Adressenausfallrisiko: Aufsichtsrechtliche Bewertung


Der folgende Abschnitt zum Adressenausfallrisiko: Aufsichtsrechtliche Bewertung, der auf Seite 131 endet, zeigt spezifische Offenlegungen auf Basis von Säule 3. Die Regulierung erfordert kein Testat der Säule 3-Offenlegung. Dementsprechend ist dieser Abschnitt der Säule 3-Offenlegung nicht testiert. Dargestellte quantitative Angaben folgen dem regulatorischen Konzept zur Konsolidierung.

Allgemeine Darstellungen zur aufsichtsrechtlichen Bewertung des Adressenausfallrisikos

Grundsätzlich wenden wir den fortgeschrittenen IRBA für den Großteil unseres dafür infrage kommenden Kreditportfolios zur Berechnung der aufsichtsrechtlichen Kapitalanforderungen nach Maßgabe der Solvabilitätsverordnung („SolvV“) und gemäß den von der BaFin erhaltenen Genehmigungen an.

Die von der BaFin erteilten Genehmigungen im Rahmen der Überprüfungsprozesse für unsere Adressenausfallrisikopositionen ohne Postbank im fortgeschrittenen IRBA ermöglichen die Anwendung von 63 intern entwickelten Bonitätseinstufungssystemen für die Berechnung der aufsichtsrechtlichen Kapitalanforderungen. Von diesen wurden 37 Bonitätseinstufungssysteme im Dezember 2007 genehmigt, während die Zulassung für 26 weitere Bonitätseinstufungssysteme bis einschließlich Ende 2012 folgte. Insgesamt sind damit alle wesentlichen Risikopositionen des Konzerns ohne Postbank in den Forderungsklassen „Zentralregierungen“, „Institute“, „Unternehmen“ und „Mengengeschäft“ des fortgeschrittenen IRBA erfasst.

Das Mengengeschäft der Postbank wird ebenfalls dem fortgeschrittenen IRBA zugeordnet, basierend auf entsprechenden Genehmigungen, welche der Postbank durch die BaFin erteilt wurden, sowie unserem fortgeschrittenen IRBA-Status. Details zum fortgeschrittenen IRBA und zu den Risikopositionen im fortgeschrittenen IRBA werden in den Kapiteln „Fortgeschrittener auf internen Bonitätseinstufungen basierender Ansatz“ und „Risikopositionen im fortgeschrittenen IRBA“ gegeben.

Darüber hinaus wenden wir den IRB-Basis-Ansatz für einen signifikanten Anteil des für den IRBA infrage kommenden Kreditportfolios der Postbank an, für die die Postbank die Genehmigung der BaFin in früheren Jahren erhalten hatte. Der IRB-Basis-Ansatz und die Risikopositionen im IRB-Basis-Ansatz werden in den Kapiteln „IRB-Basis-Ansatz“ und „Risikopositionen im IRB-Basis-Ansatz“ erläutert.

Die der Postbank seitens der BaFin erteilten Genehmigungen im Rahmen der Überprüfungsprozesse für die Adressenausfallrisikopositionen ermöglichen die Anwendung von 16 intern entwickelten Bonitätseinstufungssystemen für die Berechnung der aufsichtsrechtlichen Kapitalanforderungen der Postbank im IRBA-Ansatz. Von diesen wurden acht Bonitätseinstufungssysteme im Dezember 2006 genehmigt, während die Zulassung für neun weitere bis Ende 2012 erfolgte. Die Verwendung eines Bonitätseinstufungssystemes wurde ausgesetzt. Insgesamt sind damit alle wesentlichen Risikopositionen der Postbank in der Forderungsklasse Mengengeschäft im fortgeschrittenen IRBA und den Forderungsklassen „Zentralregierungen“, „Institute“ und „Unternehmen“ im IRB-Basis-Ansatz erfasst.

Für die Postbank-Forderungsklassen „Institute“ und „Unternehmen“ wurden Zulassungsprüfungen für den fortgeschrittenen IRBA-Ansatz durchgeführt, deren Genehmigung noch aussteht.

Wir ordnen einige wenige verbleibende, für den fortgeschrittenen IRBA infrage kommende Portfolios mit geringer Größe vorübergehend dem Standardansatz zu. Bezüglich dieser Portfolios wurde ein Implementierungs- und Genehmigungsplan in Abstimmung mit den zuständigen Behörden, der BaFin und der Bundesbank, erstellt.

Risikopositionen, die wir weder im fortgeschrittenen IRBA noch im IRB-Basis-Ansatz behandeln, werden in den Kapiteln „Sonstige Risikopositionen im IRBA“ und „Standardansatz“ erläutert.

Unser Abdeckungsgrad im fortgeschrittenen IRBA ohne Postbank hat die deutsche aufsichtsrechtliche Anforderung von 92 % sowohl gemessen an Risikopositionswerten (EAD) als auch in Bezug auf RWAs entsprechend den Vorgaben nach § 67 SolvV zum 31. Dezember 2012 überschritten. Dieser Wert beinhaltet nicht die Risikopositionen, die nach § 70 SolvV dauerhaft dem Standardansatz zugeordnet und im Kapitel „Standardansatz“ erläutert sind, sonstige IRBA-Risikopositionen (beschrieben im Kapitel „Sonstige Risikopositionen im IRBA“) sowie Verbriefungen (siehe weitere Erläuterungen im Kapitel „Verbriefungen“). Die aufsichtsrechtlichen Mindestanforderungen hinsichtlich der Abdeckungsgrade wurden zu jeder Zeit eingehalten.

Risikopositionswert und RWA nach Modellansätzen für unsere Kreditrisikoportfolios

 

31.12. 2012

 

Fortgeschrittener IRBA

IRB-Basis-Ansatz

Sonstige Risiko-
positionen im IRBA

Standardansatz

Insgesamt

in Mio €

Risiko-
positions-
wert

RWA

Risiko-
positions-
wert

RWA

Risiko-
positions-
wert

RWA

Risiko-
positions-
wert

RWA

Risiko-
positions-
wert

RWA

Kapital-
anfor-
derungen

Zentralregierungen

103.199

3.762

112

35

100.612

379

203.923

4.176

334

Institute

65.856

8.946

22.658

3.156

4.619

230

93.133

12.331

987

Unternehmen

281.190

81.646

11.936

7.349

17.672

10.957

26.392

18.640

337.191

118.593

9.487

Grundpfandrechtlich besicherte Positionen des Mengengeschäfts

145.828

20.164

6.253

2.728

152.080

22.891

1.831

Qualifizierte revolvierende Positionen des Mengengeschäfts

4.550

623

4.550

623

50

Sonstiges Mengengeschäft

32.716

15.259

10.604

6.564

43.320

21.823

1.746

Sonstige Positionen

9.937

11.635

27.830

22.342

37.767

33.977

2.718

Verbriefungen

62.549

13.325

2.720

1.457

65.269

14.782

1.183

Insgesamt

695.887

143.725

34.707

10.539

27.609

22.592

179.030

52.340

937.232

229.196

18.336

Davon kontrahentenbezogenes Kreditrisiko aus

143.190

32.711

8.471

736

726

636

13.485

1.906

165.872

35.989

2.879

Derivate

87.857

30.870

1.552

595

726

636

10.658

1.696

100.792

33.797

2.704

Wertpapierfinanzierungsgeschäfte

55.333

1.841

6.919

140

2.827

210

65.079

2.191

175

Die vorstehende Tabelle gibt auch einen Überblick über die verwendeten Modellansätze für unser Verbriefungsportfolio. Hierbei ist zu beachten, dass in den nachfolgenden Abschnitten unsere Risikopositionen im IRBA- und im Standardansatz ohne Verbriefungspositionen dargestellt werden, da diese separat mit mehr Details im Abschnitt „Verbriefung“ enthalten sind. Die Zeile „Sonstige Positionen“ beinhaltet vornehmlich Investmentanteile, Beteiligungen und sonstige kreditunabhängige Aktiva, die als sonstige Positionen im IRBA behandelt werden, sowie die verbleibenden Forderungsklassen im Standardansatz, soweit sie nicht unter die Forderungsklassen „Zentralregierungen“, „Institute“, „Unternehmen“ oder das „Mengengeschäft“ fallen.

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