Bericht des Aufsichtsrats


Dr. Clemens Börsig, Vorsitzender des Aufsichtsrats (Foto)

Dr. Clemens Börsig

Vorsitzender des Aufsichtsrats

Das wirtschaftliche Umfeld im Jahr 2011 war geprägt von der Staatsschuldenkrise im Euroraum. Die hiermit verbundenen Spannungen an den Finanzmärkten führten in der zweiten Jahreshälfte zu einer deutlichen Verlangsamung der globalen Konjunktur. In unserem Heimatmarkt Deutschland war die konjunkturelle Entwicklung robust, jedoch verlor die deutsche Wirtschaft aufgrund der weltwirtschaftlichen Abkühlung zum Jahresende an Schwung.

Die Deutsche Bank verfolgte im Jahr 2011 die Umsetzung ihrer Strategie konsequent weiter. Durch die weitergehende Integration des niederländischen Firmenkundengeschäfts der ABN AMRO Bank sowie von Sal. Oppenheim und der Postbank wurden die Geschäftsbereiche Privat- und Geschäftskunden, Private Wealth Management und Global Transaction Banking ausgebaut. Hierdurch wurde die zweite Ertragssäule neben dem Investment Banking gestärkt. Im Investment Banking führte die Neuausrichtung zu einer deutlichen Verbesserung des Risikoprofils der Deutschen Bank.

Die Stärkung der Kapitalkraft der Deutschen Bank hat für Vorstand und Aufsichtsrat unverändert eine hohe Priorität. In einem herausfordernden Marktumfeld hat die Deutsche Bank ihre Tier-1-Kernkapitalquote auf 9,5 % erhöht und ihre Liquiditätsreserven ausgebaut. Bei unserem diesjährigen Dividendenvorschlag haben wir die höheren Kapitalanforderungen aufgrund regulatorischer Vorgaben berücksichtigt, die sich insbesondere im Hinblick auf Basel 2.5 und Basel 3 sowie die Vorgaben der European Banking Authority ergeben. Darüber hinaus wird die weitere Integration der Akquisitionen die Deutsche Bank weiterhin vor große Herausforderungen stellen. Wir danken dem Vorstand sowie allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sehr herzlich für ihren großen persönlichen Einsatz.

Wie in den Vorjahren befassten wir uns auch im Jahr 2011 mit zahlreichen gesetzlichen und regulatorischen Änderungen. Im Berichtsjahr behandelten wir eingehend die wirtschaftliche und finanzielle Entwicklung der Bank, ihr Umfeld, das Risikomanagementsystem, die Planung und das interne Kontrollsystem. Ausführlich erörterten wir mit dem Vorstand die Strategie der Bank und deren Umsetzung. Der Vorstand unterrichtete uns regelmäßig, zeitnah und umfassend über die Geschäftspolitik und andere grundsätzliche Fragen der Unternehmensführung und -planung, die finanzielle Entwicklung, die Ertragslage sowie das Risiko-, Liquiditäts- und Kapitalmanagement der Bank sowie über wesentliche Rechtsstreitigkeiten und Geschäfte sowie Ereignisse, die für die Bank von erheblicher Bedeutung waren. Wir haben den Vorstand beraten und seine Geschäftsführung überwacht. Bei Entscheidungen von grundlegender Bedeutung waren wir eingebunden. Wichtige Themen und anstehende Entscheidungen wurden zudem in regelmäßigen Gesprächen zwischen dem Vorsitzenden des Vorstands und dem Vorsitzenden des Aufsichtsrats erörtert. Zwischen den Sitzungen wurden wir über wichtige Vorgänge schriftlich informiert. Beschlüsse wurden, soweit zwischen den Sitzungen erforderlich, im Umlaufverfahren herbeigeführt.

Sitzungen des Aufsichtsrats

Im Geschäftsjahr 2011 fanden sechs Sitzungen des Aufsichtsrats statt.

In der ersten Sitzung des Jahres am 2. Februar 2011 erörterten wir die geschäftliche Entwicklung im vierten Quartal 2010 und im Geschäftsjahr 2010 sowie den Plan-Ist-Vergleich. Den Dividendenvorschlag für das Jahr 2010 sowie die Unternehmensplanung für die Jahre 2011 bis 2013 nahmen wir zustimmend zur Kenntnis. Herr Neske gab einen Fortschrittsbericht zur Integration der Deutschen Postbank AG. Auf Vorschlag des Präsidialausschusses beschlossen wir Anpassungen in der Geschäftsordnung für den Vorstand einschließlich des Geschäftsverteilungsplans. Wir beschlossen, dass Herr Dr. Börsig und Herr Dr. Eick im Geschäftsbericht als Finanzexperten nach deutschem und US-amerikanischem Recht benannt werden, und stellten fest, dass alle Mitglieder des Prüfungsausschusses weiterhin unabhängig sind. Außerdem beschlossen wir eine Anpassung der Vorstandsverträge an neue regulatorische Vorgaben, erörterten die Bemessungsgrundlagen der variablen Vorstandsvergütung für das Geschäftsjahr 2010 und legten anschließend die Vorstandsvergütung unter Berücksichtigung der Empfehlungen des Präsidialausschusses und unter Einbindung externer, unabhängiger Rechts- und Vergütungsberater fest.

In der Bilanzsitzung am 11. März 2011 billigten wir auf Empfehlung des Prüfungsausschusses und nach Erörterung mit dem Abschlussprüfer den Konzern- und Jahresabschluss 2010. Außerdem wurden der Compliance- und Antigeldwäschebericht sowie der Vergütungsbericht nach der Instituts-Vergütungsverordnung für das Jahr 2010 erörtert. Wir stimmten der Veräußerung der Immobilie Taunusanlage 12 in Frankfurt am Main an einen geschlossenen Immobilienfonds der DWS mit gleichzeitiger Rückmietung durch die Bank zu. Uns wurden Veränderungen in den Regional Advisory Boards und den Bezirksbeiräten in Deutschland vorgestellt und wir verabschiedeten die Beschlussvorschläge für die Tagesordnung der Hauptversammlung 2011.

In der Sitzung am Tag vor der Hauptversammlung behandelten wir deren Ablauf und die angekündigten Gegenanträge sowie den Stand der Rechtsstreitigkeiten im Zusammenhang mit den Hauptversammlungen der Jahre 2004 bis 2010. Soweit erforderlich, wurden Beschlüsse gefasst.

In einer außerordentlichen Sitzung am 25. Juli 2011 verlängerten wir auf Vorschlag des Präsidialausschusses die Vorstandsbestellungen der Herren Fitschen, Jain und Neske und beschlossen, die Herren Fitschen und Jain mit Wirkung vom Ablauf der ordentlichen Hauptversammlung 2012 an zu Co-Vorstandsvorsitzenden zu ernennen. Der Niederlegung der Vorstandsbestellung von Herrn Dr. Ackermann zum gleichen Zeitpunkt stimmten wir zu. Herr Dr. Börsig teilte dem Aufsichtsrat mit, dass er sein Mandat als Mitglied und Vorsitzender des Aufsichtsrats mit Ablauf der Hauptversammlung 2012 niederlegen wird.

In der Sitzung am 26. Juli 2011 erörterten wir die geschäftliche Entwicklung der Bank im ersten Halbjahr 2011 sowie das Risikoprofil und befassten uns mit der Neuausrichtung des Konzernbereichs Corporate & Investment Bank (CIB). Herr Dr. Ackermann berichtete uns über die Ergebnisse des Stresstests der Europäischen Bankenaufsichtsbehörde (EBA) und wir erhielten Sachstandsberichte zur Integration der Postbank, zu wesentlichen Rechtsstreitigkeiten sowie zum Kapital- und Liquiditätsmanagement der Bank. Auf Vorschlag des Präsidialausschusses stimmten wir der Auszahlung einer Versorgungszusage an Herrn Cohrs zu und wählten, jeweils mit Wirkung vom 1. August 2011, Herrn Dr. Siegert zum Mitglied des Prüfungsausschusses und Frau Labarge zum Mitglied des Risikoausschusses. Darüber hinaus überprüften wir den Zustimmungskatalog des Aufsichtsrats nach § 13 der Satzung.

In der letzten Sitzung des Jahres am 25. Oktober 2011 wurden wir vom Vorstand über die geschäftliche Entwicklung im dritten Quartal und über aktuelle Entwicklungen in Bezug auf die IT-Infrastruktur der Bank unterrichtet. Wir erörterten ausführlich mit dem Vorstand die strategische Weiterentwicklung der Bank mit den entsprechenden Zielen und geplanten Maßnahmen, die Umstrukturierung europäischer Tochtergesellschaften der Bank sowie den Personalbericht.

Ausschüsse des Aufsichtsrats

Der Präsidialausschuss tagte im Berichtszeitraum fünf Mal. Zwischen den Sitzungen besprach der Vorsitzende des Präsidialausschusses mit den Ausschussmitgliedern regelmäßig Themen von besonderer Bedeutung. Der Ausschuss befasste sich insbesondere mit neuen gesetzlichen und regulatorischen Anforderungen an die Vorstandsvergütung und sich hieraus ergebenden Erfordernissen zur Anpassung der Vorstandsverträge sowie mit der Vorbereitung der Festlegung der variablen Vorstandsvergütung für das Geschäftsjahr 2010 durch den Aufsichtsrat. Der Ausschuss behandelte darüber hinaus Fragen zur Besetzung der Ausschüsse des Aufsichtsrats und zur Verlängerung der Vorstandsbestellungen der Herren Fitschen, Jain und Neske. Intensiv befasste er sich mit der Nachfolge von Herrn Dr. Ackermann und erarbeitete einen entsprechenden Vorschlag an den Aufsichtsrat. Erforderliche Anpassungen in der Geschäftsordnung sowie im Geschäftsverteilungsplan für den Vorstand wurden ebenso erörtert wie der Vergütungsbericht. Soweit erforderlich, wurden Beschlüsse gefasst oder dem Aufsichtsrat Empfehlungen zur Beschlussfassung gegeben. Der Übernahme von Mandaten von Vorstandsmitgliedern bei anderen Unternehmen, Einrichtungen und Institutionen stimmte der Präsidialausschuss zu.

Der Risikoausschuss behandelte in sechs Sitzungen insbesondere Kredit-, Liquiditäts-, Refinanzierungs-, Länder-, Markt- und operationelle Risiken sowie Rechts- und Reputationsrisiken. Ausführlich erörterte er die Risikosituation und -vorsorge, die Kapitalausstattung der Bank, die Risikomanagementsysteme sowie Effekte der im Vorjahr getätigten Akquisition der Postbank auf das Risikoprofil der Bank. Ein weiteres Augenmerk lag auf den allgemeinen wirtschaftlichen Entwicklungen, der europäischen Staatsschuldenkrise sowie den politischen Veränderungen in einigen Ländern des Mittleren Ostens / Nordafrikas wie auch ihren Auswirkungen auf die Bank und ihre Risikopositionen. Neben der Entwicklung wesentlicher Rechtsrisiken in einzelnen Geschäftsbereichen und Regionen sowie der Minimierung von Betrugsrisiken wurden auch die Auswirkungen von Änderungen aufsichtsrechtlicher Regelungen auf die Bank und deren Risikopositionen eingehend behandelt. Des Weiteren standen die Entwicklung der Refinanzierungs- und Liquiditätslage der Bank, die Risikotragfähigkeit, der Stresstest der European Banking Authority sowie deren neue, industrieweite Anforderungen an das Eigenkapital im Mittelpunkt. Ferner wurden globale Branchenportfolios nach einem festgelegten Plan vorgestellt und ausführlich besprochen sowie die nach Gesetz und Satzung vorlagepflichtigen Engagements der Bank diskutiert und – sofern erforderlich – genehmigt.

Der Prüfungsausschuss tagte im Jahr 2011 sechs Mal. Vertreter des Abschlussprüfers nahmen an allen Sitzungen teil. Gegenstand der Sitzungen waren die Prüfung des Jahres- und des Konzernabschlusses 2010, die Zwischenberichte sowie die Berichte 20-F und 6-K für die US-amerikanische Securities and Exchange Commission (SEC). Der Ausschuss befasste sich mit dem Vorschlag zur Wahl des Abschlussprüfers für das Geschäftsjahr 2011, erteilte den Prüfungsauftrag, beschloss die Vergütung des Abschlussprüfers und überprüfte dessen Unabhängigkeit nach den Anforderungen des Deutschen Corporate Governance Kodex sowie den Vorschriften des US-amerikanischen Public Company Accounting Oversight Board (PCAOB). Eigene Prüfungsschwerpunkte legte er für 2011 nicht fest, da die BaFin von ihrem Recht Gebrauch gemacht hatte, umfangreiche Prüfungsschwerpunkte nach § 30 KWG festzulegen. Der Prüfungsausschuss ist wie in den Vorjahren davon überzeugt, dass beim Abschlussprüfer keine Interessenkonflikte vorliegen. Von der Wirksamkeit des internen Kontroll-, des Risikomanagement- und des internen Revisionssystems hat er sich überzeugt und den Rechnungslegungsprozess sowie die Abschlussprüfung überwacht. Soweit erforderlich, wurden Beschlüsse gefasst oder dem Aufsichtsrat Empfehlungen zur Beschlussfassung gegeben. Regelmäßig wurde dem Prüfungsausschuss über die Beauftragung von Wirtschaftsprüfungsgesellschaften einschließlich des Abschlussprüfers mit prüfungsfremden Dienstleistungen, über die Arbeit der internen Revision und Fragen der Compliance, über Rechts- und Reputationsrisiken sowie über Sonderprüfungen und wesentliche Beanstandungen von Aufsichtsbehörden berichtet. Der Jahresplan der internen Revision wurde zustimmend zur Kenntnis genommen. Beschwerden in Bezug auf das Rechnungswesen, die internen Prüfverfahren zur Rechnungslegung und zu Fragen der Abschlussprüfung wurden dem Prüfungsausschuss nicht angezeigt. Außerdem befasste er sich regelmäßig mit der Abarbeitung von Prüfungsfeststellungen des Abschlussprüfers zum Jahres- und Konzernabschluss 2010, Maßnahmen zur Bereinigung der Feststellungen sowie den Anforderungen an die Überwachungsaufgaben gemäß § 107 Absatz 3 Aktiengesetz, den prüfungsvorbereitenden Maßnahmen zum Jahresabschluss und den von der BaFin nach § 30 KWG festgelegten Prüfungsschwerpunkten.

Der Nominierungsausschuss tagte im Jahr 2011 zwei Mal und behandelte dabei Nachfolgefragen im Aufsichtsrat.

Sitzungen des nach den Vorschriften des Mitbestimmungsgesetzes gebildeten Vermittlungsausschusses waren im Jahr 2011 nicht erforderlich.

Die Vorsitzenden der Ausschüsse berichteten dem Aufsichtsrat regelmäßig über die Arbeit der Ausschüsse.

Alle Mitglieder des Aufsichtsrats nahmen im Jahr 2011 an den Sitzungen des Aufsichtsrats und der Ausschüsse mit nur wenigen Ausnahmen teil. Die durchschnittliche Präsenz lag über 95 %.

Corporate Governance

Der Aufsichtsrat und der Präsidialausschuss befassten sich in ihren Sitzungen am 25. Mai 2011 mit den Anregungen und Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex und nahmen jeweils zur Kenntnis, dass die Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex in ihrer Plenumssitzung am 4. Mai 2011 keine Änderungen am Kodex vorgenommen hatte.

Der Präsidialausschuss und der Aufsichtsrat befassten sich ferner in mehreren Sitzungen mit der Vorstandsvergütung. Der Aufsichtsrat beschloss, zur Überprüfung der Struktur der Vorstandsvergütung sowie der Angemessenheit der variablen Vergütung für das Geschäftsjahr 2011 einen unabhängigen Vergütungsberater sowie einen externen Rechtsanwalt zur Überprüfung der Übereinstimmung mit den gesetzlichen und regulatorischen Anforderungen zu mandatieren.

Wir haben in der Sitzung am 1. Februar 2012 festgestellt, dass dem Aufsichtsrat eine nach unserer Einschätzung ausreichende Anzahl unabhängiger Mitglieder angehört. Außerdem haben wir festgestellt, dass alle Mitglieder des Prüfungsausschusses gemäß den Ausführungsbestimmungen der Securities and Exchange Commission (SEC) zu Section 407 des Sarbanes-Oxley Act 2002 unabhängig sind. Als Finanzexperten im Prüfungsausschuss wurden nach den Vorschriften der SEC sowie nach §§ 107 Absatz 4 und 100 Absatz 5 AktG Herr Dr. Börsig, Herr Dr. Eick sowie Herr Dr. Siegert, der seit 1. August 2011 Mitglied des Prüfungsausschusses ist, benannt.

Die Entsprechenserklärung nach § 161 Aktiengesetz, die Aufsichtsrat und Vorstand zuletzt am 27. Oktober 2010 abgegeben hatten, wurde in der Aufsichtsratssitzung am 25. Oktober 2011 erneuert. Die Deutsche Bank entspricht den Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex in der Fassung vom 26. Mai 2010 mit einer Ausnahme. Diese wurde vorsorglich aufgrund eines nicht rechtskräftigen Urteils des OLG Frankfurt vom 5. Juli 2011, das die Offenlegung von Interessenkonflikten im Bericht des Aufsichtsrats an die Hauptversammlung behandelt, aufgenommen. Der Wortlaut der Entsprechenserklärung vom 25. Oktober 2011 sowie eine zusammenfassende Darstellung der Corporate Governance der Bank sind im Corporate-Governance-Bericht und auf der Homepage der Bank veröffentlicht. Dort finden sich auch die Geschäftsordnungen des Aufsichtsrats und seiner Ausschüsse sowie die des Vorstands in der jeweils aktuellen Fassung.

Aus- und Fortbildungsmaßnahmen

Mitglieder des Aufsichtsrats nahmen die für ihre Aufgaben erforderlichen Aus- und Fortbildungsmaßnahmen eigenverantwortlich wahr. Sie wurden dabei von der Deutschen Bank angemessen unterstützt. Die im Jahr 2011 neu in den Aufsichtsrat eingetretenen Mitglieder, Frau Garrett-Cox und Frau Voigt, erhielten auf den individuellen Kenntnisstand zugeschnittene Einführungen und umfangreiche Unterlagen. Außerdem nahmen Mitglieder des Aufsichtsrats an externen Fortbildungsmaßnahmen teil. Alle Mitglieder des Aufsichtsrats wurden im Rahmen eines Workshops im Februar 2011 durch einen externen Rechtsanwalt über die rechtlichen Grundlagen der Aufsichtsratstätigkeit informiert. Die Mitglieder des Prüfungsausschusses erörterten mit Mitarbeitern der Finance-Abteilung und des Abschlussprüfers neue Vorschriften zur Rechnungslegung und zur Bilanzierung sowie mit einem externen Rechtsanwalt die Überwachungsanforderungen an den Aufsichtsrat gemäß § 107 Absatz 3 Satz 2 Aktiengesetz. Zusätzlich wurden die Mitglieder des Aufsichtsrats über neue Entwicklungen auf dem Gebiet der Corporate Governance informiert. Darüber hinaus wird im April 2012 ein internes Seminar, das von einem externen Hochschullehrer geleitet wird, zu den Themen Jahresabschluss und Jahresabschlussanalyse, Risikomanagement sowie Funktionen und Verantwortung von Aufsichtsräten durchgeführt werden.

Interessenkonflikte und deren Behandlung

Im Zusammenhang mit der am 21. Dezember 2010 bekanntgegebenen Vereinbarung zwischen der Deutschen Bank und dem US-Justizministerium über den Verzicht auf Strafverfolgung im Zusammenhang mit steuerbezogenen Kundengeschäften hat die Bank ein Rechtsgutachten in Auftrag gegeben, das auch eine Prüfung möglicher Regressansprüche gegen ehemalige Vorstandsmitglieder zum Gegenstand hatte. Dieses Gutachten wurde in den Sitzungen des Präsidialausschusses und des Aufsichtsrats am 25. Mai 2011 behandelt. Es verneint Ansprüche gegen aktive und ehemalige Vorstandsmitglieder. An den Diskussionen und Abstimmungen hinsichtlich möglicher Regressansprüche hat Herr Dr. Börsig nicht teilgenommen, da der Vorgang in seine Zeit als Mitglied des Vorstands zurückreicht.

Frau Ruck war bis Ende 2010 Mitglied des Aufsichtsrats der Deutsche Bank Privat- und Geschäftskunden AG. Sie hat sich bei dem nach § 32 Mitbestimmungsgesetz erforderlichen Beschluss des Aufsichtsrats der Deutschen Bank AG über die Entlastung von Vorstand und Aufsichtsrat der Deutsche Bank Privat- und Geschäftskunden AG für das Geschäftsjahr 2010 enthalten.

Rechtsstreitigkeiten

Wir haben uns wie in den Vorjahren regelmäßig über wichtige Rechtsstreitigkeiten informiert und über die weitere Vorgehensweise beraten. Hierzu zählten unter anderem die Anfechtungs- und Auskunftsklagen im Zusammenhang mit den Hauptversammlungen 2006, 2007, 2008, 2009, 2010 und 2011 sowie die Verfahren Dr. Kirch, beziehungsweise dessen Rechtsnachfolgerin, und KGL Pool GmbH gegen die Deutsche Bank und gegen Dr. Breuer.

Darüber hinaus ließen wir uns fortlaufend im Aufsichtsrat sowie detailliert im Prüfungs- und Risikoausschuss über bedeutende Rechtsstreitigkeiten berichten.

Jahresabschluss

Die Buchführung, der Jahresabschluss mit Lagebericht für das Jahr 2011 sowie der Konzernabschluss mit Erläuterungen (Notes) und der Konzernlagebericht für das Jahr 2011 sind von der KPMG Aktiengesellschaft Wirtschaftsprüfungsgesellschaft geprüft worden. Diese wurde durch die Hauptversammlung als Abschlussprüfer und Konzernabschlussprüfer gewählt. Nachdem das Landgericht Frankfurt am Main in erster Instanz aufgrund einer Anfechtungsklage die Bestellung für nichtig erklärt hatte, hat das Amtsgericht Frankfurt am Main am 22. Februar 2012 auf Antrag der Bank in Abstimmung mit dem Prüfungsausschuss die KPMG Aktiengesellschaft Wirtschaftsprüfungsgesellschaft gerichtlich zum Abschlussprüfer und Konzernabschlussprüfer bestellt. Die Prüfungen haben zu einem jeweils uneingeschränkten Bestätigungsvermerk geführt. Der Prüfungsausschuss hat die Unterlagen zum Jahres- und Konzernabschluss unter Berücksichtigung des Prüfberichts des Abschlussprüfers und im Gespräch mit diesem ausführlich erörtert. Der Vorsitzende des Prüfungsausschusses hat uns hierüber in der heutigen Sitzung des Aufsichtsrats berichtet. Auf Empfehlung des Prüfungsausschusses haben wir dem Ergebnis der Prüfungen nach Einsicht der Berichte des Abschlussprüfers und der Jahres- und Konzernabschlussunterlagen sowie eingehender Diskussion zugestimmt und festgestellt, dass auch nach dem abschließenden Ergebnis unserer Prüfungen Einwendungen nicht zu erheben sind.

Den vom Vorstand aufgestellten Jahresabschluss sowie den Konzernabschluss haben wir heute gebilligt, der Jahresabschluss ist damit festgestellt. Dem Vorschlag des Vorstands für die Gewinnverwendung schließen wir uns an.

Personalia

Im Jahr 2011 gab es keine personellen Veränderungen im Vorstand.

Mit Ablauf der Hauptversammlung am 26. Mai 2011 schied Sir Peter Job aus dem Aufsichtsrat der Deutschen Bank aus. Als Nachfolgerin wurde Frau Katherine Garrett-Cox durch die Hauptversammlung am 26. Mai 2011 in den Aufsichtsrat gewählt.

Herr Peter Kazmierczak hat sein Mandat als Mitglied des Aufsichtsrats zum 25. Oktober 2011 niedergelegt. Als seine Nachfolgerin wurde am 30. November 2011 Frau Renate Voigt für den Rest seiner Amtszeit als Mitglied des Aufsichtsrats gerichtlich bestellt.

Wir danken den ausgeschiedenen Mitgliedern für ihr großes Engagement im Aufsichtsrat und für die konstruktive Begleitung des Unternehmens und des Vorstands während der vergangenen Jahre.

In unserer heutigen Sitzung am 16. März haben wir die Herren Dr. Stephan Leithner, Stuart Wilson Lewis und Henry Ritchotte, jeweils mit Wirkung zum 1. Juni 2012, für drei Jahre zu Mitgliedern des Vorstands bestellt. Herr Dr. Leithner ist seit dem Jahr 2000 bei der Deutschen Bank und ist seit 2010 Co-Head of Investment Banking Coverage & Advisory. Herr Lewis kam im Jahr 1996 zur Deutschen Bank und ist seit 2010 Deputy Chief Risk Officer. Herr Ritchotte ist seit dem Jahr 1995 bei der Deutschen Bank und ist seit 2010 Chief Operating Officer des Konzernbereichs Corporate & Investment Bank. Mit Ablauf des 31. Mai 2012 scheiden Herr Dr. Bänziger und Herr Lamberti aus dem Vorstand aus und verlassen die Bank. Herr Dr. Ackermann wird mit Ablauf der Hauptversammlung am 31. Mai 2012 aus dem Vorstand der Bank, dessen Vorsitzender er seit 2002 ist, ausscheiden.

Frankfurt am Main, den 16. März 2012

Für den Aufsichtsrat

Dr. Clemens Börsig – Vorsitzender (Unterschrift)

Dr. Clemens Börsig
Vorsitzender

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