37 – Aufsichtsrechtliches Kapital


Kapitalmanagement

Die Treasury-Funktion des Konzerns managt das Kapital konzernweit sowie lokal in jeder Region, mit Ausnahme der Postbank, die ihr Kapital auf Konzernebene und lokal selbst managt. Die Allokation von Finanzressourcen im Allgemeinen und Kapital im Besonderen hat zum Ziel, profitable Geschäftsbereiche zu unterstützen, die den größtmöglichen positiven Effekt auf unsere Rentabilität und unseren Shareholder Value aufweisen. Aus diesem Grund allokiert Treasury den Geschäftsbereichen das Kapital in regelmäßigen Abständen neu zu.

Treasury implementiert die Kapitalstrategie des Konzerns, die durch das Capital and Risk Committee entwickelt und vom Vorstand genehmigt wird. Dies umfasst auch die Emission und den Rückkauf von Aktien. Es ist Ziel des Konzerns, stets eine solide Kapitalisierung vorzuweisen. Kapitalnachfrage und -angebot werden permanent überwacht und, falls notwendig, angepasst, um den Kapitalbedarf unter verschiedenen Aspekten abzudecken. Dazu gehören das Buchkapital nach IFRS, das aufsichtsrechtliche Kapital sowie das Ökonomische Kapital.

Die Allokation des Kapitals, die Festlegung des Finanzierungsplans des Konzerns und andere Themen zu Finanzressourcen werden vom Capital and Risk Committee erörtert.

Regionale Kapitalpläne, die den Kapitalbedarf der Filialen und Tochtergesellschaften des Konzerns abdecken, werden halbjährlich erstellt und dem Group Investment Committee vorgelegt. Die meisten Tochtergesellschaften des Konzerns unterliegen gesetzlichen und aufsichtsrechtlichen Kapitalanforderungen. Lokale Asset and Liability Committees sorgen für die Einhaltung dieser Anforderungen unter Führung regionaler Treasury-Teams. Ferner stellen sie die Einhaltung weiterer Anforderungen sicher wie beispielsweise Ausschüttungsbegrenzungen für die Dividende an die Deutsche Bank AG oder Begrenzungen des Kreditvolumens von Tochtergesellschaften an ihre Muttergesellschaft. Bei der Entwicklung, Umsetzung und Prüfung des Kapitals und der Liquidität des Konzerns werden solche gesetzlichen und aufsichtsrechtlichen Anforderungen berücksichtigt.

Die Hauptwährungen des Konzerns sind Euro, US-Dollar und Britisches Pfund. Treasury managt die Sensitivität der Kapitalquoten des Konzerns gegen Schwankungen in diesen Währungen. Das Kapital der ausländischen Töchter und Niederlassungen des Konzerns ist größtenteils währungsgesichert mit Ausnahme des chinesischen Yuan, der zurzeit nicht abgesichert wird. Treasury bestimmt, welche Währungen abgesichert werden sollen, entwickelt passende Absicherungsstrategien und schließt die Absicherungsgeschäfte ab.

Treasury ist Mitglied im Investment Komitee des größten Pensionsfonds der Deutschen Bank, in dem die Investment Richtlinien bestimmt werden. Diese Mitgliedschaft stellt sicher, dass Aktiva des Pensionsfonds mit den Pensionsverbindlichkeiten in Einklang stehen, um so die Kapitalbasis der Bank zu schützen.

Treasury beobachtet laufend den Markt nach Möglichkeiten für Passiv-Management-Geschäfte. Solche Transaktionen stellen eine antizyklische Möglichkeit dar, regulatorisches Tier-1-Kapital ohne Hybridinstrumente durch den Rückkauf von Deutsche Bank-Emissionen unter Ausgabepreis zu schaffen.

Die Tier-1-Kapitalquote ohne Hybridinstrumente betrug 9,5 % zum Jahresende 2011. Damit hat der Konzern bereits jetzt die Quote von 9 % erfüllt, die durch den Europäischen Rat verabschiedet und von der European Banking Authority (EBA) im Rahmen des Banken Stresstests zum 30. Juni 2012 gefordert wird. Die Quote beinhaltet den von der EBA angesetzten Abzugsbetrag für europäische Staatsanleihen in Höhe von 388 Mio €, der zum 30. September 2011 für Stresstest-Zwecke bestimmt wurde. Der Konzern strebt an, auch zum 30. Juni 2012 die aufsichtsrechtlichen Vorgaben von 9 % zu erfüllen.

Im ersten Quartal 2011 änderte der Konzern die Methode zur Allokation des durchschnittlichen Active Equity auf die Segmente sowie auf Consolidation & Adjustments gemäß ihrem regulatorischen Risikoprofil. In der neuen Methode wird das Ökonomische Kapital als Basis für die Allokation durch Risikoaktiva und bestimmte regulatorische Kapitalabzugsposten ersetzt. Die übrigen Regelungen des Rahmenwerks zur Kapitalallokation bleiben unverändert. Der zuzurechnende Gesamtbetrag wird weiterhin nach dem höheren Wert von ökonomischem Risiko und aufsichtsrechtlichem Kapitalbedarf des Konzerns bestimmt. Für 2011 leitet der Konzern den internen Bedarf an aufsichtsrechtlichem Kapital aus einer Tier-1-Kapitalquote von 10 % ab. Überschreitet das durchschnittliche Active Equity des Konzerns den höheren Wert von ökonomischem Risiko und aufsichtsrechtlichem Kapitalbedarf, so wird der Mehrbetrag „Consolidation & Adjustments“ zugeordnet.

Im Zeitraum von der ordentlichen Hauptversammlung in 2010 (27. Mai 2010) bis zur ordentlichen Hauptversammlung in 2011 (26. Mai 2011) hat der Konzern insgesamt 28,5 Millionen Aktien zurückgekauft, davon 0,5 Millionen Aktien über verkaufte Verkaufsoptionen, die von der Gegenpartei zum Fälligkeitstermin ausgeübt wurden. 22,0 Millionen wurden zu Aktienvergütungszwecken und 6,5 Millionen Aktien zur Erhöhung des Treasury-Bestands für zukünftige aktienbasierte Vergütungspläne verwendet. 9,8 Millionen Aktien wurden im Zeitraum vom 1. Januar bis 26. Mai 2011 gekauft. Es wurden keine Aktien in dem Zeitraum über verkaufte Verkaufsoptionen erworben. Im ersten Quartal 2011 wurden zudem 10,0 Millionen Kaufoptionen mit physischer Lieferung zur Absicherung aktienbasierter Vergütung abgeschlossen. Diese Optionen haben eine Laufzeit von über 18 Monaten und wurden unter Ausnutzung der entsprechenden Hauptversammlungsgenehmigung zum Erwerb Eigener Aktien unter Verwendung von derivativen Instrumenten erworben. Im zweiten Quartal 2011 wurden weitere 15,3 Millionen Kaufoptionen umstrukturiert, um eine physische Lieferung unter Ausnutzung der oben genannten Hauptversammlungsgenehmigung zu ermöglichen. Diese 15,3 Millionen Kaufoptionen haben eine Laufzeit von unter 18 Monaten. Zur Hauptversammlung in 2011 betrug der Bestand an zurückgekauften Aktien 7,6 Millionen.

Die ordentliche Hauptversammlung 2011 erteilte dem Vorstand die Ermächtigung, Eigene Aktien im Umfang von bis zu 92,9 Millionen Aktien bis zum 30. November 2015 zurückzukaufen. Davon können 46,5 Millionen über den Einsatz von Derivaten erworben werden. Diese Ermächtigung ersetzt die Ermächtigung der ordentlichen Hauptversammlung 2010. Während des Zeitraums von der Hauptversammlung 2011 bis zum 31. Dezember 2011 hat der Konzern 27,4 Millionen Aktien zurückgekauft, davon 10,9 Millionen Aktien zu Aktienvergütungszwecken und 16,5 Millionen Aktien zur Erhöhung des Treasury-Bestands für zukünftige aktienbasierte Vergütungspläne. Zum 31. Dezember 2011 betrug der Bestand des Konzerns an zurückgekauften Aktien 24,1 Millionen.

Um den niedrigen Kurs der Deutsche Bank-Aktie im dritten Quartal 2011 zu nutzen, hat Treasury die im ersten Quartal 2011 gekauften 10,0 Millionen Kaufoptionen aufgelöst und 10,0 Millionen Kaufoptionen mit physischer Lieferung zu einem deutlich niedrigeren Ausübungspreis gekauft. Diese Kaufoptionen wurden unter der Ermächtigung der Hauptversammlung des Jahres 2011 erworben. 6,0 Millionen der 10,0 Millionen Kaufoptionen haben eine verbleibende Laufzeit von über 18 Monaten. Zusätzlich zu den 10,0 Millionen Kaufoptionen hat Treasury weitere Kaufoptionen zur Absicherung aktienbasierter Vergütung umstrukturiert.

Das insgesamt ausstehende hybride Tier-1-Kapital (im Wesentlichen nicht kumulative Vorzugsanteile, „Non-Cumulative Trust Preferred Securities“) belief sich am 31. Dezember 2011 auf 12,7 Mrd €, verglichen mit 12,6 Mrd € zum 31. Dezember 2010. Dieser Anstieg ist im Wesentlichen auf Währungskurseffekte auf das in US-Dollar begebene hybride Tier-1-Kapital infolge des Anstiegs des US-Dollars zurückzuführen. In 2011 hat der Konzern weder hybrides Tier-1-Kapital emittiert noch zurückgekauft.

In 2011 hat der Konzern kein Ergänzungskapital (anrechenbare nachrangige Verbindlichkeiten) begeben. Das Genussscheinkapital betrug zum 31. Dezember 2011 1,2 Mrd € und war somit unverändert gegenüber dem 31. Dezember 2010. Die anrechenbaren nachrangigen Verbindlichkeiten beliefen sich am 31. Dezember 2011 auf 9,4 Mrd €, verglichen mit 10,7 Mrd € zum 31. Dezember 2010. Die kumulativen Vorzugsanteile betrugen 0,3 Mrd € zum 31. Dezember 2011 und waren unverändert gegenüber dem Vorjahresende.

Kapitalmanagement der Postbank

Die Postbank managt ihr Kapital im Rahmen einer kontinuierlichen Überwachung des verfügbaren und benötigten Kapitals. Bei der Steuerung des Kapitals im Rahmen des Risikotragfähigkeitskonzepts stellen die regulatorischen Anforderungen an die Eigenmittelausstattung und die ökonomische Kapitalanforderung gleichberechtigte Zielgrößen dar. Die Allokation des Kapitals wird auf Basis einer Mehrjahresplanung vom Gesamtvorstand beschlossen.

Der Kapitalbedarf (regulatorisch und ökonomisch) wird permanent überwacht, um das verfügbare Kapital nötigenfalls anzupassen. Hierfür werden laufend auf Basis geplanter Entwicklungen von Geschäftsvolumen und Ergebnissen sowie Erwartungen von Veränderungen der Risikoparameter Prognosen des Kapitalbedarfs erstellt und fortgeschrieben. Das operative Management der Eigenkapitalquoten im Rahmen der vom Gesamtvorstand der Postbank verabschiedeten Vorgaben erfolgt durch Steuerung des Bestands- und Neugeschäfts, die Emission von Tier-1- oder Tier-2-Kapitalinstrumenten oder durch den Abschluss von Transaktionen am Kapitalmarkt, die sich entlastend auf den Eigenkapitalbedarf auswirken.

Kapitaladäquanz

Seit 2008 berechnete und veröffentlichte der Deutsche Bank-Konzern Kapitalquoten für die Deutsche Bank-Institutsgruppe gemäß dem überarbeiteten Kapitalregelwerk des Baseler Ausschusses von 2004 („Basel 2“), das im Kreditwesengesetz und in der Solvabilitätsverordnung in deutsches Recht eingeführt wurde. Ab dem 31. Dezember 2011 werden bei der Ermittlung der Kapitalquoten des Konzerns auch die veränderten Kapitalanforderungen für Risiken im Handelsbuch und Verbriefungspositionen nach Maßgabe der Capital Requirements Directive 3 (auch „Basel 2.5“) berücksichtigt, die in das Kreditwesengesetz und die Solvabilitätsverordnung Eingang gefunden hat.

Mit dem Basel 2.5-Regelwerk wurden die Modell-basierten Risikomessgrößen Krisen-Value-at-Risk (Stress-Value at Risk), Inkrementeller Risikoaufschlag (Incremental Risk Charge, „IRC“) und Umfassender Risikoansatz (Comprehensive Risk Measure, „CRM“) für das Marktrisiko von Banken eingeführt, die zu dessen Berechnung ein internes Modell verwenden:

  • Krisen-Value-at-Risk: Berechnung des Krisen-Value-at-Risk auf Basis von über einen Beobachtungszeitraum von zwölf Monaten gesammelten Stressdaten.
  • Inkrementeller Risikoaufschlag (Incremental Risk Capital Charge „IRC“): Erfassung von Ausfall- und Migrationsrisiken zusätzlich zu den bereits im Value-at-Risk erfassten Risiken für kreditrisikosensitive Positionen im Handelsbuch.
  • Umfassender Risikoansatz (Comprehensive Risk Measure „CRM“): Erfasst zusätzliches Risiko für Kreditkorrelationsprodukte durch die Anwendung eines internen Bewertungsmodells, das qualitativen Mindestanforderungen und Stresstests unterliegt. Der CRM muss wöchentlich berechnet werden und ermittelt sich aus dem höheren Wert von entweder dem letzten, wöchentlichen CRM oder dem Durchschnitt der letzten zwölf Wochen-CRM-Werte oder der Kapitalanforderung nach dem Marktrisikostandardansatz für das Kreditkorrelationsportfolio, dem sogenannten „CRM-Floor“.
  • Marktrisikostandardansatz (Market Risk Standardized Approach „MRSA“): Berechnung des aufsichtsrechtlichen Kapitals für Verbriefungen und nth-to-default Kreditderivate.

Zusätzlich erfordert das Basel 2.5-Regelwerk die Berechnung des spezifischen Marktrisikos für Handelsbuch-Verbriefungspositionen, die nicht unter dem Umfassenden Risikoansatz erfasst werden, als Teil der Kapitalanforderung für das Marktrisiko mittels Marktrisiko-Standardansatzes.

Des Weiteren ist es unter Basel 2.5 erforderlich, Wieder-Verbriefungspositionen im Handelsbuch und Anlagebuch zu identifizieren und mit einem höheren Risikogewicht zu versehen mit der Folge einer erhöhten Kapitalanforderung für Kreditrisiken beziehungsweise Marktrisiken.

Zu den für bankaufsichtsrechtliche Meldezwecke konsolidierten Gesellschaften („Institutsgruppe“) zählen gemäß Kreditwesengesetz alle Tochtergesellschaften, die als Kreditinstitute, Finanzdienstleistungsinstitute, Kapitalanlagegesellschaften, Finanzunternehmen, Zahlungsinstitute sowie Anbieter von Nebendienstleistungen einzustufen sind. Davon ausgenommen sind Versicherungsgesellschaften oder Unternehmen außerhalb des Finanzsektors.

Bei Finanzkonglomeraten werden Versicherungsgesellschaften jedoch in die zusätzliche Berechnung der Kapitaladäquanz (auch „Solvabilitätsspanne“) einbezogen. Der Konzern ist seit Oktober 2007 ein Finanzkonglomerat. Die Solvabilitätsspanne des Konzerns als Finanzkonglomerat wird weiterhin von den Bankaktivitäten des Konzerns dominiert.

Das aufsichtsrechtliche Kapital einer Bank, auch Eigenmittel genannt, wird in drei Komponenten unterteilt: Tier-1-Kapital, Tier-2-Kapital und Tier-3-Kapital, und die Summe aus Tier-1-Kapital und Tier-2-Kapital wird auch haftendes Eigenkapital genannt.

  • Das Tier-1-Kapital besteht in erster Linie aus dem Stammkapital, den Kapital- und Gewinnrücklagen sowie verschiedenen hybriden Kapitalbestandteilen wie zum Beispiel nicht kumulativen Vorzugsanteilen („Non-cumulative Trust Preferred Securities“), die auch als „Zusätzliches Tier-1-Kapital“ bezeichnet werden. Eigene Aktien im Bestand, der Geschäfts- oder Firmenwert und sonstige immaterielle Vermögenswerte werden vom Tier-1-Kapital abgezogen. Weitere aufsichtsrechtliche Anpassungen umfassen den Ausschluss des Kapitals von Gesellschaften außerhalb der Institutsgruppe und die Umkehrung der Eigenkapitaleffekte aus einer Veränderung des eigenen Kreditrisikos unter der Fair Value-Option auf finanzielle Verbindlichkeiten aufgrund des eigenen Kreditrisikos. Das Tier-1-Kapital ohne die hybriden Kapitalbestandteile wird als „Tier-1-Kapital ohne Hybridinstrumente“ bezeichnet.
  • Das Tier-2-Kapital umfasst in erster Linie kumulative Vorzugsanteile („Cumulative Trust Preferred Securities“), verschiedene Genussscheine, langfristige nachrangige Verbindlichkeiten sowie 45 % der unrealisierten Gewinne aus bestimmten börsennotierten Wertpapieren.
  • Bestimmte Posten müssen vom Tier-1- und Tier-2-Kapital in Abzug gebracht werden. Diese umfassen in erster Linie abzugsfähige Investitionen in nicht konsolidierte Banken, Finanzinstitute oder Versicherungsgesellschaften, an denen der Konzern einen Kapitalanteil von mehr als 10 % hält (im Fall von Versicherungsgesellschaften einen Kapital- oder Stimmrechtsanteil von mehr als 20 %, es sei denn, diese werden in die Berechnung der Solvabilitätsspanne des Finanzkonglomerats einbezogen), sowie darüber hinaus der Betrag, um den der erwartete Verlust für die Forderungsklassen Zentralregierungen, Institute, Unternehmen sowie Mengengeschäft, die auf Basis des Internal Ratings Based Approach („IRBA“) des Konzerns berechnet wurden, die Wertanpassungen und Rückstellungen für diese Positionen übersteigt, die erwarteten Verluste für bestimmte Beteiligungspositionen („Equity Exposures“); Verbriefungspositionen, die in der Berechnung der risikogewichteten Aktiva nicht enthalten sind, und der Wert der an eine Gegenpartei gelieferten Wertpapiere zuzüglich eventueller Wiederbeschaffungskosten, sofern die geforderte Zahlung nicht innerhalb von fünf Arbeitstagen nach Lieferung von der Gegenpartei geleistet und die Transaktion dem Handelsbuch der Bank zugewiesen wurde. Ab dem 31. Dezember 2011 wird der für die Verbriefungspositionen in Abzug zu bringende Betrag, der bisher gemäß Basel 2 ermittelt wurde, nach den Bestimmungen von Basel 2.5 berechnet.
  • Das Tier-3-Kapital besteht überwiegend aus kurzfristigen nachrangigen Verbindlichkeiten.

Nachrangige Verbindlichkeiten können nur in Höhe von maximal 50 % des Tier-1-Kapitals als Tier-2-Kapital angerechnet werden. Das gesamte Tier-2-Kapital ist auf 100 % des Tier-1-Kapitals begrenzt.

Die Tier-1-Kapitalquote ohne Hybridkapital und die Tier-1-Kapitalquote sind die zentralen Kennzahlen für die Kapitaladäquanz international tätiger Banken. Mit diesen Kennzahlen werden das Tier-1-Kapital ohne Hybridkapital und das Tier-1-Kapital einer Bank ins Verhältnis zu ihren Kredit-, Markt- und operationellen Risiken gemäß Basel 2.5 (im Konzern insgesamt als „risikogewichtete Aktiva“ oder „RWA“ bezeichnet) gesetzt. Bei der Berechnung der risikogewichteten Aktiva verwendet der Konzern für alle drei Risikoarten interne, von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) genehmigte Modelle. Mehr als 90 % der Engagements des Konzerns, die sich auf bilanzwirksame und bilanzunwirksame Kreditrisiken (ohne die Postbank) beziehen, werden mithilfe eines internen Ratingmodells im Rahmen des sogenannten IRBA bewertet. Zum 31. Dezember 2010 war der überwiegende Teil der Marktrisikokomponente des Konzerns ein Vielfaches des ermittelten Value-at-Risk, der für aufsichtsrechtliche Zwecke auf der Grundlage von konzerninternen Modellen berechnet wurde. Ab dem 31. Dezember 2011 beinhaltet die Marktrisikokomponente des Konzerns ein Vielfaches des Krisen-Value-at-Risk und des Value-at-Risk sowie den inkrementellen Risikoaufschlag und den umfassenden Risikoansatz hinsichtlich der Korrelationshandelsportfolios des Konzerns. Diese werden alle auf der Grundlage der von der BaFin genehmigten konzerninternen Modelle ermittelt. Die Marktrisikokomponente beinhaltet jetzt auch Verbriefungen im Handelsbuch, getrennt vom Korrelationshandelsbuch, welche nach dem Standardansatz gemäß Basel 2.5 ermittelt werden. Weitere standardisierte Ansätze werden für die Berechnung der restlichen Marktrisikopositionen, insbesondere für die handelsbezogenen Marktrisiken der Postbank, eingesetzt. Für die Ermittlung des operationellen Risikos wendet der Konzern den fortgeschrittenen Messansatz („AMA“) gemäß KWG an.

Die beiden folgenden Tabellen geben einen Überblick über das aufsichtsrechtliche Eigenkapital und die RWA des Konzerns ohne Berücksichtigung der Übergangsposten gemäß § 64h Absatz 3 KWG.

in Mio €
(sofern nicht anders angegeben)

31.12.2011
Basel 2.5

31.12.2010
Basel 2

Kreditrisiko

262.460

285.218

Marktrisiko

68.091

23.660

Operationelles Risiko

50.695

37.326

Risikogewichtete Aktiva insgesamt

381.246

346.204

Tier-1-Kapital ohne Hybridinstrumente

36.313

29.972

Zusätzliches Tier-1-Kapital

12.734

12.593

Tier-1-Kapital

49.047

42.565

Tier-2-Kapital

6.179

6.123

Tier-3-Kapital

Aufsichtsrechtliches Eigenkapital insgesamt

55.226

48.688

Tier-1-Kapitalquote ohne Hybridinstrumente

9,5 %

8,7 %

Tier-1-Kapitalquote

12,9 %

12,3 %

Eigenkapitalquote

14,5 %

14,1 %

Am 31. Dezember 2011 lag die Gesamtkapitalquote des Konzerns mit 14,5 % nach 14,1 % am 31. Dezember 2010 deutlich über der geforderten Mindestquote von 8 %.

Das Tier-1-Kapital ohne Hybridinstrumente des Konzerns lag am 31. Dezember 2011 bei 36,3 Mrd € und am 31. Dezember 2010 bei 30,0 Mrd € mit einer Tier-1-Kapitalquote ohne Hybridinstrumente von 9,5 % nach 8,7 % zum 31. Dezember 2010. Das Tier-1-Kapital des Konzerns lag am 31. Dezember 2011 bei 49,0 Mrd € und am 31. Dezember 2010 bei 42,6 Mrd €. Die Tier-1-Kapitalquote betrug 12,9 % am 31. Dezember 2011 und 12,3 % am 31. Dezember 2010.

Das Tier-2-Kapital des Konzerns lag am 31. Dezember 2011 bei 6,2 Mrd € und am 31. Dezember 2010 bei 6,1 Mrd €. Dies entsprach 13 % beziehungsweise 14 % des Tier-1-Kapitals.

Das Kreditwesengesetz und die Solvabilitätsverordnung verlangten, dass der Konzern sein Marktpreisrisiko zum 31. Dezember 2011 mit aufsichtsrechtlichem Kapital (Tier-1 + Tier-2 + Tier-3) in Höhe von 5.447 Mio € unterlegt (31. Dezember 2010: 1.893 Mio €). Der Anstieg spiegelt die geänderten Kapitalanforderungen für Handelsbuchpositionen gemäß Basel 2.5 wider. Der Konzern hat diese Anforderung vollständig mit Tier-1- und Tier-2-Kapital erfüllt, das für die Mindestabdeckung des Kredit- und operationellen Risikos nicht erforderlich war.

In der nachstehenden Tabelle sind die Komponenten des Tier-1-Kapitals ohne Hybridinstrumente, des Tier-1- und Tier-2-Kapitals der für aufsichtsrechtliche Zwecke konsolidierten Gesellschaften zum 31. Dezember 2011 und 31. Dezember 2010 ohne Berücksichtigung der Übergangsposten gemäß § 64h Absatz 3 KWG aufgeführt.

in Mio €

31.12.2011
Basel 2.5

31.12.2010
Basel 2

1

Enthielt 20 Mio € stille Beteiligungen zum 31. Dezember 2011 sowie zum 31. Dezember 2010.

Tier-1-Kapital:

 

 

Tier-1-Kapital ohne Hybridinstrumente

 

 

Stammaktien

2.380

2.380

Kapitalrücklage

23.695

23.515

Gewinnrücklagen, Eigene Aktien im Bestand, Anpassungen aus der Währungsumrechnung, Anteile ohne beherrschenden Einfluss

29.400

24.797

Vollständig vom Tier-1-Kapital gem. § 10 (2a) KWG in Abzug gebrachte Posten (unter anderem Geschäfts- oder Firmenwert und sonstige immaterielle Vermögenswerte)

–14.459

–14.489

Teilweise vom Tier-1-Kapital gem. § 10 (6) und (6a) KWG in Abzug gebrachte Posten

 

 

Abzugsfähige Investitionen in Banken, Finanzunternehmen und Versicherungsgesellschaften

–1.332

–954

Verbriefungspositionen, nicht in risikogewichteten Aktiva enthalten

–2.863

–4.850

Überschuss von erwarteten Verlusten über Risikovorsorge

–508

–427

Teilweise vom Tier-1-Kapital gem. § 10 (6) und (6a) KWG in Abzug gebrachte Posten

–4.703

–6.231

Tier-1-Kapital ohne Hybridinstrumente

36.313

29.972

Zusätzliches Tier-1-Kapital

 

 

Nicht kumulative Vorzugsanteile1

12.734

12.593

Zusätzliches Tier-1-Kapital

12.734

12.593

Tier-1-Kapital insgesamt gem. § 10 (2a) KWG

49.047

42.565

Tier-2-Kapital:

 

 

Unrealisierte Gewinne aus notierten Wertpapieren (45 % angerechnet)

70

224

Genussscheinkapital

1.150

1.151

Kumulative Vorzugsanteile

294

299

Anrechenbare nachrangige Verbindlichkeiten

9.368

10.680

Teilweise vom Tier-2-Kapital gem. § 10 (6) und (6a) KWG in Abzug gebrachte Posten

–4.703

–6.231

Tier-2-Kapital insgesamt gem. § 10 (2b) KWG

6.179

6.123

In der folgenden Tabelle wird die Überleitung des Eigenkapitals nach IFRS auf das Tier-1-Kapital gemäß Basel 2.5 beziehungsweise Basel 2 ohne Berücksichtigung der Übergangsposten gemäß § 64h Absatz 3 KWG dargestellt.

in Mio €

31.12.2011
Basel 2.5

31.12.2010
Basel 2

1

Enthielt 20 Mio € stille Beteiligungen zum 31. Dezember 2011 sowie zum 31 Dezember 2010.

Den Deutsche Bank-Aktionären zurechenbares Eigenkapital

53.390

48.819

Bereinigung um nicht in der Gewinn- und Verlustrechnung berücksichtigte unrealisierte Gewinne (–)/Verluste ohne Anpassungen aus der Währungsumrechnung

847

298

Abzüglich abgegrenzte künftige Dividende

–697

–697

Active Book Equity

53.540

48.420

Geschäfts- oder Firmenwert und immaterielle Vermögenswerte

–15.802

–15.594

Anteile ohne beherrschenden Einfluss

1.270

1.549

Sonstiges (Konsolidierungs- und aufsichtsrechtliche Anpassungen)

2.008

1.828

Nicht kumulative Vorzugsanteile1

12.734

12.593

Teilweise vom Tier-1-Kapital in Abzug gebrachte Posten

–4.703

–6.231

Tier-1-Kapital

49.047

42.565

Basel 2.5 verlangt in gleicher Weise wie schon Basel 2 den Abzug des Geschäfts- oder Firmenwerts vom Tier-1-Kapital. Für eine Übergangszeit ist es jedoch gemäß § 64h Absatz 3 KWG zulässig, bestimmte Komponenten des Geschäfts- oder Firmenwerts teilweise in das Tier-1-Kapital einzubeziehen. Solche Komponenten des Geschäfts- oder Firmenwerts sind zwar nicht im oben erwähnten aufsichtsrechtlichen Eigenkapital und in den Kapitaladäquanzquoten enthalten, der Konzern nutzt diese Übergangsregelung jedoch für die Meldung seiner Kapitaladäquanzquoten an die deutschen Aufsichtsbehörden.

Am 31. Dezember 2011 betrug der Übergangsposten 319 Mio €, verglichen mit 390 Mio € am 31. Dezember 2010. Für aufsichtsrechtliche Meldezwecke in Deutschland wurden das Tier-1-Kapital, das aufsichtsrechtliche Eigenkapital und die gesamten risikogewichteten Aktiva um diesen Betrag erhöht. Dementsprechend beliefen sich die an die deutschen Aufsichtsbehörden gemeldete Tier-1-Kapitalquote und die Eigenkapitalquote unter Berücksichtigung dieses Postens auf 12,9 % beziehungsweise 14,6 % am 31. Dezember 2011, verglichen mit 12,4 % beziehungsweise 14,2 % am 31. Dezember 2010.

Die Nichteinhaltung der Mindestkapitalanforderungen kann Verfügungen und weitere Maßnahmen seitens der BaFin nach sich ziehen, wie beispielsweise Dividendenzahlungen oder andere Gewinnausschüttungen auf das aufsichtsrechtliche Eigenkapital zu reduzieren oder auszusetzen. Diese könnten erhebliche Auswirkungen auf die Geschäftsaktivitäten des Konzerns haben. Der Deutsche Bank-Konzern hat 2011 die aufsichtsrechtlichen Kapitaladäquanzvorschriften eingehalten.

Kennzahlenvergleich

Vergleichen Sie Kennzahlen der letzten Jahre. mehr

Zeichenerklärung
  • Kapitel als PDF speichern
  • Tabelle dieser Seite in Excel speichern
  • Seite drucken
  • Datei zur Dateisammlung hinzufügen
  • Glossar
  • Verweis außerhalb des Berichtes
  • Verweis innerhalb des Berichtes
  • Vorjahresvergleich
  • Korrespondierende Seite in der PDF-Version des Berichtes
Hilfe

Erläuterungen zum Informationsangebot und den verfügbaren Servicefunktionen dieses Berichts erhalten Sie hier.

Deutsche Bank Geschäftsbericht 2011

Feedback