden Analysen der Liquiditätssteuerung sowie regelmäßigen Stresstests. Basierend auf den Stresstestergebnissen ist die Postbank der Auffassung, dass die Liquiditätsposition solide ist. Dies ist nicht zuletzt das Ergebnis eines Anstiegs der Kundeneinlagen und des erheblichen Bestandes an EZB-fähigen Wertpapieren.

Fälligkeitsanalyse finanzieller Verpflichtungen

Die folgenden Tabellen zeigen eine Fälligkeitsanalyse der frühestmöglichen undiskontierten vertraglichen Cashflows finanzieller Verpflichtungen zum 31. Dezember 2010 beziehungsweise 31. Dezember 2009.

31.12.2010

 

 

 

 

 

in Mio €

Täglich fällig

Bis 3
Monate

Mehr als
3 Monate
bis 1 Jahr

Mehr als
1 Jahr bis
5 Jahre

Mehr als 5 
Jahre

1

Handelspassiva und Derivatebestände, die die Anforderungen für Hedge Accounting nicht erfüllen, werden zum Fair Value ausgewiesen. Der Konzern hält dies für die geeignete Darstellung der Cashflows, die zur Zahlung anstünden, wenn diese Positionen geschlossen werden müssten. Handels- und Derivatebestände, die die Anforderungen für Hedge Accounting nicht erfüllen, werden der Kategorie täglich fällig zugeordnet, da dies nach Meinung des Managements am besten die Kurzfristigkeit der Handelsaktivitäten widerspiegelt. Dagegen kann sich die vertragliche Laufzeit dieser Kontrakte auf deutlich längere Zeiträume ausdehnen.

2

Aufgrund der Vertragsbedingungen entspricht bei diesen Investmentverträgen der Rückkaufswert dem Fair Value. Siehe Note 39 „Versicherungs- und Investmentverträge“ für nähere Informationen zu diesen Verträgen.

3

Für das Hedge Accounting designierte Derivate sind mit ihrem Fair Value verzeichnet und werden in dem Zeitraum dargestellt, in dem die Absicherung in unserer Erwartung auslaufen wird.

4

Die Beträge in der Tabelle stimmen nicht mit den Beträgen in der Konzernbilanz überein, da es sich um undiskontierte Cashflows handelt. Diese Analyse stellt ein Worst-Case-Szenario für den Konzern dar, wenn alle Verbindlichkeiten früher als erwartet zurückzuzahlen sind. Wir halten die Wahrscheinlichkeit, dass ein solches Ereignis eintritt, für gering. Zinszahlungsströme sind in der Tabelle nicht berücksichtigt.

Unverzinsliche Einlagen

89.068

Verzinsliche Einlagen

120.154

233.469

32.564

35.430

23.299

Handelspassiva1

68.859

Negative Marktwerte aus derivativen Finanzinstrumenten1

647.171

Zum Fair Value klassifizierte finanzielle Verpflichtungen

32.332

101.163

8.474

8.056

3.736

Investmentverträge2

572

888

1.367

5.071

Negative Marktwerte aus derivativen Finanzinstrumenten, die die Anforderungen für Hedge Accounting erfüllen3

852

141

256

1.113

4.257

Verbindlichkeiten aus übertragenen Zentralbankeinlagen

4.456

1.848

Verbindlichkeiten aus Wertpapierpensionsgeschäften (Repos)

2.384

14.570

3.056

1.585

23

Verbindlichkeiten aus Wertpapierleihen

3.024

54

198

Sonstige kurzfristige Geldaufnahmen

49.904

13.439

1.495

Langfristige Verbindlichkeiten

1.695

11.647

16.879

80.713

58.153

Hybride Kapitalinstrumente (Trust Preferred Securities)

2.434

4.481

5.335

Sonstige Finanzpassiva

119.693

6.160

268

516

22

Unwiderrufliche Kreditzusagen

100.273

Finanzgarantien

28.941

Insgesamt4

1.268.806

383.063

66.314

133.261

100.094

31.12.2009

 

 

 

 

 

in Mio €

Täglich fällig

Bis 3
Monate

Mehr als
3 Monate
bis 1 Jahr

Mehr als
1 Jahr bis
5 Jahre

Mehr als 5 
Jahre

1

Handelspassiva und Derivatebestände, die die Anforderungen für Hedge Accounting nicht erfüllen, werden zum Fair Value ausgewiesen. Der Konzern hält dies für die geeignete Darstellung der Cashflows, die zur Zahlung anstünden, wenn diese Positionen geschlossen werden müssten. Handels- und Derivatebestände, die die Anforderungen für Hedge Accounting nicht erfüllen, werden der Kategorie täglich fällig zugeordnet, da dies nach Meinung des Managements am besten die Kurzfristigkeit der Handelsaktivitäten widerspiegelt. Dagegen kann sich die vertragliche Laufzeit dieser Kontrakte auf deutlich längere Zeiträume ausdehnen.

2

Aufgrund der Vertragsbedingungen entspricht bei diesen Investmentverträgen der Rückkaufswert dem Fair Value. Siehe Note 39 „Versicherungs- und Investmentverträge“ für nähere Informationen zu diesen Verträgen.

3

Für das Hedge Accounting designierte Derivate sind mit ihrem Fair Value verzeichnet und werden in dem Zeitraum dargestellt, in dem die Absicherung in unserer Erwartung auslaufen wird.

4

Die Beträge in der Tabelle stimmen nicht mit den Beträgen in der Konzernbilanz überein, da es sich um undiskontierte Cashflows handelt. Diese Analyse stellt ein Worst-Case-Szenario für den Konzern dar, wenn alle Verbindlichkeiten früher als erwartet zurückzuzahlen sind. Wir halten die Wahrscheinlichkeit, dass ein solches Ereignis eintritt, für gering. Zinszahlungsströme sind in der Tabelle nicht berücksichtigt.

Unverzinsliche Einlagen

51.731

Verzinsliche Einlagen

117.960

126.598

14.649

21.362

11.987

Handelspassiva1

64.501

Negative Marktwerte aus derivativen Finanzinstrumenten1

576.973

Zum Fair Value klassifizierte finanzielle Verpflichtungen

64.920

33.785

4.806

5.797

4.826

Investmentverträge2

514

806

1.247

4.710

Negative Marktwerte aus derivativen Finanzinstrumenten, die die Anforderungen für Hedge Accounting erfüllen3

946

10

392

2.455

Verbindlichkeiten aus übertragenen Zentralbankeinlagen

3.824

1.884

Verbindlichkeiten aus Wertpapierpensionsgeschäften (Repos)

1.349

38.292

104

37

5

Verbindlichkeiten aus Wertpapierleihen

5.028

54

16

466

Sonstige kurzfristige Geldaufnahmen

24.830

17.370

632

Langfristige Verbindlichkeiten

1.856

2.044

20.373

67.837

41.011

Hybride Kapitalinstrumente (Trust Preferred Securities)

746

3.991

5.840

Sonstige Finanzpassiva

120.731

6.705

375

233

60

Unwiderrufliche Kreditzusagen

63.662

Finanzgarantien

21.719

Insgesamt4

1.120.030

227.246

42.517

100.896

71.360

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