Kapitaladäquanz

Seit 2008 haben wir für die Deutsche Bank-Institutsgruppe konsolidierte Kapitalquoten gemäß dem Kreditwesengesetz und der Solvabilitätsverordnung, die das überarbeitete Kapitalregelwerk des Baseler Ausschusses von 2004 („Basel 2“) in deutsches Recht umgesetzt hatten, berechnet und veröffentlicht. Seit dem 31. Dezember 2011 wurden bei der Ermittlung unserer Kapitalquoten auch die veränderten Kapitalanforderungen für Risiken im Handelsbuch und Verbriefungspositionen nach Maßgabe der „Basel 2.5“-Rahmenbedingungen, die durch das Kreditwesengesetz und der Solvabilitätsverordnung in deutsches Recht Eingang gefunden haben, berücksichtigt. Diese Regelungen stellen auch die gesetzliche Basis für die Berechnung unserer Kapitaladäquanz zum 31. Dezember 2013 dar.

Wie bereits zuvor in diesem Bericht dargestellt, wurden in der Europäischen Union das neue aufsichtsrechtliche Rahmenwerk von Basel 3 durch die Verordnung über Aufsichtsanforderungen an Kreditinstitute und Wertpapierfirmen (Capital Requirements Regulation, „CRR“) und der Richtlinie über den Zugang zur Tätigkeit von Kreditinstituten und die Beaufsichtigung von Kreditinstituten und Wertpapierfirmen (Capital Requirements Directive 4, „CRD 4“) umgesetzt und am 27. Juni 2013 veröffentlicht. Sie bilden das neue aufsichtsrechtliche Rahmenwerk, unter anderem in Bezug auf das aufsichtsrechtliche Eigenkapital. Während die neuen Kapitalregeln ab dem 1. Januar 2014 anzuwenden sind, wird die Anwendung der Regeln zu den Kapitalpuffern schrittweise ab 2016 eingeführt. Zum besseren Verständnis unserer Veröffentlichungen verwenden wir die Begriffe des CRR/CRD 4-Rahmenwerkes in den nachfolgenden Abschnitten und Tabellen zur Kapitaladäquanz und zum aufsichtsrechtlichen Eigenkapital. Die für diesen Berichtszeitraum gezeigten Beträge beziehen sich jedoch unverändert auf das Basel 2.5 Rahmenwerk, welches in deutsches Recht umgesetzt und noch gültig für diese Berichtsperioden ist, sofern nicht anders angegeben.

Dieser Abschnitt bezieht sich auf die Kapitaladäquanz der für bankaufsichtsrechtliche Meldezwecke konsolidierten Institutsgruppe gemäß deutschem Kreditwesengesetz. Davon ausgenommen sind Versicherungsgesellschaften oder Unternehmen außerhalb des Finanzsektors. Unsere Versicherungsgesellschaften werden in eine zusätzliche, für Finanzkonglomerate geltende Berechnung der Kapitaladäquanz nach der deutschen Finanzkonglomerate-Solvabilitätsverordnung (auch „Solvabilitätsspanne“) einbezogen. Unsere Solvabilitätsspanne als Finanzkonglomerat wird weiterhin von unseren Bankaktivitäten dominiert.

Vor dem Hintergrund der oben dargestellten rechtlichen Grundlagen basieren die folgenden Informationen auf den bankaufsichtsrechtlichen Regeln der Konsolidierung.

Das gesamte aufsichtsrechtliche Eigenkapital nach den per Jahresende 2013 geltenden Regelungen bestand aus Tier-1-, Tier-2- und Tier-3-Kapital. Tier-1-Kapital bestand aus dem Tier-1-Kernkapital (vormals als Tier-1-Kapital ohne Hybridinstrumente bezeichnet) und dem Zusätzlichen Tier-1-Kapital.

Das Tier-1-Kernkapital bestand in erster Linie aus dem Stammkapital einschließlich Kapitalrücklagen, den Gewinnrücklagen sowie sonstigen erfolgsneutralen Eigenkapitalveränderungen und berücksichtigt aufsichtsrechtliche Anpassungen. Aufsichtsrechtliche Anpassungen umfassten die Dekonsolidierung des Kapitals von Gesellschaften außerhalb der Institutsgruppe und die Eliminierung der Eigenkapitaleffekte aus einer Veränderung des eigenen Kreditrisikos bei finanziellen Verbindlichkeiten, für die die Fair Value Option gewählt wurde. Sie umfassten auch den Abzug von Firmenwerten und anderen immateriellen Vermögensgegenständen sowie die folgenden Posten, die zur Hälfte vom Tier-1- und zur Hälfte vom Tier-2-Kapital in Abzug gebracht werden mussten: (i) Beteiligungen an nichtkonsolidierten Banken, Finanzinstituten und Versicherungsgesellschaften, an denen eine Bank einen Kapitalanteil von mehr als 10 % hält (im Fall von Versicherungsgesellschaften einen Kapital- oder Stimmrechtsanteil von mindestens 20 %, es sei denn, diese werden in die Berechnung der Solvabilitätsspanne des Finanzkonglomerats einbezogen), (ii) den Betrag, um den der erwartete Verlust für die Forderungsklassen Zentralregierungen, Institute, Unternehmen sowie Mengengeschäft, die auf Basis des Internal Ratings Based Approach („IRBA“) der Bank berechnet wurden, die Wertanpassungen und Rückstellungen für diese Positionen übersteigt, (iii) die erwarteten Verluste für bestimmte Beteiligungspositionen („Equity Exposures“), Verbriefungspositionen, die in der Berechnung der risikogewichteten Aktiva nicht enthalten sind, und (iv) den Wert der an eine Gegenpartei gelieferten Wertpapiere zuzüglich eventueller Wiederbeschaffungskosten, sofern die geforderte Zahlung nicht innerhalb von fünf Arbeitstagen nach Lieferung von der Gegenpartei geleistet und die Transaktion dem Handelsbuch der Bank zugewiesen wurde.

Zusätzliches Tier-1-Kapital bestand aus verschiedenen hybriden Kapitalbestandteilen wie zum Beispiel nichtkumulativen Vorzugsanteilen („Noncumulative Trust Preferred Securities“). Abhängig von der Qualität unterlag der Betrag der hybriden Tier-1-Kapitalinstrumente bestimmten Grenzen. Grundsätzlich wurden hybride Tier-1-Kapitalinstrumente, die in Krisensituationen umgewandelt werden müssen und die auf Initiative der zuständigen Behörde jederzeit umgewandelt werden können, auf 50 % des Tier-1-Kernkapitals begrenzt. Innerhalb dieser Grenze wurden alle sonstigen hybriden Tier-1-Kapitalinstrumente auf 35 % des Tier-1-Kernkapitals limitiert. Schlussendlich, innerhalb der beiden zuvor genannten Grenzen, dürfen befristete hybride Tier-1-Kapitalinstrumente und Instrumente, bei denen die Bestimmungen einen Anreiz zur Rückzahlung beinhalten, nicht mehr als 15 % des Tier-1-Kernkapitals übersteigen.

Tier-2-Kapital umfasste in erster Linie kumulative Vorzugsanteile („Cumulative Trust Preferred Securities“), verschiedene Genussscheine, langfristige nachrangige Verbindlichkeiten sowie 45 % der unrealisierten Gewinne aus bestimmten börsennotierten Wertpapieren. Der Betrag von langfristigen nachrangigen Verbindlichkeiten, der im Tier-2-Kapital berücksichtigt werden darf, wurde auf 50 % des Tier-1-Kapitals limitiert. Der Gesamtbetrag des Tier-2-Kapitals wurde auf 100 % des Tier-1-Kapitals begrenzt.