Messung unseres operationellen Risikos

Wir berechnen und messen das Aufsichtsrechtliche und Ökonomische Kapital für operationelle Risiken mittels eines internen „Advanced Measurement Approach (AMA)“-Modells. Unsere Kapitalberechnung nach dem AMA-Modell basiert auf dem Verlustverteilungsansatz (LDA). Das Risikoprofil (das heißt: die Verteilung von Verlusthäufigkeit und -höhe) ermitteln wir, indem wir Bruttoverluste aus historischen internen und externen Verlustdaten (Operational Riskdata eXchange Association, „ORX“-Konsortium) um direkte Rückerstattungen bereinigen und zusätzlich externe Szenarien aus einer öffentlichen Datenbank hinzufügen und um interne Szenariendaten ergänzen. Anschließend werden die Verteilungen von Verlusthäufigkeit und -höhe in einer Monte Carlo-Simulation zusammengeführt, um zu ermitteln, welche potenzielle Verluste über einen Zeithorizont von einem Jahr entstehen könnten. Schließlich werden die risikomindernden Versicherungseffekte auf jeden in der Monte Carlo-Simulation generierten Verlust angewandt. Auf Basis der positiven Effekte aus der Korrelation und Diversifikation wird – unter Einhaltung der aufsichtsrechtlichen Anforderungen – eine Verteilung der Nettoverluste auf Konzernebene ermittelt, die die erwarteten und unerwarteten Verluste abdeckt. Anschließend ordnen wir das Kapital den Geschäftsbereichen zu und nehmen sowohl eine qualitative Anpassung (QA) als auch den Abzug erwarteter Verluste (EL) vor.

Die qualitative Anpassung (QA) spiegelt die Effektivität und die Performanz der laufenden Steuerung operationeller Risiken durch KRIs und Punktzahlen aus Self-Assessments wider. Das Geschäftsumfeld und interne Kontrollfaktoren stehen dabei im Mittelpunkt. Die qualitative Anpassung wird als prozentuale Anpassung auf den finalen Kapitalwert eingesetzt. Durch diesen Ansatz wird die qualitative Anpassung für das Management der Geschäftsbereiche transparent. Diese erhalten eine Rückmeldung über ihr Risikoprofil und den Erfolg bei der Steuerung operationeller Risiken. Die Geschäftsbereiche werden dadurch motiviert, ihr Management operationeller Risiken kontinuierlich zu verbessern.

Der erwartete Verlust aus dem operationellen Risiko basiert auf Verlusterfahrungen sowie Expertenmeinungen zu geschäftlichen Veränderungen, die potenzielle Kosten für operationelle Verluste aus der Geschäftstätigkeit kennzeichnen. Soweit der erwartete Verlust in der Planung der Geschäftsbereiche berücksichtigt wurde, wird dieser mit einigen Einschränkungen vom AMA-Kapital abgezogen. Unerwartete Verluste der Geschäftsbereiche (nach QA und EL) werden zusammengefasst, um unser AMA-Kapital zu ermitteln.

Das aufsichtsrechtliche Eigenkapital und das ökonomische Kapital für operationelle Risiken werden quartalsweise berechnet. Die zugrunde liegenden internen Daten werden zum Beginn des quartalsweisen Produktionszyklus erfasst. Sie unterliegen einem Qualitätssicherungs- sowie Genehmigungsprozess. Daher wird bei der Berechnung der Kapitalkennzahlen die vollständige Historie der internen Verluste der Vorquartale berücksichtigt. Externe Daten werden von den Mitgliedern der Operational Riskdata eXchange Association (ORX) zur Verfügung gestellt und durchlaufen ebenfalls einen Qualitätssicherungs- sowie Genehmigungsprozess. Diese Daten werden frühestens nach sechs Monaten für die Berechnung des Kapitals berücksichtigt. Bei den zusätzlichen externen Verlustdaten, die wir zweimal im Jahr (im ersten und dritten Quartal) von IBM OpData (vormals benannt OpVantage) erhalten, nutzen wir die aktuellsten Daten.

Das Ökonomische Kapital wird aus dem 99,98 %-Quantil abgeleitet, den Geschäftsbereichen zugeordnet und zur Performancemessung sowie Ressourcenallokation genutzt. Es bietet einen Anreiz, operationelle Risiken zu steuern und den Ökonomischen Kapitalbedarf zu optimieren. Das aufsichtsrechtliche Kapital für operationelle Risiken basiert auf dem 99,9 %-Quantil.

Die Genehmigung der BaFin für den AMA liegt uns seit Dezember 2007 vor. 2012 konnte die Integration der Postbank in unser gruppenweites Rahmenwerk abgeschlossen werden. Die aufsichtsrechtliche Genehmigung, die Postbank bei der Kalkulation unseres aufsichtsrechtlichen Kapitals zu integrieren, erhielten wir am 15. Mai 2013. Die Integration der Postbank spiegelt sich seit dem zweiten Quartal 2013 in unserem regulatorischen Kapital wider.


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