Risikobericht

Einführung

Veröffentlichungen gemäß IFRS 7 und IAS 1

Der nachstehende Risikobericht enthält qualitative und quantitative Angaben zu Kredit-, Markt- und sonstigen Risiken auf Basis des „International Financial Reporting Standard 7 (IFRS 7) Financial Instruments: Disclosures“ sowie Veröffentlichungen zum Kapital entsprechend dem „International Accounting Standard 1 (IAS 1) Presentation of Financial Statements“. Diese Informationen, die zum Konzernabschluss gehören und über Referenzierungen in diesen einbezogen werden, sind in diesem Risikobericht durch eine seitliche Klammer markiert.

Veröffentlichungen gemäß Säule 3 des Kapitalstandards nach Basel 2.5

Der nachfolgende Risikobericht enthält auch die Veröffentlichungen zur Säule 3 entsprechend dem internationalen Kapitalregelwerk des Baseler Ausschusses für Bankenaufsicht, auch bezeichnet als Basel 2 und Basel 2.5. Die Europäische Union hat die Eigenkapitalrichtlinie 2 und 3 umgesetzt, die das Baseler Kapitalrahmenwerk in Europa ergänzt, welches ursprünglich durch die Bankenrichtlinie und die Kapitaladäquanzrichtlinie eingeführt wurde. In Deutschland wurden die Eigenkapitalrichtlinien in nationales Recht umgesetzt und die Veröffentlichungsanforderungen nach Säule 3 in § 26a des Kreditwesengesetzes („KWG“) und im Teil 5 der Solvabilitätsverordnung („SolvV“) festgeschrieben. Aus Konsistenzgründen wenden wir im folgenden Risikobericht den Begriff „Basel 2.5“ an, wenn wir auf diese Regelungen Bezug nehmen, so wie sie in deutsches Recht umgesetzt sind und bis zum 31. Dezember 2013 Gültigkeit haben. Die Regulierung erfordert kein Testat der Säule-3-Offenlegung. Dementsprechend sind die Säule-3-Offenlegungen als nicht testiert gekennzeichnet.

Wir haben das überarbeitete Kapitalregelwerk für die Mehrheit unserer Engagements auf Basis eigener interner Modelle zur Messung des Kreditrisikos, des Marktrisikos und des operationellen Risikos umgesetzt, die von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht („BaFin“) genehmigt wurden. Alle Säule-3-relevanten Veröffentlichungen basieren auf intern definierten Prinzipien und darauf bezogenen Prozessen, welche in unserer entsprechenden Risiko-Veröffentlichungsrichtlinie festgeschrieben sind.

Die folgende Tabelle gibt einen Überblick über die Säule-3-bezogenen Offenlegungsthemen und ihre Lokalisierung im Risikobericht.

Säule-3-Offenlegung in unserem Finanzbericht

Säule-3-Offenlegungsthemen

Im Finanzbericht zu finden unter

Einleitung und Anwendungsbereich der Säule 3

„Einleitung“

Kapitaladäquanz

„Regulatorisches Kapital“

Risiko- und Kapitalmanagement des Konzerns

„Risikomanagement: Überblick“, „Grundsätze des Risikomanagements“, „Risikobewertung und Berichterstattung“, „Risikoinventur“, „Kapitalmanagement“, „Bilanzmanagement“ und „Gesamtrisikoposition“

Adressenausfallrisiko: Strategien und Prozesse/
Adressenausfallrisiko: Aufsichtsrechtliche Bewertung

„Kreditrisiko“, „Qualität von Vermögenswerten“, „Adressenausfallrisiko: Aufsichtsrechtliche Bewertung“ und Anhangangabe 1 „Wesentliche Rechnungslegungsgrundsätze und -einschätzungen“

Verbriefung

„Verbriefung“ und Anhangangabe 1 „Wesentliche Rechnungslegungsgrundsätze und -einschätzungen“

Handelsbezogenes Marktrisiko/
Marktrisiko aus Nichthandelsaktivitäten

„Marktrisiko aus Handelsaktivitäten“, „Marktrisiko aus Nichthandelsaktivitäten“, „Rechnungslegung und Bewertung von Beteiligungspositionen“ und Anhangangabe 1 „Wesentliche Rechnungslegungsgrundsätze und -einschätzungen – Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts“

Operationelles Risiko

„Operationelles Risiko“

Liquiditätsrisiko

„Liquiditätsrisiko“

Ausblick zu Basel 3 und CRR/CRD 4

In der Europäischen Union wurde das neue Basel 3-Kapitalrahmenwerk durch die „Richtlinie (EU) Nr. 575/2013 über Aufsichtsanforderungen an Kreditinstitute und Wertpapierfirmen“ (Capital Requirements Regulation, „CRR“) und die „Richtlinie 2013/36/EU über den Zugang zur Tätigkeit von Kreditinstituten und die Beaufsichtigung von Kreditinstituten und Wertpapierfirmen“ (Capital Requirements Directive 4, „CRD 4“) eingeführt und am 27. Juni 2013 veröffentlicht. Die Umsetzung der CRD 4 in deutsches Recht erfolgte über Anpassungen im deutschen Kreditwesengesetz (KWG) und in der deutschen Solvabilitätsverordnung (SolvV) sowie in den begleitenden Verordnungen. Zusammen stellen diese Regulierungen das neue aufsichtsrechtliche Rahmenwerk dar, welches in Deutschland unter anderem in Bezug auf das Kapital, die Verschuldung, die Liquidität und auch für Pillar-3-Veröffentlichungen anwendbar ist. Das neue aufsichtsrechtliche Rahmenwerk trat am 1. Januar 2014 unter Berücksichtigung verschiedener Übergangsregeln in Kraft. Da dieser Bericht das Finanzjahr bis zum 31. Dezember 2013 umfasst, beziehen sich die Veröffentlichungen in den folgenden Kapiteln auf die gesetzlichen Vorgaben (insbesondere das KWG und die SolvV), wie sie vor dem 1. Januar 2014 galten, sofern nicht anderweitig angegeben.

Für einige der neuen regulatorischen Anforderungen gelten Übergangsbestimmungen. Die Mindestkapitalquoten werden schrittweise bis 2015 eingeführt. Der überwiegende Teil der aufsichtsrechtlichen Anpassungen (das heißt Kapitalabzüge und aufsichtsrechtliche Filter) tritt phasenweise bis 2018 in Kraft. Kapitalinstrumente, die nach den neuen Regelungen nicht qualifiziert sind, sind bis 2021 nicht phasenweise mehr zu berücksichtigen. Neue Anforderungen zu Kapitalpuffern werden phasenweise bis 2019 eingeführt. Obwohl die aufsichtsrechtliche Berichterstattung bereits in 2014 beginnt, werden bindende Mindestanforderungen für die kurzfristige Liquidität in 2015 wirksam und ein Standard für die langfristige Liquidität wird in 2018 erwartet. Die Einführung eines verpflichtenden Verschuldungsgrades wird ebenfalls für 2018 erwartet, nachdem die Veröffentlichung der Kennziffer bereits in 2015 beginnen wird. Das CRR/CRD 4-Rahmenwerk veränderte teilweise auch die Nomenklatur in Bezug auf Kapitaladäquanz und aufsichtsrechtliches Kapital, indem zum Beispiel der Begriff Common Equity Tier-1-Kapital den Begriff Kernkapital ersetzt.

Zum besseren Verständnis verwenden wir in unseren Veröffentlichungen die Nomenklatur des CRR/CRD 4-Rahmenwerks in den folgenden Abschnitten und Tabellen zu Kapitaladäquanz, aufsichtsrechtlichem Kapitel und zur Verschuldung. Gleichwohl basieren die Zahlenangaben für die dargestellten Zeiträume des Berichts auf dem Basel 2.5-Rahmenwerk wie es in deutsches Recht umgesetzt wurde und für diese Zeiträume noch Gültigkeit hatte, sofern nicht anderweitig angegeben.

Da hinsichtlich der CRR/CRD 4-Regelungen immer noch Interpretationsunsicherheiten bestehen und einige der darauf bezogenen verpflichtenden technischen Standards auch noch nicht final vorliegen, werden wir unsere Annahmen und Modelle kontinuierlich verfeinern in dem Maße, wie unser sowie das Verständnis der Industrie und die Interpretation der Regeln sich entwickeln. Vor diesem Hintergrund, können unsere Pro-forma-CRR/CRD 4-Meßgrößen von unseren früheren Erwartungen abweichen. Auch die Annahmen und Einschätzungen unserer Wettbewerber über die Einführung mögen sich verändern, so dass unsere Pro-forma-CRR/CRD 4-Kennzahlen, die nicht auf Rechnungslegungsvorschriften basieren, nicht mit ähnlich bezeichneten Messgrößen unsere Wettbewerber vergleichbar sind.

Weitere Details zu unseren entsprechenden Pro-forma CRR/CRD 4-Kapitalquoten stellen wir im Abschnitt „Risikobericht – Aufsichtsrechtliches Kapital“ und zu unserem Verschuldungsgrad im Abschnitt „Risikobericht – Bilanzmanagement“ zur Verfügung.

Offenlegung gemäß den Prinzipien und Empfehlungen der Enhanced Disclosure Task Force (EDTF)

In 2012 wurde die „Enhanced Disclosure Task Force“ („EDTF“) als eine privatwirtschaftliche Initiative unter der Schirmherrschaft des Financial Stability Board mit dem primären Ziel gegründet, die grundlegenden Prinzipien für verbesserte Offenlegung von Risiken sowie Empfehlungen für die Verbesserung bereits existierender Offenlegungen von Risiken zu entwickeln. Als ein Mitglied der EDTF haben wir die Offenlegungsvorschläge in diesem Risikobericht berücksichtigt.

Konsolidierungsansatz

Die in den folgenden Abschnitten dargestellten quantitativen Informationen beziehen sich auf den Konzernabschluss in Übereinstimmung mit den „International Financial Reporting Standards“. Daraus resultiert, dass die Berichterstattung grundsätzlich auf den IFRS-Regeln für Bewertungen und Konsolidierung beruht. Jedoch sind insbesondere im Rahmen von Säule 3 die aufsichtsrechtlichen Regeln zur Konsolidierung relevant, die von denen für den Konzernabschluss abweichen. Dies ist im Folgenden genauer beschrieben. In den Fällen, in denen die aufsichtsrechtliche Abgrenzung für den Konzern angewandt wird, ist dies explizit genannt.

Anwendungsbereich der aufsichtsrechtlichen Konsolidierung

Die Deutsche Bank Aktiengesellschaft („Deutsche Bank AG“) mit Sitz in Frankfurt am Main, Deutschland, ist das übergeordnete Unternehmen der Deutsche Bank Institutsgruppe („Institutsgruppe“), die den aufsichtsrechtlichen Bestimmungen des KWG und der SolvV unterliegt. Gemäß § 10a KWG umfasste eine aufsichtsrechtliche Institutsgruppe ein Kreditinstitut (nachfolgend auch „Bank“) oder ein Finanzdienstleistungsinstitut als übergeordnetes Unternehmen und alle anderen Banken, Finanzdienstleistungsinstitute, Kapitalanlagegesellschaften, Finanzunternehmen, Zahlungsinstitute und Anbieter von Nebendienstleistungen, die dessen Tochterunternehmen im Sinne von § 1 (7) KWG waren. Diese Gesellschaften werden für aufsichtsrechtliche Meldezwecke unserer Institutsgruppe vollständig konsolidiert. Ergänzend konnten bestimmte Gesellschaften, die keine Tochterunternehmen sind, auf quotaler Basis einbezogen werden. Versicherungen und Gesellschaften außerhalb des Finanzsektors wurden in der aufsichtsrechtlichen Institutsgruppe nicht konsolidiert.

Für Finanzkonglomerate galt auch das deutsche Finanzkonglomerate-Aufsichtsgesetz, demzufolge Versicherungen in eine ergänzende Berechnung der Kapitaladäquanz (auch „Solvabilitätsspanne“ genannt) einbezogen werden. Wir waren im Oktober 2007 von der BaFin als Finanzkonglomerat eingestuft worden.

Die aufsichtsrechtlichen Konsolidierungsgrundsätze weichen von denen unseres handelsrechtlichen Konzernabschlusses ab. Gleichwohl wird die Mehrzahl der Tochterunternehmen nach KWG auch in unserem Konzernabschluss gemäß IFRS voll konsolidiert.

Die Hauptunterschiede zwischen der aufsichtsrechtlichen und der IFRS-Konsolidierung sind:

  • Gesellschaften, die von uns kontrolliert werden, jedoch nicht der Bankenbranche angehören, sind nicht Teil der aufsichtsrechtlichen Institutsgruppe, werden aber in den Konzernabschluss nach IFRS einbezogen.
  • Die meisten unserer Zweckgesellschaften (Special Purpose Entities, auch „SPEs“), die nach IFRS konsolidiert wurden, erfüllten nicht die speziellen Konsolidierungsanforderungen nach § 10a KWG und waren daher im aufsichtsrechtlichen Konsolidierungskreis nicht enthalten. Die Risiken, die aus unserem Engagement gegenüber diesen Zweckgesellschaften resultieren, finden sich jedoch in unseren aufsichtsrechtlichen Eigenkapitalanforderungen.
  • Einige aufsichtsrechtlich konsolidierte Gesellschaften erfüllen wiederum nicht die Konsolidierungskriterien der Rechnungslegung, sondern werden anders behandelt und insbesondere nach der Equitymethode bilanziert. Es gibt zwei Gesellschaften in unserer aufsichtsrechtlichen Institutsgruppe, die gemeinsam von ihren Anteilseignern kontrolliert und aufsichtsrechtlich quotal konsolidiert werden. Weitere vier Gesellschaften werden freiwillig quotal konsolidiert. Für Zwecke der Konzernberichterstattung gemäß IFRS werden vier Unternehmen nach der Equitymethode bilanziert, ein Unternehmen wird als Zur Veräußerung verfügbare Vermögenswerte und ein Unternehmen als Sonstiger Vermögenswert behandelt.

Zum Jahresende 2013 umfasste unsere aufsichtsrechtliche Institutsgruppe 844 Tochterunternehmen, von denen sieben quotal konsolidiert wurden. Die aufsichtsrechtliche Institutsgruppe bestand aus 127 Banken, einem Zahlungsinstitut, 67 Finanzdienstleistungsinstituten, 449 Finanzunternehmen, 12 Kapitalanlagegesellschaften und 188 Anbietern von Nebendienstleistungen.

Zum Jahresende 2012 umfasste unsere aufsichtsrechtliche Institutsgruppe 913 Tochterunternehmen, von denen drei quotal konsolidiert wurden. Unsere Institutsgruppe bestand aus 137 Banken, drei Zahlungsinstituten, 80 Finanzdienstleistungsinstituten, 514 Finanzunternehmen, 14 Kapitalanlagegesellschaften und 165 Anbietern von Nebendienstleistungen.

120 Unternehmen wurden von der aufsichtsrechtlichen Konsolidierung gemäß § 31 (3) KWG per Jahresende 2013 ausgenommen (Jahresende 2012: 131 Unternehmen). § 31 (3) KWG erlaubt im aufsichtsrechtlichen Anwendungsbereich den Ausschluss kleiner Gesellschaften vom konsolidierten aufsichtsrechtlichen Meldewesen, sofern entweder deren Bilanzsumme kleiner als 10 Mio € oder kleiner als 1 % der Bilanzsumme des Konzerns ist. In Übereinstimmung mit IFRS muss keines dieser Unternehmen im Konzernabschluss konsolidiert werden. Die Buchwerte unserer Beteiligungen am Kapital dieser Unternehmen wurden von unserem aufsichtsrechtlichen Eigenkapital abgezogen, zum Jahresende 2013 insgesamt 20 Mio € (Jahresende 2012: 31 Mio €).

Die gleiche Abzugsbehandlung wurde zum Jahresende 2013 auf weitere 260 aufsichtsrechtlich nicht konsolidierte Gesellschaften sowie weitere drei immaterielle Versicherungsgesellschaften angewandt (267 zum Jahresende 2012), die nicht in die Solvabilitätsspanne einbezogen werden. Deren Beteiligungsbuchwerte haben wir gemäß dem noch gültigen § 10 (6) KWG von unserem aufsichtsrechtlichen Eigenkapital abgezogen. § 10 (6) Nr. 1, 2, 3 und 5 KWG verlangten den Abzug der Beteiligungen an nicht konsolidierten Instituten, Finanzunternehmen und Versicherungsunternehmen vom aufsichtsrechtlichen Eigenkapital, wenn ein Kapitalanteil von mehr als 10 % gehalten wurde (bei Versicherungsunternehmen mindestens 20 % des Kapitals oder der Stimmrechte, sofern diese nicht in die Berechnung der Solvabilitätsspanne auf Konglomeratsebene einbezogen sind). Seitdem wir als Finanzkonglomerat eingestuft sind, werden materielle Beteiligungen in Höhe von mindestens 20 % des Kapitals oder der Stimmrechte von Versicherungsunternehmen nicht von unserem aufsichtsrechtlichen Eigenkapital abgezogen, da diese in die Solvabilitätsberechnung auf Konglomeratsebene einbezogen werden.

Ab dem 1. Januar 2014 wird unsere aufsichtsrechtliche Konsolidierung durch das CRR/CRD 4-Rahmenwerk (wie gegebenenfalls in deutsches Recht umgesetzt) und das Finanzkonglomerate-Aufsichtsgesetz geregelt.


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