03 – Erstmals angewandte und neue Rechnungslegungsvorschriften


Erstmals angewandte Rechnungslegungsvorschriften

Nachstehend werden diejenigen Rechnungslegungsvorschriften erläutert, die für den Konzern von Bedeutung sind und bei der Erstellung dieses Konzernabschlusses in 2011 zur Anwendung kamen.

IAS 24

Im November 2009 veröffentlichte der IASB eine überarbeitete Fassung von IAS 24, „Related Party Disclosures“ („IAS 24 R“). IAS 24 R gewährt eine teilweise Ausnahme von den Offenlegungspflichten für Unternehmen, die unter der Beherrschung, der gemeinschaftlichen Führung oder dem maßgeblichen Einfluss der öffentlichen Hand stehen (sogenannte „Government-related Entities“). Die Definition von nahestehenden Dritten wurde geändert, um klarzustellen, dass die Tochtergesellschaften der assoziierten Unternehmen und die Tochtergesellschaften der Joint Ventures auch zum Kreis der nahestehenden Dritten gehören. Infolge dieser Klarstellung hat sich der Kreis der nahestehenden Dritten deutlich erweitert und die Vorjahreszahlen wurden infolge der Erstanwendung angepasst. Die überarbeitete Fassung von IAS 24 trat für die Geschäftsjahre in Kraft, die am oder nach dem 1. Januar 2011 begannen. Die Anwendung dieser Änderungen hatte keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss.

Änderungen der IFRS 2010 („Improvements to IFRS 2010“)

Im Mai 2010 veröffentlichte der IASB im Rahmen seines Annual-Improvements-Projekts Änderungen bestehender IFRS. Diese umfassen sowohl Änderungen verschiedener IFRS mit Auswirkung auf den Ansatz, die Bewertung und den Ausweis von Geschäftsvorfällen als auch terminologische oder redaktionelle Korrekturen. Die meisten der Änderungen traten für Geschäftsjahre in Kraft, die am oder nach dem 1. Januar 2011 begonnen haben. Die Anwendung dieser Änderungen hatte keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss.

Neue Rechnungslegungsvorschriften

Die nachfolgenden Rechnungslegungsvorschriften waren zum 31. Dezember 2011 noch nicht in Kraft getreten und kamen daher bei der Erstellung dieses Konzernabschlusses nicht zur Anwendung.

IFRS 7

Im Oktober 2010 veröffentlichte der IASB Änderungen zu IFRS 7, „Disclosures – Transfers of Financial Assets“. Die neuen Regelungen beinhalten zusätzliche Offenlegungspflichten bei Übertragungen von finanziellen Vermögenswerten (zum Beispiel Verbriefungen) einschließlich möglicher Effekte aus jeglichen Risiken, die bei der übertragenden Gesellschaft verbleiben. Zudem wird die Offenlegung zusätzlicher Informationen verlangt, falls ein unverhältnismäßig großer Teil von Übertragungen zum Ende einer Berichtsperiode erfolgt. Die Änderungen treten für die Geschäftsjahre in Kraft, die am oder nach dem 1. Juli 2011 beginnen. Eine vorzeitige Anwendung ist zulässig. Die Anwendung dieser Änderungen wird voraussichtlich keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss haben.

IAS 1

Im Juni 2011 veröffentlichte der IASB Änderungen zu IAS 1, „Presentation of Financial Statements“. Die Änderungen sehen vor, dass die Posten in den Sonstigen erfolgsneutralen Eigenkapitalveränderungen danach gruppiert werden sollen, ob diese Posten zukünftig noch einmal in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert werden können oder nicht. Zudem wurde bestätigt, dass es weiterhin zulässig sein wird, die Bestandteile der Sonstigen erfolgsneutralen Eigenkapitalveränderungen und der Gewinn- und Verlustrechnung in einer einzelnen oder in zwei separaten Aufstellungen darzustellen. Die Änderungen treten für die Geschäftsjahre in Kraft, die am oder nach dem 1. Juli 2012 beginnen. Eine vorzeitige Anwendung ist zulässig. Die Änderungen sind seitens des IASB verabschiedet worden, bedürfen aber noch der Übernahme in europäisches Recht durch die EU. Die Umsetzung der geänderten Vorschriften wird voraussichtlich keine wesentlichen Auswirkungen auf die Darstellung der Sonstigen erfolgsneutralen Eigenkapitalveränderungen im Konzernabschluss haben.

IFRS 10, IFRS 11, IFRS 12, IAS 27 und IAS 28

Im Mai 2011 veröffentlichte der IASB IFRS 10, „Consolidated Financial Statements“, IFRS 11, „Joint Arrangements“, IFRS 12, „Disclosures of Interests in Other Entities“, eine überarbeitete Fassung von IAS 27, „Separate Financial Statements“, sowie eine überarbeitete Fassung von IAS 28, „Investment in Associates and Joint Ventures“, die aufgrund der Veröffentlichung von IFRS 10 und IFRS 11 entsprechend angepasst wurden.

IFRS 10 ersetzt IAS 27, „Consolidated and Separate Financial Statements“, und SIC-12, „Consolidation – Special Purpose Entities“, und schafft eine einheitliche Definition für den Begriff der Beherrschung, die auf alle Unternehmen, inklusive der zuvor unter SIC-12 analysierten Zweckgesellschaften, anzuwenden ist. Ein Investor beherrscht eine Beteiligung, wenn er sowohl variablen Rückflüssen aus der Verbindung mit der Beteiligung ausgesetzt ist als auch die Möglichkeit hat, diese Rückflüsse durch seine Beherrschungsmöglichkeit an der Beteiligung zu beeinflussen. Die Beherrschung ist auf der Grundlage aller gegenwärtigen Tatsachen und Umstände festzustellen und bei Änderungen der Gegebenheiten zu überprüfen.

IFRS 11 ersetzt IAS 31, „Interests in Joint Ventures“, und SIC-13, „Jointly-controlled Entities – Non-monetary Contributions by Venturers“. IFRS 11 unterscheidet nunmehr zwei Arten gemeinschaftlicher Vereinbarungen: gemeinschaftliche Tätigkeiten und Gemeinschaftsunternehmen, und stellt für die Abgrenzung zwischen den beiden Arten auf die Rechte und Pflichten der Vereinbarung ab. Das bisherige Wahlrecht der Quotenkonsolidierung bei Gemeinschaftsunternehmen, das vom Konzern nicht angewandt wird, wurde abgeschafft und die Anwendung der Equitymethode verpflichtend vorgeschrieben.

IFRS 12 verlangt von einem Unternehmen, Angaben zur Art, zu verbundenen Risiken und zu den finanziellen Auswirkungen von Anteilen an Tochter-, assoziierten Unternehmen und gemeinschaftlichen Vereinbarungen sowie zu nicht konsolidierten strukturierten Einheiten offenzulegen. IFRS 12 verlangt im Vergleich zu IAS 27 oder SIC-12 umfassendere Anhangangaben.

Alle Standards treten für die Geschäftsjahre in Kraft, die am oder nach dem 1. Januar 2013 beginnen. Eine vorzeitige Anwendung ist zulässig, wenn alle Standards zusammen vorzeitig angewandt werden. Unternehmen können jedoch einzelne verpflichtende Anhangangaben bereits vorzeitig in ihrem Konzernabschluss offenlegen, ohne IFRS 12 in seiner Gesamtheit vorzeitig anzuwenden. Alle Standards sind seitens des IASB verabschiedet worden, bedürfen aber noch der jeweiligen Übernahme in europäisches Recht durch die EU. Der Konzern prüft gegenwärtig die möglichen Auswirkungen der Umsetzung der Standards auf den Konzernabschluss.

IAS 19

Im Juni 2011 veröffentlichte der IASB Änderungen zu IAS 19, „Employee Benefits“ („IAS 19 R“). Die bisher zulässige Abgrenzung aller Änderungen des Barwerts der Pensionsverpflichtung und des beizulegenden Zeitwerts des Planvermögens (inklusive des Korridoransatzes, der vom Konzern nicht angewandt wird) ist nicht mehr möglich. Darüber hinaus verlangt IAS 19 R einen Nettozinsansatz, der den erwarteten Ertrag aus Planvermögen ersetzt, und erweitert die Offenlegungspflichten für leistungsdefinierte Pläne. Die Änderungen treten für die Geschäftsjahre in Kraft, die am oder nach dem 1. Januar 2013 beginnen. Eine vorzeitige Anwendung ist zulässig. Die Änderungen sind seitens des IASB verabschiedet worden, bedürfen aber noch der Übernahme in europäisches Recht durch die EU. Der Konzern prüft gegenwärtig die möglichen Auswirkungen der Umsetzung der Änderungen auf den Konzernabschluss.

IFRS 13

Im Mai 2011 veröffentlichte der IASB IFRS 13, „Fair Value Measurement“, der die Vorschriften zur Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts innerhalb der IFRS zusammenführt. IFRS 13 ändert die Definition des beizulegenden Zeitwerts und gibt Hinweise, wie zum beizulegenden Zeitwert zu bewerten ist, sofern ein anderer IFRS die Bewertung zum beizulegenden Zeitwert vorschreibt oder erlaubt. Zudem wird die Offenlegung umfassenderer Informationen zur Bewertung zum beizulegenden Zeitwert verlangt. IFRS 13 tritt für die Geschäftsjahre in Kraft, die am oder nach dem 1. Januar 2013 beginnen. Eine vorzeitige Anwendung ist zulässig. IFRS 13 ist seitens des IASB verabschiedet worden, bedarf aber noch der Übernahme in europäisches Recht durch die EU. Der Konzern prüft gegenwärtig die möglichen Auswirkungen der Umsetzung des Standards auf den Konzernabschluss.

IAS 32 und IFRS 7

Im Dezember 2011 veröffentlichte der IASB Änderungen zu IAS 32, „Offsetting Financial Assets and Financial Liabilities“ („IAS 32 R“), die die Vorschriften zur Saldierung von Finanzinstrumenten konkretisieren. IAS 32 R stellt klar, dass (a) der Anspruch einer Gesellschaft auf Saldierung am Abschlussstichtag bestehen muss, und (b) wann Bruttoabwicklungssysteme einer Nettoabwicklung entsprechen können. Die Änderungen treten für die Geschäftsjahre in Kraft, die am oder nach dem 1. Januar 2014 beginnen. Eine vorzeitige Anwendung ist zulässig.

Im Dezember 2011 veröffentlichte der IASB außerdem Änderungen zu IFRS 7, „Disclosures – Offsetting Financial Assets and Financial Liabilities“ („IFRS 7 R“). IFRS 7 R sieht zusätzliche Anhangangaben vor, die Investoren einen besseren Vergleich zwischen IFRS-Abschlüssen und US-GAAP-Abschlüssen ermöglichen sollen. Die Änderungen treten für die Geschäftsjahre in Kraft, die am oder nach dem 1. Januar 2013 beginnen. Eine vorzeitige Anwendung ist zulässig.

Die Änderungen sind seitens des IASB verabschiedet worden, bedürfen aber noch der Übernahme in europäisches Recht durch die EU. Der Konzern prüft gegenwärtig die möglichen Auswirkungen der Umsetzung der Änderungen auf den Konzernabschluss.

IFRS 9 und IFRS 9 R

IFRS 9 – Im November 2009 veröffentlichte der IASB IFRS 9, „Financial Instruments“, der einen ersten Schritt seines Projekts zur Ablösung von IAS 39, „Financial Instruments: Recognition and Measurement“, repräsentiert. Mit IFRS 9 werden neue Vorschriften für die Klassifizierung und Bewertung von finanziellen Vermögenswerten, die im Anwendungsbereich von IAS 39 liegen, eingeführt. Danach werden alle finanziellen Vermögenswerte auf Basis des Geschäftsmodells des Unternehmens zur Steuerung seiner finanziellen Vermögenswerte sowie der Charakteristika der Zahlungsströme des jeweiligen finanziellen Vermögenswerts klassifiziert. Ein finanzieller Vermögenswert wird zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet, wenn die folgenden zwei Kriterien erfüllt sind: (a) Die Zielsetzung des Geschäftsmodells des Unternehmens liegt darin, die finanziellen Vermögenswerte zu halten, um damit die vertraglich festgelegten Zahlungsströme zu erzielen; und (b) die Vertragsbedingungen des finanziellen Vermögenswerts führen zu Zahlungsströmen, die ausschließlich Tilgungen und Zinszahlungen darstellen. Auch ein finanzieller Vermögenswert, der die Kriterien für die Bewertung zu fortgeführten Anschaffungskosten erfüllt, kann nach der Fair Value Option als zum beizulegenden Zeitwert bewertet klassifiziert werden, wenn hierdurch Inkongruenzen bei der Bewertung oder beim Ansatz erheblich verringert oder beseitigt werden. Ein finanzieller Vermögenswert, der nicht beide Kriterien für die Bewertung zu fortgeführten Anschaffungskosten erfüllt, wird in der Folge zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Ferner ist unter IFRS 9 für finanzielle Basisverträge eine Trennung eingebetteter Derivate nicht mehr erforderlich. Ein hybrider Vertrag, der einen finanziellen Basisvertrag beinhaltet, ist in seiner Gesamtheit entweder zu fortgeführten Anschaffungskosten oder zum beizulegenden Zeitwert zu klassifizieren. Nach IFRS 9 ist eine Umwidmung zwingend vorzunehmen, wenn sich das Geschäftsmodell des Unternehmens ändert. Solche Änderungen sind selten zu erwarten. In diesem Fall hat eine Umwidmung der betreffenden finanziellen Vermögenswerte prospektiv zu erfolgen. Für vertraglich verknüpfte Instrumente, bei denen Konzentrationen des Kreditrisikos vorliegen, wie es häufig bei Tranchen von Investments in Verbriefungen der Fall ist, gibt es spezifische Regelungen. Zusätzlich zu der Beurteilung der Klassifizierungskriterien von IFRS 9 für das einzelne Finanzinstrument ist eine Durchschau auf die Zahlungsstromeigenschaften des zugrunde liegenden Pools von Finanzinstrumenten erforderlich. Um zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet zu werden, muss das Kreditrisiko der Tranche gleich oder geringer sein als das durchschnittliche Kreditrisiko des zugrunde liegenden Pools von Finanzinstrumenten und diese Finanzinstrumente müssen bestimmte Kriterien erfüllen. Ist eine Durchschau praktisch nicht möglich, muss die Tranche als zum beizulegenden Zeitwert bewertet klassifiziert werden. Nach IFRS 9 sind alle Eigenkapitaltitel grundsätzlich zum beizulegenden Zeitwert zu bewerten. Allerdings besteht für Eigenkapitaltitel, die nicht zu Handelszwecken gehalten werden, ein Wahlrecht, unrealisierte und realisierte, nach dem beizulegenden Zeitwert ermittelte Gewinne und Verluste in den Sonstigen erfolgsneutralen Eigenkapitalveränderungen auszuweisen. Dieses Wahlrecht ist nur zum Zeitpunkt des erstmaligen Bilanzansatzes fallweise ausübbar und nicht revidierbar. Nach dem beizulegenden Zeitwert ermittelte Gewinne und Verluste werden in den Folgeperioden nicht erfolgswirksam, Dividenden aus solchen Investments hingegen weiterhin erfolgswirksam in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.

IFRS 9 R – Im Oktober 2010 veröffentlichte der IASB eine überarbeitete Fassung von IFRS 9, „Financial Instruments“ („IFRS 9 R“). Der überarbeitete Standard ergänzt neue Vorschriften für die Klassifizierung und Bewertung von finanziellen Verpflichtungen. Nach IFRS 9 R muss ein Unternehmen Änderungen des beizulegenden Zeitwerts von zum beizulegenden Zeitwert klassifizierten finanziellen Verpflichtungen, die auf Änderungen des Kreditrisikos der Verpflichtung zurückzuführen sind, direkt in den Sonstigen erfolgsneutralen Eigenkapitalveränderungen ausweisen. Führt die Erfassung dieser Änderungen in den Sonstigen erfolgsneutralen Eigenkapitalveränderungen jedoch zu Inkongruenzen bei der Bewertung, ist die gesamte Änderung des beizulegenden Zeitwerts erfolgswirksam in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung zu erfassen. In den Sonstigen erfolgsneutralen Eigenkapitalveränderungen erfasste Beträge werden in Folgeperioden nicht erfolgswirksam erfasst, können aber kumuliert innerhalb des Eigenkapitals übertragen werden.

Aufgrund der vom IASB im Dezember 2011 veröffentlichten Änderungen zu IFRS 9, IFRS 9 R und IFRS 7, „Mandatory Effective Date and Transition Guidance“, treten IFRS 9 und IFRS 9 R für die Geschäftsjahre in Kraft, die am oder nach dem 1. Januar 2015 beginnen. Eine vorzeitige Anwendung ist zulässig. IFRS 9 ist auf alle zum Erstanwendungszeitpunkt ausstehenden Finanzinstrumente anzuwenden, als wäre die Klassifizierung und Bewertung schon immer nach IFRS 9 erfolgt; Vergleichsperioden müssen jedoch nicht angepasst werden.

Für Geschäftsjahre, die vor dem 1. Januar 2015 beginnen, hat ein Unternehmen das Wahlrecht, entweder IFRS 9 oder IFRS 9 R anzuwenden. IFRS 9 und IFRS 9 R sind beide seitens des IASB verabschiedet worden, bedürfen aber noch der Übernahme in europäisches Recht durch die EU.

Im November 2011 hat der IASB vorläufig entschieden, begrenzte Änderungen an IFRS 9 und IFRS 9 R in Erwägung zu ziehen. Zum jetzigen Zeitpunkt ist unklar, welche Änderungen verabschiedet werden könnten und inwiefern dies Auswirkungen auf den Erstanwendungszeitpunkt und die Übernahme in europäisches Recht durch die EU haben könnte.

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