Aufsichtsrechtliche Kapitalquoten


Das Kreditwesengesetz und die Solvabilitätsverordnung enthalten die Regelungen zur Kapitaladäquanz aus Basel 2.5 und sehen für deutsche Banken vor, Kapital in angemessener Höhe, gemessen an ihren aufsichtsrechtlichen Kapitalanforderungen, vorzuhalten, wobei Letztere aus Adressenausfallrisiken, operationellen Risiken und Marktrisiken bestehen. Adressenausfallrisiken und operationelle Risiken müssen mit Tier-1- und Tier-2-Kapital (in Summe „Haftendes Eigenkapital“) gedeckt werden. Marktrisiken sind entweder mit Haftendem Eigenkapital (bis zu dem Betrag, der zur Unterlegung der Adressenausfallrisiken und operationellen Risiken nicht benötigt wird) oder mit Tier-3-Kapital (zusammen mit Haftendem Eigenkapital – „Eigenmittel“) abzudecken.

Die nachfolgende Tabelle zeigt das zur Deckung der Mindestkapitalanforderungen verfügbare aufsichtsrechtliche Eigenkapital nach Risikoklasse unter Berücksichtigung der Übergangsposten gemäß § 64h Absatz 3 KWG:

Abdeckung der Mindesteigenkapitalanforderungen

 

31.12.2012

31.12.2011

in Mio €

Aufsichtsrechtliche Eigenkapital-
anforderungen

Verfügbares aufsichtsrechtliches Eigenkapital

Aufsichtsrechtliche Eigenkapital-
anforderungen

Verfügbares aufsichtsrechtliches Eigenkapital

Kredit- und operationelles Risiko

22.464

57.251

25.077

55.545

Marktrisiko

4.245

34.787

5.448

30.468

Zum 31. Dezember 2012 und zum 31. Dezember 2011 wiesen wir aufsichtsrechtliches Eigenkapital deutlich über den geforderten Mindeststandards auf. Der Anstieg des aufsichtsrechtlichen Kapitals um 1,7 Mrd € in 2012, davon 1,4 Mrd € in Form von Tier-1-Kapital, beruhte in erster Linie auf reduzierten Kapitalabzugsbeträgen.

Das Kreditwesengesetz und die Solvabilitätsverordnung verlangten, dass wir unser Marktpreisrisiko zum 31. Dezember 2012 mit aufsichtsrechtlichem Kapital (Tier-1 + Tier-2 + Tier-3) in Höhe von 4,2 Mrd € unterlegen (31. Dezember 2011: 5,4 Mrd €). Wir haben diese Anforderung vollständig mit Tier-1- und Tier-2-Kapital erfüllt, das für die Mindestabdeckung des Kredit- und operationellen Risikos nicht erforderlich war.

Basel 2.5 verlangt den Abzug des Geschäfts- oder Firmenwerts vom Tier-1-Kapital. Für eine Übergangszeit ist es jedoch gemäß § 64h Absatz 3 KWG zulässig, bestimmte Komponenten des Geschäfts- oder Firmenwerts teilweise in das Tier-1-Kapital einzubeziehen.

Am 31. Dezember 2012 betrug der Übergangsposten 236 Mio €, verglichen mit 319 Mio € am 31. Dezember 2011. Für aufsichtsrechtliche Meldezwecke an die deutsche Aufsichtsbehörde ist dieser Übergangsposten im Tier-1-Kapital und im aufsichtsrechtlichen Eigenkapital und in den risikogewichteten Aktiva enthalten. Dementsprechend beliefen sich die an die deutschen Aufsichtsbehörden gemeldete Tier-1-Kapitalquote und die Eigenkapitalquote unter Berücksichtigung dieses Postens auf 15,2 % beziehungsweise 17,1 % am 31. Dezember 2012, verglichen mit 12,9 % beziehungsweise 14,6 % am 31. Dezember 2011.

Zum 31. Dezember 2012 werden die aufsichtsrechtlichen Kapitalquoten für die Deutsche Bank AG und ihre Tochterunternehmen, die Deutsche Bank Privat- und Geschäftskunden AG, die norisbank GmbH, die DWS Finanz-Service GmbH, die Deutsche Bank Europe GmbH und die Sal. Oppenheim jr. & Cie. AG & Co.KGaG, nicht veröffentlicht, da diese Gesellschaften die Bedingungen der Ausnahmeregelung nach § 2a KWG erfüllen. Im Ergebnis sind sie nicht verpflichtet, bestimmte aufsichtsrechtliche Anforderungen des KWG auf Einzelebene zu erfüllen, was auch die Berechnung der Solvabilität sowie die Meldung der aufsichtsrechtlichen Kapitalquoten umfasst. Diese Ausnahmeregelungen können nur dann angewandt werden, wenn unter anderem weder ein bedeutendes tatsächliches noch rechtliches Hindernis für die unverzügliche Übertragung von Eigenmitteln oder die Rückzahlung von Verbindlichkeiten von der Deutschen Bank AG an die jeweiligen Tochtergesellschaften oder von allen konzernangehörigen Unternehmen an die Deutsche Bank AG vorhanden ist.

Die Deutsche Postbank AG, die wir seit dem 3. Dezember 2010 konsolidieren, wird als signifikante Tochtergesellschaft des Konzerns angesehen, die in diesem Kontext als solche Gesellschaften definiert sind, die mehr als 5 % zu unseren risikogewichteten Aktiva beitragen. Im Dezember 2012 hat die Deutsche Postbank AG gegenüber der deutschen Aufsichtsbehörde BaFin die Inanspruchnahme der Ausnahmeregelung nach § 2a KWG angezeigt, deren Anwendung zurzeit zwischen der Deutschen Postbank AG und den deutschen Aufsichtsbehörden diskutiert wird. Gleichwohl beliefen sich die Tier-1-Kapitalquote und die Gesamtkapitalquote inklusive der Komponenten des Geschäfts- oder Firmenwerts gemäß § 64h Absatz 3 KWG für den Deutsche Postbank-Konzern einschließlich der Deutschen Postbank AG zum 31. Dezember 2012 auf 12,0 % und 15,9 % und auf 10,8 % und 14,9 % zum 31. Dezember 2011.

Die Nichteinhaltung der Mindestkapitalanforderungen kann Verfügungen und weitere Maßnahmen seitens der BaFin nach sich ziehen, wie beispielsweise Dividendenzahlungen oder andere Gewinnausschüttungen auf das aufsichtsrechtliche Eigenkapital zu reduzieren oder auszusetzen. Diese könnten erhebliche Auswirkungen auf unsere Geschäftsaktivitäten haben. Wir haben 2012 die aufsichtsrechtlichen Kapitaladäquanzvorschriften eingehalten. Unsere Tochterunternehmen, die nicht in den aufsichtsrechtlichen Konsolidierungskreis einbezogen werden, wiesen in 2012 keine Kapitalunterdeckung auf.