Verbriefungen


Der folgende Abschnitt zu Verbriefungen, der auf Seite 151 endet, zeigt spezifische Offenlegungen auf Basis von Säule 3. Die Regulierung erfordert kein Testat der Säule 3-Offenlegung. Dementsprechend ist dieser Abschnitt der Säule 3-Offenlegung nicht testiert. Dargestellte quantitative Angaben folgen dem regulatorischen Konzept zur Konsolidierung.

Überblick über unsere Verbriefungsaktivitäten

Wir engagieren uns in verschiedenen Geschäftsaktivitäten, die Verbriefungsstrukturen verwenden. Die wesentlichen Ziele sind, Kunden den Zugang zu Risiko- und Ertragsprofilen bestimmter Portfolios von Vermögensgegenständen zu ermöglichen, Kunden Zugang zu Refinanzierungen zu gewähren sowie die Steuerung unserer Kreditrisiken.

Ein Marktteilnehmer im Verbriefungsmarkt kann typischerweise drei verschiedene Rollen übernehmen: Originator, Sponsor oder Investor. Originator ist ein Institut, welches entweder selbst oder über verbundene Unternehmen direkt oder indirekt an der Begründung oder dem Erwerb von verbrieften Forderungen beteiligt ist. Als Sponsor agiert ein Institut, wenn es ein Asset Backed Commercial Paper-Programm („ABCP“) oder anderes Verbriefungsprogramm auflegt und verwaltet, aber die Aktiva weder begründet noch auf seine Bilanz gekauft hat. Alle anderen von uns eingegangenen Verbriefungspositionen werden in der Rolle des Investors übernommen. Um unsere Geschäftsziele zu erreichen, sind wir in allen drei Rollen auf dem Verbriefungsmarkt aktiv.

Verbriefungen im Anlagebuch

Als Originator verwenden wir Verbriefungen vor allem mit dem Ziel der Reduzierung des Kreditrisikos, im Wesentlichen durch die CPSG. Sie nutzt unter anderem synthetische Verbriefungen zur Steuerung des Kreditrisikos von Krediten und Kreditzusagen aus dem internationalen Investment-Grade Kreditportfolio sowie des Portfolios von Krediten an Unternehmen des deutschen Mittelstands innerhalb des Konzernbereichs Corporate Banking & Securities (CB&S). Das Kreditrisiko wird vor allem durch synthetisch besicherte Kreditverpflichtungen in Form von Finanzgarantien und, weniger häufig, durch Kreditderivate, welche Schutz gegen das erste Verlustrisiko bieten, auf die Kontrahenten übertragen.

Während das Gesamtvolumen des Kreditrisikotransfers als Originator in 2012 für PBC nur einen leichten Rückgang zu verzeichnen hat, hat es für GTB und CB&S deutlich abgenommen. Dies resultierte im Wesentlichen aus der Beendigung und regulatorischen Aberkennung von Kreditrisikoabsicherung bezüglich Forderungen an europäische kleinere und mittlere Unternehmen („KMU“) sowie europäische und amerikanische Forderungen an Konzerne und Finanzinstitute. Auf der anderen Seite hat Global Markets zwei neue synthetische Wiederverbriefungstransaktionen von seinen eigenen Handelsbuchaktiva in einem Volumen von insgesamt 590 Mio € vorgenommen. Während in beiden Transaktionen die Mezzanine-Tranchen in den Markt verkauft wurden, halten wir die übrigen Tranchen im aufsichtsrechtlichen Anlagebuch.

In beschränktem Umfang haben wir in 2008 und 2009 Verbriefungstransaktionen im Rahmen einer Strategie zur aktiven Steuerung des Liquiditätsrisikos abgeschlossen. Diese Transaktionen übertragen keine Kreditrisiken und werden daher nicht im quantitativen Teil dieses Kapitels gezeigt.

Wir legen eine Vielzahl von ABCP-Programmen auf, durch die wir von Dritten erworbene Vermögenswerte verbriefen, sponsern und verwalten. Diese Programme gewähren Kunden Zugang zur Refinanzierung im Commercial Paper („CP“)-Markt und schaffen damit Investmentprodukte für Investoren. Jedes Programm besteht aus einer das Commercial Paper herauslegenden Zweckgesellschaft (dem sogenannten „Conduit“) sowie einer oder mehreren unterstützenden Zweckgesellschaften, durch welche die Vermögenswerte angekauft werden. Das Conduit und die Zweckgesellschaften sind als Gesellschaften mit beschränkter Haftung oder entsprechender rechtlicher Form organisiert. Die durch diese ABCP-Programme verbrieften Vermögenswerte umfassen Autokredite, Auto Leasing-Verbindlichkeiten, Kredite an Autohändler, Studentendarlehen, Kreditkartenverbindlichkeiten, Handelsfinanzierungen, Vorfinanzierung von Nachschussverpflichtungen (capital call receivables), private und gewerbliche Immobilienfinanzierungen, zukünftige Zahlungsströme und sonstige Vermögenswerte. Als Verwalter von CP-Programmen unterstützen wir den Erwerb von nicht vom Deutsche Bank-Konzern gewährten Krediten sowie von Wertpapieren und sonstigen Forderungen durch ein CP Conduit, das anschließend zur Finanzierung dieses Erwerbs kurzfristige CP hoher Bonität am Markt verkauft, die durch die zugrunde liegenden Vermögenswerte besichert sind. Um eine Investment-Grade Bonitätseinstufung für die CP aufrechtzuerhalten, benötigen die Conduits ausreichende Sicherheiten, Kreditverbesserungen („Credit Enhancements“) und Liquiditätsunterstützung. Wir stellen diesen Conduits Liquidität und Kreditverbesserung zur Verfügung. Die entsprechenden Fazilitäten sind Teil des aufsichtsrechtlichen Anlagebuchs. Darüber hinaus schließen wir in Einzelfällen auch Währungs- und Zinsswaps mit den Conduits ab, die im Handelsbuch erfasst werden.

Ferner handeln wir als Investor in von Dritten herausgegebenen Verbriefungen, indem wir von Dritten emittierte Verbriefungen oder -tranchen kaufen oder indem wir Verbriefungen, die wir – oder gelegentlich auch Dritte – finanziert haben, Liquidität oder Kreditverbesserungen zur Verfügung stellen. Ergänzend unterstützen wir Verbriefungen Dritter, indem wir Derivate in Bezug auf die Verbriefungsstrukturen zur Verfügung stellen. Diese beinhalten Währungs-, Zins-, Aktien- und Kreditderivate.

Fast die Hälfte unserer Verbriefungsaktivität in 2012 bezog sich auf Aktivitäten als Originator, überwiegend für Transaktionen von CPSG, das heißt für Risikotransfers aus unserem bestehenden Kreditbuch. Bei den übrigen Verbriefungsaktivitäten übernahmen wir für etwa zwei Drittel die Investorenrolle, für den Rest waren wir als Sponsor tätig.

Im Laufe des Jahres 2012 hat sich das gesamte Verbriefungsbuch um 12 Mrd € auf 65 Mrd € reduziert. Hauptgründe waren die zuvor erwähnte Beendigung/Aberkennung der Kreditrisikoabsicherung sowie die andauernde Strategie der Risikoreduzierung, die während des Jahres verfolgt wurde. Etwa zwei Drittel dieser Reduktion beziehen sich auf Kredite an Industrieunternehmen und KMU.

Generell sind die Verbriefungspositionen der Leistungsfähigkeit verschiedener Arten von Vermögenswerten ausgesetzt, im Wesentlichen besicherte oder unbesicherte Industriekredite, Verbraucherkredite wie Auto- oder Studentenkredite sowie erst- oder zweitrangige Sicherungsrechte auf Wohn- oder Gewerbeimmobilien. Grundsätzlich sind wir in allen Risikoklassen der Verbriefungen aktiv, mit einem Schwerpunkt in den vorrangigen Tranchen. Die Untergruppe der Wiederverbriefungen ist im Wesentlichen gesichert durch nachrangige US-Wertpapiere, welche durch Immobilien von Privathaushalten besichert sind.

Der primäre Rückgriff für Verbriefungspositionen liegt in den zugrunde liegenden Vermögenswerten. Das damit zusammenhängende Risiko wird verringert durch Kreditverbesserung, üblicherweise in Form von Überbesicherung, Nachrangigkeit, Reservekonten, Zinsüberschuss oder anderen Unterstützungsmechanismen. Zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen bestehen unter anderem aus in der Kreditdokumentation enthaltenen Klauseln („performance triggers“), finanziellen Verpflichtungen („financial covenants“) und Verzugsklauseln, welche bei Eintritt Rechte auf beschleunigte Rückzahlung, Zwangsvollstreckung und/oder andere Abhilfen auslösen.

Alle Verbriefungspositionen unterliegen einer regelmäßigen Überwachung der Leistungsfähigkeit inklusive eines Vergleichs der regelmäßigen Berichte der Dienstleister („Servicer“) zu in der Kreditdokumentation enthaltenen Leistungsauslösern oder Verpflichtungen, sowie der allgemeinen Trends bezüglich der Entwicklung der Wirtschaft, der geografischen Region, der Branche oder des Servicers. Die Überwachung der Teilmenge der Wiederverbriefungen bezieht, soweit verfügbar, die Performance der den einzelnen Verbriefungstranchen zugrunde liegenden Vermögenswerte ein.

Für längerfristige Kreditzusagen ist eine mindestens jährliche Überprüfung der internen Bonitätseinstufung erforderlich. Wesentliche negative (oder positive) Veränderungen in der Leistungsfähigkeit der zugrunde liegenden Vermögenswerte können eine frühere Überprüfung auslösen. Vollständige Kreditüberprüfungen sind ebenfalls jährlich erforderlich oder, bei Krediten mit guter Bonitätseinstufung, alle zwei Jahre. Darüber hinaus gibt es einen getrennten, üblicherweise quartalsweisen „watch list“-Prozess für Kredite, bei denen ein erhöhtes Verlustrisiko festgestellt wurde. Er erfordert eine getrennte Einschätzung der Performance der Vermögenswerte und des Servicers, schließt eine Überprüfung der Kreditstrategie ein und identifiziert Maßnahmen zur Verringerung des Verlustpotenzials. Das Vorgehen für Wiederverbriefungen unterscheidet sich hiervon nicht.

Verbriefungsaktivitäten haben einen Einfluss auf unsere Liquiditätsaktivitäten. Einerseits haben wir, wie zuvor erwähnt, in 2008 und 2009 Verbriefungstransaktionen als Teil einer aktiven Liquiditätsmanagementstrategie abgeschlossen. Andererseits sind wir in Bezug auf mögliche Ziehungen der Liquiditätsunterstützung für konzernunterstütztes ABCP oder andere revolvierende Kreditzusagen exponiert. Dieses gesamte Liquiditätsrisiko wird durch unsere Treasury-Abteilung überwacht, ist Teil der konzernweiten Liquiditätsplanung und unterliegt regelmäßigen Stresstests.

Die Einschätzung der strukturellen Integrität ist eine weitere wichtige Komponente des Risikomanagements für Verbriefungen, mit einem Fokus auf der strukturellen Absicherung einer Verbriefung, wie in der Kreditdokumentation definiert (zum Beispiel Bestehen der Sicherheitsposition, Separierung der Zahlungsströme und Buchprüfungsrechte). Diese Einschätzung wird für jede Verbriefung von einem zweckbestimmten Team durchgeführt, welches außenstehende Buchprüfer engagiert, Prüfungsumfänge definiert und die Ergebnisse solcher externer Prüfungen bewertet. Das Ergebnis dieser Risikoprüfungen und -einschätzungen ergänzt die Kredit- und Bonitätsbewertung durch das Kreditrisikomanagement.

Wir haben einen Teil des bestehenden Bestands an Verbriefungstransaktionen als „Altbestand“ identifiziert, gekennzeichnet für Risikoreduzierungen. Obwohl ein solches Non-Core-Buch für den Bereich Verbriefungen schon eher eingeführt wurde, ist es jetzt Teil unserer NCOU. Risikoreduzierung bedeutet üblicherweise, dass bestehende Transaktionen teilweise oder vollständig im Markt veräußert werden – sofern angemessene Verkaufspreise erzielt werden können. Während der verbleibenden Haltedauer profitieren wir soweit anwendbar von Reduzierungen durch Amortisation. Im Laufe des Jahres 2012 zeigte der „Altbestand“ eine Nettoreduktion um 6,8 Mrd € auf 18,7 Mrd €.

Absicherungsgeschäfte für Verbriefungsstrukturen werden im Zusammenhang mit jeder individuellen Kreditgenehmigung angeordnet und bei jeder internen Kredit- oder Bonitätsüberprüfung erneut betrachtet. Allerdings erfolgt das Management der Kreditrisiken weitgehend durch Vermeidung unangemessener Risikokonzentrationen auf der Ebene von Kreditnehmer, Servicer und Klasse der Vermögenswerte. Höhere anfängliche Risikoübernahmen werden auf einen in der Kreditgenehmigung angeordneten Endstand reduziert, im Wesentlichen durch Syndizierung oder Verkäufe im Sekundärmarkt. Der Erfolg dieser Risikoreduzierung wird überwacht und regelmäßig an das Management berichtet. Im Anlagebuch gibt es Kreditabsicherungsgeschäfte nur in sehr geringem Umfang.

Darüber hinaus finden Absicherungsgeschäfte im Zusammenhang mit der Strukturierung von Verbriefungstransaktionen üblicherweise statt, um die Zweckgesellschaft von Zins- und Währungsrisiken freizustellen – soweit aufgrund der Art der verbrieften Vermögenswerte erforderlich. Wenn wir diese Absicherung zur Verfügung stellen, wird das damit zusammenhängende Kreditrisiko gegenüber der Verbriefungsstruktur in die Bewertung des Kreditrisikomanagements eingeschlossen und im Folgenden als Teil des Anlagebuchs berichtet, obwohl es tatsächlich Teil des Handelsbuchs ist. Falls die Absicherung nicht durch uns erfolgt, wird sie weitgehend mit großen, solventen internationalen Finanzinstitutionen abgeschlossen. Dieses indirekte Kontrahentenrisiko wird an den Kreditanalysten des Sicherungsgebers gemeldet und wird Teil seiner/ihrer Krediteinschätzung.

Verbriefungen im Handelsbuch

Im Handelsbuch agieren wir als Originator, Sponsor und Investor. In der Investorenrolle ist unser Hauptziel die Funktion als Market Maker im Sekundärmarkt. Diese Funktion als Market Maker beinhaltet die Bereitstellung eines Zwei-Wege-Markts (Kauf /Verkauf), um hieraus Handelserträge zu generieren und für Kunden einen liquiden Markt zur Verfügung zu stellen. Als Originator sind wir im Wesentlichen in kurzfristigen synthetischen eintranchigen Schuldverschreibungen (SST-CDOs) tätig, welche durch Kredite an Konzerne oder SMEs gestützt sind. Ebenfalls in einer Originatorrolle finanzieren wir Kredite zur späteren Verbriefung. Im derzeitigen Marktumfeld beschränkt sich dies im Wesentlichen auf den Bereich gewerbliche Immobilienfinanzierung. Handelsbuchaktivitäten, in denen wir die Rolle eines Sponsors haben (ohne Aktivitäten aus „Multi-Seller“ Transaktionen), sind minimal.

Wir halten ein Portfolio von ABS-Korrelationsgeschäften in der NCOU, welches derzeit abgewickelt wird. Außer Geschäften zur Risikoreduzierung dieses Portfolios unternehmen wir in diesem Bereich keine neuen Aktivitäten mehr. Das Risiko aus diesen Positionen wird im Rahmen des Market Risk Management Governance Framework (im Folgenden erläutert) aktiv gesteuert.

Unsere Handelsbereiche handeln Verbriefungspositionen entlang der gesamten Kapitalstruktur, von erstrangigen Bonds mit großem Nachrang zu nachrangigen First-loss-Tranchen, sowohl Verbriefungen als auch Wiederverbriefungen. Unser Exposure auf Wiederverbriefungen im Handelsbuch beträgt 858 Mio € und besteht im Wesentlichen aus forderungsbesicherten Wertpapieren (einschließlich eines Anteils an Verbriefungen) und einer mittleren Bonitätseinstufung von A-. Der unterschiedliche Grad des Risikos entlang der Kapitalstruktur spiegelt sich im Preis wider, zu dem eine Verbriefungsposition gehandelt wird, da der Markt einen Mindestertrag unter Berücksichtigung des Verlustrisikos aus seinem Investment erwartet. Verbriefungspositionen bestehen größtenteils aus Verbriefungen, gestützt auf erst- oder zweitrangige Sicherungsrechte auf Wohn- oder Gewerbeimmobilien („RMBS“ oder „CMBS“), forderungsbesicherten Wertpapieren („CLOs“), unterlegt durch erstrangige Unternehmenskredite oder unbesicherte Kredite, sowie ABS, unterlegt durch besicherte oder unbesicherte Konsumentenkredite.

Der Umfang des Handels in Verbriefungen ist vom globalen Wachstum abhängig. Eine Verlangsamung kann zu reduzierter Liquidität und geringerem Handelsvolumen führen, wie in der zweiten Hälfte von 2011 festzustellen war. Die Investorennachfrage nach Wertpapierprodukten verstärkte sich in 2012 mit der Stabilisierung der globalen Wirtschaft und der Rückkehr von Liquidität im Markt. Andere potenzielle Risiken in Verbriefungswerten liegen in vorzeitiger Rückzahlung, Ungewissheit bezüglich Umfang und Schwere der Zahlungsausfälle sowie im Risiko bezüglich der Performance des Servicers. Es ist wichtig, festzuhalten, dass im Handelsbuch alle Positionen mit Marktwerten bewertet und daher die zuvor genannten Risiken im Preis berücksichtigt werden.

Unser Marktrisikomanagement-Steuerungsrahmenwerk („Market Risk Management Governance Framework“) wird auf alle Verbriefungspositionen im Handelsbuch angewandt. Das auf Verbriefungen angewandte Risikosteuerungsrahmenwerk schließt Methoden und Regeln bezüglich Genehmigung von neuen Produkten und Transaktionstypen sowie Inventarmanagement und Buchung der Handelsaktivität ein. Darüber hinaus schließt es ebenfalls Methoden und Regeln bezüglich Risikomodellen und -messverfahren ein. Alle Verbriefungspositionen werden erfasst und anhand Value-at-Risk, gestresstem Value-at-Risk und Ökonomischem Kapital bewertet. Die Bewertungen sind abhängig von internen und externen Modellen und Prozessen und schließen die Nutzung von Bewertungen Dritter bezüglich der Risiken aus den zugrunde liegenden Sicherheiten ein. Darüber hinaus enthält das Risikosteuerungsrahmenwerk Regeln zum Risikoreporting und entsprechende Limite auf globaler, regionaler und Produktebene. Alle Verbriefungstransaktionen im Handelsbuch werden gemäß dieses Rahmenwerks erfasst, berichtet und limitiert. Änderungen im Kredit- oder Marktrisiko werden berichtet. Die Limitstruktur schließt Value-at-Risk und produktspezifische Marktwertlimite ein. In der Limitstruktur beruhen Marktwertlimite per Produktklasse auf Seniorität/Bonitätseinstufung, wobei niedriger eingestufte Positionen ein geringeres Handelslimit bekommen. Das Limitüberwachungssystem erfasst die Risiken und markiert jegliche Überschreitung von Schwellenwerten. Für alle Transaktionen oberhalb des Limits ist eine Genehmigung durch das Marktrisikomanagement erforderlich. Die Prozesse für Verbriefungen und Wiederverbriefungen sind gleichartig.

Unser Prozess zur Erfassung der gehandelten Kreditpositionen („Traded Credit Position“, „TCP“) berücksichtigt das Emittentenrisiko für Verbriefungspositionen im Handelsbuch. Das Team TCP-Securitization legt Positionslimite mit Blick auf die Assetklassen und die Bonitätseinstufung fest. Positionen mit niedrigerer Bonitätseinstufung bekommen niedrigere Handelslimite. Wir erstellen Berichte zum Limitmanagement, um die Einhaltung der Limite auf Positionsebene sicherzustellen und jegliche potenzielle Limitüberschreitungen festzustellen. Wenn Positionen die relevanten globalen Marktwertlimite überschreiten, ist eine Genehmigung durch TCP erforderlich. Außerdem beinhaltet der Risikomanagementprozess Stresstests bezüglich Höhe der Sicherheiten und eine Überwachung der Performance. Der TCP-Prozess erfasst sowohl Verbriefungen als auch Wiederverbriefungen.

Die Verbriefungshändler beziehen Absicherungsgeschäfte sowohl auf Makro- wie auf Positionsebene ein, um Kredit-, Zins- sowie gewisse Ablaufrisiken („tail risk“) des gesamten Verbriefungsbuchs zu verringern. Duration und Kreditsensitivitäten (DV01s und CS01) sind die primären Maßstäbe für die Risikosensitivität zur Ermittlung angemessener Absicherung. Einige der genutzten Absicherungsprodukte schließen Zinsswaps, US Treasuries und produktspezifische Indizes ein. Das Marktrisiko der Absicherungsgeschäfte (sowohl gedeckt als auch ungedeckt) ist im zuvor beschriebenen Marktrisikomanagement-Steuerungsrahmenwerk eingeschlossen und wird darin verwaltet. Das Kontrahentenrisiko aus Absicherungsgeschäften (sowohl gedeckt als auch ungedeckt), welches überwiegend gegenüber großen, globalen Finanzinstitutionen besteht, wird in einem formalisierten Risikomanagementprozess durch das Kreditrisikomanagement verwaltet und genehmigt.

Rechnungslegungs- und Bewertungsansätze für Verbriefungen

Unsere Rechnungslegungsgrundsätze sind in der Anhangangabe 01 „Wesentliche Rechnungslegungsgrundsätze“ aufgeführt. Die wesentlichen Rechnungslegungsgrundsätze für durch uns originierte Verbriefungstransaktionen sowie für von uns gehaltene Aktiva, die mit der Intention erworben wurden, diese zu verbriefen, sind die „Grundsätze der Konsolidierung“, „Finanzielle Vermögenswerte und Verpflichtungen“ und „Ausbuchung von finanziellen Vermögenswerten und Verpflichtungen“ (siehe auch Anhangangabe 15 „Zum beizulegenden Zeitwert bewertete Finanzinstrumente“).

Arten von Zweckgesellschaften, die von der Gruppe als Sponsor verwendet werden

Wir etablieren und verwalten als Sponsor Programme für die Ausgabe forderungsgedeckter Geldmarktpapiere („Asset-Backed Commercial Paper Programs“ oder „ABCP-Programme“), mit deren Hilfe von Dritten erworbene Vermögenswerte verbrieft werden. Jedes Programm besteht aus einer Zweckgesellschaft, die die Geldmarktpapiere begibt (das „Conduit“), und einer oder mehreren unterstützenden Zweckgesellschaften, über welche die Vermögenswerte erworben werden. Das Conduit und die Zweckgesellschaften sind jeweils in der Rechtsform einer Gesellschaft mit begrenzter Haftung oder einer vergleichbaren Rechtsform organisiert. Die durch die ABCP-Programme verbrieften Vermögenswerte beinhalten Forderungen aus Autofinanzierungen oder Autoleasingverträgen, Ansprüche aus Vorfinanzierungen von Warenbeständen von Autohändlern („auto dealer floor plan receivables“), Studentendarlehen, Kreditkartenforderungen, Forderungen aus Handelsgeschäften, Forderungen aus Zahlungsverpflichtungen, Forderungen aus Wohn- und Gewerbeimmobilienfinanzierungen, zukünftigen Zahlungen und anderen Vermögenswerten.

Wir übernehmen sowohl bilanzielle als auch außerbilanzielle Adressenausfallrisiken. Diese stammen aus den unterstützenden Zweckgesellschaften oder aus den dem entsprechenden Conduit zur Verfügung gestellten Liquiditätsfazilitäten, Garantien, Kreditderivaten (in Form von Total Return Swaps) oder vergleichbaren Kreditverbesserungen, aus Derivaten, die der Absicherung von Zins- und Währungsrisiken dienen, sowie aus Geldmarktpapieren.

Gelegentlich unterstützen wir auf Einzeltransaktionsbasis auch Zweckgesellschaften beim Erwerb von durch Dritte begründeten Vermögenswerten, bei denen unser Beitrag, insbesondere unser Einfluss auf die Auswahl der erworbenen Vermögenswerte und die Strukturierung der Verbriefung, so wesentlich ist, dass wir uns als Sponsor qualifizieren. Diese Arten von Verbriefungstransaktionen schließen auch solche mit ein, bei denen ein geringer Teil der verbrieften Forderungen von uns selbst begründet wurde; Beispiele sind ausgefallene oder nicht ausgefallene Forderungen aus Wohnungsbaukrediten oder gewerblichen Immobilienfinanzierungen. Wir übernehmen sowohl bilanzielle als auch außerbilanzielle Adressenausfallrisiken inklusive Erstverlusttranchen oder Derivate zur Absicherung von Zins- und Währungsrisiken.

Als Originator oder Sponsor von Verbriefungstransaktionen verkaufen wir die durch solche Verbriefungstransaktionen begründeten Geldmarktpapiere oder Tranchen (oder veranlassen entsprechende Verkäufe durch beauftragte Wertpapierdienstleister beziehungsweise „Market Maker“) ausschließlich auf der Basis reiner Ausführungsgeschäfte und nur an erfahrene Unternehmen, die auf ihre eigene Risikoeinschätzung vertrauen. Im Rahmen unseres gewöhnlichen Geschäftsverkehrs bieten wir Unternehmen, für die wir gleichzeitig auch Anlageberatungsdienstleistungen erbringen, keine Geldmarktpapiere oder andere Tranchen aus Verbriefungstransaktionen an, für die wir als Originator oder Sponsor gelten.

Aufsichtsrechtliches Rahmenwerk für Verbriefungen

Das Kreditwesengesetz (KWG) definiert in § 1b, welche Arten von Transaktionen und Positionen als Verbriefungstransaktionen und -positionen für die aufsichtsrechtliche Berichterstattung dargestellt werden.

Generell sind Verbriefungstransaktionen definiert als Transaktionen, bei denen das Kreditrisiko eines verbrieften Portfolios in mindestens zwei Tranchen aufgeteilt wird und bei denen die Zahlungen an die Inhaber der Tranchen von der Performance des verbrieften Portfolios abhängen. Die einzelnen Tranchen stehen in einem Rangfolgeverhältnis. Dieses bestimmt die Reihenfolge und Höhe der Zahlungen oder Verluste, die den Inhabern der Tranchen zugewiesen werden (Wasserfall). So führt die Zuweisung von Verlusten zu einer Junior-Tranche nicht bereits zur Beendigung der gesamten Verbriefungstransaktion, das heißt, die Senior-Tranchen bestehen weiter nach Verlustzuweisungen an nachgeordnete Tranchen.

Verbriefungspositionen können in verschiedenen Formen eingegangen werden, wie beispielsweise als Investitionen in Verbriefungstranchen, im Wasserfall stehende Derivatetransaktionen zur Absicherung von Zins- und Währungsrisiken, Liquiditätsfazilitäten, Kreditverbesserungen, Gewährleistungen oder Sicherheiten für Verbriefungstranchen.

Der Ansatz für die Berechnung der aufsichtsrechtlichen Kapitalanforderungen für Verbriefungspositionen des Bank- und des Handelsbuchs wird von der Solvabilitätsverordnung (SolvV) vorgegeben.

Aufsichtsrechtliche „Good Practice Guidelines“

Im Dezember 2008 haben die „European Banking Federation“, die „Association for Financial Markets in Europe“ (zuvor „London Investment Banking Association“), die „European Savings Banks Group“ und die „European Association of Public Banks and Funding Agencies“ die „Industry Good Practice Guidelines on Pillar 3 Disclosure Requirement for Securitization“ veröffentlicht, die 2009/2010 noch leicht angepasst wurden. Unsere Säule 3-Offenlegungen stehen im Einklang mit den wesentlichen Grundsätzen dieser Richtlinie, soweit diese nicht durch im Zusammenhang mit Basel 2.5 überarbeitete Regularien abgelöst wurden.