Risikobericht


Einführung

Veröffentlichungen gemäß IFRS 7 und IAS 1

Der nachstehende Risikobericht enthält qualitative und quantitative Angaben zu Kredit-, Markt- und sonstigen Risiken auf Basis des „International Financial Reporting Standard 7 (IFRS 7) Financial Instruments: Disclosures“ sowie Veröffentlichungen zum Kapital entsprechend des „International Accounting Standard 1 (IAS 1) Presentation of Financial Statements“. Diese Informationen, die zum Konzernabschluss gehören und über Referenzierungen in diesen einbezogen werden, sind in diesem Risikobericht durch eine seitliche Klammer markiert.

Veröffentlichungen gemäß Pillar 3 des Baseler Kapitalstandards

In den vorhergehenden Jahren (seit 2008) hatten wir die Offenlegung zur Säule 3 in einem separaten Säule 3-Bericht zur Verfügung gestellt. Beginnend mit dem Jahresende 2012 enthält der Risikobericht auch die Veröffentlichungen zur Säule 3 entsprechend dem überarbeiteten internationalen Kapitalregelwerk des Baseler Ausschusses für Bankenaufsicht (Basel 2) einschließlich der Erweiterungen für Handelsbuch- und Verbriefungspositionen, die seit dem 31. Dezember 2011 anzuwenden sind (Basel 2.5). Die Europäische Union hat das Basel 2.5-Kapitalregelwerk mit der Eigenkapitalrichtlinie 3 in Europa umgesetzt, die wiederum für Deutschland in deutsches Recht umgesetzt wurde. Die erweiterten Offenlegungsanforderungen der Säule 3 sind in § 26a des Kreditwesengesetzes („KWG“) und im Teil 5 der Solvabilitätsverordnung („SolvV“) festgeschrieben.

Die Regulierung erfordert kein Testat der Säule 3-Offenlegung. Dementsprechend sind bestimmte Teile der Säule 3-Offenlegung als nicht testiert gekennzeichnet.

Wir haben das überarbeitete Kapitalregelwerk für die Mehrheit unserer Engagements auf Basis eigener interner Modelle zur Messung des Kreditrisikos, des Marktrisikos und des operationellen Risikos umgesetzt, die von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht („BaFin“) genehmigt wurden. Alle Säule 3 relevanten Veröffentlichungen basieren auf intern definierten Prinzipien und darauf bezogenen Prozessen, welche in unserer entsprechenden Säule 3-Richtlinie festgeschrieben sind.

Die folgende Tabelle gibt einen Überblick über die Säule 3-bezogenen Offenlegungsthemen und ihre Lokalisierung im Risikobericht.

Offenlegung gemäß den Prinzipien und Empfehlungen der Enhanced Disclosure Task Force (EDTF)

In 2012 wurde die „Enhanced Disclosure Task Force“ („EDTF“) als eine privatwirtschaftliche Initiative unter der Schirmherrschaft des Financial Stability Board mit dem primären Ziel gegründet, die grundlegenden Prinzipien für verbesserte Offenlegung sowie Empfehlungen für die Verbesserung bereits existierender Offenlegungen zu entwickeln. Als ein Mitglied der EDTF haben wir zahlreiche Offenlegungsvorschläge in diesem Risikobericht berücksichtigt und planen zusätzliche Erweiterungen für das Jahr 2013.

Allgemeiner Ansatz

Die Abschnitte über qualitative und quantitative Risikoangaben vermitteln ein umfassendes Bild des Risikoprofils des Deutsche Bank-Konzerns. Die quantitativen Informationen spiegeln in der Regel den Deutsche Bank-Konzern inklusive der Postbank zu den Bilanzstichtagen 31. Dezember 2012 und 31. Dezember 2011 wider.

Mit Inkrafttreten des rechtlich bindenden Beherrschungsvertrags zwischen Deutscher Bank und Postbank im September 2012 sind die Risikomanagementfunktionen der Postbank funktionell in die Konzern-Risikofunktion integriert, zum Beispiel hinsichtlich funktioneller Berichtslinien, gemeinsamer Komitee-Strukturen und konzernweiter Richtlinien. Daher umfassen Aussagen zum Risikomanagement in diesem Bericht grundsätzlich immer den Konzern einschließlich Postbank. In einzelnen Fällen, bei denen abweichende Ansätze verbleiben oder in denen eine konsolidierte Darstellung für quantitative Informationen nicht erfolgt, ist dies entsprechend gekennzeichnet.

Konsolidierungsansatz

Die in den folgenden Abschnitten dargestellten quantitativen Informationen beziehen sich auf den Konzernabschluss in Übereinstimmung mit den „International Financial Reporting Standards“. Daraus resultiert, dass die Berichterstattung grundsätzlich auf den IFRS-Regeln für Bewertungen und Konsolidierung beruht. Jedoch sind insbesondere im Rahmen von Säule 3 die aufsichtsrechtlichen Regeln zur Konsolidierung relevant, die von denen für den Konzernabschluss abweichen. Dies ist im Folgenden genauer beschrieben. In den Fällen, in denen die aufsichtsrechtliche Abgrenzung für den Konzern angewandt wird, ist dies explizit genannt.

Anwendungsbereich der aufsichtsrechtlichen Konsolidierung

Die Deutsche Bank Aktiengesellschaft („Deutsche Bank AG“) mit Sitz in Frankfurt am Main, Deutschland, ist das übergeordnete Unternehmen der Deutsche Bank Institutsgruppe („Institutsgruppe“), die den aufsichtsrechtlichen Bestimmungen des KWG und der SolvV unterliegt. Gemäß §10a KWG umfasst eine aufsichtsrechtliche Institutsgruppe ein Kreditinstitut (nachfolgend auch „Bank“) oder ein Finanzdienstleistungsinstitut als übergeordnetes Unternehmen und alle anderen Banken, Finanzdienstleistungsinstitute, Kapitalanlagegesellschaften, Finanzunternehmen, Zahlungsinstitute und Anbieter von Nebendienstleistungen, die dessen Tochterunternehmen im Sinne von § 1 (7) KWG sind. Diese Gesellschaften werden für aufsichtsrechtliche Meldezwecke unserer Institutsgruppe vollständig konsolidiert. Ergänzend können bestimmte Gesellschaften, die keine Tochterunternehmen sind, auf quotaler Basis einbezogen werden. Versicherungen und Gesellschaften außerhalb des Finanzsektors werden in der aufsichtsrechtlichen Institutsgruppe nicht konsolidiert.

Für Finanzkonglomerate werden Versicherungen jedoch in eine ergänzende Berechnung der Kapitaladäquanz (auch „Solvabilitätsspanne“ genannt) einbezogen. Wir sind im Oktober 2007 von der BaFin als Finanzkonglomerat eingestuft worden.

Die aufsichtsrechtlichen Konsolidierungsgrundsätze weichen von denen unseres handelsrechtlichen Konzernabschlusses ab. Gleichwohl wird die Mehrzahl der Tochterunternehmen nach KWG auch in unserem Konzernabschluss gemäß IFRS voll konsolidiert.

Die Hauptunterschiede zwischen der aufsichtsrechtlichen und der IFRS-Konsolidierung sind:

  • Gesellschaften, die von uns kontrolliert werden, jedoch nicht der Bankenbranche angehören, sind nicht Teil der aufsichtsrechtlichen Institutsgruppe, werden aber in den Konzernabschluss nach IFRS einbezogen.
  • Die meisten unserer Zweckgesellschaften (Special Purpose Entities, auch „SPEs“), die nach IFRS konsolidiert werden, erfüllen nicht die speziellen Konsolidierungsanforderungen nach § 10a KWG und sind daher im aufsichtsrechtlichen Konsolidierungskreis nicht enthalten. Die Risiken, die aus unserem Engagement gegenüber diesen Zweckgesellschaften resultieren, finden sich jedoch in unseren aufsichtsrechtlichen Eigenkapitalanforderungen.
  • Einige aufsichtsrechtlich konsolidierte Gesellschaften erfüllen wiederum nicht die Konsolidierungskriterien der Rechnungslegung, sondern werden anders behandelt und insbesondere nach der Equitymethode bilanziert. Es gibt zwei Gesellschaften in unserer aufsichtsrechtlichen Institutsgruppe, die gemeinsam von ihren Anteilseignern kontrolliert und aufsichtsrechtlich quotal konsolidiert werden. Eine Gesellschaft wird freiwillig quotal konsolidiert. Für Zwecke der Konzernberichterstattung gemäß IFRS werden diese drei Unternehmen nach der Equitymethode bilanziert.

Zum Jahresende 2012 umfasste unsere aufsichtsrechtliche Institutsgruppe 913 Tochterunternehmen, von denen drei quotal konsolidiert wurden. Unsere Institutsgruppe bestand aus 137 Banken, drei Zahlungsinstituten, 80 Finanzdienstleistungsinstituten, 514 Finanzunternehmen, 14 Kapitalanlagegesellschaften und 165 Anbietern von Nebendienstleistungen.

Zum Jahresende 2011 umfasste unsere aufsichtsrechtliche Institutsgruppe 1.027 Tochterunternehmen, von denen drei quotal konsolidiert wurden. Die aufsichtsrechtliche Institutsgruppe bestand aus 152 Banken, zwei Zahlungsinstituten, 93 Finanzdienstleistungsinstituten, 627 Finanzunternehmen, 14 Kapitalanlagegesellschaften und 139 Anbietern von Nebendienstleistungen.

131 Unternehmen wurden von der aufsichtsrechtlichen Konsolidierung gemäß § 31 (3) KWG per Jahresende 2012 ausgenommen (Jahresende 2011: 102 Unternehmen). § 31 (3) KWG erlaubt im aufsichtsrechtlichen Anwendungsbereich den Ausschluss kleiner Gesellschaften vom konsolidierten, aufsichtsrechtlichen Meldewesen, sofern entweder deren Bilanzsumme kleiner als 10 Mio € oder kleiner als 1 % der Bilanzsumme des Konzerns ist. In Übereinstimmung mit IFRS muss keines dieser Unternehmen im Konzernabschluss konsolidiert werden. Die Buchwerte unserer Beteiligungen am Kapital dieser Unternehmen wurden von unserem aufsichtsrechtlichen Eigenkapital abgezogen, zum Jahresende 2012 insgesamt 31 Mio € (Jahresende 2011: 12 Mio €).

Die gleiche Abzugsbehandlung wurde auf weitere 267 nicht konsolidierte (im Sinne der aufsichtsrechtlichen Konsolidierung) Gesellschaften sowie weitere drei immaterielle Versicherungsgesellschaften, die nicht in die Solvabilitätsspanne einbezogen werden, angewandt. Deren Beteiligungsbuchwerte haben wir gemäß § 10 (6) KWG von unserem aufsichtsrechtlichen Eigenkapital abgezogen. § 10 (6) Nr. 1, 2, 3 und 5 KWG verlangen den Abzug der Beteiligungen an nicht konsolidierten Instituten, Finanzunternehmen und Versicherungsunternehmen vom aufsichtsrechtlichen Eigenkapital, wenn ein Kapitalanteil von mehr als 10 % gehalten wird (mindestens 20 % des Kapitals oder der Stimmrechte bei Versicherungsunternehmen, sofern diese nicht in die Berechnung der Solvabilitätsspanne auf Konglomeratsebene einbezogen sind). Seitdem wir als Finanzkonglomerat eingestuft sind, werden materielle Beteiligungen in Höhe von mindestens 20 % des Kapitals oder der Stimmrechte an Versicherungsunternehmen nicht von unserem aufsichtsrechtlichen Eigenkapital abgezogen, da diese in die Solvabilitätsberechnung auf Konglomeratsebene einbezogen werden.

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