Operationelles Risiko

Definition des operationellen Risikos

Operationelles Risiko ist die Gefahr von Verlusten, die infolge der Unangemessenheit oder des Versagens von internen Verfahren und Systemen, Menschen oder infolge externer Ereignisse eintreten. Diese Definition schließt Rechtsrisiken ein. Das operationelle Risiko umfasst keine Geschäfts- und Reputationsrisiken.

Im Folgenden werden einzelne Beispiele operationeller Risiken hervorgehoben:

  • Betrugsrisiko ist das Risiko von Verlusten durch eine vorsätzliche Handlung oder Unterlassung, die seitens eines Mitarbeiters oder Dritten in unredlicher Weise erfolgt und dem Erzielen persönlicher und/oder geschäftlicher Vorteile beziehungsweise der Vermeidung persönlicher und/oder geschäftlicher Verluste dient. Dazu zählen beispielsweise die Fälschung und/oder Änderung von Unterlagen und/oder Berichten, Beihilfe zum Betrug, Untreue, vorsätzliche Unterlassungen, Falschdarstellungen, Verschleierung, Täuschung sowie Missbrauch einer Position zur Erlangung persönlicher oder geschäftlicher Vorteile und/oder Verschleierung unsachgemäßer/nicht autorisierter Handlungen.
  • Risiken der Geschäftsfortführung sind Risiken der Entstehung von Verlusten aus Störungen der normalen Geschäftstätigkeit. Störungen der Deutschen Bank-Infrastruktur sowohl als auch der Strukturen, die unser Geschäft unterstützen (einschließlich externer Lieferanten), und der Standorte, an denen wir ansässig sind (einschließlich der öffentlichen Infrastrukturen wie Stromversorgung, Telekommunikation und Transport), können entstehen durch: (1) vorsätzliche Handlungen wie Sabotage, terroristische Aktivitäten, Bombendrohungen, Streiks, Aufstände und Angriffe auf Bankmitarbeiter, (2) Naturkatastrophen wie Wirbel- oder Schneestürme, Überflutungen, Pandemien und Erdbeben, oder (3) andere unvorhergesehene Ereignisse wie Unfälle, Brände, Explosionen, Netzausfälle und politische Unruhen.
  • Aufsichtsrechtliche Einhaltungsrisiken sind mögliche aufsichtsrechtliche Sanktionen gegen unseren Konzern (wie zum Beispiel Restriktionen der Geschäftsaktivitäten, Strafzahlungen oder erhöhte Berichterstattungsanforderungen) sowie finanzielle und/oder Reputationsschäden, die aus der Nichteinhaltung des geltenden Rechts, von Regeln und Verordnungen entstehen.
  • Risiken der Informationstechnologie (IT-Risiken) sind die Risiken, dass Fehler in unserer Informations- technologie zu quantifizierbaren Verlusten führen. Diese resultieren aus unzureichender Informationstechnologie und Datenverarbeitung aufgrund ihrer Handhabbarkeit, Exklusivität, Integrität, Steuerbarkeit und Kontinuität.
  • Outsourcingrisiken (Anbieterrisiken) entstehen durch negative Ereignisse und Risikokonzentrationen aus fehlerhafter Anbieterauswahl, unzureichenden Kontrollen und Aufsicht über Lieferanten und/oder durch sie in Anspruch genommene Dienste sowie anderweitige Auswirkungen auf den Anbieter, die bei uns aufgrund ihrer Beschaffenheit, ihres Schweregrades oder ihrer Häufigkeit nicht eintreten können.

In jeder der oben genannten Risikokategorie können Rechtsrisiken entstehen. Dies liegt darin begründet, dass die Bank in jeder Kategorie Forderungen oder Gerichtsverfahren aufgrund vermeintlicher Verstöße gegen vertragliche, gesetzliche oder aufsichtsrechtliche Verantwortlichkeiten unterliegen kann. Des Weiteren kann sie Verlusten ausgesetzt sein, die angeblich aus sonstigen gesetzlichen oder rechtlichen Bedingungen resultieren, die für eine der oben genannten Kategorien gelten.

Organisationsstruktur

Der Leiter des Operational Risk Management (ORM) ist Vorsitzender des Operational Risk Management Committee (ORMC). Dieses ist ein ständiger Unterausschuss des Risk Executive Committee, dem die Operational Risk Officers unserer Geschäftsbereiche und Infrastrukturfunktionen angehören. Als Hauptentscheidungsgremium ist es verantwortlich für alle Belange des operationellen Risikomanagements.

Die Geschäftsbereiche und Infrastrukturfunktionen sind für die alltägliche Steuerung operationeller Risiken zuständig. Der Bereich Operational Risk Management steuert bereichs- und regionsübergreifend operationelle Risiken sowie Risikokonzentrationen. Er sorgt dafür, dass die Strategie für das Management operationeller Risiken in der gesamten Bank konsistent angewandt wird. Dieses Business Partnership-Modell zielt darauf, eine enge Überwachung und ein verstärktes Bewusstsein für operationelle Risiken sicherzustellen.


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