Bilanzmanagement

Wir steuern unsere Bilanz auf Konzernebene und gegebenenfalls in den einzelnen Regionen lokal. Wir weisen unsere Finanzressourcen bevorzugt den Geschäftsportfolios zu, die sich am positivsten auf unsere Rentabilität und unseren Shareholder Value auswirken. Wir überwachen und analysieren die Bilanzentwicklung und beobachten bestimmte marktrelevante Bilanzkennzahlen. Diese dienen als Basis für Diskussionen und Managemententscheidungen des Capital and Risk Committee. Wir überwachen die Entwicklung der Bilanz nach IFRS, fokussieren unser Bilanzmanagement jedoch vorrangig auf bereinigte Werte wie in unserer bereinigten Verschuldungsquote („Leverage Ratio“), die durch die Relation der bereinigten Bilanzsumme zum bereinigten Eigenkapital ermittelt wird, wie auch auf das anzuwendende Risikomaß zur Ermittlung der angepassten Pro-forma CRR/CRD 4-Verschuldungsquote.

Verschuldungsquote nach interner Definition (nicht testiert)

Wir berechnen unsere Verschuldungsquote als Finanzkennzahl ohne Berücksichtigung von Rechnungslegungsvorschriften, indem wir die Bilanzsumme durch das Eigenkapital dividieren. Wir veröffentlichen eine bereinigte Verschuldungsquote, für die die Bilanzsumme sowie das Eigenkapital gemäß IFRS wie folgt angepasst werden:

  • Die Bilanzsumme gemäß IFRS wird unter Berücksichtigung zusätzlicher Aufrechnungsregeln angepasst, um die bereinigte Bilanzsumme zu erhalten. Gemäß IFRS ist eine Aufrechnung finanzieller Vermögenswerte und Verpflichtungen erforderlich, wenn eine Gesellschaft (1) eine Saldierung der bilanzierten Beträge zum gegenwärtigen Zeitpunkt rechtlich durchsetzen kann und (2) entweder die Abwicklung auf Nettobasis vornehmen oder den Vermögenswert realisieren und gleichzeitig die Verbindlichkeit ablösen will. IFRS regelt insbesondere die Abwicklung auf Nettobasis im Rahmen der normalen Geschäftstätigkeit, unabhängig von Rechten im Fall eines Ausfalls. Da im Rahmen der normalen Geschäftstätigkeit für die meisten derivativen Finanzinstrumente innerhalb von Master Netting Agreements die Abwicklung nicht auf Nettobasis erfolgt, ist unter IFRS ein Bruttoausweis vorzunehmen. Für Wertpapiere, die mit einer Rücknahmeverpflichtung verkauft oder mit einer Verpflichtung zur Rückübertragung erworben wurden, erfolgt grundsätzlich ein Bruttoausweis, da sie im Rahmen der normalen Geschäftstätigkeit auch nicht auf Nettobasis abgewickelt werden, selbst wenn sie durch ein Master Netting Agreement gedeckt sind. Sofern allerdings unter bestimmten Gegebenheiten die Aufrechnungsvoraussetzungen nach IAS 32 erfüllt sind, werden Wertpapiere, die mit einer Rücknahmeverpflichtung verkauft oder mit einer Verpflichtung zur Rückübertragung erworben wurden, auf Nettobasis in der Rechnungslegung ausgewiesen. Es entspricht der amerikanischen Branchenpraxis, eine Aufrechnung von Forderungen und Verbindlichkeiten aus Wertpapierkassageschäften vorzunehmen. Dies ist nach IFRS nicht gestattet.
  • Das Eigenkapital gemäß IFRS wird so angepasst, dass Pro-forma-Gewinne und -Verluste aus der Bewertung unserer eigenen Verbindlichkeiten zum beizulegenden Zeitwert (nach Steuern; Schätzung unter der Annahme, dass im Wesentlichen alle unsere Verbindlichkeiten zum beizulegenden Zeitwert bewertet wurden) berücksichtigt werden, um das bereinigte Eigenkapital zu ermitteln. Diese Berechnung beruht auf einem Durchschnittssteuersatz von 35 %.

Wir wenden diese Anpassungen für die Berechnung der bereinigten Verschuldungsquote zur Erhöhung der Vergleichbarkeit mit Mitbewerbern an. Die Definition unserer bereinigten Verschuldungsquote wird durchgängig zur Steuerung der Geschäftsbereiche eingesetzt. Es wird dennoch Unterschiede in der Ermittlungsweise der Verschuldungsquote zwischen uns und den Mitbewerbern geben. Daher sollte unsere bereinigte Verschuldungsquote nicht mit der Verschuldungsquote anderer Unternehmen verglichen werden, ohne die Unterschiede in der Berechnungsweise zu beachten. Unsere bereinigte Verschuldungsquote dürfte weder gegenwärtigen oder zukünftigen aufsichtsrechtlichen Anforderungen an die Verschuldungsquote entsprechen noch zwangsläufig Rückschlüsse auf diese zulassen.

Angepasste Pro-forma CRR/CRD 4-Verschuldungsquote (nicht testiert)

Im Rahmen der CRR/CRD 4 wurde eine nicht risikobasierte Verschuldungsquote eingeführt, die künftig neben den risikobasierten Kapitalanforderungen als zusätzliche Kennzahl genutzt werden soll. Ziel ist es, die Zunahme der Verschuldung in der Bankenbranche zu begrenzen, das Risiko eines destabilisierenden Schuldenabbaus, der dem Finanzsystem und der Wirtschaft schaden kann, zu mindern und die risikobasierten Anforderungen durch einen einfachen nicht risikobasierten Sicherheitsmechanismus zu ergänzen. Die Banken sind verpflichtet, bis 1. Januar 2018 eine Verschuldungsquote über dem vorgeschlagenen Mindestwert von 3 % vorzuweisen. Vor diesem Datum gibt es keine aufsichtsrechtlichen Anforderungen, laut denen dieser Schwellenwert überschritten werden muss. Die Offenlegung der Verschuldungsquote und ihrer Komponenten ist jedoch bereits ab dem 1. Januar 2015 erforderlich.

Das Risikomaß für die angepasste Pro-forma CRR/CRD 4-Verschuldungsquote übersteigt unsere bereinigte Bilanzsumme. Dies ist vor allem auf den aufsichtsrechtlichen Aufschlag für Derivate auf Basis von Nominalbeträgen und die Berücksichtigung gewichteter außerbilanzieller Risikopositionen zurückzuführen.

Folgende wesentliche Anpassungen unserer Bilanzsumme gemäß IFRS haben wir auf Basis unserer Definition des Risikomaßes für die Angepasste Pro-forma CRR/CRD 4-Verschuldungsquote vorgenommen:

  • Derivate: Eine Aufrechnung mit zugehörigen Verbindlichkeiten ist für aufsichtsrechtliche Zwecke zugelassen, diese wird teilweise durch die Berücksichtigung des potenziellen zukünftigen Wertes (Nominalbeträge multipliziert mit aufsichtsrechtlichem Aufschlagfaktor, abhängig von Produkt und Fälligkeit) aufgehoben.
  • Wertpapierfinanzierungsgeschäfte: Auf Basis des aufsichtsrechtlichen Ansatzes für Volatilitätsanpassungen („Supervisory Volatility Adjustments Approach“). Dieser umfasst aufsichtsrechtliche Aufrechnung, Berücksichtigung von Sicherheiten sowie aufsichtsrechtliche Bewertungsabschläge und wird auch auf Wertpapierfinanzierungsgeschäfte ohne Bar-Komponente angewandt, die nicht in der Bilanz ausgewiesen werden.
  • Übrige Vermögenswerte: Käufe und Verkäufe finanzieller Vermögenswerte, bei denen eine physische Lieferung erforderlich ist, bilanzieren wir zum Handelstag; dies führt zu einer temporären Bilanzverlängerung bis zur Abwicklung. Unserer Ansicht nach sollte die Zunahme des Risikomaßes infolge der Bilanzierung zum Handelstag bereinigt werden, indem angenommen wird, dass nicht abgewickelte Positionen, die der Bilanzierung zum Handelstag unterliegen, unmittelbar abgewickelt werden, unabhängig von ihrer Behandlung in der Rechnungslegung.
  • Außerbilanzielle Risikopositionen: Nicht gezogene Kreditzusagen gehen in das Risikomaß mit 100 % ihres Nominalwerts ein, mit Ausnahme von bedingungslos kündbaren Zusagen, die eine bevorzugte Gewichtung von 10 % erhalten. Des Weiteren werden andere außerbilanzielle Risikopositionen, zum Beispiel in Form von Garantien oder Akkreditiven, die eine Gewichtung von 100 % erhalten, oder für bestimmte Produkte im Zusammenhang mit Handelsfinanzierungen alternativ 50 % oder 20 %, hier berücksichtigt.
  • Aufsichtsrechtliche Anpassungen, die Effekte aus der Überleitung von einer rechnungslegungsbezogenen in eine aufsichtsrechtliche Sicht beinhalten, zum Beispiel bezogen auf unterschiedliche Konsolidierungskreise sowie regulatorische Kapitalabzugsposten (einschließlich Geschäfts- oder Firmenwert und immateriellen Vermögenswerten sowie aktive latente Steuern auf ungenutzte steuerliche Verlustvorträge), die ebenfalls vom Risikomaß abgezogen werden können, um eine Konsistenz zwischen dem Zähler und Nenner der Quote zu gewährleisten.

Um einen Anhaltspunkt für die potenziellen Auswirkungen der neuen aufsichtsrechtlichen Verschuldungsquote zu erhalten, haben wir unsere angepasste Pro-forma-Verschuldungsquote gemäß CRR/CRD 4 wie nachfolgend dargestellt abgeleitet. Da die Regelungen nach CRR/CRD 4 noch nicht final verabschiedet sind, stellen diese Größen ebenfalls Finanzkennzahlen ohne Berücksichtigung von Rechnungslegungsvorschriften dar. Die Tabelle umfasst auch eine Überleitung des Risikomaßes gemäß IFRS auf die interne Definition sowie gemäß CRR/CRD 4.

Überleitung der Risikomaße zur Berechnung der angepassten Pro-forma-Verschuldungsquote gemäß CRR/CRD 4

 

31.12.2013

31.12.2012

in Mrd €
(soweit nicht anders angegeben)

Bilanzsumme gem. IFRS
(testiert)

Bereinigte Bilanzsumme (nicht testiert)

Pro forma CRR/CRD 4 (nicht testiert)

Bilanzsumme gem. IFRS
(testiert)

Bereinigte Bilanzsumme (nicht testiert)

1

Einschließlich zu Sicherungszwecken gehaltener Derivate.

2

Bilanzsumme (bereinigt): Aufrechnung aus Kreditrisikosicht, Pro-forma-CRR/CRD 4: aufsichtsrechtliche Aufrechnung.

3

Einschließlich Forderungen aus Prime-Brokerage-Geschäften.

4

Einschließlich aufsichtsrechtlicher Aufrechnung, Berücksichtigung von Sicherheiten sowie aufsichtsrechtlichen Bewertungsabschlägen, auch für Wertpapierfinanzierungsgeschäfte ohne Bar-Komponente.

5

Einschließlich Effekten aus der Überleitung von einer rechnungslegungsbezogenen in eine aufsichtsrechtliche Sicht sowie aufsichtsrechtlicher Anpassungen.

6

Der geschätzte kumulative Steuereffekt bezüglich der Pro-forma-Gewinne//-Verluste aus diesem zum beizulegenden Zeitwert bewerteten eigenen Verbindlichkeiten belief sich sowohl zum 31. Dezember 2012 als auch zum 31. Dezember 2013 auf minus 0,9 Mrd €.

Risikomaß (zum Berichtsstichtag)

1.611

1.066

1.445

2.022

1.209

Gesamte Abweichung zu IFRS

 

–545

–167

 

–813

Wichtigste Bestandteile des Risikomaßes und Aufgliederung der Abweichungen zu IFRS:

 

 

 

 

 

Derivate1

509

51

373

777

71

Abweichung zu IFRS durch

 

 

 

 

 

Aufrechnung2

 

–410

–401

 

–639

Berücksichtigung von erhaltenen Barsicherheiten

 

–47

 

 

–66

Aufschlag

 

 

266

 

 

Wertpapierfinanzierungsgeschäfte3

207

190

44

220

194

Abweichung zu IFRS durch

 

 

 

 

 

Aufrechnung

 

–17

 

 

–26

Aufsichtsrechtlichen Ansatz für Volatilitätsanpassungen4

 

 

–163

 

 

Übrige Vermögenswerte

896

826

866

1.026

944

Abweichung zu IFRS durch

 

 

 

 

 

Verpfändete Barsicherheiten und Aufrechnung für Wertpapierkassageschäfte

 

–70

–30

 

–82

Außerbilanzielle Risikopositionen

 

 

199

 

 

mit 100 %-Gewichtungsfaktor

 

 

185

 

 

mit 50 %-Gewichtungsfaktor

 

 

2

 

 

mit 20 %-Gewichtungsfaktor

 

 

8

 

 

mit 10 %-Gewichtungsfaktor

 

 

5

 

 

Anpassungen5

 

 

–38

 

 

 

 

 

 

 

 

Eigenkapital einschließlich Anteile ohne beherrschenden Einfluss (IFRS)

55,0

 

 

54,2

 

Bereinigung um Pro-forma-Gewinne (-Verluste) aus der Bewertung eigener Verbindlichkeiten des Konzerns zum beizulegenden Zeitwert (nach Steuern)6

 

1,7

 

 

1,7

Eigenkapital einschließlich Anteile ohne beherrschenden Einfluss (bereinigt)

 

56,7

 

 

55,9

 

 

 

 

 

 

Tier-1-Kernkapital auf Basis einer Vollumsetzung

 

 

34,0

 

 

Anrechenbare Zusätzliche Tier-1-Kapitalinstrumente während der Implementierungsphase

 

 

11,2

 

 

Angepasstes Tier-1-Kernkapital

 

 

45,2

 

 

 

 

 

 

 

 

Verschuldungsquote (in x)

29,3

18,8

 

37,3

21,6

Angepasste Pro-forma CRR/CRD 4 Verschuldungsquote (in %)

 

 

3,1

 

 

Zum 31. Dezember 2013 belief sich unsere bereinigte Verschuldungsquote auf 19 und verringerte sich damit im Vergleich zu 22 zum Jahresende 2012.

Unsere Verschuldungsquote berechnet auf Basis der gesamten IFRS-Aktiva im Vergleich zum gesamten IFRS-Eigenkapital betrug 29 zum 31. Dezember 2013 und wies damit ebenfalls einen deutlichen Rückgang im Vergleich zu 37 zum Jahresende 2012 auf.

Mit der Veröffentlichung des CRR/CRD 4-Rahmenwerks am 27. Juni 2013 haben wir eine neue Berechnung unserer Verschuldungsquote basierend auf dem zukünftig rechtsverbindlichen Rahmenwerk eingeführt. Zum Stichtag 31. Dezember 2013 betrug unsere angepasste Pro-forma-CRR/CRD 4-Verschuldungsquote 3,1 % unter Berücksichtigung von 45,2 Mrd € angepasstem Pro-forma-Tier-1-Kapital im Verhältnis zu einem anzuwendenden Risikomaß in Höhe von 1.445 Mrd €. Das angepasste Pro-forma-Tier-1-Kapital besteht aus unserem Pro-forma-Tier-1-Kernkapital auf Basis einer Vollumsetzung zuzüglich der Zusätzlichen Tier-1-Instrumente, die während der Implementierungsphase von CRR/CRD 4 gemäß der Phase-out-Methodik noch anrechenbar waren. Zum 31. Dezember 2012 beliefen sich unseren Zusätzlichen Tier-1-Instrumente im Rahmen von anrechenbaren Emissionen unter Basel 2.5 auf 12,5 Mrd €. Während der Implementierungsphase wird sich die maximal mögliche Anrechenbarkeit unserer Zusätzlichen Tier-1-Kapitalinstrumente zum Beginn jedes Jahres im Zeitraum bis einschließlich 2022 um 10 % beziehungsweise 1,3 Mrd € verringern. Per 31. Dezember 2013 ergab sich somit ein anrechenbares Zusätzliches Tier-1-Kapital aus CRR/CRD 4-konformen Emissionen in Höhe von 11,2 Mrd €, das in der Berechnung unserer angepassten Pro-forma-CRR/CRD 4-Verschuldungsquote berücksichtigt wurde. Wir beabsichtigen, neue CRR/CRD 4-anrechenbare Zusätzliche Tier-1-Kapitalinstrumente im Zeitablauf zu begeben, um die Effekte aus der auslaufenden Anrechenbarkeit dieser Instrumente unter CRR/CRD 4 zu kompensieren.


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