Asset & Wealth Management


Das Vermögensverwaltungsgeschäft sollte in naher Zukunft weiterhin geprägt sein von einer Marktinstabilität aufgrund der Staatsverschuldung, besonders in Europa und den USA, sowie von einem Umfeld anhaltend niedriger Zinsen in vielen entwickelten Märkten. Unsicherheit im Investitionsklima, die durch hohe Geldzuflüsse zu festverzinslichen und Geldmarktprodukten mit relativ geringen Margen gekennzeichnet ist, dürfte die Profitabilität der Branche weiter beeinträchtigen. Höhere regulatorische Kosten infolge neuer Anforderungen könnten diese Entwicklung noch verstärken. Daher ist aus unserer Sicht nachhaltig eine gewisse Größe und Effizienz nötig. Eine ausgewählte Gruppe großer Vermögensverwalter dürfte die Branche zunehmend dominieren und die Mehrzahl der Neuanlagen anziehen. Vermögensverwalter sollten dieses Jahr von einer Verbesserung der Aktienmärkte und erhöhter Kundenaktivität profitieren können, die einen Anstieg der Provisionserträge und leistungsabhängiger Gebühren unterstützen sollten.

Im Rahmen der Überprüfung unserer Strategie haben wir die Schaffung eines neu integrierten Asset & Wealth Management (AWM) bekannt gegeben. AWM verbindet das vorherige Asset Management und Private Wealth Management der Deutschen Bank mit dem passiven Fondsgeschäft und dem Geschäft mit alternativen Anlageformen mit Dritten, das vorher Bestandteil von CB&S war. Damit bietet AWM allen Kunden eine umfassende Produktpalette, die wichtige Wachstumsfelder wie alternative Investments (einschließlich Hedgefonds, Immobilien und Private Equity) und das Passivgeschäft (einschließlich Exchange Traded Funds) beinhaltet. Mit 944 Mrd € verwaltetem Vermögen zum 31. Dezember 2012 gehört AWM zu den größten bankeigenen globalen Vermögensverwaltern.

AWM hat eine Strategie formuliert, auf deren Basis der Bereich von den langfristigen Trends, der Entwicklung der Branche und dem Wettbewerbsumfeld profitieren können sollte. AWM plant die Verdopplung seines Vorsteuerergebnisses auf 1,7 Mrd € im Jahr 2015, unterstützt durch Ertragsinitiativen in Höhe von 0,3 Mrd € und durch Kosteneinsparungen von 0,7 Mrd €.

AWM wird seine Präsenz in ausgewählten Märkten, insbesondere in Schwellenländern, erhöhen und dabei die globale Aufstellung des Konzerns nutzen. Dabei wird AWM einen Fokus auf Schwellenländer legen, in denen ein schnelles Wachstum die Schaffung von Wohlstand und damit die Nachfrage nach Dienstleistungen des AWM begünstigt. Wir erwarten dementsprechend in AWM einen Ertragsanstieg in den Regionen Asien/Pazifik und Lateinamerika um 20–25 % bis 2015, wobei das angestrebte Wachstum in hohem Maße vom weiteren Wirtschaftswachstum in diesen Regionen abhängen wird.

Weltweit bleibt für AWM das Segment der sehr vermögenden Privatkunden im Fokus und wir planen, unsere Kundenbeziehungen in diesem Segment bis 2015 um 50 % zu erhöhen, indem wir unsere Produktpalette und unsere kundenorientierten Lösungen ausbauen und dafür ein spezielles Kundenbetreuungsteam einrichten. In diesem Segment ist der Wettbewerb um Kunden und Toptalente besonders intensiv. Außerdem erwarten wir einen anhaltenden Trend der Kunden zu alternativen Investments und eine erhöhte Nachfrage nach Altersvorsorgeprodukten als Ergebnis des demografischen Wandels. Wir sollten die in diese Produkte investierten Vermögen bis 2015 um mehr als 10 % erhöhen können, indem wir unser Produktangebot erweitern und die Kooperation mit externen Vermögensmanagern fortsetzen. Außerdem erwarten wir weltweit den Ausbau des Anteils der passiven Investments, der insbesondere bei den Exchange Traded Funds (ETFs) zu einem anhaltenden Wachstum führen dürfte. AWM sollte bei den Vermögen in ETFs bis 2015 um 50 % wachsen können und dabei seine bisherige Marktposition voll ausschöpfen und seine Marktposition in Amerika ausbauen können.

Aufgrund der Größe des Unternehmensbereichs und vor dem Hintergrund der angestrebten Investition in die Plattform sollten wir in der Lage sein, erhebliche operative Effizienz zu erzielen, die in Zeiten des Margendrucks wichtig sein dürfte. Gleichzeitig werden wir weiterhin in Wachstumschancen investieren. AWM dürfte Aufwands- und Ertragssynergien aus der Optimierung des Geschäftsmodells in Bezug auf die Produkterstellung, die Kundenbetreuung und die Infrastruktur erzielen können. Die wichtigsten Initiativen, um diese Ziele zu erreichen, beinhalten eine weltweite Integration der Kundenbetreuung und die Schaffung einer einheitlichen Investmentplattform. Effizienz sollte erzielt werden durch eine Abschaffung von Dopplungen in Geschäftsbereichen, Produkten, Dienstleistungen und Technologien sowie durch eine Rationalisierung und Verkleinerung der Infrastruktur, die unser Geschäft unterstützt. Diese Initiativen sollten dazu beitragen, unsere Bruttomargen zu verbessern, wobei wesentliche Anstrengungen in diesem Zusammenhang bereits in 2012 unternommen wurden und bisher gute Ergebnisse zeigten. Die zeitliche Umsetzung einiger angestrebter Optimierungsprojekte ist von verschiedenen Faktoren abhängig, die zu einer Verzögerung oder einer Reduzierung der geplanten Vorteile führen könnten.

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