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Geschäftsbericht 2011
Deutsche Bank Zwischenbericht zum 31. März 2011
Gesamtrisikoposition

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Gesamtrisikoposition

Ökonomisches Kapital

Zur Ermittlung unserer (nicht aufsichtsrechtlichen) Gesamtrisikoposition ziehen wir in der Regel Diversifikationseffekte zwischen den Risikoklassen in Betracht. Eine Ausnahme ist das Geschäftsrisiko, welches wir durch einfache Addition hinzuzählen.

Die folgende Tabelle zeigt unsere Gesamtrisikoposition zum 31. Dezember 2011 und zum 31. Dezember 2010, gemessen am Ökonomischen Kapital, das für Kredit-, Markt-, Geschäfts- und operationelle Risiken berechnet wird.

in Mio €

31.12.2011

31.12.2010

Ökonomischer Kapitalbedarf

 

 

Kreditrisiko

12.812

12.785

Marktrisiko

12.003

13.160

Marktrisiko aus Handelspositionen

4.724

6.420

Marktrisiko aus Nichthandelspositionen

7.278

6.740

Operationelles Risiko

4.846

3.682

Diversifikationseffekte zwischen Kredit-, Markt- und operationellem Risiko

–4.264

–3.534

Zwischensumme Kredit-, Markt- und operationelle Risiken

25.397

26.093

Geschäftsrisiko

980

1.085

Ökonomischer Kapitalbedarf insgesamt

26.377

27.178

Zum 31. Dezember 2011 betrug unser gesamter Ökonomischer Kapitalbedarf 26,4 Mrd €, was einem Rückgang um 801 Mio € (minus 3 %) gegenüber dem Ökonomischen Kapitalbedarf von 27,2 Mrd € zum 31. Dezember 2010 entspricht. Die Reduzierung des Ökonomischen Kapitalbedarfs insgesamt resultierte vorwiegend aus Rückgängen beim Marktrisiko aus Handelspositionen aufgrund der Reduzierung von Risikopositionen sowie einer generell defensiveren Positionierung am Markt. Der zusätzliche Kapitalbedarf für Operationelle Risiken war im Wesentlichen zurückzuführen auf die Berücksichtigung einer Sicherheitsmarge für mögliche rechtliche Risiken im Bezug auf die derzeitige Finanzkrise.

Zum 31. Dezember 2011 enthielt unser Ökonomischer Kapitalbedarf 4,3 Mrd € in Bezug auf die Postbank, was einem Rückgang von 259 Mio € (minus 6 %) gegenüber dem Ökonomischen Kapitalbedarf von 4,6 Mrd € zum 31. Dezember 2010 entspricht. Der Rückgang des Ökonomischen Kapitalbedarfs für das Kreditrisiko von 1,3 Mrd € spiegelt vorwiegend Effekte aufgrund von Risikoreduzierungen wider, die teilweise kompensiert wurden durch Anstiege in Höhe von 947 Mio € aufgrund von Anpassungen der Parameter und Modellannahmen.

Der Ökonomische Kapitalbedarf für das Kreditrisiko betrug insgesamt 12,8 Mrd € zum 31. Dezember 2011. Der Anstieg um 27 Mio € (weniger als 1 %) war im Wesentlichen auf Initiativen zur Risikoreduzierungen zurückzuführen, die teilweise durch Effekte aus regulären Parameteranpassungen und anderen Verfeinerungen des Risikomodells hauptsächlich im Bezug auf die Postbank kompensiert wurden.

Der Ökonomische Kapitalbedarf für das gesamte Marktrisiko reduzierte sich zum 31. Dezember 2011 um 1,2 Mrd € oder 9 % auf 12,0 Mrd €. Dieser Rückgang spiegelte hauptsächlich die oben erwähnten Risikoreduktionen sowie die defensivere Marktpositionierung und somit ein niedrigeres Risikoprofil unseres Marktrisikos aus Handelspositionen in Höhe von 1,7 Mrd € oder 26 % wider. Der Ökonomische Kapitalbedarf für das Marktrisiko aus Nichthandelspositionen stieg um 538 Mio € (8 %). Diese Erhöhung resultierte vorwiegend aus einem Anstieg in einer strategischen Beteiligung sowie der strukturellen Währungspositionen. Demgegenüber führten Veränderungen in den Garantiefonds sowie der Abbau von Risikopositionen zu einem Rückgang des Kapitalbedarfs.

Der Ökonomische Kapitalbedarf für operationelle Risiken stieg zum 31. Dezember 2011 gegenüber dem Vorjahr um 1,2 Mrd € oder 32 % auf 4,8 Mrd €. Der Anstieg ist in erster Linie auf die Etablierung eines Sicherheitspuffers in unserem AMA-Modell zur Abdeckung unvorhergesehener Rechtsrisiken aus der Finanzkrise zurückzuführen.

Der Ökonomischem Kapitalbedarf für das allgemeine Geschäftsrisiko, bestehend aus dem strategischen Risiko und einer Steuerrisikokomponente, betrug 980 Mio € zum 31. Dezember 2011, was einer moderaten Reduzierung von 105 Mio € (minus 10 %) im Vergleich zu einem Ökonomischen Kapitalbedarf in Höhe von 1,1 Mrd € zum 31. Dezember 2010 entspricht.

Der Diversifikationseffekt des Ökonomischen Kapitalbedarfs über das Kredit-, Markt- und operationelle Risiko hinweg stieg zum 31. Dezember 2011 um 729 Mio € (21 %). Dieser Anstieg resultierte im Wesentlichen aus den zuvor dargestellten Veränderungen der Risikoklassen und der relativ niedrigen Korrelation zwischen dem ökonomischem Kapitalbedarf für das operationelle Risiko und dem ökonomischen Kapitalbedarf für das Kredit- beziehungsweise Marktrisiko.

Die nachstehende Tabelle zeigt den Ökonomischen Kapitalbedarf unserer Geschäftssegmente zu den angegebenen Zeitpunkten.

in Mio €

31.12.2011

31.12.2010

Corporate & Investment Bank

14.469

16.119

Corporate Banking & Securities

13.175

14.828

Global Transaction Banking

1.294

1.291

Private Clients and Asset Management

8.897

9.394

Asset and Wealth Management

1.703

2.717

Private & Business Clients

7.193

6.677

Corporate Investments

1.618

902

Consolidation & Adjustments

1.393

762

Ökonomischer Kapitalbedarf insgesamt

26.377

27.178

Die zukünftige Allokation des Ökonomischen Kapitals kann sich im Zeitablauf durch eine Verfeinerung unserer Methoden zur Risikomessung verändern.

Interne Kapitaladäquanz

Die von uns im Rahmen unseres internen Prozesses zur Sicherstellung der Risikotragfähigkeit („Internal Capital Adequacy Assessment Process“, auch ICAAP) auf Basis eines unterstellten Liquidationsszenarios („Gone Concern Approach“) verwendete primäre Messgröße zur Ermittlung unserer internen Kapitaladäquanz ist das Verhältnis unseres Kapitalangebots zu unserer Kapitalanforderung, wie in der nachstehenden Tabelle dargestellt. In 2011 haben wir unsere Definition des Kapitalangebots hinsichtlich der aktiven latenten Steuern für abzugsfähige temporäre Differenzen, für Fair Value Anpassungen und für Anteile ohne beherrschenden Einfluss in Übereinstimmung mit der aufsichtsrechtlichen Auslegung angepasst. Die Vorjahresvergleichsinformationen wurden entsprechend angepasst.

in Mio € 
(sofern nicht anders angegeben)

31.12.2011

31.12.2010

1

Active Book Equity adjustiert für unrealisierte Gewinne/Verluste auf zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte, ohne anwendbare Steuern, sowie Fair-Value-Erträge auf eigene Krediteffekte gegenüber eigenen Verbindlichkeiten.

2

Beinhaltet Fair Value Adjustierungen für in Übereinstimmung mit IAS 39 umgewidmete Vermögenswerte sowie für Anlagevermögen, für das keine kongruente Refinanzierung vorliegt.

3

Beinhaltet Anteile ohne beherrschenden Einfluss bis zum Betrag des ökonomischen Kapitalbedarfs für jede Tochtergesellschaft.

4

Tier-2-Kapitalinstrumente ohne teilweise vom Tier-2-Kapital gemäß § 10 (6) und (6a) KWG in Abzug gebrachte Posten, unrealisierte Gewinne aus notierten Wertpapieren (45 % angerechnet) und verschiedenen Abzugsbeträgen, die nur bei aufsichtsrechtlicher Kapitalbetrachtung anzuwenden sind.

Kapitalangebot

 

 

Adjustiertes Active Book Equity1

52.818

48.304

Aktive latente Steuern

–8.737

–8.341

Anpassungen des beizulegenden Zeitwerts2

–3.323

–3.612

Dividendenabgrenzungen

697

697

Anteile ohne beherrschenden Einfluss3

694

590

Hybride Tier-1-Kapitalinstrumente

12.734

12.593

Tier-2-Kapitalinstrumente4

12.044

12.610

Kapitalangebot

66.927

62.841

 

 

 

Kapitalanforderung

 

 

Ökonomischer Kapitalbedarf

26.377

27.178

Immaterielle Vermögensgegenstände

15.802

15.594

Kapitalanforderung

42.179

42.772

 

 

 

Interne Kapitaladäquanzquote

159 %

147 %

Eine Quote von mehr als 100 % bestätigt, dass unser gesamtes Kapitalangebot ausreicht, die über die Risikopositionen ermittelte Kapitalanforderung abzudecken. Diese Quote betrug 159 % zum 31. Dezember 2011 im Vergleich mit 147 % zum 31. Dezember 2010. Dieser Anstieg war auf ein höheres adjustiertes Active Book Equity sowie die Reduzierung des ökonomischen Kapitalbedarfs, wie oben im „Abschnitt: Gesamtrisikoposition“ beschrieben, zurückzuführen, die sich beide zugunsten der Quote entwickelten.