Gesellschaftliche Verantwortung


2012 war für uns ein Jahr des Übergangs. Die neue Geschäftsleitung gab unsere Strategie 2015+ bekannt und erklärte den Kulturwandel zu einem ihrer wichtigsten Hebel. Dieser baut auf unseren Stärken aus der Vergangenheit auf, stellt jedoch mehr denn je die Bedürfnisse unserer Kunden sowie die Pflege von Partnerschaften in den Mittelpunkt. Er beinhaltet zudem, dass wir unser Geschäft nachhaltig ausrichten wollen – und dies nicht nur im wirtschaftlichen Sinn. Es geht auch um die soziale und ökologische Dimension unseres Handelns.

Grundlegende Veränderungen benötigen Zeit, aber die Ausrichtung ist für uns klar: Unsere Leistungskultur muss gleichermaßen auch eine Kultur der Verantwortung sein. Unternehmerische Verantwortung bedeutet für uns, Wert mit Werten zu schaffen. Wert, von dem alle unsere Interessengruppen – unsere Kunden, Mitarbeiter, Anleger und die Gesellschaft – profitieren. Dies setzt voraus, dass wir ökologische und soziale Faktoren sowie Kriterien der Unternehmensführung bei all unserer Geschäftsaktivitäten mit berücksichtigen. Auf diesem „shared value“-Prinzip baut auch unser gesellschaftliches Engagement auf. Wir eröffnen Chancen, fördern Talente und ermöglichen es Menschen, ihre Kreativität zu entwickeln. Statt des ursprünglich „philanthropischen“ Ansatzes folgen unsere Investitionen heute der Zielvorgabe, Soziales Kapital zu schaffen.

Den größten Mehrwert schaffen wir jedoch dadurch, dass wir unseren Kunden unsere Kompetenzen und Dienstleistungen als weltweit tätige Bank zur Verfügung stellen und ihnen helfen, ihr Geschäft aufrechtzuerhalten und auszubauen. Wir bieten aber weit mehr als finanzielle Unterstützung. Mehr denn je zuvor, bringen unsere Mitarbeiter rund um die Welt ihre Zeit, ihr Wissen und ihre Erfahrungen ein, um soziale Projekte in ihrem Umfeld voranzutreiben oder um gemeinnützige Organisationen zu stärken, die sich noch im Aufbau befinden.

Es ist uns bewusst, dass die Interessen unserer Aktionäre, Kunden, Mitarbeiter und der allgemeinen Öffentlichkeit nicht immer deckungsgleich sind und somit unterschiedliche Erwartungen an uns gestellt werden. Für uns heißt das, dass wir bei unseren Entscheidungen alle Auswirkungen unseres Handelns berücksichtigen und abwägen müssen, um ein ausgewogenes Verhältnis zwischen finanziellem Ertrag und dem Nutzen für unsere Interessengruppen bei möglichst großer gesellschaftlicher Akzeptanz zu erreichen. Auch im Jahr 2012 haben einige unserer Bankgeschäfte Kritik ausgelöst. Zu den problematischen Themen zählten Transaktionen im Zusammenhang mit Nahrungsmittelspekulationen, Finanzierungen zur Herstellung von Streumunition und Transaktionen im Energiesektor. Wir nehmen diese Bedenken ernst und passen unsere Geschäftspraktiken entsprechend an, wo immer es nach einem intensiven Austausch mit unseren Anspruchsgruppen und einer sorgfältigen Analyse der Fakten notwendig erscheint. Nach intensiver Prüfung und Beratung haben wir beispielsweise keine stichhaltigen empirischen Belege für die Behauptung gefunden, die zunehmende Bedeutung von Agrarfinanzprodukten sei für Preissteigerungen oder erhöhte Preisschwankungen verantwortlich. Deshalb haben wir einen vorübergehenden Stopp für die Auflage neuer börsengehandelter Produkte auf Agrarrohstoffe aufgehoben. Auch künftig werden wir bei neuen Produkten prüfen, dass die zugrunde liegenden Investitionsstrategien nicht das Entstehen von Preisspitzen begünstigen.

Verantwortung in unserem Kerngeschäft

Um der zunehmenden Bedeutung von ökologischen und sozialen Risiken gerecht zu werden, entwickelten wir im Jahr 2011 ein Rahmenwerk zur Prüfung entsprechender Risiken. 2012 haben wir die schrittweise Umsetzung des Rahmenwerks in unseren Divisionen und Regionen maßgeblich vorangetrieben. Das Rahmenwerk sieht vor, bei der Genehmigung von Transaktionen aller Art auch ökologische und soziale Faktoren zu berücksichtigen. In einer ersten Phase der Umsetzung konzentrierten wir uns insbesondere auf die Prüfung von Geschäften im Rahmen unserer Unternehmensbereiche Corporate Banking & Securities sowie Global Transaction Banking, die sensible Sektoren, wie die Gewinnung von Rohstoffen, die Land- und Forstwirtschaft oder die Energieversorgung, berühren. In einem weiteren Schritt haben wir mit der Unterstützung des konzernweiten „Reputational Risk Committee“ ergänzende Richtlinien verabschiedet. Sie decken Themen wie Palmöl oder Atomkraft ab. Unsere Kunden erwarten von uns zu Recht eine Beratung, die Risiken und Chancen gleichermaßen berücksichtigt und ihre Interessen, nicht die des Beraters, in den Vordergrund stellt. Vor diesem Hintergrund haben wir für unser Privat- und Geschäftskunden-Geschäft einen Wertekodex entwickelt. Er definiert Mindeststandards für unsere Produkte.

Unsere Assets under Management, die ökologische, soziale und Corporate Governance-Kriterien (Environmental, Social and Goverance – ESG) in den Investmentprozess einbeziehen, blieben unverändert auf einem hohen Niveau mit 2,5 Mrd € im Jahr 2012. Dazu zählen auch Themenfonds im Bereich des Klimawandels. 2012 haben wir ESG-Kriterien stärker in unser internes Investmentportal integriert und damit Grundlagen geschaffen, ESG Kriterien umfassender in den konventionellen Analyseprozess einfließen zu lassen. So haben wir CO2-Ratings und ein CO2-Reporting-Tool im Bereich Anleihen (Fixed Income) aufgenommen sowie ESG-Ratings auf unsere Analyseplattform für Unternehmens- und Staatsanleihen aus Industrie- und Schwellenländern ausgeweitet. Darüber hinaus haben wir den Global Commercial Microfinance Consortium II Fonds mit 100 Mio $ auf den Markt gebracht.

Ökologie

Wir verstehen Thought Leadership als Teil unserer Verantwortung als global agierende Bank, insbesondere wenn es um die Bewältigung des Klimawandels geht. Wir haben uns zum Ziel gesetzt, unseren Geschäftsbetrieb bis zum Jahresende 2012 (im Vergleich zum Basisjahr 2007) klimaneutral zu stellen. Dieses Ziel haben wir Ende 2012 erreicht. Wir haben in Initiativen zur Steigerung unserer Energieeffizienz investiert, Strom aus erneuerbaren Energiequellen bezogen und UN-Kohlendioxidzertifikate für unsere unvermeidbaren Emissionen gekauft und stillgelegt. Unsere umfangreichen Energie- und Klimamaßnahmen trugen dazu bei, dass wir erstmals, als eines von 33 Unternehmen weltweit, in den Carbon Disclosure Leadership Index aufgenommen wurden.

Gesellschaft

Mit einem Fördervolumen von 82,7 Mio €, verglichen mit 83,1 Mio € in 2011, gehörten wir und unsere Stiftungen 2012 erneut zu den engagiertesten Unternehmen weltweit. Im Mittelpunkt unseres Engagements stehen Ausbildung, Social Investments, Kunst und Musik. 20.000 Mitarbeiter (1000 mehr als in 2011), dies entspricht 24 % unserer Mitarbeiter weltweit, unterstützten ehrenamtlich gemeinnützige Projekte.

Unternehmerische Verantwortung erstreckt sich auch auf ein gutes Leistungsmanagement, die Vergütungspraxis sowie den Respekt gegenüber einer vielfältigen Mitarbeiterschaft. Mehr dazu auf den folgenden Seiten.

Weitere Informationen zu unserem Corporate Responsibility-Ansatz und unseren Initiativen können Sie in unserem Corporate Responsibility-Bericht 2012 oder auf dem CR-Portal (www.db.com/responsibility) nachlesen.

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