Adressenausfallrisiko: Aufsichtsrechtliche Bewertung

Der folgende Abschnitt zum Adressenausfallrisiko: Aufsichtsrechtliche Bewertung, der mit Kapitel Aufsichtsrechtliche Anwendung der Kreditrisikominderungstechniken endet, zeigt spezifische Offenlegungen auf Basis von Säule 3. Die Regulierung erfordert kein Testat der Säule-3-Offenlegung. Dementsprechend ist dieser Abschnitt der Säule-3-Offenlegung nicht testiert. Dargestellte quantitative Angaben folgen dem regulatorischen Konzept zur Konsolidierung.

Allgemeine Darstellungen zur aufsichtsrechtlichen Bewertung des Adressenausfallrisikos

Grundsätzlich wenden wir den fortgeschrittenen IRBA für den Großteil unseres dafür infrage kommenden Kreditportfolios zur Berechnung der aufsichtsrechtlichen Kapitalanforderungen nach Maßgabe der Solvabilitätsverordnung („SolvV“) und gemäß den von der BaFin erhaltenen Genehmigungen an.

Die von der BaFin erteilten Genehmigungen im Rahmen der Überprüfungsprozesse für unsere Adressenausfallrisikopositionen ohne Postbank im fortgeschrittenen IRBA ermöglichen die Anwendung von 68 intern entwickelten Bonitätseinstufungssystemen für die Berechnung der aufsichtsrechtlichen Kapitalanforderungen. Von diesen wurden 37 Bonitätseinstufungssysteme im Dezember 2007 genehmigt, während die Zulassung für 31 weitere Bonitätseinstufungssysteme bis einschließlich Ende 2013 folgte. Die von der BaFin in 2013 eingeholten Genehmigungen betreffen fünf zusätzliche Ratingsysteme in der Forderungsklasse „Mengengeschäft“. Insgesamt sind damit alle wesentlichen Risikopositionen des Konzerns ohne Postbank in den Forderungsklassen „Zentralregierungen“, „Institute“, „Unternehmen“ und „Mengengeschäft“ des fortgeschrittenen IRBA erfasst.

Das Mengengeschäft der Postbank wird ebenfalls dem fortgeschrittenen IRBA zugeordnet, basierend auf entsprechenden Genehmigungen, die der Postbank durch die BaFin erteilt wurden, sowie unserem fortgeschrittenen IRBA-Status. Darüber hinaus hat die Postbank innerhalb von 2013 im Nachgang zu entsprechenden Überprüfungsprozessen Genehmigungen der BaFin für drei Bonitätseinstufungssysteme erhalten, erstmalig den fortgeschrittenen IRBA innerhalb der Forderungsklassen „Institute“ und „Unternehmen“ anzuwenden. In diesem Zusammenhang hat die BaFin auch Genehmigungen für zwei Ratingsysteme innerhalb des fortgeschrittenen IRBA und für ein Ratingsystem innerhalb des Basis-IRBA gegenüber der PB Capital Corporation – jetzt eine direkte Tochter der Deutschen Bank AG – erteilt, den fortgeschrittenen IRBA innerhalb der Forderungsklassen „Unternehmen“ und den Basis-IRBA innerhalb der Forderungsklasse „Zentralregierungen“ anzuwenden. Für den überwiegenden Anteil der verbleibenden, für den IRBA infrage kommenden Kreditportfolios der Postbank wenden wir den IRB-Basis-Ansatz an, für den die Postbank die Genehmigung der BaFin in früheren Jahren erhalten hatte.

Insgesamt ermöglichen die der Postbank (ohne Berücksichtigung der PB Capital Corporation) seitens der BaFin erteilten Genehmigungen im Rahmen der Überprüfungsprozesse für die Adressenausfallrisikopositionen die Anwendung von 13 intern entwickelten Bonitätseinstufungssystemen für die Berechnung der aufsichtsrechtlichen Kapitalanforderungen der Postbank im IRBA-Ansatz. Von diesen wurden 8 Bonitätseinstufungssysteme im Dezember 2006 genehmigt, während die Zulassung für fünf weitere bis Ende 2013 erfolgte. Insgesamt sind damit alle wesentlichen Risikopositionen der Postbank in der Forderungsklasse „Mengengeschäft“ im fortgeschrittenen IRBA und die Forderungsklassen „Zentralregierungen“, „Institute“ und „Unternehmen“ im fortgeschrittenen und IRBA-Basis-Ansatz erfasst. Zusätzlich ist der wesentliche Teil des Engagements der PB Capital Corporation durch drei intern entwickelte Ratingsysteme für regulatorische Kapitalberechnungen im IRBA abgedeckt, die im Jahr 2013 genehmigt wurden.

Details zum fortgeschrittenen IRBA und zu den Risikopositionen im fortgeschrittenen IRBA werden in den Kapiteln „Fortgeschrittener, auf internen Bonitätseinstufungen basierender Ansatz“ und „Risikopositionen im fortgeschrittenen IRBA“ gegeben. Der IRB-Basis-Ansatz und die Risikopositionen im IRB-Basis-Ansatz werden in den Kapiteln „IRB-Basis-Ansatz“ und „Risikopositionen im IRB-Basis-Ansatz“ erläutert.

Auf Konzernebene ohne Berücksichtigung der Postbank ordnen wir einige wenige verbleibende, für den fortgeschrittenen IRBA infrage kommende Portfolios mit geringer Größe vorübergehend dem Standardansatz zu. Bezüglich dieser Portfolios wurde ein Implementierungs- und Genehmigungsplan in Abstimmung mit den zuständigen Behörden, der BaFin und der Bundesbank, erstellt. Auch aufseiten der Postbank wird ein Anteil des für den IRBA infrage kommenden Portfolios vorübergehend noch dem Standardansatz zugeordnet. Im Laufe des Jahres 2013 wurden die Umsetzungspläne für den Konzern ohne die Postbank und die Postbank zu einem übergreifenden konzernweiten Umsetzungsplan mit einem ebenfalls kombinierten Genehmigungsplan in Abstimmung mit der BaFin und der Bundesbank zusammengeführt.

Risikopositionen, die wir weder im fortgeschrittenen IRBA noch im IRB-Basis-Ansatz behandeln, werden in den Kapiteln „Sonstige Risikopositionen im IRBA“ und „Standardansatz“ erläutert.

Unser Abdeckungsgrad im fortgeschrittenen IRBA ohne Postbank hat mit 97 % gemessen an Risikopositionswerten (EAD) und mit 93 % in Bezug auf RWAs die deutsche aufsichtsrechtliche Anforderung entsprechend den Vorgaben nach § 67 SolvV zum 31. Dezember 2013 überschritten. Die Abdeckungsgrade sind unverändert zum Vorjahresniveau am 31. Dezember 2012. Diese Werte beinhalten nicht die Risikopositionen, die nach § 70 SolvV dauerhaft dem Standardansatz zugeordnet sind, sonstige IRBA-Risikopositionen sowie Verbriefungen. Die aufsichtsrechtlichen Mindestanforderungen hinsichtlich der Abdeckungsgrade wurden zu jeder Zeit eingehalten. Im Nachgang zu der Zusammenführung der Umsetzungspläne für den Konzern ohne die Postbank und die Postbank im Laufe des Jahres 2013 wurden auch übergreifende konzernweite Abdeckungsgrade für den fortgeschrittenen IRBA etabliert, die entsprechend den Vorgaben nach § 67 SolvV gemessen werden. Im Laufe des Jahres 2013 lagen die Abdeckungsgrade deutlich über den regulatorisch geforderten initialen Schwellenwerten.

Risikopositionswert und RWA nach Modellansätzen für unsere Kreditrisikoportfolios

 

31.12.2013

 

Fortgeschrittener IRBA

IRB-Basis-Ansatz

Sonstige Risiko-
positionen im IRBA

Standardansatz

Insgesamt

in Mio €

Risiko-
positions-
wert

RWA

Risiko-
positions-
wert

RWA

Risiko-
positions-
wert

RWA

Risiko-
positions-
wert

RWA

Risiko-
positions-
wert

RWA

Kapital-
anfor-
derungen

Zentralregierungen

92.354

4.353

8

2

0

0

75.706

213

168.068

4.569

366

Institute

60.912

9.175

5.592

1.320

0

0

4.976

198

71.481

10.693

855

Unternehmen

264.751

81.397

7.396

4.880

10.169

6.067

23.248

15.235

305.564

107.578

8.606

Grundpfandrechtlich besicherte Positionen des Mengengeschäfts

153.271

22.523

0

0

0

0

5.173

2.275

158.443

24.799

1.984

Qualifizierte revolvierende Positionen des Mengengeschäfts

4.537

621

0

0

0

0

0

0

4.537

621

50

Sonstiges Mengengeschäft

33.082

13.990

0

0

0

0

8.593

5.982

41.675

19.972

1.598

Sonstige Positionen

0

0

0

0

7.958

10.424

25.287

14.507

33.245

24.931

1.994

Verbriefungen

49.368

7.834

0

0

0

0

2.175

1.222

51.543

9.057

725

Insgesamt

658.273

139.894

12.997

6.202

18.127

16.490

145.159

39.633

834.557

202.219

16.178

Davon kontrahentenbezogenes Kreditrisiko aus

122.455

28.265

317

193

414

394

9.571

1.833

132.757

30.684

2.455

Derivate

75.738

25.900

317

193

414

394

8.630

1.806

85.099

28.292

2.263

Wertpapierfinanzierungsgeschäfte

46.716

2.365

0

0

0

0

941

27

47.657

2.392

191

Die vorstehende Tabelle gibt einen Überblick über die Modellansätze, die auf unser Kreditrisikoportfolio einschließlich Verbriefungspositionen angewandt werden. Hierbei ist zu beachten, dass in den nachfolgenden Abschnitten unsere Risikopositionen im IRBA- und im Standardansatz ohne Verbriefungspositionen dargestellt werden, da diese separat mit mehr Details im Abschnitt „Verbriefung“ enthalten sind. Die Zeile „Sonstige Positionen“ beinhaltet vornehmlich Investmentanteile, Beteiligungen und sonstige kreditunabhängige Aktiva, die als sonstige Positionen im IRBA behandelt werden, sowie die verbleibenden Forderungsklassen im Standardansatz, soweit sie nicht unter die Forderungsklassen Zentralregierungen, Institute, Unternehmen oder das Mengengeschäft fallen.


Kennzahlenvergleich

Vergleichen Sie Kennzahlen der letzten Jahre. mehr