Kapitalmanagement

Unsere Treasury-Abteilung steuert sowohl das Kapital auf Konzernebene als auch lokal in jeder Region. Die Kapitalstrategie wird vom Capital and Risk Committee erstellt und vom Vorstand genehmigt. Treasury ist für die Umsetzung unserer Kapitalstrategie verantwortlich, welche auch die Emission und den Rückkauf von Aktien umfasst. Es ist unser Ziel, stets eine solide aufsichtsrechtliche und ökonomische Kapitalisierung aufrechtzuerhalten. Wir überwachen und passen fortwährend Kapitalnachfrage und -angebot an, im Bestreben das optimale Gleichgewicht ökonomischer und regulatorischer Überlegungen zu jeder Zeit und unter allen Aspekten zu erzielen. Die verschiedenen Sichtweisen beinhalten das Buchkapital nach IFRS, das aufsichtsrechtliche Kapital sowie das Ökonomische Kapital und die Kapitalanforderungen durch Ratingagenturen.

Regionale Kapitalpläne, die den Kapitalbedarf der Filialen und Tochtergesellschaften abdecken, werden jährlich erstellt und dem Group Investment Committee vorgelegt. Die meisten unserer Tochtergesellschaften unterliegen gesetzlichen und aufsichtsrechtlichen Kapitalanforderungen. Lokale Asset and Liability Committees sorgen unter Führung regionaler Treasury-Teams für die Einhaltung dieser Anforderungen. Ferner gewährleisten sie die Einhaltung aller Anforderungen, wie etwa Ausschüttungsbegrenzungen für Dividenden an die Deutsche Bank AG oder die Möglichkeit unserer Tochtergesellschaften, Kredite oder Darlehen an die Muttergesellschaft zu vergeben. Bei der Entwicklung, Umsetzung und Prüfung der Kapital- und Refinanzierungspläne werden solche gesetzlichen und aufsichtsrechtlichen Anforderungen berücksichtigt.

Unsere Hauptwährungen sind Euro, US-Dollar und Britisches Pfund. Treasury steuert die Sensitivität unserer Kapitalquoten im Hinblick auf Schwankungen in diesen Hauptwährungen. Das Kapital unserer ausländischen Tochtergesellschaften und Niederlassungen in anderen Währungen ist größtenteils gegen Währungsschwankungen abgesichert. Treasury bestimmt, welche Währungen abgesichert werden sollen, entwickelt geeignete Absicherungsstrategien in enger Abstimmung mit dem Risikomanagement und schließt entsprechende Absicherungsgeschäfte ab.

Treasury ist im Investment Committee des größten Pensionsfonds der Bank vertreten. Dieses Komitee legt die Investmentrichtlinien des Pensionsfonds fest. Durch die Mitgliedschaft wird beabsichtigt sicherzustellen, dass das Vermögen des Pensionsfonds mit den Pensionsverbindlichkeiten im Einklang steht, um so die Kapitalbasis der Bank zu schützen.

Treasury beobachtet den Markt laufend nach Möglichkeiten für Passiv-Management-Geschäfte. Solche Transaktionen stellen eine antizyklische Möglichkeit dar, Tier-1-Kernkapital durch den Rückkauf von Deutsche Bank-Fremdkapitalemissionen unter deren Ausgabepreis zu schaffen.

Im zweiten Quartal 2013 haben wir unser Kapital durch die Ausgabe von 90 Millionen neuen Aktien aus genehmigtem Kapital unter Ausschluss des Bezugsrechts erhöht. Die Gesamtzahl der ausgegebenen Aktien stieg damit auf 1.019.499.640. Die neuen Aktien wurden in einem beschleunigten Bookbuilding-Verfahren am 30. April 2013 bei institutionellen Investoren platziert. Der Bruttoemissionserlös belief sich auf insgesamt 3,0 Mrd €. Ziel der Kapitalerhöhung war es, die aufsichtsrechtliche Kapitalisierung der Bank weiter zu stärken.

Seit 2013 verwenden wir eine angepasste Allokationsmethode des durchschnittlichen Active Equity auf die Geschäftssegmente, um den weiter gestiegenen aufsichtsrechtlichen Anforderungen unter CRR/CRD 4 Rechnung zu tragen und die Kapitalallokation auch weiterhin mit den kommunizierten Kapital- und Renditezielen im Einklang zu halten. Die aufsichtsrechtlichen Kapitalanforderungen übersteigen dabei momentan die Anforderungen aus ökonomischer Sicht. Nach der neuen Methode wird der interne Bedarf an aufsichtsrechtlichem Eigenkapital auf Grundlage einer Tier-1-Kernkapitalquote von 10,0 % auf Konzernebene berechnet, wobei von einem voll implementierten CRR/CRD 4-Regelwerk ausgegangen wird. Folglich wird auch unsere Buchkapitalallokation derzeit von risikogewichteten Aktiva und bestimmten aufsichtsrechtlichen Kapitalabzugsposten gemäß CRR/CRD 4 (Vollumsetzung) gesteuert. Im Ergebnis führte dies zu einer erhöhten Allokation von Kapital auf die Segmente, im Wesentlichen auf CB&S sowie die NCOU. Die Zahlen für 2012 wurden angepasst, um diesen Effekt abzubilden. In 2012 bestimmten wir unseren Bedarf an aufsichtsrechtlichem Eigenkapital auf Grundlage einer Tier-1-Kernkapitalquote von 9,0 % (nach Basel 2.5). Überschreitet unser durchschnittliches Active Equity den höheren Wert des gesamtökonomischen Risikos oder den aufsichtsrechtlichen Eigenkapitalbedarf, wird der Mehrbetrag Consolidation & Adjustments zugeordnet. Seit dem 1. Juli 2013 wird die im CRR/CRD 4-Rahmenwerk enthaltene Definition von Active Equity verwendet. Demnach zählt die sonstige kumulierte erfolgsneutrale Eigenkapitalveränderung ohne Anpassungen aus der Währungsumrechnung nach Steuern nunmehr zum Active Equity.

Die ordentliche Hauptversammlung 2012 erteilte dem Vorstand die Ermächtigung, bis Ende November 2016 bis zu 92,9 Millionen Aktien zurückzukaufen. Davon können 46,5 Millionen Aktien über den Einsatz von Derivaten erworben werden. Am Tag der Hauptversammlung 2012 betrug der Bestand an zurückgekauften eigenen Aktien insgesamt 10,9 Millionen. Während des Zeitraums von der Hauptversammlung 2012 (31. Mai 2012) bis zur Hauptversammlung 2013 (23. Mai 2013) wurden insgesamt 16,8 Millionen Aktien zurückgekauft, davon 6,8 Millionen über den Einsatz von Aktienderivaten. Im gleichen Zeitraum wurden 27,7 Millionen Aktien zu Aktienvergütungszwecken verwendet. Zur Hauptversammlung 2013 lag der Bestand an zurückgekauften eigenen Aktien in Treasury somit nahezu bei Null.

Die ordentliche Hauptversammlung 2013 erteilte dem Vorstand die Ermächtigung, bis Ende April 2018 bis zu 101,9 Millionen Aktien zurückzukaufen. Davon können 51,0 Millionen Aktien über den Einsatz von Derivaten erworben werden. Diese Ermächtigungen ersetzen die Genehmigungen der Hauptversammlung 2012. Während des Zeitraums von der Hauptversammlung 2013 bis zum 31. Dezember 2013 haben wir 20,0 Millionen Aktien zurückgekauft, davon 5,4 Millionen über den Einsatz von Aktienderivaten. Die zurückgekauften Aktien wurden im gleichen Zeitraum zu Aktienvergütungszwecken verwendet. Zum 31. Dezember 2013 lag daher der Bestand an zurückgekauften eigenen Aktien in Treasury weiterhin nahezu bei Null.

Des Weiteren ersetzte die Hauptversammlung 2013 ein bestehendes genehmigtes Kapital im Nennwert von 230,4  Mio € (90 Millionen Aktien) durch ein neues genehmigtes Kapital in gleicher Höhe. Dieses ist jedoch mit erweiterten Nutzungsmöglichkeiten ausgestattet und ermöglicht auch die Ausgabe von Aktien unter Ausschluss des Bezugsrechts. Der gesamte Nennwert des verfügbaren genehmigten Kapitals beträgt 922 Mio € (360 Millionen Aktien). Zusätzlich steht dem Vorstand bedingtes Kapital im Gesamtnennwert von 691 Mio € (270 Millionen Aktien) zur Verfügung.

Das insgesamt ausstehende Zusätzliche Tier-1-Kapital gemäß Basel 2.5 (im Wesentlichen alle nicht kumulativen Vorzugsaktien) belief sich zum 31. Dezember 2013 auf 12,2 Mrd € gegenüber 12,5 Mrd € zum 31. Dezember 2012. Diese Verringerung resultierte im Wesentlichen aus Währungseffekten auf das in US-Dollar begebene Zusätzliche Tier-1-Kapital. In 2013 haben wir Zusätzliches Tier-1-Kapital weder begeben noch eingezogen.

Das Genussscheinkapital gemäß Basel 2.5 betrug 0,8 Mrd € gegenüber 1,1 Mrd € zum 31. Dezember 2012. Das Nachrangkapital gemäß Basel 2.5 belief sich zum 31. Dezember 2013 auf insgesamt 7,3 Mrd € gegenüber 9,1 Mrd € zum 31. Dezember 2012. Fälligkeiten und aufsichtsrechtliche Laufzeitabzüge wurden teilweise durch die Emission nachrangiger Tier-2-Anleihen in Höhe von 1,5 Mrd US-$ im zweiten Quartal 2013 ausgeglichen. Die kumulativen Vorzugsaktien gemäß Basel 2.5 betrugen 287 Mio € zum 31. Dezember 2013 gegenüber 292 Mio € zum 31. Dezember 2012.


Kennzahlenvergleich

Vergleichen Sie Kennzahlen der letzten Jahre. mehr