Corporate Governance

Beste Standards als Maxime der Unternehmensführung

In Kürze

  • Integritätsausschuss zur Kontrolle rechtskonformen Handelns eingerichtet
  • Globale Einheit bündelt Initiativen zur Verbesserung der Leitung des Unternehmens
  • Vergütung reformiert

Eine wirkungsvolle Corporate Governance, die hohen internationalen Standards entspricht, ist ein wesentlicher Bestandteil unserer Unternehmensführung. Im Bewusstsein der zunehmenden Bedeutung von Corporate Governance hat die Deutsche Bank eine globale Corporate-Governance-Funktion etabliert. Sie soll unsere zahlreichen Initiativen stärken.

Durch unsere Corporate Governance stellen wir eine verantwortungsbewusste, auf nachhaltige Wertschöpfung ausgerichtete Leitung und Kontrolle der Deutschen Bank sicher. Fünf Elemente sind dafür kennzeichnend: effiziente Entscheidungen auf der Grundlage angemessener Informationen, gute Beziehungen zu den Aktionären, eine effektive Zusammenarbeit von Vorstand und Aufsichtsrat, ein am langfristigen Erfolg ausgerichtetes Vergütungssystem sowie eine transparente Rechnungslegung in Verbindung mit zeitiger Berichterstattung.

Wichtige Grundlagen der Corporate Governance der Deutschen Bank AG sind vor allem das deutsche Aktiengesetz und der Deutsche Corporate Governance Kodex. Da unsere Aktie auch an der New Yorker Börse notiert ist, unterliegen wir zudem den betreffenden US-amerikanischen Kapitalmarktgesetzen und Bestimmungen der Securities and Exchange Commission (SEC) sowie der New York Stock Exchange. Darüber hinaus nehmen wir europäische und internationale Entwicklungen und Diskussionen auf, um unsere Corporate Governance noch weiter zu verbessern.

Aktionäre

Hohe Präsenz

auf Hauptversammlungen als Ziel

Unsere Aktionäre gehören zu unseren wichtigsten Zielgruppen. Wir streben eine intensive Beziehung zu unseren Anteilseignern an und wollen eine hohe Beteiligung an den Hauptversammlungen erreichen. Unsere Aktionäre sind per Gesetz an wichtigen Unternehmensentscheidungen wie Satzungsänderungen, der Verwendung des Bilanzgewinns, der Ermächtigung zur Ausgabe neuer Aktien und wesentlichen Strukturveränderungen beteiligt.

Die Deutsche Bank hat nur eine einzige Gattung von Aktien, die jeweils eine Stimme verbriefen.

Um unseren Aktionären die Wahrnehmung ihrer Rechte zu erleichtern, setzen wir bei der Hauptversammlung neben der Briefwahl auch elektronische Medien ein. Insbesondere können Vollmachten und Weisungen an die Stimmrechtsvertreter der Deutschen Bank via Internet erteilt werden.

Vorstand

Leitung und Kontrolle zielen auf langfristigen

Erfolg

Der Vorstand leitet die Gesellschaft in eigener Verantwortung und kontrolliert die Konzerngesellschaften. Er sorgt dafür, dass die gesetzlichen Bestimmungen und die unternehmensinternen Richtlinien eingehalten werden. Die Mitglieder des Vorstands bilden gemeinsam mit den Führungskräften unserer Regionen, Unternehmensbereiche und Infrastrukturfunktionen das Group Executive Committee. Dieses Gremium dient der Koordination der globalen Geschäftsbereiche und Regionen. Das Group Executive Committee übernimmt beratende, koordinierende und entscheidungsvorbereitende Aufgaben für den Vorstand. Diese umfassen die Vorbereitung der strategischen Beratungen des Vorstands und die Überwachung der Umsetzung bankweiter strategischer Initiativen sowie struktureller Veränderungen in der Bank.

Im Einvernehmen mit dem Aufsichtsrat hat der Vorstand weitere Komitees eingerichtet, die direkt an ihn berichten. Er kann zudem weitere Komitees einsetzen.

Aufsichtsrat

Der Aufsichtsrat überwacht und berät den Vorstand bei der Geschäftsführung. Grundlegende Entscheidungen, die die Bank betreffen, benötigen seine Zustimmung. Der Aufsichtsrat kann Informations- und Berichtspflichten des Vorstands festlegen, die über die gesetzlichen Vorgaben hinausreichen. Er bestellt die Vorstandsmitglieder und plant gemeinsam mit dem Vorstand langfristig deren Nachfolge. Der Aufsichtsrat prüft die Effizienz seiner Arbeit regelmäßig. Im Berichtsjahr hatte der Aufsichtsrat sieben Ausschüsse: Präsidial-, Prüfungs-, Risiko-, Nominierungs-, Vermittlungs-, Vergütungskontroll- und Integritätsausschuss. Die beiden letztgenannten wurden erst im Laufe des Jahres 2013 geschaffen. Während der Vergütungskontrollausschuss gesetzlich vorgeschrieben ist, wurde der Integritätsausschuss vom Aufsichtsrat auf freiwilliger Basis eingerichtet. Er soll den Vorstand bei Entscheidungen zu einer wirtschaftlich tragfähigen nachhaltigen Entwicklung des Unternehmens beraten und kontrollieren. Bei allen Entscheidungen sind die Schonung der natürlichen Ressourcen, das Prinzip sozialer Verantwortung sowie die Grundsätze guter und verantwortungsvoller Unternehmensleitung und Unternehmensüberwachung zu berücksichtigen.

Zur Wahrnehmung seiner Aufgaben achtet der Aufsichtsrat auf eine ausgewogene Zusammensetzung sowie darauf, dass seine Mitglieder insgesamt die erforderlichen Kenntnisse und Fähigkeiten haben. Ebenso berücksichtigt er den Aspekt der Vielfalt im Vorstand und bei Wahlvorschlägen für den Aufsichtsrat.

Angesichts unserer globalen Geschäftsaktivitäten gehört dem Aufsichtsrat eine angemessene Anzahl von Mitgliedern mit langjähriger internationaler Erfahrung an. Außerdem ist in unserem Aufsichtsrat eine ausreichende Anzahl unabhängiger Mitglieder vertreten.

Vergütung

April 2013

Die Bank reformiert die Vergütung der Vorstände

Die Kriterien für die Bemessung der variablen Vergütung unserer Vorstandsmitglieder wurden im April 2013 – nach Abschluss einer vom Aufsichtsrat beauftragten unabhängigen Prüfung der Vergütungssysteme – angepasst. Bereits im Berichtsjahr haben wir qualitative Aspekte stärker berücksichtigt. Die variable Vergütung wurde nicht ausschließlich anhand finanzieller Ziele, sondern auch anhand des „Wie“ der Leistungserbringung festgelegt. Konzernweite und individuelle Leistungskennzahlen, die die nachhaltige Ergebnisentwicklung abbilden, wirken sich auf die Höhe der jährlichen variablen Vergütung aus. Bei beiden Komponenten der variablen Vorstandsvergütung wird – im Einklang mit der Strategie 2015+ und dem eingeleiteten Kulturwandel in der Deutschen Bank – der Faktor „Unternehmenskultur und Kunden“ berücksichtigt. Der überwiegende Teil der variablen Vergütung wird aufgeschoben gewährt und unterliegt bestimmten Verfallsbedingungen. Mindestens 50 % der gesamten variablen Vergütung sind aktienbasiert und damit von der nachhaltigen Ergebnisentwicklung der Deutschen Bank abhängig.

Die Vergütung der Aufsichtsratsmitglieder beinhaltet gemäß den neuen Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex keine variablen Vergütungskomponenten und Sitzungsgelder mehr. Die Basisvergütung der Aufsichtsratsmitglieder wurde dagegen erhöht. Die jährlich gezahlte feste Zusatzvergütung wurde nach Maßgabe der Ausschussmitgliedschaft und Funktion der Mitglieder angepasst, um die tatsächliche Arbeitsbelastung und Komplexität der Aufgaben besser zu reflektieren. Der Vorsitz und der stellvertretende Vorsitz im Aufsichtsrat sowie die Mitgliedschaft in den Ausschüssen (mit Ausnahme des Nominierungsausschusses und des Vermittlungsausschusses) werden zusätzlich vergütet.

Die individuelle Vergütung der Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder sowie die Grundzüge unseres Vergütungssystems werden im Vergütungsbericht veröffentlicht.

Rechnungslegung

Anteilseigner und Öffentlichkeit werden regelmäßig durch den jährlichen Geschäftsbericht, der den Konzernabschluss enthält, sowie die Zwischenberichte informiert. Unsere Konzernrechnungslegung entspricht den International Financial Reporting Standards (IFRS). Dies sorgt für eine hohe Transparenz und internationale Vergleichbarkeit.

Entsprechenserklärung

Vorstand und Aufsichtsrat haben am 29. Oktober 2013 die jährliche Entsprechenserklärung gemäß § 161 Aktiengesetz veröffentlicht. Demnach entspricht die Deutsche Bank AG den Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex in der Fassung vom 13. Mai 2013 mit zwei Ausnahmen. Die erste Ausnahme bezieht sich auf Ziffer 4.2.3 (3) des Kodex. Danach soll der Aufsichtsrat bei Versorgungszusagen das jeweils angestrebte Versorgungsniveau festlegen und den daraus abgeleiteten jährlichen sowie den langfristigen Aufwand für das Unternehmen berücksichtigen. Für die Vorstandsmitglieder der Deutschen Bank AG gilt hingegen ein beitragsorientierter Plan, der nicht auf ein bestimmtes Versorgungsniveau zielt. Die zweite Ausnahme betrifft Ziffer 5.3.3 des Kodex. Sie besagt, dass der Nominierungsausschuss ausschließlich mit Vertretern der Anteilseigner besetzt sein soll. Das CRD-IV-Umsetzungsgesetz vom 28. August 2013 sieht allerdings vor, dass der Nominierungsausschuss des Aufsichtsrats weitere Aufgaben übernehmen muss, die nicht nur von den Vertretern der Anteilseigner im Aufsichtsrat vorbereitet werden sollten. Daher ist der Nominierungsausschuss der Deutschen Bank AG nunmehr auch mit Vertretern der Arbeitnehmer besetzt. Es wird jedoch sichergestellt, dass die Wahlvorschläge an die Hauptversammlung nur von Vertretern der Aktionäre im Ausschuss unterbreitet werden.

Unser ausführlicher Corporate-Governance-Bericht beziehungsweise die Erklärung zur Unternehmensführung 2013 sowie weitere Dokumente zur Corporate Governance der Deutschen Bank AG wie die Geschäftsordnungen für den Vorstand, den Aufsichtsrat und seine Ausschüsse sind im Internet abrufbar.

Wir überprüfen unsere Corporate Governance kontinuierlich und passen sie gegebenenfalls an. Dabei berücksichtigen wir neue Erfahrungen und gesetzliche Vorgaben sowie nationale und internationale Standards.