Glossar


Alternative A (Alt-A)
Begriff, unter dem im Zusammenhang mit dem US-amerikanischen Hypothekenmarkt Kredite an Kreditnehmer mit einer Bonität besser als Subprime, aber schlechter als Prime verstanden werden. Zur Bestimmung von Alt-A Positionen werden bankenspezifische Standards wie FICO-Bewertungen und Loan-to-Value-Kennzahlen angewandt.
Alternative Anlagen/Investments
Direkte Investitionen in Private Equity, Wagniskapital, Mezzaninekapital, Immobilienkapitalanlagen und Anlagen in Leveraged-Buy-out-Fonds, Wagniskapitalfonds sowie Hedgefonds.
American Depositary Receipts (ADRs)
Von US-Banken ausgestellte handelbare Hinterlegungszertifikate, die nicht US-amerikanische Aktien repräsentieren. ADRs dienen zur Erleichterung, Verbilligung und Beschleunigung des Handels an amerikanischen Börsen.
Anteile ohne beherrschenden Einfluss
Beträge des Eigenkapitals eines Tochterunternehmens, das einem Mutterunternehmen weder unmittelbar noch mittelbar zugeordnet wird.
Asset-backed Securities (ABS)
Besondere Form verbriefter Zahlungsansprüche in Form von handelbaren Wertpapieren. Die entsprechenden Wertpapiere entstehen durch Strukturierung bestimmter Finanzaktiva (Verbriefungen).
Asset Finance & Leasing
Kompetenzzentrum, das hauptsächlich maßgeschneiderte und innovative Finanzierungslösungen für langlebige und hochwertige Wirtschaftsgüter strukturiert.
Assoziiertes Unternehmen
Unternehmen, bei welchem der Konzern über maßgeblichen Einfluss verfügt, aber keinen beherrschenden Einfluss auf die finanz- und geschäftspolitischen Entscheidungen besitzt. Das Unternehmen stellt weder ein Tochterunternehmen noch ein Gemeinschaftsunternehmen dar.
Auction Rate Securities
Lang laufende Anleihen (meist 20 bis 30 Jahre) mit variablem Zinssatz. Die Höhe dieses Zinssatzes wird in regelmäßigen Auktionen festgesetzt.
Aufrechnungsvereinbarungen
Bilaterale Vereinbarungen zwischen dem Konzern und einem Vertragspartner, welche für die einbezogenen Geschäfte sicherstellten, dass im Fall der Eröffnung eines Insolvenz- oder Konkursverfahrens nach der Aufrechnung von sämtlichen Forderungen und Verbindlichkeiten nur ein einziger Nettobetrag von einer Partei an die andere Partei geschuldet wird.
Aufsichtsrechtliche Kapitalquote
Zentrale Kennzahl für Banken, dargestellt als prozentuales Verhältnis zwischen dem aufsichtsrechtlichen Kapital und der zusammengefassten aufsichtsrechtlichen Risikoposition, bestehend aus Kredit-, Markt- und operationellen Risiken nach Basel 2.5. Die einzuhaltende Mindestkapitalquote beträgt 8 %.
Aufsichtsrechtliches Handels- und Anlagebuch
Das aufsichtsrechtliche Handelsbuch ist definiert in § 1a KWG. Es umfasst Finanzinstrumente und Waren, die mit Handelsabsicht oder zum Zweck der Absicherung des Marktrisikos aus anderen Handelsbuchpositionen gehalten werden, ferner Pensions- und Darlehensgeschäfte, welche sich auf Handelsbuchpositionen beziehen, sowie Aufgabegeschäfte und Forderungen, die mit Positionen des Handelsbuchs unmittelbar verknüpft sind. Finanzinstrumente und Waren, die dem Handelsbuch zugerechnet werden, müssen handelbar oder absicherungsfähig sein. Das aufsichtsrechtliche Anlagebuch umfasst alle Positionen und Geschäfte, die nicht dem Handelsbuch zugerechnet werden.
Aufsichtsrechtliches Kapital
Bankaufsichtsrechtlich anerkanntes Eigenkapital für Kreditinstitute in Übereinstimmung mit der Baseler Eigenkapital-vereinbarung von 2004 mit Erweiterungen in 2009. Das Eigenkapital gemäß Basel 2.5 setzt sich zusammen aus:
– Tier-1-Kapital: vor allem Grundkapital, Rücklagen und bestimmte hybride Kapitalinstrumente,
– Tier-2-Kapital: insbesondere Genussrechtskapital, kumulative Vorzugsaktien, langfristige nachrangige Verbindlichkeiten und nicht realisierte Gewinne aus notierten Wertpapieren,
– Tier-3-Kapital: im Wesentlichen kurzfristige nachrangige Verbindlichkeiten und überschüssiges Tier-2-Kapital.
Tier-2-Kapital kann nur bis zur Höhe des Tier-1-Kapitals angerechnet werden, wobei noch zusätzlich die Anrechenbarkeit der langfristigen nachrangigen Verbindlichkeiten im Tier-2-Kapital auf 50 % des Tier-1-Kapitals beschränkt ist.
Aufwand-Ertrag-Relation
Kennzahl zur Kosteneffizienz eines Unternehmens, die das Verhältnis der betrieblichen Aufwendungen zu den betrieblichen Erträgen abbildet.
Ausfallwahrscheinlichkeit
Die Wahrscheinlichkeit des Ausfalls eines Geschäftspartners wird für den Zeitraum der nächsten zwölf Monate bestimmt und als Prozentsatz angegeben. Der Konzern beurteilt diese nicht für die Gesamtlaufzeit der Transaktion. Die Ausfallwahrscheinlichkeit ist die primäre Messgröße für die Kreditwürdigkeit eines Geschäftspartners. Die numerischen Wahrscheinlichkeiten werden in eine 26-stufige Skala zur Bonitätseinstufung überführt, welche den von internationalen Ratingagenturen verwendeten Skalen ähnlich ist.
Außerbörslich gehandelte Derivate
Finanzinstrumente (Derivate), die nicht standardisiert sind und nicht an einer Börse, sondern direkt zwischen den Marktteilnehmern (außerbörslich) gehandelt werden.
Backtesting
Verfahren zur Überprüfung der Vorhersagekraft der Value-at-Risk-Berechnungen. Hierbei werden auf täglicher Basis hypothetisch erzielte Gewinne und Verluste unter einer Buy-and-hold-Annahme mit den durch das Value-at-Risk-Modell prognostizierten Werten verglichen.
Basel 2
Eigenkapitalvorschriften des Baseler Ausschusses für Bankenaufsicht, auch Basel 2 genannt, welche die aufsichtsrechtlichen Kapitalanforderungen stärker auf die zugrunde liegenden Risiken ausrichten.
Basel 2.5
Vorschläge für Reformen des Baseler Regelwerkes, die vom Baseler Ausschuss für Bankenaufsicht in Reaktion auf die Finanzkrise im Juli 2009 publiziert wurden. Die wichtigsten Änderungen hinsichtlich der Mindestkapitalanforderungen umfassen neue Maße für das Marktrisiko, die zusätzlich zum Value-at-Risk berechnet werden: Krisen-Value-at-Risk, Inkrementeller Risikoaufschlag, Umfassender Risikoansatz für das Correlation Trading-Portfolio, das aus speziellen Verbriefungspositionen besteht, und die Anwendung des Marktrisikostandardansatzes für Verbriefungen und nth-to-Default-Kreditderivate im Handelsbuch. Basel 2.5 enthält zudem Normen hinsichtlich Governance, Risikomanagement und Kompensation sowie Offenlegungsvorschriften mit Schwerpunkt auf Verbriefungen. Auf Ebene der Europäischen Union wurde Basel 2.5 in den Capital Requirements Directives (CRD) 2 und 3 umgesetzt.
Basel 3
Beim G20-Gipfel im November 2010 verabschiedete Neufassung der internationalen Standards zur Kapitaladäquanz des Baseler Ausschusses für Bankenaufsicht. Ziel dieser Neufassung ist es, die globalen Kapital- und Liquiditätsvorschriften zu stärken, um die Stabilität des Bankensektors zu erhöhen. Bis 2019 werden durch die überarbeiteten Standards schrittweise die Mindestkapitalanforderungen für Banken erhöht und ein zusätzlicher Kapitalerhaltungspuffer sowie ein bankspezifischer antizyklischer Kapitalpuffer eingeführt. Darüber hinaus wird Basel 3 erstmals international abgestimmte Anforderungen an die Liquidität mit strengen kurz- und langfristigen Kennzahlen beinhalten. Die Umsetzung der neuen Vorschriften in deutsches Recht wird über die Solvabilitätsverordnung erfolgen.
Beizulegender Zeitwert
Betrag, zu dem ein Vermögenswert oder eine Verbindlichkeit im Rahmen einer aktuellen Transaktion zwischen sachverständigen, vertragswilligen und unabhängigen Geschäftspartnern (ausgenommen im Rahmen eines Zwangsverkaufs oder einer Notabwicklung) ausgetauscht werden könnte.
Bilanzierung von Sicherungsgeschäften
Bilanzielle Abbildung von Absicherungsgeschäften, die bestimmten Bedingungen unterliegt. Solche Geschäfte sichern bestimmte, meist finanzielle Risiken ab, indem sie diese gegenläufig abbilden. Aufgrund dieser Gestaltung können Risiken teilweise oder vollständig kompensiert werden. Unterschieden wird zwischen dem Grundgeschäft, welches das Risiko beziehungsweise die Risiken begründet, und dem Sicherungsgeschäft, welches die Risiken mindert.
BIZ
Bank für Internationalen Zahlungsausgleich mit Sitz in Basel.
Bookbuilding
Emissionsverfahren, das die Nachfrage einzelner Investoren mit den speziellen Finanzierungsinteressen eines Emittenten bezüglich des Emissionspreises abstimmt.
Börsengang (IPO, Initial Public Offering)
Erstmaliges Angebot an Investoren zum Kauf von Unternehmensanteilen auf einem Kapitalmarkt (Börse).
Bonitätseinstufung
Die objektive Beurteilung der zukünftigen wirtschaftlichen Situation – insbesondere der Ausfallwahrscheinlichkeit – von Kunden, die von aktuellen Charakteristika und Annahmen ausgeht. Die Methoden für die Zuordnung von Bonitätseinstufungen hängen von der Kundenart und den verfügbaren Informationen ab. Eine große Methodenanzahl wird für die Beurteilung des Kreditrisikos angewendet wie zum Beispiel Expertensysteme und ökonometrische Ansätze.
Broker/Brokerage
Broker nehmen Wertpapieraufträge von Banken und privaten Investoren an und führen sie im Auftrag des Kunden aus. Für seine Tätigkeit (Brokerage) erhält der Broker üblicherweise eine Provision.
Buy-out
Kauf (vollständig oder teilweise) eines Unternehmens beziehungsweise bestimmter Unternehmensaktivitäten.
Cash Management
Beinhaltet die Verwaltung von liquiden Mitteln in US-Dollar, Euro und sonstigen Währungen für Unternehmen und Finanzinstitute zur Optimierung von Finanztransaktionen.
Clearing
Die Übermittlung, Abstimmung und in bestimmten Fällen die Bestätigung von Zahlungsaufträgen.
Collateralized Debt Obligations (CDOs)
Anlagevehikel, basierend auf einem Portfolio, das Anleihen, Kredite oder Derivate enthalten kann.
Commercial Mortgage-backed Securities (CMBS)
Mortgage-backed Securities (MBS), die Kredite für gewerbliche Immobilien verbriefen.
Commitment
Die Identifikation mit dem Unternehmen, seinen Zielen und Werten sowie die Bereitschaft zur Leistung und die Neigung, bei diesem Unternehmen zu bleiben.
Compliance
Gesamtheit an Maßnahmen, um die Einhaltung einschlägiger Gesetze, Vorschriften und interner Regelungen sicherzustellen wie auch gerichtliche beziehungsweise aufsichtsrechtliche Sanktionen sowie finanzielle oder Reputationsschäden zu verhindern.
Corporate Finance
Sammelbezeichnung für kapitalmarktnahe innovative Finanzierungsdienstleistungen mit speziellem Beratungsbedarf im Firmenkundengeschäft.
Credit Default Swap
Ein Kreditderivat, welches Kreditrisiken im Zusammenhang mit Darlehen, Schuldverschreibungen oder anderen kreditbezogenen Wertpapieren absichert. Die besicherte Partei zahlt im Allgemeinen einen festen Coupon über eine festgelegte Periode und erhält nur dann eine Zahlung, wenn ein bestimmtes im Kreditvertrag definiertes Ereignis, beispielsweise ein Zahlungsausfall aufgrund der Insolvenz eines Kreditnehmers, eintritt.
Credit Trading
Handel mit Kredit- oder kreditnahen Produkten.
Custody
Verwahrung und Verwaltung von Wertpapieren sowie zusätzliche Dienste im Wertpapierbereich.
Debt Products
Handelbare Instrumente, die eine Verbindlichkeit oder einen Anspruch bezüglich eines Vermögenswerts eines oder mehrerer Unternehmen im privaten beziehungsweise öffentlichen Sektor darstellen. Der Begriff beschreibt auch ein umfassenderes Angebot an Finanzinstrumenten einschließlich Devisen- und Warengeschäften.
Derivate
Finanzinstrumente, deren Bewertung sich überwiegend vom Preis, von den Preisschwankungen und den Preiserwartungen der zugrunde liegenden Basisinstrumente (beispielsweise Aktien, Anleihen, Devisen, Indizes) ableitet. Zu den Derivaten zählen insbesondere Swaps, Optionen und Futures.
DJSI
Dow-Jones-Sustainability-Indizes sind eine Indexfamilie, welche die ökologische und soziale Leistung von Unternehmen abbildet. Seit Bestehen der Indizes ist die Deutsche Bank im DJSI World und DJSI STOXX gelistet. www.sustainability-index.com
Durchschnittliches Active Equity
Der Konzern berechnet das Active Equity, um einen Vergleich mit Wettbewerbern zu ermöglichen, und verweist auf das Active Equity bei der Berechnung verschiedenster Kennziffern. Hierbei handelt es sich jedoch nicht um eine Messgröße nach IFRS. Bei einem Vergleich der Kennzahlen des Konzerns, die auf dem durchschnittlichen Active Equity basieren, mit denen anderer Unternehmen sollten stets auch Unterschiede bei der Berechnung dieser Kennzahlen berücksichtigt werden. Die Positionen, um die der Konzern das durchschnittliche den Deutsche Bank-Aktionären zurechenbare Eigenkapital bereinigt, sind die durchschnittliche sonstige erfolgsneutrale Eigenkapitalveränderung ohne Anpassungen aus der Währungsumrechnung (alle Bestandteile nach Steuern). Gleiches gilt für die durchschnittliche Dividendenzahlung, für die jedes Quartal eine Abgrenzung vorgenommen und die im Folgejahr nach Zustimmung der Hauptversammlung ausgezahlt wird.
Eigenkapitalrendite (Return on Equity, RoE)
Grundsätzlich: Kennziffer zur Ertragslage eines Unternehmens, die das Ergebnis (Jahresüberschuss) im Verhältnis zum eingesetzten Eigenkapital darstellt. Hier: Ergebnis in Prozent des im Jahresdurchschnitt eingesetzten Eigenkapitals.
Eigenkapitalrendite vor Steuern (basierend auf dem durchschnittlichen Active Equity)
Prozentualer Anteil des den Deutsche Bank-Aktionären zurechenbaren Ergebnisses vor Steuern (annualisiert), das sich errechnet aus dem Ergebnis vor Steuern abzüglich von Anteilen ohne beherrschenden Einfluss, am durchschnittlichen Active Equity.
Emerging Markets
Aufstrebende Märkte von Schwellenländern, primär Finanzmärkte.
EMEA (Europe, Middle East and Africa)
Wird im angloamerikanischen Sprachraum verwendet als Abkürzung für den Wirtschaftsraum Europa, Naher Osten und Afrika.
Engagementhöhe bei Ausfall (Exposure-at-Default, EAD)
Der erwartete ausstehende Kreditbetrag gegenüber einem Kreditnehmer zum Zeitpunkt seines Ausfalls.
Equity Capital Markets (ECM)
In erster Linie Aktivitäten rund um den Börsengang eines Unternehmens beziehungsweise um die Ausgabe neuer Aktien. Ebenso fallen Privatisierungen von staatseigenen Betrieben darunter.
Equitymethode
Bewertungsmethode für Beteiligungen an Unternehmen, auf die ein maßgeblicher Einfluss ausgeübt werden kann. Anteilige Jahresüberschüsse/(-fehlbeträge) des Beteiligungsunternehmens erhöhen (vermindern) den Beteiligungsbuchwert und gehen in die Gewinn- und Verlustrechnung ein. Ausschüttungen/Dividenden vermindern den Beteiligungsbuchwert, ohne die Gewinn- und Verlustrechnung zu berühren.
Ergebnis je Aktie
Nach IFRS ermittelte Kennziffer, die den Gewinn, der den Aktionären der Gesellschaft zurechenbar ist, der durchschnittlichen Zahl an ausstehenden Stammaktien gegenüberstellt. Neben der Kennziffer Ergebnis je Aktie ist zusätzlich ein verwässertes Ergebnis je Aktie auszuweisen, wenn sich aus der angenommenen Wandlung und Ausübung ausstehender Aktienoptionen, noch nicht unverfallbarer zugeteilter Aktienrechte und wandelbarer Schuldtitel und bestimmter Terminkontrakte die Zahl der Aktien erhöhen kann.
Erwarteter Verlust
Messung für Verluste, die durch Kredit- und operationelle Risiken innerhalb eines Jahres auf der Grundlage historischer Verlustdaten zu erwarten sind.
Erzielbarer Betrag
Der erzielbare Betrag eines Vermögenswerts oder einer zahlungsmittelgenerierenden Einheit ist der höhere der beiden Beträge aus beizulegendem Zeitwert abzüglich der Verkaufskosten und Nutzungswert.
Euro Commercial Paper Program
Instrument zur flexiblen Begebung unbesicherter Schuldtitel mit kurzen Laufzeiten. In einem Programm können mehrere Anleiheemissionen innerhalb einer gegebenen Zeit erfolgen.
Event-Risk-Szenarien
Szenarien, die erhebliche Ereignisse wie beispielsweise große Bewegungen in Zinsen oder Wechselkursen darstellen.
Exposure
Geldbetrag, welcher der Bank bei Eintritt eines Verlusts aus einem eingegangenen Risiko, beispielsweise beim Ausfall eines Kreditnehmers oder Vertragspartners, verloren gehen kann.
Fair Value
Betrag, zu dem Aktiva beziehungsweise Passiva zwischen sachkundigen, vertragswilligen und voneinander unabhängigen Geschäftspartnern getauscht würden. Der Fair Value ist häufig identisch mit dem Marktpreis.
Family Office
Für Familien mit sehr großen und komplexen Vermögen konzipierte Finanzdienstleistung, die auf der Grundlage absoluter Unabhängigkeit durch eine optimale Steuerung und umfassende Koordination der einzelnen Vermögensbestandteile die Kundeninteressen wahrnimmt.
Financial Supply Chain Management
Optimierung der Finanzströme entlang der Lieferkette eines Unternehmens.
FICO-Bewertung
FICO ist die Abkürzung für die Fair Isaac Corporation, der Urheber der FICO Scores. Unter Anwendung mathematischer Modelle berücksichtigen die FICO Scores verschiedene Faktoren in den folgenden fünf Kategorien, um die Kreditwürdigkeit zu bestimmen: Zahlungshistorie, aktuelle Schuldensituation, in Anspruch genommene Kreditarten, Länge der Kredithistorie sowie neu aufgenommene Kredite. Ein FICO Score kann zwischen 300 und 850 liegen. Grundsätzlich indiziert ein FICO Score über 650, dass der Kreditnehmer eine sehr gute Kreditwürdigkeit hat. Bei FICO Scores unter 620 wird es substanziell schwieriger, eine Finanzierung zu günstigen Zinsen zu erhalten.
Forderungsbesicherte Schuldverschreibungen
Asset-backed Securities, die mit Krediten, Schuldverschreibungen oder Derivaten besichert wurden.
Futures
Hinsichtlich Menge, Qualität und Liefertermin standardisierte Terminkontrakte, bei welchen zu einem bestimmten zukünftigen Zeitpunkt ein dem Geld- und Kapital-, Edelmetall- oder Devisenmarkt zugehöriges Handelsobjekt zum festgesetzten Kurs zu liefern beziehungsweise abzunehmen ist. Häufig ist bei derartigen Kontrakten (beispielsweise Terminkontrakten auf Basis von Aktienindizes) zur Erfüllung der bestehenden Verpflichtung anstelle einer Wertpapierlieferung oder -abnahme eine Ausgleichszahlung zu leisten.
Geschäftsrisiko (Business Risk)
Risiko, das aufgrund potenzieller Änderungen in den Rahmenbedingungen wie Marktumfeld, Kundenverhalten sowie technischem Fortschritt entsteht und die Ertragslage des Konzerns beeinträchtigen kann, wenn sich dieser nicht zügig auf die veränderten Bedingungen einstellt.
Geschäfts- oder Firmenwert
Ein Vermögenswert, der den zukünftigen wirtschaftlichen Nutzen aus anderen, bei einem Unternehmenszusammenschluss erworbenen Vermögenswerten darstellt, die nicht einzeln identifizierbar sind. Der Geschäfts- oder Firmenwert wird erfasst als positiver Unterschiedsbetrag zwischen den beizulegenden Zeitwerten der vom Erwerber übertragenen Gegenleistung und den identifizierbaren Vermögenswerten und Schulden des erworbenen Geschäftsbetriebs.
Hedgefonds
Fonds, der normalerweise von institutionellen Anlegern und vermögenden Privatpersonen gezeichnet wird. Hedgefonds zählen zu den sogenannten Alternativen Investments. Sie unterliegen keinen oder zumindest keinen strengen regulatorischen Anforderungen und haben daher die Möglichkeit, sich Anlageinstrumenten und -strategien zu bedienen, die für Investmentfonds nicht erlaubt sind. Beispiele sind Leerverkäufe, hohe Fremdverschuldung und Derivate. Hedgefonds bieten die Chance auf eine hohe Rendite, bergen aber auch ein Risiko des Kapitalverlusts in sich; ihre Renditen sind daher nicht mit den Renditen traditioneller Anlagewerte vergleichbar.
High-Yield-Anleihen
Festverzinsliche Wertpapiere, bei denen der Emittent einer niedrigen Bonitätseinstufung unterliegt. Sie bieten eine im Vergleich zu Papieren mit besserer Bonitätseinstufung höhere Verzinsung, unterliegen jedoch größeren Risiken.
Hybride Kapitalinstrumente
Kapitalinstrumente, die sich durch gewinnabhängige Zinszahlungen auszeichnen. Soweit im Verlustfall ausgefallene Zinszahlungen nicht nachgeholt werden (nicht kumulative hybride Kapitalinstrumente) und die Papiere kein festgelegtes Fälligkeitsdatum besitzen beziehungsweise durch die Gläubiger nicht kündbar sind, gehören sie aufsichtsrechtlich zum Tier-1-Kapital. Anderenfalls sind sie dem Tier-2-Kapital zuzurechnen (zum Beispiel kumulative hybride Kapitalinstrumente).
ICAAP
ICAAP (Interner Prozess zur Sicherstellung der Risikotragfähigkeit) verlangt von der Bank, Risiken zu identifizieren und zu bewerten, eine ausreichende Kapitaldeckung für diese Risiken vorzuhalten und angemessene Risikomanagementtechniken anzuwenden, um eine kontinuierliche Kapitaladäquanz sicherzustellen, das heißt, das intern vorgehaltene Kapital muss größer sein als die interne Kapitalnachfrage. Die interne Kapitaladäquanz basiert auf einem unterstellten Liquidationsszenario („Gone Concern“-Ansatz).
IFRS (International Financial Reporting Standards)/ vormals IAS (International Accounting Standards)
Rechnungslegungsstandards des International Accounting Standards Board, die eine weltweit transparente und vergleichbare Bilanzierung und Publizität sicherstellen sollen. Maßgeblicher Zweck ist die Bereitstellung entscheidungsrelevanter Informationen, insbesondere für Investoren.
Inkrementeller Risikoaufschlag (Incremental Risk Charge)
Maß für potenzielle Verluste aufgrund von Migrations- und Ausfallrisiken, die nicht vollständig im Value-at-Risk abgebildet werden. Der Inkrementelle Risikoaufschlag ermittelt die potentiellen Verluste derart, dass diese bei Zugrundelegung eines einjährigen Risikohorizontes mit einer Wahrscheinlichkeit von 99,9 % nicht überschritten werden. Der Inkrementelle Risikoaufschlag wurde am 31. Dezember 2011 eingeführt und gilt für das spezifische Zinsrisiko von Nicht- Verbriefungspositionen im Handelsbuch.
Investment Banking
Sammelbegriff für kapitalmarktorientierte Bankgeschäfte. Hierunter fallen insbesondere Emission und Handel von Wertpapieren und ihren Derivaten, Zins- und Währungsmanagement, Corporate Finance, Beratung bei Übernahmen und Fusionen, strukturierte Finanzierungen und Private Equity.
Investor Relations
Bezeichnet die systematische und kontinuierliche zweiseitige Kommunikation zwischen Unternehmen und aktuellen wie potenziellen Eigenkapital- beziehungsweise Fremdkapitalgebern. Informationen betreffen vor allem wichtige Unternehmensereignisse, finanzielle Ergebnisse und die Geschäftsstrategie sowie die Erwartungen des Kapitalmarkts an das Management. Ein wesentliches Ziel der Investor-Relations- Aktivitäten ist die angemessene Bewertung der Aktie.
Joint Venture
Ein gemeinschaftlich geführtes Unternehmen besteht, wenn der Konzern mit einer Partei oder mehreren Parteien Verträge über Geschäftsaktivitäten geschlossen hat, die durch von ihnen gemeinschaftlich geführte Unternehmen wahrgenommen werden.
Konfidenzniveau
Im Rahmen des Value-at-Risk-Konzepts sowie des Ökonomischen Kapitals die berechnete Wahrscheinlichkeit, mit der ein tatsächlicher Verlust den potenziellen Verlust, wie er durch den Value-at-Risk oder das Ökonomische Kapital geschätzt wurde, nicht übersteigt.
Korrelation
Wechselbeziehung zwischen mindestens zwei Variablen (zum Beispiel Vermögenswerten), die positiv (gleichläufig) oder negativ (gegenläufig) sein kann, aber keine Aussage zum Kausalzusammenhang (Ursache – Wirkung) macht. Wichtige Größe bei der Vermögensstrukturierung, um Risiken zu streuen beziehungsweise abzusichern.
Korrelationshandelsportfolio (Correlation Trading Portfolio)
Das Correlation Trading Portfolio umfasst Verbriefungen und entsprechende Absicherungstransaktionen im Handelsbuch, die strenge Kriterien hinsichtlich der verbrieften Portfolios und ihrer Liquidität erfüllen. Das Correlation Trading Portfolio kann von der Anwendung des Marktrisikostandardansatzes ausgenommen werden. Die Eigenkapitalanforderung für das Correlation Trading Portfolio basiert auf dem Umfassenden Risikoansatz.
Kreditderivate
Finanzinstrumente, mittels derer das mit Darlehen, Anleihen oder anderen Risikoaktiva beziehungsweise Marktrisikopositionen verbundene Kreditrisiko auf als sogenannte Sicherungsgeber auftretende Parteien übertragen wird. Dabei werden die ursprünglichen Kreditbeziehungen der Sicherungsnehmer (die Parteien, welche die Kreditrisiken abgeben) weder verändert noch neu begründet.
Kreditengagement gegenüber Staaten
Kreditrisiko gegenüber staatlichen Kreditnehmern. Beinhaltet Engagements gegenüber Staaten und Gebietskörperschaften (einschließlich Bundesländern, autonomen Regionen, Kommunen etc.), sowie bestimmten Körperschaften des Staates oder regionaler beziehungsweise lokaler Gebietskörperschaften.
Kreditrisiko
Risiko, dass Kunden ihren vertraglich vereinbarten Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommen. Das Kreditrisiko umfasst Ausfall-, Länder- und Abwicklungsrisiken.
Kreditrisikoaufschlag
Renditezuschlag, den Investoren bei einer Anlage in Unternehmensanleihen erhalten. Der Kreditrisikoaufschlag kompensiert den Anleger für die mit der Investition verbundenen Risiken im Vergleich zur Rendite einer risikofreien Anleihe. Je schlechter die Bonitäteinstufung eines anleihebegebenden Unternehmens ist, desto höher ist der Kreditrisikoaufschlag.
Krisen-Value-at-Risk (Stressed Value-at-Risk)
Maß für durch Marktrisiken bedingte potenzielle Verluste in einem Stress-Szenario. Diese werden mit einer Wahrscheinlichkeit von 99 % innerhalb einer Portfolio-Haltedauer von 10 Tagen nicht überschritten. Seit dem 31. Dezember 2011 muss der Krisen-Value-at-Risk von Banken, die interne Modelle zur Bestimmung des Marktrisikos anwenden, berechnet werden. Der Krisen-Value-at-Risk wird anhand des Value-at-Risk-Modells ermittelt. Im Gegensatz zum Value-at-Risk, dessen Modellparameter auf der Grundlage aktueller Marktbedingungen geschätzt werden, basiert der Krisen-Value-at-Risk auf Parametern, die für eine kontinuierliche Ein-Jahres-Stressperiode, die mit erheblichen Verlusten für die Bank einherging, ermittelt wurden.
Länderrisiko
Risiko, dass dem Konzern in einem beliebigen Land ein Verlust aufgrund verschlechterter ökonomischer Bedingungen, politischer und sozialer Unruhen, Verstaatlichungen und Enteignungen, staatlicher Nichtanerkennung von Auslandsschulden, durch Devisenkontrollen oder eine Abwertung der Landeswährung entsteht.
Latente Steuern
Aktive und passive latente Steuern werden für zukünftige Steuereffekte gebildet, die aus temporären Differenzen zwischen dem Bilanzansatz von Vermögenswerten und Schulden und deren Steuerwert resultieren oder sich aus noch nicht genutzten steuerlichen Verlustvorträgen und Steuergutschriften ergeben.
Leverage Ratio
Verhältnis von Bilanzsumme zu Eigenkapital.
Leveraged Buy-out
Fremdfinanzierter Kauf (vollständig oder teilweise) eines Unternehmens beziehungsweise bestimmter Unternehmensaktivitäten. Zins- und Tilgungszahlungen werden aus dem zukünftigen Ertrag des übernommenen Unternehmens finanziert.
Leveraged-Finance-Aktivitäten
Finanzierung eines Unternehmenskaufs mittels hoher Fremdkapitalaufnahme (Leverage).
Liquiditätsrisiko
Risiko, dass der Konzern möglicherweise nicht oder nur zu überhöhten Kosten in der Lage ist, seine Zahlungsverpflichtungen bei Fälligkeit zu erfüllen.
Loan-to-Value-Kennzahl
Kennzahl, die den Beleihungswert zeigt, in dem der Kreditbetrag in Relation zum Wert der Immobilie gesetzt wird.
Marktbewertung
Bewertung zu aktuellen Marktpreisen. Gilt zum Beispiel für Handelsaktivitäten.
Marktrisiko
Resultiert aus der Unsicherheit über Veränderungen von Marktpreisen und -kursen (inklusive Zinsen, Aktienkursen, Wechselkursen und Rohwarenpreisen) sowie den zwischen ihnen bestehenden Korrelationen und ihren Volatilitätsniveaus.
Marktrisikostandardansatz
Der Marktrisikostandardansatz gilt für nth-to-Default-Kreditderivate und Verbriefungen des Handelsbuchs. Die einzige Ausnahme gilt für das Correlation Trading Portfolio, für das mit Zustimmung der Aufsicht ein internes Modell (Umfassender Risikoansatz) verwendet werden kann.
Merger & Acquisitions (M&A)
Fusionen und Übernahmen von Unternehmen.
Methode der laufenden Einmalprämien (Projected Unit Credit Method)
Die gemäß IAS 19 vorgeschriebene versicherungsmathematische Bewertungsmethode zur Bewertung von Pensionsverpflichtungen und dem damit verbundenen Dienstzeitaufwand. Es handelt sich um ein Ansammlungsverfahren, nach dem die Verpflichtung mit dem versicherungsmathematischen Barwert des am Bewertungsstichtag erdienten Versorgungsanspruchs unter Berücksichtigung anzunehmender zukünftiger Leistungssteigerungen anzusetzen ist.
Mezzanine
Flexible Mischform zwischen Eigen- und Fremdkapital. Hier: langfristiges nachrangiges Finanzierungsinstrument zur Wachstumsfinanzierung, das gleichzeitig die wirtschaftliche Eigenkapitalbasis stärkt.
Monolineversicherer
Versicherer, die Kreditversicherungen für Emittenten von Schuldverschreibungen und andere Marktteilnehmer anbieten.
Monte Carlo-Simulation
Monte Carlo-Methoden werden verwendet, um (komplexe) Instrumente, Portfolios und Investments zu bewerten und zu analysieren. Dies erfolgt durch Simulation der verschiedenen unsicheren Einflüsse auf den Wert des Instruments und anschließende Bestimmung des durchschnittlichen Werts aus der Bandbreite der resultierenden Ergebnisse.
Mortgage-backed Securities (MBS)
Asset-backed Securities, die Hypothekenkredite verbriefen. Unterkategorien sind Residential Mortgage-backed Securities (RMBS) und Commercial Mortgage-backed Securities (CMBS).
Nachhaltigkeit (Sustainability)
Bezeichnet das Zusammenspiel von Ökonomie, Ökologie und gesellschaftlicher Verantwortung mit dem Ziel, die Lebensgrundlagen der Menschheit nachhaltig und zukunftsfähig weiterzuentwickeln.
Namensaktien
Aktien, die auf den Namen einer bestimmten Person lauten. Diese Person wird entsprechend den aktienrechtlichen Vorgaben mit einigen persönlichen Angaben sowie ihrer Aktienanzahl in das Aktienregister der Gesellschaft eingetragen. Nur wer im Aktienregister eingetragen ist, gilt gegenüber der Gesellschaft als Aktionär und kann beispielsweise Rechte in der Hauptversammlung ausüben.
Negativer Geschäfts- oder Firmenwert
Im Rahmen eines Unternehmenszusammenschlusses als Ertrag in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasster Überschuss zwischen dem Anteil des Erwerbers an dem Nettobetrag des beizulegenden Zeitwerts der erworbenen Vermögenswerte und Schulden und dem Betrag der übertragenen Gegenleistung.
Nettovermögen je ausstehende Stammaktie
Nettovermögen je ausstehende Stammaktie (unverwässert) ergibt sich durch Division des den Deutsche Bank-Aktionären zurechenbaren Eigenkapitals durch die Anzahl der ausstehenden Stammaktien (unverwässert, beide zum Bilanzstichtag).
Nth-to-default Kreditderivate
Finanzderivate, deren Auszahlungsprofil von der Anzahl (N) an Kreditausfällen innerhalb eines Pools von Wertpapieren oder Referenzwerten anhängt. Sobald die spezifizierte Anzahl an Ausfällen erreicht ist, erlischt das Derivat und eventuelle Ansprüche, die sich aus dem Kontrakt ergeben, werden beglichen.
Nutzungswert
Der Nutzungswert ist der Barwert der künftigen Cashflows, der voraussichtlich aus einem Vermögenswert oder einer zahlungsmittelgenerierenden Einheit abgeleitet werden kann.
Ökonomisches Kapital
Messgröße, anhand derer mit einem hohen Maß an Sicherheit das Eigenkapital ermittelt werden kann, das zu einem beliebigen Zeitpunkt benötigt wird, um unerwartete Verluste aus dem aktuellen Engagement aufzufangen.
Operationelles Risiko
Potenzieller Eintritt von Verlusten im Zusammenhang mit Mitarbeitern, vertraglichen Vereinbarungen und deren Dokumentation, Technologie, Versagen oder Zusammenbruch der Infrastruktur, externen Einflüssen und Kundenbeziehungen. Diese Definition schließt rechtliche und aufsichtsrechtliche Risiken ein, jedoch nicht das allgemeine Geschäfts- und Reputationsrisiko.
Option
Recht, den zugrunde liegenden Optionsgegenstand (beispielsweise Wertpapiere oder Devisen) von einem Vertragspartner (Stillhalter) zu einem vorweg fest vereinbarten Preis zu einem bestimmten Zeitpunkt beziehungsweise in einem bestimmten Zeitraum zu kaufen (Kaufoption) oder an diesen zu verkaufen (Verkaufsoption).
OTC-Derivate
Finanzinstrumente (Derivate), die nicht standardisiert sind und nicht an einer Börse, sondern direkt zwischen den Marktteilnehmern (Over the Counter) gehandelt werden.
Personalaufwandsquote
Prozentualer Anteil des Personalaufwands an den Erträgen insgesamt, die als Zinsüberschuss vor Risikovorsorge im Kreditgeschäft plus zinsunabhängige Erträge definiert sind.
Portfolio
Allgemein: Teil oder Gesamtheit einer oder aller Klassen von Vermögenswerten (zum Beispiel Wertpapiere, Kredite, Beteiligungen oder Immobilien). Die Portfoliobildung dient primär der Risikostreuung. Hier: Zusammenfassung ähnlicher Geschäfte, insbesondere von Wertpapieren und/oder Derivaten, unter Preisrisikoaspekten.
Portfolio Management
Steuerung und Verwaltung eines Wertpapierportfolios für Kunden. Kann die ständige Überwachung des Portfolios und nach Absprache mit dem Kunden auch Käufe und Verkäufe einschließen.
Prime
Begriff, unter dem im Zusammenhang mit dem US-amerikanischen Hypothekenmarkt Kredite an Kreditnehmer mit hoher Bonität verstanden werden.
Prime Brokerage
Eine Dienstleistung, die Clearing, Abwicklung von Handelsgeschäften, Custody, Aufstellung von Abschlüssen und Finanzierung für institutionelle Anleger beinhaltet.
Private Banking
Geschäft mit anlageorientierten vermögenden Kunden.
Private Equity
Kapitalbeteiligung an nicht börsennotierten Unternehmen, zum Beispiel Wagniskapital und Buy-out-Fonds.
Quantitative Anlagen
Portfolios von Aktien- und Rentenwerten sowie von Hedgefonds. Das Management erfolgt systematisch und regelgesteuert, wobei hauptsächlich fundamentale Anlagekriterien angewandt werden. Die Auswahl beruht auf der Verarbeitung großer Datenmengen, für die quantitative Methoden und Techniken zum Einsatz kommen.
Rating
Extern: standardisierte Beurteilung der Bonität des Emittenten und seiner Schuldtitel durch spezialisierte Agenturen.
Intern: detaillierte Risikoeinschätzung eines Schuldners.
Repogeschäft (Repurchase Agreement)
Rückkaufvereinbarung bei Wertpapiergeschäften (echte Pensionsgeschäfte, deren Gegenstand weiterhin dem Pensionsgeber zuzurechnen ist). Aus Sicht des Pensionsnehmers wird von einem Reverse-Repo-Geschäft gesprochen.
Reputationsrisiko
Risiko, dass durch die öffentliche Berichterstattung über eine Transaktion, einen Geschäftspartner oder eine Geschäftspraxis, an der ein Kunde beteiligt ist, das öffentliche Vertrauen in den Konzern negativ beeinflusst wird.
Residential Mortgage-backed Securities (RMBS)
Mortgage-backed Securities (MBS), die Wohnungsbaukredite verbriefen.
Risikogewichtete Aktiva (Risk-weighted Assets, RWA)
Risikogewichtete Aktiva sind mit Kredit-, Markt- und/oder operationellen Risiken behaftete Positionen, die entsprechend aufsichtsrechtlichen Anforderungen gewichtet wurden. RWA ergeben sich aus den aufsichtsrechtlichen Eigenkapitalanforderungen, multipliziert mit dem Faktor 12,5. Anders ausgedrückt, betragen die Kapitalanforderungen 8 % der RWA.
Sachaufwandsquote
Prozentualer Anteil des zinsunabhängigen Sachaufwands, der sich aus den zinsunabhängigen Aufwendungen abzüglich Personalaufwand zusammensetzt, an den Erträgen insgesamt, die als Zinsüberschuss vor Risikovorsorge im Kreditgeschäft plus zinsunabhängige Erträge definiert sind.
Sale and Leaseback
Transaktion, bei der eine Partei zum Beispiel eine Immobilie an eine andere Partei verkauft und anschließend zur weiteren Nutzung zurückmietet beziehungsweise least.
Sarbanes-Oxley Act (SOx)
US-Kapitalmarktgesetz aus dem Jahr 2002, das als Reaktion auf eine Anzahl von Bilanzskandalen die Corporate Governance stärken und damit das Vertrauen der Investoren in den Kapitalmarkt zurückgewinnen soll. Die neuen und erweiterten Regelungen gelten für alle an einer US-Börse gelisteten Unternehmen und reichen von zusätzlichen Vorstandsaufgaben bis zu strafrechtlichen Bestimmungen.
Schwellenländer
Länder und deren Finanzmärkte, die sich aufgrund ihrer hohen Wirtschaftdynamik, im Übergang zu entwickelten Ländern befinden.
Segmentberichterstattung
Offenlegung von Vermögens-, Ergebnis- und sonstigen Informationen eines Unternehmens, untergliedert nach Tätigkeitsbereichen (Unternehmensbereichen) und geografischen Merkmalen (Regionen).
Shareholder Value
Managementkonzept, das dauerhafte Wertsteigerungen des Unternehmens in den Mittelpunkt strategischer und operativer Entscheidungen stellt. Kerngedanke ist, dass nur Renditen, die über den Eigenkapitalkosten liegen, Wert für die Aktionäre schaffen.
Solvabilitätsverordnung
Deutsche Verordnung über die angemessene Eigenkapitalausstattung von Instituten, Institutsgruppen und Finanzholdinggruppen, mit der das überarbeitete Kapitalregelwerk des Baseler Ausschusses von 2004 (mit Erweiterungen in 2009), auch bekannt als Basel 2.5, in deutsches Recht umgesetzt wurde.
Stakeholder
Anspruchs- beziehungsweise Interessengruppen eines Unternehmens, die häufig mit Eigentümern (Aktionären), Kunden, Mitarbeitern und der Gesellschaft gleichgesetzt werden.
Subprime
Begriff, unter dem im Zusammenhang mit dem US-amerikanischen Hypothekenmarkt Kredite an Kreditnehmer mit geringer Bonität verstanden werden. Zur Bestimmung von Subprime-Risikopositionen werden bankenspezifische Standards wie FICO-Bewertungen und Loan-to-Value-Kennzahlen angewandt.
Sukzessiver Erwerb
Bei einem sukzessiven Erwerb erlangt der Erwerber die Beherrschung eines erworbenen Unternehmens, an welchem er unmittelbar vor dem Erwerbszeitpunkt bereits einen Eigenkapitalanteil hält (auch als schrittweiser Unternehmenszusammenschluss bezeichnet). Bei solchen Transaktionen hat der Erwerber seinen zuvor an dem erworbenen Unternehmen gehaltenen Eigenkapitalanteil zu dem zum Erwerbszeitpunkt geltenden beizulegenden Zeitwert neu zu bestimmen und den daraus gegebenenfalls resultierenden Gewinn oder Verlust in der Gewinn- und Verlustrechnung zu erfassen.
Swaps
Grundsätzlich: Austausch von Zahlungsströmen. Zinsswaps: Tausch von Zinszahlungsströmen gleicher Währung mit unterschiedlichen Konditionen (beispielsweise fest/variabel). Währungsswaps: Tausch von Zinszahlungsströmen und Kapitalbeträgen in unterschiedlichen Währungen.
Tier-1-Kapital, Tier-2-Kapital, Tier-3-Kapital
Teile des Aufsichtsrechtlichen Kapitals.
Tier 1-Kapital ohne Hybridinstrumente
Der Konzern unterscheidet dies vom Tier 1-Kapital durch die Herausnahme der hybriden Kapitalinstrumte. Es besteht aus Grundkapital und Rücklagen unter Adjustierung von bestimmenten regulatorischen Positionen.
Tochtergesellschaften
Tochtergesellschaften des Konzerns sind die von ihm beherrschten Einheiten.
Trade Finance
Umfasst alle Dienstleistungen in den Bereichen Trade Finance Services sowie Trade and Risk Services. Der Geschäftsbereich betreut das Exportfinanzierungsund Risikoabsicherungsgeschäft mit Finanzinstituten und Firmenkunden. Dazu gehören multinationale Unternehmen, etablierte und aufstrebende Unternehmen sowie Unternehmen des öffentlichen Sektors.
Trust & Securities Services
Breite Palette von administrativen Dienstleistungen für Wertpapiere. Dazu gehören zum Beispiel Wertpapierverwaltung und -verwahrung (Custody), Treuhandverwaltung von Wertpapieren, Emissions- und Zahlstellendienste, Depotbankfunktion für American Depositary Receipts (ADRs).
Umfassender Risikoansatz (Comprehensive Risk Measure)
Maß für potenzielle Verluste für nth-to-Default-Kreditderivate und Verbriefungen im Correlation Trading Portfolio. Der Umfassende Risikoansatz ermittelt die Verluste, die unter Annahme einer einjährigen Portfolio-Haltedauer mit einer Wahrscheinlichkeit von 99,9 % nicht überschritten werden. Der Umfassende Risikoansatz wurde am 31. Dezember 2011 eingeführt und basiert auf einem internen Modell, das alle Kursrisiken erfassen muss. Ihre Verwendung muß durch die Aufsicht genehmigt werden. Die resultierende Eigenkapitalanforderung muss mindestens 8 % der Anforderung entsprechen, die sich bei Anwendung des Marktrisikostandardansatzes auf das Correlation Trading Portfolio ergeben würde.
Unternehmenszusammenschluss
Eine Transaktion, durch die ein Erwerber die Beherrschung über einen Geschäftsbetrieb erlangt. Dies betrifft den Erwerb von Anteilen an einer Gesellschaft oder deren einzelner Vermögenswerte und Schulden, ebenso wie die Aufstockung bestehender Eigenkapitalanteile (sukzessiver Erwerb). Häufig beinhaltet dies auch den Ansatz eines Geschäfts- oder Firmenwerts.
US GAAP (United States Generally Accepted Accounting Principles)
Rechnungslegungsregeln der USA, die in engerem Sinne durch Verlautbarungen des Financial Accounting Standards Board (FASB) sowie des American Institute of Certified Public Accountants (AICPA) gebildet werden. Darüber hinaus sind insbesondere für börsennotierte Unternehmen die von der Wertpapieraufsichtsbehörde Securities and Exchange Commission (SEC) entwickelten Interpretationen und Auslegungen von Relevanz. Ähnlich den International Financial Reporting Standards liegt die maßgebliche Zielsetzung in der Bereitstellung entscheidungsrelevanter Informationen im Jahresabschluss, die insbesondere für Investoren nützlich sein sollen.
Value-at-Risk
Misst für ein gegebenes Portfolio den potenziellen künftigen Verlust (bezogen auf den Marktwert), der unter normalen Marktbedingungen in einer bestimmten Periode und mit einem bestimmten Konfidenzniveau nicht überschritten wird.
Verbriefungen
Schaffung von handelbaren Wertpapieren aus Forderungen, Einlagen (das heißt zukünftigen Zahlungsströmen) oder Eigentumsrechten im weiteren Sinne. Beispiele sind Asset-backed Securities und Mortgage-backed Securities. Diese Wertpapiere werden häufig von Zweckgesellschaften ausgegeben, die allein der Begebung solcher Wertpapiere dienen und deren Vermögen aus den dazu eingebrachten Vermögenswerten besteht.
Verlustschwere (Loss-given Default, LGD)
Die Verlustquote bei Ausfall bemisst das wahrscheinliche Verlustausmaß bei einem Ausfall des Geschäftspartners. Sie ist eine Schätzung des Risikopositionsteils in Prozent, der bei einem Ausfallereignis uneinbringlich ist, und stellt daher die Schwere eines Verlusts dar.
Wrapped Bond
Schuldverschreibung, die von Dritten versichert oder garantiert wird.
Zielgrößendefinitionen
Nach der Zielgrößendefinition, die sich auf das Ergebnis bezieht, werden bestimmte signifikante Gewinne (wie Gewinne aus dem Verkauf von Industriebeteiligungen, Geschäftsfeldern oder Immobilien) oder bestimmte signifikante Aufwendungen (wie Restrukturierungsaufwendungen, Abschreibungen auf Immaterielle Vermögenswerte oder Aufwendungen aus Rechtsstreitigkeiten) in der Zielgrößendefinition des Konzerns unberücksichtigt gelassen, wenn sie keine Bedeutung für den zukünftigen Erfolg der Kerngeschäftsfelder der Deutschen Bank haben.
Kennzahlenvergleich

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Deutsche Bank Geschäftsbericht 2011

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