Kreditrisikoengagements gegenüber ausgewählten Ländern der Eurozone


Vor dem Hintergrund der erhöhten Risikosituation in der Eurozone wird in nachstehenden Tabellen ein Überblick über ausgewählte Länder der Eurozone gegeben. Das erhöhte Risiko wird getrieben durch die andauernde Staatsschuldenkrise in Europa und volatile Prämien für Kreditabsicherungen (CDS-Spreads). Das erhöhte Risiko für die betroffenen Staaten wird von einer Reihe von Faktoren bestimmt, unter anderem hoher Staatsverschuldung und Budgetdefiziten, eingeschränktem Zugang zu Kapitalmärkten, anstehenden Fälligkeiten, schwachen ökonomischen Rahmendaten beziehungsweise Aussichten (einschließlich niedrigen Wachstums des Bruttoinlandsprodukts, geringer Wettbewerbsfähigkeit, hoher Arbeitslosigkeit und politischer Unsicherheit). Einige dieser Länder haben Rettungspakete angenommen.

Für die Darstellung unserer Engagements gegenüber ausgewählten Ländern der Eurozone verwenden wir zwei grundsätzliche Konzepte wie folgt:

  • In unserer „Risikomanagement-Perspektive“ berücksichtigen wir das Sitzland der Konzernmutter und spiegeln die Kreditnehmereinheit wider. Darunter werden alle Kreditlinien an eine Gruppe von Kreditnehmern, die miteinander verbunden sind (zum Beispiel durch eine Einheit, die eine Mehrheit der Stimmrechte oder des Kapitals an einer anderen Einheit hält), unter einem Schuldner konsolidiert. Diese Gruppe von Kreditnehmern wird in der Regel dem Herkunftsland der jeweiligen Muttergesellschaft zugeordnet. Beispielsweise ist ein Darlehen an einen Geschäftspartner in Spanien spanisches Risiko aus Sicht des Sitzlandes der Gesellschaft, aber ein deutsches Risiko aus Risikomanagement-Perspektive, wenn die jeweilige Gegenpartei eine Muttergesellschaft mit Sitz in Deutschland hat, die nach dem oben genannten Prinzip mit einem Schuldner verbunden ist. Aufrechnungen im Derivategeschäft sowie Sicherungsgeschäfte und Kreditsicherheiten werden in der Risikomanagement-Perspektive berücksichtigt. Die Bewertung der Sicherheiten folgt denselben stringenten Methoden und Prinzipen wie an anderer Stelle aufgezeigt. Ergänzend ordnen wir aus Sicht des Risikomanagements das Engagement gegenüber Zweckgesellschaften dem Sitzland der zugrunde liegenden Vermögenswerte und nicht dem Sitzland der Zweckgesellschaft zu. Ähnliche Überlegungen gelten für strukturierte Produkte. Wenn beispielsweise ein strukturiertes Wertpapier von einer Zweckgesellschaft in Irland ausgegeben wird, wird es als ein irisches Risiko in der „Sitzland-Perspektive“ betrachtet, aber wenn die zugrunde liegenden Vermögenswerte, die das strukturierte Wertpapier besichern, deutsche Hypothekendarlehen sind, wären die Engagements als deutsches Risiko in der Risikomanagement-Perspektive enthalten.
  • In unserer „Sitzland-Perspektive“ aggregieren wir das Kreditrisikoengagement unabhängig von jeglichen Verbindungen zu anderen Kreditnehmern auf Basis des Sitzlandes des Kreditnehmers oder im Falle von Kreditabsicherungen (CDS) nach den zugrunde liegenden Vermögensgegenständen zu den entsprechenden Ländern der Eurozone. Aus diesem Grund beziehen wir auch Kunden mit ein, deren Muttergesellschaft außerhalb dieser Länder ansässig ist, sowie Engagements mit Zweckgesellschaften, deren zugrunde liegende Vermögensgegenstände ihr Sitzland außerhalb dieser Länder haben.

Zusammengefasstes Nettoengagement gegenüber ausgewählten Ländern der Eurozone – Risikomanagement-Perspektive

in Mio €

31.12.2012

31.12.2011

Griechenland

646

840

Irland

1.443

1.570

Italien

19.068

18.064

Portugal

1.187

1.733

Spanien

12.664

12.750

Insgesamt

35.008

34.957

Das Nettoengagement erhöhte sich gegenüber dem Jahresende 2011 um 51 Mio € überwiegend durch Anstiege in Italien (höhere Handelspositionen). Dieser Anstieg wurde weitestgehend durch eine Reduktion des Engagements mit Finanzinstitutionen in Portugal und Spanien bei der Postbank und in griechischen Staatsanleihen durch die Teilnahme an der Restrukturierung griechischer Schulden im März 2012 ausgeglichen. Das Kreditengagement in Zypern wird vor dem Hintergrund eines erhöhten Länderrisikos ebenfalls eng überwacht und ist aus Sicht der Risikomanagement-Perspektive auf einem vergleichsweise niedrigen Niveau von 38 Mio €.

Unser oben dargestelltes Engagement besteht hauptsächlich aus stark diversifizierten, risikoarmen Retail-Portfolien, Klein- und Mittelstandskunden in Italien und Spanien sowie stärkeren Unternehmen und diversifizierten Mittelstandskunden. Unser Engagement gegenüber Finanzinstituten ist vornehmlich auf größere Banken in Spanien und Italien ausgerichtet, typischerweise mit Sicherheitenvereinbarungen, wobei der überwiegende Teil unseres Engagements mit spanischen Finanzinstituten aus Pfandbriefen besteht. Das Engagement gegenüber Staaten ist moderat und besteht überwiegend gegenüber Italien und Spanien. Es resultiert insbesondere aus Derivategeschäft sowie der Teilnahme an Auktionen für Staatsanleihen.

Die folgenden, auf der Sitzland-Perspektive basierenden Tabellen zeigen unsere Bruttoposition, die darin enthaltenen nicht gezogenen Kreditlinien (ausgewiesen als „darunter“-Position) und unser Nettoengagement gegenüber diesen europäischen Ländern. Die Bruttoposition reflektiert unser Nettoengagement vor Berücksichtigung gekaufter Besicherung über Kreditderivate mit Referenz des zugrunde liegenden Vermögenswerts auf eines dieser Länder, erhaltenen Garantien und Sicherheiten. Sicherheiten werden insbesondere in der Kategorie Retail gehalten, aber auch in der Kategorie Finanzinstitute – vorwiegend in Bezug auf Nachschussvereinbarungen für Derivate – und in der Kategorie Unternehmen. Zusätzlich reflektieren die Beträge auch die Wertberichtigungen für Kreditausfälle. In einigen Fällen ist die Möglichkeit der Geschäftspartner für Ziehungen unter den verfügbaren Fazilitäten durch die spezifischen Vertragsvereinbarungen eingeschränkt. Die Nettoengagements werden nach Berücksichtigung von gehaltenen Sicherheiten, erhaltenen Garantien und sonstigen Kreditrisikominderungen, jedoch ohne die nominale Nettoposition aus gekauften beziehungsweise verkauften Kreditderivaten gezeigt. Die dargestellten Brutto- und Nettoforderungen an ausgewählte europäische Länder beinhalten keine Tranchen von Kreditderivaten und Kreditderivate in Bezug auf unser Korrelationsgeschäft, die konstruktionsbedingt kreditrisikoneutral sein sollen. Die Tranchenstruktur sowie die Korrelationen dieser Positionen eignen sich außerdem nicht für eine disaggregierte Darstellung der Nominalwerte je Land, da zum Beispiel identische Nominalwerte unterschiedliche Risikostufen für verschiedene Tranchenebenen repräsentieren.

Bruttoposition, darin enthaltene nicht gezogene Kreditlinien und unser Nettoengagement gegenüber ausgewählten europäischen Ländern – Sitzland-Perspektive

 

Staat

Finanzinstitutionen

Unternehmen

Retail

Sonstige

Insgesamt2

in Mio €

31.12.
2012

31.12.
20111

31.12.
2012

31.12.
2011

31.12.
2012

31.12.
2011

31.12.
2012

31.12.
20111

31.12.
2012

31.12.
2011

31.12.
2012

31.12.
2011

1

Beinhaltet wertgeminderte Wertpapierpositionen gegenüber staatlichen Kreditnehmern in Griechenland zum 31. Dezember 2011, die als zur Veräußerung verfügbare Vermögenswerte klassifiziert sind. Weitere wertgeminderte Positionen gegenüber staatlichen Kreditnehmern sind nicht enthalten.

2

Ungefähr 77 % des Gesamtengagements werden innerhalb der nächsten fünf Jahre fällig.

3

Sonstige Engagements gegenüber Irland enthalten Engagements an Kreditnehmer, bei denen der Sitz der Konzernmutter außerhalb Irlands liegt, sowie Engagements gegenüber Zweckgesellschaften, deren zugrunde liegende Vermögenswerte von Kreditnehmern in anderen Ländern stammen.

4

Nettoposition insgesamt beinhaltet keine Bewertungsanpassungen für das Ausfallrisiko für Derivate in Höhe von 231 Mio € zum 31. Dezember 2012 und 240 Mio € zum 31. Dezember 2011.

Griechenland

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Brutto

40

448

715

576

1.501

1.287

9

8

2.265

2.319

nicht gezogen

8

5

160

121

2

2

170

128

Netto

39

448

67

105

356

324

3

2

465

879

Irland

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Brutto

932

420

1.427

3.472

6.505

8.436

56

61

4.2923

6.4843

13.212

18.873

nicht gezogen

14

4

1.581

1.130

2

3

3663

3403

1.963

1.477

Netto

400

181

1.005

1.755

4.661

6.593

7

9

2.9143

5.0843

8.987

13.622

Italien

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Brutto

3.059

1.811

7.041

5.198

8.706

9.449

20.291

19.842

127

373

39.224

36.673

nicht gezogen

1

2

809

637

3.162

3.581

261

308

4.233

4.528

Netto

2.969

1.767

3.150

2.296

6.619

6.670

7.749

8.480

–73

173

20.414

19.386

Portugal

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Brutto

258

165

453

880

1.548

1.502

2.375

2.415

33

36

4.667

4.998

nicht gezogen

52

33

188

130

5

30

245

193

Netto

153

–45

319

519

769

727

501

364

32

36

1.774

1.601

Spanien

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Brutto

1.659

1.322

5.483

7.198

10.301

10.199

11.106

11.487

216

182

28.765

30.388

nicht gezogen

563

313

2.690

3.257

547

593

3.800

4.163

Netto

1.659

1.318

3.561

5.740

7.688

7.152

1.789

2.018

144

93

14.841

16.321

Brutto insgesamt

5.948

4.166

15.119

17.324

28.561

30.873

33.837

33.813

4.668

7.075

88.133

93.251

nicht gezogen

1

2

1.446

992

7.781

8.219

817

936

366

340

10.411

10.489

Netto insgesamt4

5.220

3.669

8.102

10.415

20.093

21.466

10.049

10.873

3.017

5.386

46.481

51.809

Das Nettoengagement insgesamt gegenüber den ausgewählten europäischen Ländern reduzierte sich im Jahr 2012 um 5,3 Mrd € hauptsächlich durch Rückgänge im Engagement gegenüber Irland, im Wesentlichen in den Kategorien Firmenkredite und Sonstige sowie auch durch Engagementsrückgänge gegenüber spanischen Finanzinstituten.

Aggregiertes Netto-Kreditrisikoengagement nach Finanzinstrumenten gegenüber Kunden mit Sitz in ausgewählten europäischen Staaten

 

Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete Vermögenswerte

Zum beizulegenden Zeitwert bewertete Vermögenswerte

Zum beizulegenden Zeitwert bewertete Finanzinstrumente

31.12.2012

in Mio €

Kredite vor Wertberichtigungen für Kreditausfälle

Kredite nach Wertberichtigungen für Kreditausfälle

Sonstige1

Zur Veräußerung verfügbare Vermögenswerte2

Derivate

Sonstige

Total3

1

Enthält überwiegend Eventualverbindlichkeiten und nicht in Anspruch genommene Kreditzusagen.

2

Ohne Aktien und sonstige Kapitalbeteiligungen.

3

Nach Wertberichtigungen für Kreditausfälle.

Griechenland

324

296

23

5

58

73

455

Irland

2.188

2.181

2.982

978

1.387

2.922

10.450

Italien

11.345

10.615

3.815

1.585

4.132

–2.312

17.835

Portugal

939

901

379

202

323

434

2.239

Spanien

5.986

5.481

3.269

3.254

591

1.842

14.437

Insgesamt

20.782

19.474

10.468

6.024

6.491

2.959

45.416

 

Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete Vermögenswerte

Zum beizulegenden Zeitwert bewertete Vermögenswerte

Zum beizulegenden Zeitwert bewertete Finanzinstrumente

31.12.2011

in Mio €

Kredite vor Wertberichtigungen für Kreditausfälle

Kredite nach Wertberichtigungen für Kreditausfälle

Sonstige1

Zur Veräußerung verfügbare Vermögenswerte2

Derivate

Sonstige

Total3

1

Enthält überwiegend Eventualverbindlichkeiten und nicht in Anspruch genommene Kreditzusagen.

2

Ohne Aktien und sonstige Kapitalbeteiligungen.

3

Nach Wertberichtigungen für Kreditausfälle.

Griechenland

214

200

38

211

100

255

804

Irland

4.601

4.592

3.022

1.250

2.693

3.242

14.799

Italien

12.834

12.275

3.712

1.243

3.414

–1.787

18.857

Portugal

1.227

1.206

223

209

243

439

2.320

Spanien

7.346

6.910

3.052

3.371

1.936

1.201

16.470

Insgesamt

26.222

25.183

10.047

6.284

8.386

3.350

53.250

Für unsere derivativen Kreditengagements in diesen Ländern der Eurozone zeigen wir Nominalwerte für gekaufte und verkaufte Sicherungsinstrumente als Bruttowerte und die resultierenden Nettonominalwerte sowie ihre beizulegenden Zeitwerte.

Engagement in Kreditderivaten mit Sitz der Referenzaktiva in diesen europäischen Staaten

 

Nominalbeträge

31.12.2012

in Mio €

Verkaufte Absicherungen

Gekaufte Absicherungen

Nettoposition verkaufter/ gekaufter Absicherungen

Beizulegender Zeitwert netto

Griechenland

1.396

–1.386

10

–8

Irland

8.280

–9.743

–1.463

55

Italien

60.638

–58.059

2.579

145

Portugal

10.744

–11.209

–465

–5

Spanien

30.408

–30.004

404

–8

Insgesamt

111.466

–110.401

1.065

179

 

Nominalbeträge

31.12.2011

in Mio €

Verkaufte Absicherungen

Gekaufte Absicherungen

Nettoposition verkaufter/ gekaufter Absicherungen

Beizulegender Zeitwert netto

Griechenland

8.284

–8.209

75

–75

Irland

11.203

–12.380

–1.177

51

Italien

59.890

–59.361

529

32

Portugal

12.744

–13.463

–719

36

Spanien

35.267

–35.416

–149

68

Insgesamt

127.388

–128.829

–1.441

112

In Einklang mit allgemeinen Marktusancen nutzen wir Kreditausfallversicherungen (CDS) als ein wichtiges Instrument zum Management von Kreditrisiken, um ungewünschte Konzentrationen im Kreditportfolio zu vermeiden. CDS-Verträge unterliegen der Standard ISDA-Dokumentation, welche Auslöseereignisse für den Versicherungsfall definiert, die dann Ausgleichszahlungen auslösen. Beispiele für diese Auslöseereignisse sind die Insolvenz des Referenzschuldners, die Unfähigkeit des Referenzschuldners, seinen vertraglichen Verpflichtungen nachzukommen (zum Beispiel Zins- oder Tilgungsleistungen), sowie Umschuldungen des Referenzschuldners. Für verkaufte Kreditausfallversicherungen kommen ebenfalls die vorgenannten Auslöseereignisse zur Anwendung. Unsere gekauften Kreditausfallversicherungen, die der Risikoabsicherung dienen, sind überwiegend von Kreditinstituten mit sehr guter Bonitätseinstufung ausgegeben und unterliegen entsprechenden Sicherheitsvereinbarungen. Während wir eindeutig auf die Nettorisikoposition nach Berücksichtigung von Absicherungen/Sicherheiten fokussieren, untersuchen wir gleichzeitig sehr intensiv unsere Bruttopositionen vor Absicherungen durch CDS in dem Bewusstsein der potenziellen Gefahr, dass ein CDS nicht so ausgelöst wird wie erwartet.

Die Engagements, die sich auf die oben genannten Länder beziehen, werden auf Basis des im vorherigen Abschnitts unseres Risikoberichts zum Kreditrisiko beschriebenen Prozesses gesteuert und überwacht. Dies schließt detaillierte Bonitätsbeurteilungen und eine fortlaufende Beobachtung der Kunden ein. Es ist ein Rahmenwerk für die Steuerung von Konzentrationsrisiken, wie in den Abschnitten zu Länder- und Branchenrisiken beschrieben, etabliert. Dieses Rahmenwerk wird ergänzt durch regelmäßige Managementberichte einschließlich gezielter Portfolioprüfungen für diese Länder, Initiativen zur Risikoreduzierung der Portfolios und Stresstests.

Für Kreditabsicherungszwecke bemühen wir uns, Laufzeitinkongruenzen zu vermeiden. Dies hängt jedoch von der Verfügbarkeit der erforderlichen Sicherungsinstrumente im Markt ab. Wenn Laufzeitinkongruenzen nicht vermieden werden können, werden diese Positionen eng überwacht. Wir berücksichtigen die Sensitivitäten des Sicherungsinstruments und des Basiswerts, um Laufzeitinkongruenzen zu neutralisieren.

Die von uns durchgeführten Stresstests sind darauf ausgerichtet, potenzielle Reaktionen von Kredit-, Markt- und Liquiditätsrisiken im Fall eines Extremereignisses wie zum Beispiel eines ungeplanten Ausscheidens eines Mitgliedsstaats der Eurozone zu bewerten. Sie beinhalten indirekte Kreditengagements und bewerten die Auswirkung einer Währungs-Neubewertung und den Ansteckungseffekt auf bestimmte Portfolios außerhalb von Griechenland, Irland, Italien, Portugal und Spanien (die GIIPS-Länder), die wahrscheinlich von einer Eskalation der Krise der Eurozone betroffen sind. Einschätzungen über einen möglichen indirekten Einfluss einer solchen Eskalation finden zusätzlich Berücksichtigung in der Bewertung der Sicherheiten.

Die wesentlichen Parameter in diesen Stresstests basierten auf einer Anzahl von Kapitalmarktannahmen wie zum Beispiel Bruttoinlandsprodukt, Wechselkurse, Zinsentwicklungen und Kapitalmarktvolatilitäten. Diese Annahmen werden von unserer internen makroökonomischen Abteilung „dbResearch“ zur Verfügung gestellt. Die Stresstestszenarien werden diskutiert und im Stress Test Oversight Committee genehmigt, welches als zentrales Governance Komitee für gruppenweite Stresstests verantwortlich ist. Ergebnisse dieser Stresstests enthalten kreditrisikorelevante Kennzahlen. Durch die Stresstests werden die Auswirkungen auf die Gewinn- und Verlustrechnung, das Kapital und die Liquidität der Bank simuliert, die bei der Festlegung von Maßnahmen zur Risikominderung berücksichtigt werden.

Unser internes Risikomanagement wurde durch das Etablieren eines Regelwerks soweit erweitert, dass wir auf ein Eurokrisenszenario eine angemessene Vorbereitung mit risikoreduzierenden Maßnahmen und adäquaten Notfallplänen haben. Das beinhaltet eine ganzheitliche Analyse des Einflusses, basierend auf den oben genannten Szenarien, inklusive des Dominoeffekts in einer sich verschlimmernden Krise, ständige Analyse möglicher Währungsabwertungen durch die Gefahr eines möglichen Euroausstiegs bestimmter Länder, regelmäßige Bewertung von Risikoredenominationen und die Bewertung der Produkte, Verträge und rechtlichen Details in enger Zusammenarbeit mit unserer Rechtsabteilung. Trotz aller Bemühungen bleiben Unsicherheiten in der Bewertung der Risiken bestehen. Des Weiteren ist unsicher, welche Vermögensgegenstände und Verpflichtungen dem Risiko einer Redenominierung ausgesetzt sind beziehungsweise in welcher Höhe der Verlust anfallen könnte. Die wesentlichen Überlegungen dazu berücksichtigen (i) gesetzliche Rahmenbedingungen des Vertrages, (ii) den Erfüllungsort, (iii) mögliche Kundeninsolvenzen und (iv) die Höhe der Abwertung einer neuen Währung.

Die oben beschriebenen Analysen der finanziellen Auswirkungen werden ergänzt durch Notfallpläne, die die Möglichkeiten des Krisenmanagements der Bank (Fahrplan zur Bewältigung von Krisen) sowie die operationelle Bereitschaft bewerten, wie beispielsweise eine neue Währung in die Systeme der Bank einzuführen.

Insgesamt haben wir das Kreditvolumen in den GIIPS-Ländern seit Beginn der Schuldenkrise aktiv gesteuert und glauben, dass wir gut aufgestellt sind angesichts ausgewählter und früh ausgeübter Maßnahmen zur Risikoreduzierung bei diesen Staaten und schwächeren Kunden.

Wir haben intern das Redenominierungs- und (Währungs-)Neubewertungsrisiko der Bank für ausgewählte Länder der Eurozone unter verschiedenen Annahmen analysiert und festgestellt, dass der Risikogehalt der Aktiv- und Passivpositionen (Vermögenswerte und Verpflichtungen) in Abhängigkeit von den getroffenen Annahmen deutlich variiert. Wir glauben, dass Quantifizierungen von Redenominierung und Risiken der Neubewertung daher nur im Zusammenhang mit den gemachten Annahmen bezüglich der Risiken, für die wir keine Eintrittswahrscheinlichkeit voraussagen können, zu interpretieren sind. Vor diesem Hintergrund sind wir der Auffassung, dass eine Quantifizierung keine aussagefähige Information darstellt.