Überblick zur Finanz- und Ertragslage


Wirtschaftliches Umfeld

Im dritten Quartal 2010 hat sich die Weltwirtschaft weiter stabilisiert. In den wichtigsten Schwellenländern in Lateinamerika und Asien setzte sich das rasche Wachstum fort. In China gab es Anzeichen, dass sich die straffere Fiskalpolitik wachstumsdämpfend auswirken könnte. In den USA deuten Konjunkturindikatoren auf ein erneut langsames Wirtschaftswachstum hin. In der Eurozone wirkten sich straffere fiskalpolitische Maßnahmen und strukturelle Anpassungen belastend auf einige Länder aus. Deutschland blieb das wachstumsstärkste Land in der Eurozone, obwohl das außerordentlich hohe Wachstumstempo des zweiten Quartals nicht gehalten werden konnte. Die Situation am deutschen Arbeitsmarkt ist weiterhin robust.

Die anhaltende Verunsicherung an den Finanzmärkten führte insbesondere zu Beginn des dritten Quartals zu verhaltener Marktaktivität. Das Vertrauen wurde durch eine wachsende Besorgnis über eine mögliche erneute Rezession („Double Dip“) in den USA getrübt, wobei jedoch die Aussicht auf eine weitere quantitative Lockerung durch die Federal Reserve zur Beruhigung der Anleger beitrug. Dies wirkte sich positiv auf die Bewertung von Vermögensgegenständen aus. Die wichtigsten Aktienmärkte erholten sich gegen Ende des Quartals deutlich, während gleichzeitig der US-Dollar stark nachgab. Die Märkte für Unternehmensanleihen entwickelten sich positiv und insbesondere im High-Yield-Bereich wurden, getragen durch niedrige Renditen für Benchmarkanleihen, verstärkt Emissionen vorgenommen.

Die Besorgnis der Marktteilnehmer hinsichtlich einiger Staaten der Eurozone, die im Verlauf des zweiten Quartals entstanden war, hat sich im dritten Quartal abgeschwächt. Diese Entspannung war auf die Veröffentlichung der Stresstests für europäische Banken und auf die nachlassende Besorgnis über die Zahlungsfähigkeit einiger Staaten der Eurozone nach erfolgreicher Refinanzierung auslaufender Staatsanleihen zurückzuführen. Diese Faktoren führten außerdem zu einer grundsätzlichen Verbesserung der Bedingungen an den Refinanzierungsmärkten. Des Weiteren wurde der europäische Rettungsschirm (European Financial Stability Facility) eingerichtet, der ein wichtiges Sicherheitsnetz für die schwächeren Länder der Eurozone darstellt. Gegen Ende des Quartals spielten die Risiken einzelner Länder wieder eine größere Rolle, wobei an den Finanzmärkten zunehmend deutlicher zwischen relativ stabilen und relativ schwachen Ländern in der Eurozone unterschieden wird.

Durch die Veröffentlichung der Mindestkapitalanforderungen und des Zeitplans für die Implementierung der Reform der Baseler Eigenkapitalstandards im Verlauf des Quartals konnte ein Teil der Unsicherheit für die Aussichten des Bankensektors ausgeräumt werden. Die neuen Mindestanforderungen für die Eigenkapitalquoten der Banken entsprachen, inklusive der teilweisen Lockerung einiger der ursprünglichen Vorschläge, weitgehend den Markterwartungen, während die Einführungsphase für die neuen Vorschriften länger als erwartet ausfiel.

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