Sehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre,

Der Aufsichtsrat (Foto)

Der Aufsichtsrat von links nach rechts:

Frank Bsirske, Dina Dublon, Stephan Szukalski, Suzanne Labarge, John Cryan, Henriette Mark, Dr. Johannes Teyssen, Bernd Rose, Sabine Irrgang, Peter Löscher, Dr. Paul Achleitner, Alfred Herling, Gabriele Platscher, Katherine Garrett-Cox, Prof. Dr. Klaus Rüdiger Trützschler, Rudolf Stockem, Prof. Dr. Henning Kagermann, Martina Klee, Timo Heider, Georg F. Thoma.

2013 war für Ihre Deutsche Bank ein wechselvolles und letztlich sehr herausforderndes Jahr. Unabhängig von den in vielen Märkten schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und den umfangreichen internen Veränderungen im Zuge der Umsetzung der Strategie 2015+ standen für den Aufsichtsrat regulatorische und rechtliche Themen im Vordergrund, die das Bild des Hauses auch nach außen wesentlich geprägt haben.

Dementsprechend verteilten sich die Schwerpunkte unserer Tätigkeit nahezu gleichmäßig auf die „Aufsichts“- und die „Rats“-Komponente unserer Funktion. Um unserer Verantwortung gerecht zu werden, haben wir 2013 insgesamt 39 Mal formell getagt und uns zugleich effektiver organisiert. Ihr Aufsichtsrat verfügt über ein hohes Maß an Kompetenz. Er besitzt ein erweitertes System von Ausschüssen, in die sich die einzelnen Mitglieder detailliert und engagiert einbringen.

Integritätsausschuss: Hervorzuheben ist zunächst der Integritätsausschuss. Dies ist ein neugeschaffener Ausschuss, der sich vertieft mit Rechts- und Reputationsfragen beschäftigt. Außerdem widmet er sich den generellen Fragen gesellschaftlicher Verantwortung und begleitet den Kulturwandel der Bank. Unter dem Vorsitz von Georg F. Thoma hat dieser Ausschuss 2013 seit seiner Gründung im Mai fünfmal getagt, um insbesondere komplexe Fragen rechtlicher und regulatorischer Natur zu behandeln. Dabei ging es nicht nur um konkrete Einzelfälle, sondern auch darum, welche Konsequenzen für organisatorische Veränderungen sowie zukünftiges Verhalten daraus zu ziehen sind. Wir glauben, mit dem Integritätsausschuss eine Art Standard für die Auseinandersetzung mit ökologischen und sozialen Themen sowie Aspekten einer guten Unternehmensführung (Environmental, Social and Governance – ESG) geschaffen zu haben.

Prüfungsausschuss: Nach seiner Wahl in den Aufsichtsrat im Mai vergangenen Jahres hat John Cryan den Vorsitz des Prüfungsausschusses von Dr. Karl-Gerhard Eick übernommen, dem an dieser Stelle noch einmal für neun Jahre Einsatz für die Bank gedankt sein soll. Der Prüfungsausschuss hat 2013 insgesamt elfmal getagt und sich intensiv mit dem Zahlenwerk der Bank auseinandergesetzt. Einzelne Bilanzpositionen wurden ebenso hinterfragt wie der Umgang mit spezifischen Anfragen von Regulatoren. Ein weiterer Schwerpunkt war die Aufarbeitung von Beanstandungen der internen Revision. Auch der Prüfungsauftrag an den Wirtschaftsprüfer erhielt vor dem Hintergrund der rechtlichen Anfechtungen besondere Aufmerksamkeit. Darüber hinaus standen die Neuausrichtung der internen Revision und die Angemessenheit der Risikosysteme im Vordergrund der sehr arbeitsintensiven Tätigkeit des Prüfungsausschusses.

Risikoausschuss: Die Arbeitsteilung mit dem Integritätsausschuss erlaubte es dem Risikoausschuss, der 2013 sechsmal zusammentraf, sich weniger mit Rechtsrisiken auseinanderzusetzen und sich stattdessen stärker auf Markt- und Kreditrisiken sowie operationelle Risiken zu konzentrieren. Angesichts der schwierigen und bisweilen sehr volatilen Märkte war dies im abgelaufenen Jahr von besonderer Bedeutung. Durch überlappende Mitgliedschaften im Risiko-, Integritäts- und Prüfungsausschuss war zudem eine enge Verknüpfung der Gremienarbeit gewährleistet. Die Anforderungen im Rahmen der EU-Sanierungs- und Abwicklungspläne für Kreditinstitute sowie die Vorbereitung auf die kommenden Stresstests der Europäischen Bankenaufsichtsbehörde und die Bilanzqualitätsanalyse der Europäischen Zentralbank wurden ebenfalls intensiv diskutiert.

Vergütungskontrollausschuss: Im Rahmen des Gesetzes zur Umsetzung der EU-Richtlinie zur Eigenmittelausstattung von Kreditinstituten (CRD-IV-Umsetzungsgesetz) ist die Deutsche Bank nach § 25d (12) KWG (Kreditwesengesetz) ab 2014 verpflichtet, einen separaten Vergütungskontrollausschuss einzusetzen. Aufgabe dieses Ausschusses ist nicht nur, den Aufsichtsrat im Zusammenhang mit der Vergütung des Vorstands zu beraten, sondern ihn auch hinsichtlich der Überwachung der Angemessenheit der Vergütungsstrukturen für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu unterstützen. In diesem Sinne gehen die Pflichten des Vergütungskontrollausschusses nach KWG über die engeren Grenzen des Aktiengesetzes hinaus. Um einen effizienten Start sicherzustellen, haben wir den Ausschuss bereits im vergangenen Jahr geschaffen. So konnten sich die Mitglieder in zwei Workshops und durch Selbststudium in die Themen einarbeiten und bereits bei der Überprüfung der Vergütung für 2013 mitwirken.

Nominierungsausschuss: Zwar verfügte die Bank, wie vom Deutschen Corporate Governance Kodex gefordert, bereits in der Vergangenheit über einen Nominierungsausschuss. Dessen Aufgabe bestand darin, Kandidaten für die Anteilseignerseite des Aufsichtsrats zu suchen und dem Plenum zur Vorbereitung des Wahlvorschlags an die Hauptversammlung vorzustellen. Hier sieht das KWG seit 1. Januar 2014 wesentliche Neuerungen vor. So soll der Nominierungsausschuss eines Kreditinstituts dem Aufsichtsrat künftig nicht nur bei der Besetzung der Anteilseignervertreter im Aufsichtsrat helfen, sondern ebenso bei der Auswahl der Vorstandsmitglieder. Zudem soll er eine jährliche Bewertung der Arbeit von Vorstand und Aufsichtsrat vornehmen, wobei das jeweilige Gremium und seine einzelnen Mitglieder zu evaluieren sind. Analog zum Vergütungskontrollausschuss geht der Gesetzgeber hier ebenfalls einen Schritt weiter und verlangt die Überprüfung der Auswahlkriterien für die zweite Führungsebene. Angesichts dieser erweiterten Aufgaben gehören unserem Nominierungsausschuss nun auch Arbeitnehmervertreter an. Der Aufsichtsrat wird der Hauptversammlung vorschlagen, den Nominierungsausschuss in Zukunft entsprechend zu vergüten.

Präsidialausschuss: Dieser hat sich im vergangenen Jahr achtmal getroffen. Behandelt wurden generelle Governance-Themen und spezifische Einzelthemen im Hinblick auf Vorstandsangelegenheiten. Die Vorbereitung der Plenarsitzungen sowie des Strategieworkshops des Aufsichtsrats gehörten ebenso zu den Schwerpunkten wie die organisatorischen Neugestaltungen der oben erwähnten Ausschüsse und ihrer Statuten. Auch die Vorbereitung der beiden Hauptversammlungen 2013 und die Begleitung der Kapitalerhöhung erforderten die Aufmerksamkeit des Präsidialausschusses. Der Ausschuss hat im vergangenen Jahr eine Effizienzprüfung der Arbeit im Plenum vorbereitet und Verbesserungspotenzial identifiziert. Das betrifft beispielsweise das weiterentwickelte Ausbildungsprogramm.

Aufsichtsratsplenum: Neben den sieben regulären Plenumssitzungen führten wir 2013 wiederum einen zweitägigen Strategieworkshop durch. Wir tagten dabei erstmals auch mit den beiden Vorstandsvorsitzenden. Schwerpunkt waren Strategie, regulatorische Themen sowie Nachfolgeplanung. Außerdem gab es im vergangenen Jahr zweitägige Seminare zur Einführung in bankspezifische Themen, insbesondere – aber nicht nur – für die neuen Mitglieder des Aufsichtsrats. Diese Veranstaltungen wurden ebenso wie die auf den Einzelnen zugeschnittenen externen Fortbildungsmaßnahmen breit genutzt.

Neben der Arbeit in den Ausschüssen und im Plenum finden laufend Gespräche zwischen dem Vorsitzenden des Aufsichtsrats und seinem Stellvertreter sowie zwischen den drei Ausschussvorsitzenden untereinander und mit dem Vorstand statt.

Wir hoffen, dass wir Ihnen mit dieser Übersicht – ergänzt durch den detaillierten Bericht des Aufsichtsrats des Finanzberichts – zeigen konnten, dass wir unseren Aufgaben sehr gewissenhaft nachkommen. Die im letztjährigen Brief ausführlich besprochenen Themen blieben 2013 die Leitmotive, an denen wir uns in anspruchsvollen Zeiten orientiert haben. Insbesondere empfinden wir Ihr Vertrauen als Verpflichtung und Verantwortung. Wir sind überzeugt, dass es gelingen wird, das Potenzial unserer Deutschen Bank als führender kundenorientierter Universalbank global auszuschöpfen. Ein wesentlicher Grund dafür ist die Qualität unserer Mitarbeiter, denen unser Dank für ihren unermüdlichen Einsatz im herausfordernden abgelaufenen Jahr gilt.

Die verbesserungsbedürftige Reputation und das wenig zufriedenstellende Nachsteuerergebnis der Bank 2013 zeigen, dass noch eine weite Strecke vor uns liegt, bevor Ihre Deutsche Bank die gesellschaftliche und wettbewerbsfähige Stellung erreicht hat, die Sie von ihr erwarten können. Aber, wie ein altes Sprichwort sagt, jede noch so lange Reise beginnt mit einem ersten Schritt. Das vergangene Jahr hat uns bereits einige Schritte vorangebracht – und die Zielvorgabe ist klar. Danke für Ihre Unterstützung!

Im Namen des Aufsichtsrats

Dr. Paul Achleitner, Vorsitzender (Unterschrift)

Dr. Paul Achleitner
Vorsitzender

Frankfurt am Main, im März 2014

Alfred Herling, Stv. Vorsitzender (Unterschrift)

Alfred Herling
Stv. Vorsitzender


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