Quantitative Risikosteuerungsinstrumente


Value-at-Risk innerhalb der Deutsche Bank-Gruppe (ohne Postbank)

Value-at-Risk ist ein quantitatives Maß für den potenziellen Wertverlust einer Handelsposition aufgrund von Marktschwankungen, der über einen vorgegebenen Zeitraum und mit einem bestimmten Konfidenzniveau nicht überschritten wird.

Unser Value-at-Risk für das Handelsgeschäft erfolgt auf Basis unseres eigenen internen Value-at-Risk-Modells. Im Oktober 1998 hat das Bundesaufsichtsamt für das Kreditwesen, eines der Vorgängerinstitute der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht, unser Value-at-Risk-Modell zur Berechnung des regulatorischen Kapitalbedarfs für das allgemeine und spezifische Marktrisiko genehmigt. Das Modell wurde seitdem regelmäßig überarbeitet und die Genehmigung aufrechterhalten.

Wir berechnen den Value-at-Risk mit einem Konfidenzniveau von 99 % und einer Haltedauer von einem Tag. Das bedeutet, wir gehen von einer Wahrscheinlichkeit von 1 zu 100 aus, dass ein Marktwertverlust aus unseren Handelspositionen mindestens so hoch sein wird wie der berichtete Value-at-Risk-Wert. Für aufsichtsrechtliche Meldezwecke beträgt die Haltedauer zehn Tage.

Wir verwenden historische Marktdaten eines Jahres, um den Value-at-Risk zu bestimmen. Bei der Berechnung wird ein Monte Carlo-Simulationsverfahren angewandt, wobei wir davon ausgehen, dass Änderungen in den Risikofaktoren einer bestimmten Verteilung folgen, zum Beispiel der Normalverteilung, der logarithmischen Normalverteilung oder einer nicht normalen Verteilung (T-Verteilung, asymmetrische T-Verteilung, asymmetrische Normalverteilung). Zur Berechnung des aggregierten Value-at-Risk benutzen wir über denselben Einjahreszeitraum beobachtete Korrelationen zwischen den Risikofaktoren.

Unser Value-at-Risk-Modell ist auf die Erfassung der folgenden Risikofaktoren ausgerichtet: Zinssätze, Risikoaufschläge, Aktienkurse, Wechselkurse und Rohwarenpreise sowie deren implizite Volatilitäten und das allgemeine Basisrisiko. Das Modell berücksichtigt sowohl lineare als auch, insbesondere für Derivate, nicht lineare Einflüsse der Risikofaktoren auf den Wert eines Portfolios.

Mithilfe des Value-at-Risk-Ansatzes können wir ein konstantes und einheitliches Risikomaß auf sämtliche Handelsgeschäfte und Produkte anwenden. Der Value-at-Risk ermöglicht einen Vergleich von Risiken in verschiedenen Geschäftsfeldern sowie die Aggregation und die Verrechnung (Netting) von Positionen in einem Portfolio, um Korrelationen und Ausgleichswirkungen zwischen verschiedenen Vermögensklassen zu berücksichtigen. Darüber hinaus ermöglicht er einen Vergleich unseres Marktrisikos sowohl über bestimmte Zeiträume hinweg als auch gegenüber unseren täglichen Handelsergebnissen.

Bei der Verwendung von Value-at-Risk-Schätzungen ist eine Reihe von Faktoren in Betracht zu ziehen. Diese beinhalten:

  • Die Verwendung historischer Marktdaten ist unter Umständen kein guter Indikator für zukünftige Ereignisse, vor allem wenn diese extrem sind. Diese auf die Vergangenheit bezogene Betrachtungsweise kann im Value-at-Risk zu einer Unterbewertung der Risiken führen (wie im Jahr 2008). Sie kann aber auch eine Überbewertung auslösen.
  • Annahmen in Bezug auf die Verteilung von Änderungen der Risikofaktoren und die Korrelation zwischen verschiedenen Risikofaktoren können sich als falsch erweisen, insbesondere bei extremen Marktereignissen. Die Haltedauer von einem Tag führt in Zeiten erhöhter Illiquidität zu einer unvollständigen Erfassung des Marktrisikos, wenn Positionen nicht innerhalb eines Tages geschlossen oder abgesichert werden können.
  • Der Value-at-Risk gibt keinen Hinweis auf den potenziellen Verlust jenseits des 99 %-Quantils.
  • Das Intradayrisiko wird nicht erfasst.
  • Es kann Risiken in Handelsbüchern geben, die unser Value-at-Risk-Modell nicht oder nicht vollständig einbezieht.

Wir analysieren fortlaufend potenzielle Schwächen unseres Value-at-Risk-Modells unter Anwendung statistischer Verfahren wie Backtesting, berücksichtigen aber auch Erfahrungen aus dem Risikomanagement und Einschätzungen von Risikoexperten. Wir vergleichen die hypothetischen täglichen Gewinne und Verluste nach der Buy-and-Hold-Annahme (entsprechend den deutschen aufsichtsrechtlichen Vorgaben) mit den durch unser Value-at-Risk-Modell prognostizierten Werten.

Das Global Backtesting Komitee, unter Beteiligung von Market Risk Management, Market Risk Operations, Risk Analytics and Instruments, Finance und anderen Bereichen trifft sich vierteljährlich, um die Backtestingergebnisse für den Konzern und die verschiedenen Geschäftsbereiche zu überprüfen. Das Komitee analysiert die aufgetretenen Ertragsschwankungen und überprüft die Prognosegüte des Value-at-Risk-Modells. Dies wiederum erlaubt es uns, den Prozess der Risikoeinschätzung zu verbessern und anzupassen.

Wir sind verpflichtet, unsere eigenen Risikomodelle ständig weiterzuentwickeln und stellen umfangreiche Ressourcen zur Überprüfung und Verbesserung dieser Modelle bereit. Im Jahr 2011 haben wir Verbesserungen unserer Value-at-Risk Berechnung durchgeführt, unter anderen betreffend:

  • Basisrisiko von Indexkomponenten für Credit Default Swaps (CDS);
  • Ereignisrisiko für Aktien; sowie
  • Asymmetrische Schwankungen („Volatility Skew“) für Währungen und Rohstoffe.

Wir haben einen Prozess zur systematischen Erfassung und Evaluierung von Risiken eingeführt, die derzeit nicht in unserem Value-at-Risk-Modell erfasst werden.

Market Risk Management validiert Front Office Modelle zur Unterstützung des Risikomanagement von Positionen. Die quantitativen Risikomodelle des Front Office beinhalten ein Modellrisiko. Das Market Risk Management hat einen Überprüfungsprozess eingeführt, mit dem die quantitativen Modelle analysiert, überprüft und verbessert werden. Market Risk Management bewertet die Genauigkeit und Rückwirkungsfreiheit des Modellrisikos der für Markrisikoaktivitäten verwendeten quantitativen Bewertungsmodelle, einschließlich der Bewertung der eingesetzten Instrumente.

Der Modellgenehmigung und -überprüfungsprozess wird jährlich durchgeführt und beinhaltet:

  • Gewährleistung der Übereinstimmung von neu erstellten oder kürzlich verbesserten Modellen mit den Zielvorgaben, sowie Eignung dieser Modelle für dieses Geschäft;
  • Überprüfen der mathematischen Integrität der Modelle und deren Umsetzung;
  • Bewertung der Leistung bestehender Modelle sowie Erörterung von Änderungen in der Anwendung dieser Modelle;
  • Bewertung der Ergebnisse der andauernden Kalibrierungsprozesse und Kontrolle; und Genehmigung jeglicher vorgeschlagener Änderungen des Kalibrierungsprozesses, der Finanzierungsinstrumente oder Werteparameterbereiche;
  • Erörterung uneinheitlicher Modellanwendung für ähnliche oder identische Produkte in verschiedenen Geschäftsbereichen und Einführung konsistenter Maßnahmen; und
  • Einführen einer strengen Organisationsstruktur für Modellkontrollen und zeitnahe Eskalation an die höhere Führungsebene von materiell relevanten Modellrisikothemen.

Neue aufsichtsrechtliche Anforderungen zum handelsbezogenen Marktrisiko gemäß „Basel 2.5“


Im Dezember 2011 haben wir von der BaFin die Genehmigung für unsere Modelle zum Krisen-Value-at-Risk, den Inkrementellen Risikoaufschlag (Incremental Risk Charge „IRC“) und den Umfassenden Risikoansatz (Comprehensive Risk Measure „CRM“) erhalten. Diese sind zusätzliche Methoden, die wir zur Messung des Marktrisikos einsetzen.

  • Krisen-Value-at-Risk: Berechnung des Krisen-Value-at-Risk auf Basis von über einen Beobachtungszeitraum von zwölf Monaten gesammelten Stressdaten.
  • Inkrementeller Risikoaufschlag (Incremental Risk Capital Charge „IRC“): Erfassung von Ausfall- und Migrationsrisiken zusätzlich zu den bereits im Value-at-Risk erfassten Risiken für kreditrisikosensitive Positionen im Handelsbuch.
  • Umfassender Risikoansatz (Comprehensive Risk Measure „CRM“): Erfasst zusätzliches Risiko für Kreditkorrelationsprodukte durch die Anwendung eines internen Bewertungsmodells, das strengen qualitativen Mindestanforderungen und Stresstests unterliegt.
  • Marktrisikostandardansatz (Market Risk Standardized Approach „MRSA“): Berechnung des aufsichtsrechtlichen Kapitals für Verbriefungen und nth-to-default Kreditderivate.

Krisen-Value-at-Risk, Inkrementeller Risikoaufschlag (Incremental Risk Charge „IRC“) und Umfassender Risikoansatz (Comprehensive Risk Measure „CRM“) werden für alle relevanten Portfolios ermittelt. Das Ergebnis aus diesen Modellen verwenden wir sowohl für das tägliche Risikomanagement der Bank als auch für Ermittlung des regulatorischen Kapitals.

Krisen-Value-at-Risk

Wir berechnen eine Krisen-Value-at-Risk-Kennzahl mit einem Konfidenzniveau von 99 % und einer Haltedauer von einem Tag. Für aufsichtsrechtliche Meldezwecke beträgt die Haltedauer zehn Tage. Unsere Berechnung des Krisen-Value-at-Risk und des Value-at-Risk erfolgt anhand der gleichen Systeme und Prozesse. Der einzige Unterschied besteht darin, dass die in einer Stressperiode an den Märkten ermittelten historischen Daten (welche sich durch hohe Volatilitäten auszeichnen) als Vorgaben für das Monte Carlo-Simulationsverfahren genutzt werden.

Inkrementeller Risikoaufschlag (Incremental Risk Charge „IRC“)

Der IRC basiert auf unserem eigenen Bewertungsmodell und soll den Modellierungsrahmen für den Value-at-Risk ergänzen. Er repräsentiert eine Schätzung der Ausfall- und Migrationsrisiken unbesicherter Kreditprodukte über einen zwölfmonatigen Anlagehorizont bei einem Konfidenzniveau von 99,9 %, wobei die Liquiditätshorizonte von Einzelpositionen oder Positionsgruppen berücksichtigt werden. Wir verwenden ein Monte Carlo-Simulationsverfahren für die Berechnung des IRC als das 99,9 %-Quantil der Portfolioverlustverteilung über einen Einjahreshorizont und für die Zuordnung des anteiligen IRC zu Einzelpositionen. Das Modell berücksichtigt die Ausfall- und Migrationsrisiken aller Portfolios mit einer präzisen und konsistenten quantitativen Methode.

Wir kalkulieren den IRC wöchentlich. Der Risikoaufschlag wird bestimmt als der jeweils höhere Wert des durchschnittlichen IRC-Aufschlags der vergangenen zwölf Wochen und dem jüngsten IRC-Aufschlag. Die Markt- und Positionsdaten werden in Front Office-Systemen gesammelt und strengen Qualitätskontrollen unterzogen. Die IRC-Kennzahlen werden genau beobachtet und spielen eine wesentliche Rolle bei der Steuerung der Portfolios, die durch die IRC-Berechnung abgedeckt werden. Weiterhin dient der IRC als Information zur Wirksamkeit von Absicherungspositionen, die von Risikomanagern überwacht wird.

Der anteilige IRC von Einzelpositionen, der nach Allokationen errechnet wird, ist die Grundlage für die Feststellung von Risikokonzentrationen im Portfolio und die Entwicklung von Strategien zur Minderung des Portfoliorisikos insgesamt.

Wir berechnen den IRC anhand unseres Kreditportfoliomodells, das für die Berechnung des Ökonomischen Kapitals wesentlich ist. Wichtige Parameter für die IRC-Berechnung sind Kreditengagements, Erlösquoten und Ausfallwahrscheinlichkeiten sowie Laufzeiten und Liquiditätshorizonte von Einzelpositionen.

Liquiditätshorizont-Definitionen spiegeln die für den Verkauf oder die Absicherung einer Position erforderliche Zeit in einem gestressten Markt wider. Sie entsprechen unseren Gewohnheiten und Erfahrungen in Zeiten systematischer und idiosynkratischer Stresssituationen. Positionen werden für die Anwendung der Liquiditätshorizonte unter Berücksichtigung ihrer jeweiligen Liquidität gruppiert. Für die jeweiligen Produktbereiche spezialisierte Market Risk Manager haben Liquidititätsannahmen basierend auf aktuellen und gestressten Marktkonditionen des jeweiligen Bereiches getroffen.

Die Quantifizierung von Verlusten aufgrund von Bonitätsveränderungen basiert auf einer Neubewertung der Position gemäß der neuen Bonitätseinstufung. Die Wahrscheinlichkeit, dass für mehrere Emittenten Bonitätsherabstufungen und Adressausfälle gleichzeitig erfolgen, wird anhand der Ausfall- und Beurteilungskorrelationen des IRC-Modells ermittelt. Diese Korrelationen werden durch systematische Risikofaktoren angegeben, die für Länder, geografische Regionen und Branchen stehen. Der Simulationsprozess beinhaltet eine Roll-Over-Strategie, die auf der Annahme eines konstanten Risikoniveaus basiert. Diese Annahme impliziert, dass Positionen, für die im Rahmen ihres Liquiditätshorizonts ein Adressausfall oder eine Bonitätsveränderung erfolgten, am Ende ihres Liquiditätshorizonts wieder ausgeglichen werden und ihr ursprüngliches Risikoniveau erlangen. Korrelationen zwischen Positionen mit unterschiedlichen Liquiditätshorizonten werden durch die Abhängigkeitsstruktur der zugrunde liegenden systematischen und idiosynkratischen Risikofaktoren implizit festgelegt. Dadurch wird sichergestellt, dass Portfoliokonzentrationen über alle Liquiditätshorizonte hinweg identifiziert werden. Insbesondere werden Unterschiede zwischen Liquiditätshorizonten und Laufzeiten von Absicherungen und abgesicherten Positionen berücksichtigt.

Die unmittelbare Validierung des IRC mittels einer Backtesting Methode ist nicht möglich. Die für den IRC angewandten Validierungsgrundsätze umfassen Bewertung der konzeptionellen Zuverlässigkeit, laufende Überwachung, Prozessvalidierung und Setzen von Vergleichsmaßstäben sowie Ergebnisanalyse. Die Prüfung der IRC-Methode ist in den Validierungsprozess für das Kreditportfoliomodell der Deutschen Bank integriert, wobei insbesondere IRC-spezifische Aspekte berücksichtigt werden. Die Prüfung des IRC Modells beruht mehr auf indirekten Verfahren wie Stresstests und Sensitivitätsanalysen. Die IRC relevanten Parameter werden im Rahmen des aufsichtsrechtlich geforderten, jährlichen Überprüfungzyklus validiert. Basierend auf der Stresstestfunktionalität unseres Kreditrisikorechners, ist der IRC Teil des vierteljährlichen konzernweiten Stresstest. Gestresste IRC Ergebnisse werden auf Konzernebene an das Stress Testing Oversight Committee (STOC) und das Cross Risk Review Committee (CRRC) berichtet.

Umfassender Risikoansatz (Comprehensive Risk Measure „CRM“)

Der CRM für das Korrelationshandelsportfolio basiert auf einem internen Bewertungsmodell. Wir ermitteln den CRM auf Basis einer Monte Carlo-Methode mit einem Konfidenzniveau von 99,9 % und einem Anlagehorizont von zwölf Monaten. Bei der Berechnung gehen wir von einer bestimmten Verteilung der zugrunde liegenden Risikofaktoren aus. Unser CRM-Modell wird für berücksichtigungsfähige liquide Korrelationshandelspositionen und deren Absicherungsgeschäfte angewandt und berücksichtigt die folgenden Risikofaktoren: Zinssätze, Risikoaufschläge, Rückflussquoten, Ausfall eines Geschäftspartners, Wechselkurse und Basiskorrelationen sowie Basisrisiken hinsichtlich Index- und Basiskorrelationen.

Klassische Produkte sind Collateralised-Debt-Obligationen („CDO”), nth-to-default Credit-Default-Swaps (CDS) und Kreditderivate auf einzelne Adressen sowie auf Indizes. Das Modell berücksichtigt Portfoliokonzentrationen und nicht-lineare Effekte mittels eines vollständigen Neubewertungsansatzes.

Der CRM wird wöchentlich ermittelt und ergibt sich als das Maximum aus dem letzten wöchentlichen CRM Aufschlag laut Modell, dem Durchschnitt des CRM Aufschlags der letzten zwölf Wochen, sowie 8 % des Standard Ansatzes für das Kreditkorrelationsportfolio (CRM Untergrenze).

Die auf den Front Office Systemen basierenden Markt- und Positionsdaten werden strengen Qualitätssicherungen unterzogen. Die CRM Werte werden zeitnah überwacht und spielen eine wichtige Rolle für das Management der Korrelationshandelsportfolios. Wir verwenden historische Marktdaten, um die Risikotreiber des CRM zu bestimmen. Als Basis dienen je nach Risikotreiber über einen historischen Beobachtungszeitraum gleich gewichtete Handelstage von bis zu drei Jahren.

Liquiditätshorizont-Definitionen spiegeln die für den Verkauf oder die Absicherung einer Position erforderliche Zeit in einem gestressten Markt wider. Sie entsprechen unseren Gewohnheiten und Erfahrungen in Zeiten systematischer und idiosynkratischen Stresssituationen. Positionen werden für die Anwendung der Liquiditätshorizonte unter Berücksichtigung ihrer jeweiligen Liquidität gruppiert. Für die jeweiligen Produktbereiche spezialisierte Market Risk Manager haben Liquidititätsannahmen basierend auf aktuellen und gestressten Marktkonditionen des jeweiligen Bereiches getroffen.

Wir analysieren fortlaufend potenzielle Schwächen unseres CRM-Modells unter Anwendung statistischer Verfahren wie Backtesting und einer vierteljährlichen Neubewertung von Marktdaten, berücksichtigen aber auch Erfahrungen aus dem Risikomanagement und Einschätzungen von Risikoexperten. Als zusätzliche Bewertungsmethoden wurden Stresstests für das Korrelationshandelsportfolio definiert, bei denen die Intensität eines Marktschocks auf schwierige Marktbedingungen in der Vergangenheit zurückzuführen ist

Marktrisikostandardansatz (Market Risk Standardized Approach „MRSA”)

Der spezifische Marktrisikostandardansatz (Market Risk Standardized Approach) wird zur Ermittlung des notwendigen aufsichtsrechtlichen Eigenkapitals für die nicht im Korrelationshandelsportfolio geführten Verbriefungsprodukte und nth-to-default Kreditderivate genutzt. Market Risk Management überwacht Positionen und adressiert Risikothemen und -konzentrationen.

Risiken betreffend Lebensdauer entstehen aus einer widrigen Veränderung der Lebenserwartung, die zu einem Wertverlust von Lebensdauer basierenden Verträgen und Transaktionen führen. Die Ermittlung des aufsichtsrechtlichen Kapitals für das auf die Lebensdauer bezogene Risiko erfolgt entsprechend den Regularien der Solvabilitätsverordnung (SolvV) nach dem Marktrisikostandardansatz. Für das Risikomanagement erfolgt die Überwachung und Steuerung der Lebensdauerrisiken auf Basis von Stresstests sowie des allokierten ökonomischen Kapitals.

Value-at-Risk bei der Postbank

Die Postbank verwendet ebenfalls ein Value-at-Risk-Konzept, um die eingegangenen Marktrisiken zu quantifizieren und zu überwachen. Der Value-at-Risk wird anhand eines Monte Carlo-Simulationsverfahren ermittelt. Die berücksichtigten Risikofaktoren im Value-at-Risk umfassen Zinskurven, Aktienkurse, Wechselkurse und Volatilitäten zusammen mit Risiken, die sich aus Veränderungen von Risikoaufschlägen ergeben. Die Korrelationseffekte zwischen den Risikofaktoren werden aus gleich gewichteten historischen Daten abgeleitet.

Der Value-at-Risk im Handelsbuch der Postbank wird derzeit noch nicht in den Value-at-Risk des übrigen Konzerns konsolidiert. Wir weisen diesen Wert jedoch getrennt in unserem internen Value-at-Risk-Bericht für den Konzern aus.

Die Postbank führt ebenso Szenarioanalysen und Stresstests zusätzlich zu ihren Value-at-Risk-Berechnungen durch. Die Annahmen, die diesen Stresstests unterliegen, werden auf fortlaufender Basis validiert.

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Deutsche Bank Geschäftsbericht 2011

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