36 – Derivative Finanzinstrumente


Derivative Finanzinstrumente und Sicherungsgeschäfte

Zu den vom Konzern eingesetzten derivativen Kontrakten zählen Swaps, standardisierte Terminkontrakte, Termingeschäfte, Optionen und ähnliche Kontraktarten. Im Rahmen der üblichen Geschäftstätigkeit wickelt der Konzern unterschiedliche Transaktionen mit derivativen Finanzinstrumenten sowohl zu Handels- als auch zu Sicherungszwecken ab. Der Konzern setzt derivative Instrumente ein, um den Bedürfnissen der Kunden hinsichtlich des Risikomanagements Rechnung zu tragen und Risiken des Konzernobligos zu steuern.

Im Einklang mit den Rechnungslegungsgrundsätzen des Konzerns zur Bilanzierung von Derivaten und Sicherungsbeziehungen, wie sie in Anhangangabe 01 „Wesentliche Rechnungslegungsgrundsätze“ beschrieben sind, werden alle Derivate zum Marktwert bilanziert, gleichgültig, ob sie für Handels- oder Nichthandelszwecke gehalten werden.

Zu Handelszwecken gehaltene Derivate

Verkaufs- und Handelsaktivitäten

Die Mehrzahl der Derivatetransaktionen des Konzerns steht im Zusammenhang mit Verkaufs- und Handelsaktivitäten. Zu den Verkaufsaktivitäten gehören die Strukturierung und Vermarktung derivativer Produkte an Kunden, um diesen die Übernahme, Übertragung, Modifizierung oder Reduzierung von gegenwärtigen oder zukünftigen Risiken zu ermöglichen. Die Handelsaktivitäten umfassen Marktpflege- und Arbitrageaktivitäten sowie das Eingehen von Eigenhandelspositionen. Marktpflege beinhaltet das Stellen von Geld- und Briefkursen für andere Marktteilnehmer mit der Absicht, mithilfe von Margen und Volumina Erträge zu erwirtschaften. Durch Eingehen von Eigenhandelspositionen steuert der Konzern seine Risikopositionen in der Erwartung, von günstigen Entwicklungen der Preise, Zinsen oder Indizes zu profitieren. Bei Arbitrageaktivitäten werden Preisabweichungen zwischen Märkten und Produkten ermittelt, um daraus Gewinne zu erzielen.

Risikomanagement

Im Rahmen seines Aktiv-Passiv-Managements setzt der Konzern Derivate zu Sicherungszwecken ein, um sein Marktrisiko zu reduzieren. Dies erfolgt durch Absicherung spezifischer Portfolios festverzinslicher Finanzinstrumente und geplanter Transaktionen sowie durch eine strategische Absicherung des gesamten Bilanzrisikos. Der Konzern steuert Zinsrisiken aktiv, unter anderem durch den Einsatz derivativer Kontrakte. Der Einsatz derivativer Finanzinstrumente wird von Zeit zu Zeit innerhalb vorgeschriebener Grenzen entsprechend den Veränderungen der Marktbedingungen sowie den Charakteristika und der Zusammensetzung der betreffenden Aktiva und Passiva angepasst.

Derivative, die die Anforderungen an Sicherungsgeschäfte erfüllen

Für Derivate, für die die in Anhangangabe 01 „Wesentliche Rechnungslegungsgrundsätze“ beschriebenen Anforderungen erfüllt sind, wendet der Konzern die Bilanzierung von Sicherungsgeschäften an.

Absicherung des beizulegenden Zeitwerts

Der Konzern wendet die Absicherung des beizulegenden Zeitwerts mittels Zinsswaps und Optionen an, um sich gegen Veränderungen des beizulegenden Zeitwerts festverzinslicher Finanzinstrumente infolge von Bewegungen der Marktzinssätze abzusichern.

in Mio €

Aktiva
2012

Passiva
2012

Aktiva
2011

Passiva
2011

Derivate als Sicherungsinstrumente zur Absicherung des beizulegenden Zeitwerts

7.990

2.455

7.485

2.741

Im Geschäftsjahr 2012 wies der Konzern einen Verlust von 0,1 Mrd € (2011: Gewinn in Höhe von 2,2 Mrd €; 2010: Gewinn in Höhe von 0,7 Mrd €) aus Sicherungsinstrumenten aus. Im gleichen Zeitraum belief sich der Verlust aus den abgesicherten Grundgeschäften, der auf das abgesicherte Risiko zurückzuführen war, auf 0,4 Mrd € (2011: Verlust von 1,5 Mrd €; 2010: Verlust von 0,6 Mrd €).

Absicherung von Zahlungsströmen

Der Konzern wendet die Absicherung von Zahlungsströmen mittels Zinsswaps, Aktienindexswaps und Devisentermingeschäften an, um sich gegen Risiken aus Schwankungen von Zinssätzen, Aktien und Wechselkursen zu schützen.

in Mio €

Aktiva
2012

Passiva
2012

Aktiva
2011

Passiva
2011

Derivate als Sicherungsinstrumente zur Absicherung des beizulegenden Zeitwerts

137

430

436

Berichtszeiträume, in denen mit dem Auftreten der abgesicherten Zahlungsströme gerechnet wird und wann diese voraussichtlich ergebniswirksam werden

in Mio €

Bis 1 Jahr

1 bis 3 Jahre

3 bis 5 Jahre

über 5 Jahre

Zum 31. Dezember 2012

 

 

 

 

Cashflow aus Aktiva

80

133

89

262

Cashflow aus Passiva

–26

–44

–33

–51

Nettocashflow 2012

54

89

56

211

Zum 31. Dezember 2011

 

 

 

 

Cashflow aus Aktiva

46

83

75

302

Cashflow aus Passiva

–4

–4

Nettocashflow 2011

42

79

75

302

Diese erwarteten zukünftigen Zahlungsströme stehen im Wesentlichen im Zusammenhang mit dem größten Absicherungsprogramm des Konzerns, Maher Terminals LLC.

Absicherung von Zahlungsströmen

in Mio €

31.12.2012

31.12.2011

31.12.2010

1

Im Eigenkapital ausgewiesen mit Bezug auf die sonstige erfolgsneutrale Eigenkapitalveränderung, für detailliertere Informationen verweisen wir auf die Konzern-Gesamtergebnisrechnung.

Im Eigenkapital ausgewiesen1

–341

–427

–289

davon terminierte Programme

–17

–26

–44

Ins Eigenkapital des Berichtszeitraums eingestellte Gewinne/Verluste (–)

42

–141

–78

Aus dem Eigenkapital des Berichtszeitraums entnommene Gewinne/Verluste (–)

–45

–3

–4

Erfolgswirksame Ineffiktivität der Absicherung

1

–3

Mit Stand vom 31. Dezember 2012 wird der Zahlungsstrom mit der längsten Laufzeit im Jahr 2027 fällig.

Absicherung von Nettoinvestitionen

Der Konzern sichert sich über Devisentermingeschäfte und -swaps gegen Risiken aus der Umrechnung von Abschlüssen ausländischer Tochterunternehmen in die Bilanzwährung der Muttergesellschaft zu Kassakursen am Bilanzstichtag ab.

in Mio €

Aktiva
2012

Passiva
2012

Aktiva
2011

Passiva
2011

Derivate als Sicherungsinstrumente in Absicherungen von Nettoinvestitionen

244

790

76

1.610

Im Geschäftsjahr 2012 wies der Konzern Verluste von 357 Mio € (2011: Verluste von 218 Mio €; 2010: 197 Mio €) aus Ineffektivität der Absicherung aus, die das Forwardelement des Sicherungsinstruments enthält.