Ausblick


Der folgende Abschnitt sollte in Verbindung mit dem Ausblick im Lagebericht und dem Risikobericht im Konzernabschluss für das Jahr 2009 gelesen werden.

Die Erholung der Weltwirtschaft hat sich in der ersten Jahreshälfte fortgesetzt. Das globale BIP dürfte im Gesamtjahr um 4,5 % wachsen. Insbesondere die Schwellenländer in Asien und Lateinamerika profitieren vom Wiedererstarken des Welthandels und von einer robusten Inlandsnachfrage. In Asien dürfte das Wachstum im laufenden Jahr rund 8,5 % betragen, wobei China voraussichtlich um fast 10 % zulegen könnte. Für die USA ist trotz zuletzt etwas enttäuschender Arbeitsmarktzahlen ein Zuwachs des BIP von rund 3,5 % zu erwarten. In der Eurozone dürften fiskalische Konsolidierungsanstrengungen das Wachstum auf 1 % im laufenden Jahr begrenzen, wobei Deutschland mit 2 % das stärkste Wachstum verzeichnen sollte. Konjunkturelle Risiken gehen weiterhin besonders von den USA aus, die unter einer anhaltend hohen Arbeitslosigkeit leiden. Allerdings dürften die Sorgen über ein erneutes Abgleiten der Industrieländer in eine Rezession zurückgehen. Auch in China könnten schwächere Umfragen unter Einkaufsmanagern auf eine weniger dynamische Entwicklung der Konjunktur hindeuten. In Europa können Rückschläge, die das Vertrauen in die Staatsfinanzen untergraben, nicht ausgeschlossen werden, obwohl das Stabilisierungsprogramm umgesetzt wurde, fiskalische Sparanstrengungen erste Ergebnisse zeigen und die jüngsten Emissionen von Staatspapieren erfolgreich verliefen.

Der Ausblick für die Bankenbranche wird von einer Reihe von Faktoren maßgeblich beeinflusst, insbesondere von anhaltenden Sorgen um die Staatsfinanzen einer Reihe von Industrieländern sowie von einer möglichen Abschwächung des Wachstums in wichtigen Volkswirtschaften Europas und Amerikas. Die Reform der Bankenregulierung stellt eine weitere Unsicherheitsquelle dar. Hier gibt es Befürchtungen, dass die Reformen erhebliche Auswirkungen auf den Kapitalbedarf, die Profitabilität und letztlich die Kreditvergabekapazität des Finanzsektors haben könnten. Im regulatorischen Rahmenwerk von Basel III werden derzeit die spezifischen Vorschläge im Detail ausgearbeitet. Die endgültige Ausgestaltung wird dabei stark von den Ergebnissen künftiger Auswirkungsstudien abhängen. Über eventuelle weitere Belastungen der Finanzindustrie durch Bankenabgaben dürfte ebenfalls bis Jahresende entschieden werden.

Einen positiven Effekt, unter anderem auf die zuletzt angespanntere Refinanzierungssituation der Banken, könnten dagegen die vom Markt positiv aufgenommenen Stresstestergebnisse für eine große Zahl europäischer Institute haben. Günstig für die Branche dürfte sich auch die anhaltende Verbesserung der Kreditqualität in vielen Ländern und Marktsegmenten auswirken, die die operative Profitabilität stützen sollte. Dementsprechend sind zunächst weitere Verbesserungen vor allem im Privat-, aber auch im Firmenkundengeschäft zu erwarten, während die Kapitalmarktaktivitäten der Banken größeren Schwankungen als in den letzten zwölf Monaten ausgesetzt sein dürften.

Der Ausblick für den Deutsche Bank-Konzern wird weiterhin von den Trends und Einflussfaktoren geprägt, die wir im Ausblick im Konzernabschluss für das Jahr 2009 beschrieben haben, insbesondere von den Unsicherheiten in Bezug auf Veränderungen der regulatorischen Rahmenbedingungen. Wir haben bereits proaktiv Maßnahmen ergriffen, um die Auswirkungen der kürzlich verabschiedeten Dodd-Frank-Finanzmarktreform in den USA abzumildern, darunter auch die Begrenzung des Eigenhandels. Allerdings könnten Vorschriften wie beispielsweise zu außerbörslich gehandelten Derivaten, zum Clearing über einen zentralen Kontrahenten und zu außerbörslichen Swaps im Handel mit Kreditausfallversicherungen unsere Erträge und Kapitalanforderungen negativ beeinflussen. Wir werden die zusätzlichen Kapitalanforderungen, die aus potenziellen Bankenabgaben, der Dodd-Frank-Finanzmarktreform, den möglichen Auswirkungen von Basel III sowie aus anderen regulatorischen Initiativen entstehen könnten, weiterhin aufmerksam verfolgen. Wir werden uns an den Diskussionen mit den Aufsichtsbehörden konstruktiv beteiligen und uns insbesondere für international abgestimmte Regeln zur Bankenaufsicht einsetzen.

In Phase 4 unserer Managementagenda haben wir ein Ergebnispotenzial vor Steuern aus unseren Kerngeschäftsfeldern (ohne Berücksichtigung von Corporate Investments und Consolidations & Adjustments) von 10 Mrd € identifiziert. Während einige der Faktoren in Bezug auf das Wettbewerbsumfeld mit unseren Annahmen übereinstimmen oder diese übertroffen haben, haben andere das erwartete Niveau noch nicht erreicht, insbesondere hinsichtlich der Normalisierung des Zinsniveaus. Unser Programm zur Komplexitätsreduktion ist auf gutem Weg, ab dem Jahresende 2011 die angestrebte jährliche Effizienzsteigerung von 1 Mrd € zu erreichen. Effizienzsteigerungen von rund 700 Mio € sind bereits identifiziert.

Die Deutsche Bank ist auf die vielfältigen Herausforderungen – und Chancen – gut vorbereitet. Wir halten konsequent an der Umsetzung unserer kundenfokussierten Strategie fest, die durch Risikodisziplin, Kapitaleffizienz und Ertragsdiversifikation gekennzeichnet und auf nachhaltige Wertschöpfung für unsere Aktionäre ausgerichtet ist.

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