Ausblick


Der folgende Abschnitt sollte in Verbindung mit dem Ausblick im Lagebericht im Finanzbericht für das Jahr 2010 gelesen werden.

Wir erwarten weiterhin eine anhaltende Konjunkturerholung wie im Lagebericht des Finanzberichts für das Jahr 2010 beschrieben. Die von uns zum Jahresende 2010 prognostizierte Wachstumskorrektur der Weltwirtschaft ist jedoch kürzer und weniger stark ausgefallen als erwartet. Vor allem aufgrund kräftigerer Impulse aus dem Ausland rechnen wir für Deutschland im laufenden Jahr mit einem Wirtschaftswachstum von 2,5 %. Für die USA erwarten wir ein Wachstum von gut 3 %.

Die möglichen Folgen der Katastrophe in Japan haben an dieser Einschätzung nichts geändert, da die Bedeutung Japans als Exportmarkt für andere asiatische Länder wie auch für Industrieländer abgenommen hat. Außerdem erwarten wir, dass die Produktionsausfälle durch fehlende Importe aus Japan temporär sein dürften. Allerdings haben wir unsere Wachstumsprognose für Japan für 2011 von gut 1,5 % auf minus 2 % reduziert. Die Unsicherheit über die Folgen des Erdbebens in Japan, insbesondere im Zusammenhang mit dem beschädigten Atomkraftwerk, bleibt aber bestehen.

Insgesamt erwarten wir, dass die Weltwirtschaft im Jahresdurchschnitt 2011 um 4 % expandieren wird, gefolgt von 4,5 % im Jahr 2012.

Aufgrund des auch infolge der politischen Unruhen in Nordafrika und dem Nahen Osten gestiegenen Ölpreises haben wir unsere Inflationsprognosen für das laufende Jahr erhöht. Die weltweite Inflation dürfte 2011 im Jahresdurchschnitt 4 % erreichen, sich allerdings im kommenden Jahr wieder abschwächen und auf 3,25 % im Jahr 2012 sinken. In den USA rechnen wir 2011 mit einer Inflationsrate von 2,25 %, für Deutschland von gut 2 % und für die Eurozone mit einem Preisanstieg von 2,5 %.

Der Ausblick für die Bankenbranche ist von Stabilisierung einerseits und neuen Unsicherheiten andererseits gekennzeichnet: Das konjunkturelle Umfeld ist trotz des erwarteten Rückgangs des weltweiten Wachstums beständig, die Refinanzierungssituation der meisten Banken hat sich stabilisiert und die unmittelbaren Befürchtungen um die Konsequenzen der Staatsschuldenkrise in einigen europäischen Ländern auf die Finanzbranche sind durch die jüngsten politischen Entscheidungen in den Hintergrund getreten. Die schwache Marktreaktion auf das Ersuchen Portugals an seine europäischen Partner und den IWF unterstreicht dies. Neben den genannten Ereignissen in Japan könnten auch die möglichen Folgewirkungen des vereinbarten Europäischen Stabilisierungsmechanismus (ESM) auf die zukünftige Behandlung privater Gläubiger für neue Unsicherheit sorgen. Die für Juni geplante Veröffentlichung der Stresstestresultate der EU-Banken wird für den Sektor insgesamt voraussichtlich keine größeren Probleme verursachen; einzelne Institute könnten jedoch unter Handlungsdruck geraten.

Bei der Prognose für das zinstragende Geschäft sind gegenläufige Faktoren zu berücksichtigen. Während die Kreditnachfrage der Unternehmen langsam wieder anzuziehen beginnt, dürfte die Zinswende der EZB tendenziell eine dämpfende Wirkung auf die Kreditnachfrage haben. Ein breites Volumenwachstum ist daher nicht zu erwarten. Gleichzeitig ist beim Rückgang der Kreditrisikovorsorge möglicherweise ein Ende zu erkennen; der positive Beitrag dieses Trends zur Ergebnisentwicklung sollte sich daher verringern. Im Einlagengeschäft könnte sich ein Rückgang der Zuwächse daraus ergeben, dass Unternehmen liquide Mittel wieder verstärkt für Investitionen nutzen und Haushalte sich wieder vermehrt für höher rentierliche Anlagen interessieren.

Das Wachstum im Kapitalmarktgeschäft hat sich zu Anfang dieses Jahres fortgesetzt, obwohl es durch anhaltende Bedenken hinsichtlich Staatsrisiken, die Spannungen im Nahen Osten und die Ereignisse in Japan abgeschwächt wurde. In der Zukunft jedoch erwarten wir, dass die strukturelle Dynamik, eine steigende Nachfrage nach Bankprodukten und sich verändernde Zinssätze neue Chancen bieten werden.

Der Ausblick wird weiterhin von den Trends und Einflussfaktoren geprägt, die wir im Ausblick im Finanzbericht für das Jahr 2010 beschrieben haben, insbesondere von den regulatorischen Rahmenbedingungen.

Für den Deutsche Bank-Konzern halten wir an unserem Ziel fest, in 2011 einen Ergebnis vor Steuern aus unseren Kerngeschäftsbereichen CIB und PCAM von 10 Mrd € zu erreichen, das wir als Teil der Phase 4 der Deutsche Bank-Management-Agenda gesetzt hatten. Die Zielerreichung hängt weiterhin von den zuvor und im Finanzbericht 2010 beschriebenen Faktoren hinsichtlich des wirtschaftlichen Umfelds ab. Die Integration der Unternehmensbereiche in der Investmentbank und unser Programm zur Komplexitätsreduktion, sind auf gutem Weg, die angestrebten Entlastungen in 2011 zu erzielen.

Im Bereich Corporate Banking & Securities dürfte das wirtschaftliche Umfeld trotz der anhaltenden Unsicherheit über die Folgen der regulatorischen Reformen, der Bedenken hinsichtlich Staatsverschuldung und der geopolitischen Instabilität relativ günstig bleiben. Im Sales & Trading erwarten wir, dass die Erträge im kundenbezogenen Geschäft, wie mit Devisen-, Geldmarkt- und Zinsprodukten und im Aktienkassageschäft, durch die weltweit zunehmenden Marktaktivitäten unterstützt werden, die den kurzfristigen Margendruck ausgleichen könnten. Das Provisionsaufkommen in Corporate Finance sollte sich weiter erholen. Wir erwarten hohe Volumina bei den Aktien- und Anleiheemissionen durch anhaltende Refinanzierungstätigkeit der Unternehmen sowie M&A-Aktivitäten, insbesondere international im Zuge der Repositionierung der Unternehmen.

Im Bereich Global Transaction Banking dürfte das niedrige Zinsniveau die Zinserträge kurzfristig weiter belasten, während die anhaltende Erholung der Volumina im internationalen Handel, des grenzüberschreitenden Zahlungsverkehrs, bei der Bewertung von Vermögenswerten und Kapitalmaßnahmen der Unternehmen die vorgenannte Entwicklung teilweise kompensieren sollte.

Im Bereich Asset and Wealth Management erwarten wir, dass das Asset Management weiterhin von der Erholung der Aktienmärkte beeinflusst wird, die Ende 2009 einsetzte. Außerdem sollten Anzeichen einer umfassenden Erholung des Immobilienmarkts auch die Aussichten für alternative Anlagen verbessern. Das Private Wealth Management wird voraussichtlich von wachsenden Märkten im Vermögensverwaltungsgeschäft profitieren und seinen Marktanteil in einem fragmentierten wettbewerbsintensiven Umfeld halten oder sogar steigern können, insbesondere in Schwellenländern und im Heimatmarkt Deutschland. Der Trend im Anlageverhalten der Kunden hin zu einfacheren Produkten mit niedrigeren Provisionserträgen und zu Produkten mit Kapitalgarantien wird sich voraussichtlich nicht kurzfristig ändern. Die Positionierung von Sal. Oppenheim innerhalb des Deutsche Bank-Konzerns sollte sich bereits im laufenden Jahr positiv auf die Erträge auswirken.

Der Bereich Private & Business Clients sollte weiterhin vom soliden Wachstum des Bruttoinlandsprodukts und stabilen Arbeitslosenquoten im Heimatmarkt Deutschland profitieren, während Unsicherheiten im Geschäftsumfeld, insbesondere im Hinblick auf die Entwicklung bei Anlageprodukten, bestehen bleiben. Die Akquisition der Postbank wird für den Konzern eine zusätzliche Marke im deutschen Markt schaffen, durch die wir wesentliche Synergien realisieren können.

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