Risikomanagement – Überblick

Kreditrisikoüberblick

  • Das Maximale Kreditrisiko reduzierte sich um 420 Mrd € oder 20 % auf 1,6 Bil € im Vergleich zum 31. Dezember 2012 weitgehend aufgrund eines Rückgangs der positiven Marktwerte aus derivativen Finanzinstrumenten und Reduzierungen bei mehreren anderen Produktkategorien aus verschiedenen risikoreduzierenden und Bilanzoptimierungsinitiativen. Die Kreditqualität des maximalen Kreditrisikos beinhaltete 78 % Kredite mit hoher Anlagequalität zum 31. Dezember 2013, was einen leichten Rückgang im Vergleich mit 80 % zum 31. Dezember 2012 darstellt.
  • Das Kreditrisiko blieb diversifiziert nach Regionen, Branchen und Geschäftspartnern. Regional ist es gleichmäßig über unsere Schlüsselmärkte verteilt (Nordamerika 29 %, Deutschland 28 % und restliches Westeuropa 28 %) und blieb in der regionalen Gliederung gegenüber dem Vorjahr weitestgehend stabil. Unser größtes Branchenengagement besteht gegenüber Banken und Versicherungen mit 33 % des Bruttoengagements (vor Berücksichtigung von Sicherheiten) und blieb stabil gegenüber dem 31. Dezember 2012. Diese Engagements sind überwiegend mit Kunden guter Bonität und in der Regel besichert. Auf Kreditnehmerebene blieben wir gut diversifiziert, wobei unsere zehn größten Engagements auf Bruttobasis 10 % unserer gesamten Kreditrisiken umfassten, verglichen mit 11 % zum 31. Dezember 2012, und mit Geschäftspartnern guter Bonitätseinstufung (Investment-Grade) waren.
  • Die Risikovorsorge im Kreditgeschäft erhöhte sich im Geschäftsjahr 2013 um 344 Mio € oder 20 % auf 2,1 Mrd € sowohl getrieben durch NCOU als auch durch die Kernbank. Der Anstieg in NCOU war unter anderem auf eine erhöhte Risikovorsorge für Kredite an Unternehmen im europäischen gewerblichen Immobiliensektor zurückzuführen. Die Erhöhung der Risikovorsorge in der Kernbank resultierte im Wesentlichen aus einem Einzelkundenkreditereignis in GTB sowie aus einer erhöhten Risikovorsorge für Kredite an Schiffsgesellschaften in CB&S und wurde teilweise kompensiert durch einen Rückgang in PBC aufgrund des im Vergleich zum Vorjahr günstigeren Kreditumfelds in Deutschland.
  • Unser Kreditportfolio reduzierte sich um 20 Mrd € oder 5 % von 402 Mrd € zum 31. Dezember 2012 auf 382 Mrd € zum 31. Dezember 2013. Der Rückgang war hauptsächlich auf Risikoreduzierungen in der NCOU zurückzuführen Die größte Branche in unserem Kreditportfolio, Immobilienfinanzierungen für private Haushalte, belief sich auf 148 Mrd € zum 31. Dezember 2013, davon 116 Mrd € im stabilen deutschen Markt. Der Anteil an Krediten mit Investment-Grade Bonitätseinstufung in unserem Firmenkreditportfolio, welches 52 % des gesamten Kreditbuches umfasste, reduzierte sich zum 31. Dezember 2013 leicht auf 64 % gegenüber 66 % am Vorjahresstichtag.
  • Der Ökonomische Kapitalbedarf für das Kreditrisiko reduzierte sich zum 31. Dezember 2013 auf 12,0 Mrd € gegenüber 12,6 Mrd € zum Jahresende 2012. Die Reduzierungen spiegelten Prozessverbesserungen und niedrigere Kreditrisiken, vor allem in NCOU, wider, wurden aber teilweise durch Erhöhungen aufgrund von Rekalibrierungen der internen Modelle kompensiert.

Marktrisikoüberblick

  • Der Ökonomische Kapitalbedarf für das Marktrisiko aus Nichthandelsaktivitäten erhöhte sich um 46 Mio € oder 1 % auf 8,5 Mrd € zum Jahresende 2013. Dieser Anstieg spiegelte hauptsächlich die Methodenänderungen für das strukturelle Währungsrisiko und das Langlebigkeitsrisiko bei leistungsorientierten Pensionsplänen wider, die durch den Risikoabbau in NCOU teilweise kompensiert wurden.
  • Der Ökonomische Kapitalbedarf für das Marktrisiko aus Handelsaktivitäten belief sich auf 4,2 Mrd € zum Jahresende 2013 im Vergleich zu 4,7 Mrd € zum Vorjahresende. Dieser Rückgang war im Wesentlichen zurückzuführen auf Risikoreduzierungen innerhalb NCOU.
  • Der durchschnittliche Value-at-Risk der Handelsbereiche belief sich in 2013 auf 53,6 Mio € im Vergleich zu 57,1 Mio € in 2012. Der Rückgang war im Wesentlichen auf eine Risikoreduktion im Zinsrisiko und Credit-Spread-Risiko zurückzuführen.

Operationelles Risiko – Überblick

  • Unser Ökonomischer Kapitalbedarf für operationelle Risiken stieg zum 31. Dezember 2013 auf 5,3 Mrd € im Vergleich zu 5,0 Mrd € zum Jahresende 2012. Der Anstieg resultiert hauptsächlich aus einer Weiterentwicklung des AMA Modells, die die Modellierung der Verlustfrequenz für interne Deutsche Bank Verluste aus operationellen Risiken anpasst und zu einem Anstieg des Ökonomischen Kapitalbedarfs von 191 Mio € führt. Zusätzlich ist der Anstieg durch größere Deutsche Bank interne sowie externe Verluste begründet. Diese aus operationellen Risiken entstandenen Verluste, die zur Erhöhung des Ökonomischen Kapitalbedarfs führten, beruhen weitgehend auf der Häufung von Rechtsstreitigkeiten, Untersuchungen und den damit verbundenen Maßnahmen. Der Ökonomische Kapitalbedarf enthält weiterhin die in unserem AMA-Modell eingebettete Sicherheitsmarge, die im Jahr 2011 zur Deckung von unvorhergesehenen Haftungsrisiken aus der letzten Finanzkrise implementiert wurde.
  • Die Umsetzung unserer Strategie zur Veräußerung von Beteiligungen und Vermögenswerten in der NCOU, in der wir bereits unsere Bilanz reduziert haben, hat zur Überprüfung der Allokation unserer operationellen Risiken geführt. Im Einklang mit dem weiteren Abbau von Beteiligungen und Vermögenswerten in der NCOU haben wir im dritten Quartal 2013 Ökonomisches Kapital in Höhe von 892 Mio € von der NCOU auf unsere Kerngeschäftsbereiche übertragen.

Liquiditätsrisikoüberblick

  • Die Liquiditätsreserven zum 31. Dezember 2013 beliefen sich auf 196 Mrd € (zum Vergleich 232 Mrd € zum 31. Dezember 2012) und unterstützten eine positive Netto-Liquiditätsposition unter Stress zum 31. Dezember 2013 (in einem kombinierten Szenario). Der Rückgang der Liquiditätsreserven erfolgte im Rahmen der Reduzierung in unserer kurzfristigen Wholesale-Refinanzierung sowie weiterer Finanzierungsquellen.
  • Wir haben unseren Emissionsplan von 18 Mrd € für das Jahr 2013 vollständig erfüllt.
  • Unsere Refinanzierung stammte zu 66 % aus Refinanzierungsquellen, die wir als die stabilsten einstufen. Dazu gehören Kapitalmarktemissionen und Eigenkapital sowie Einlagen von Privatkunden und Transaktionsbankkunden.

Kapitalmanagementüberblick

  • Die Tier-1-Kernkapitalquote berechnet gemäß Basel 2.5 betrug 12,8 % zum 31. Dezember 2013, verglichen mit 11,4 % zum Jahresende 2012.
  • Die risikogewichteten Aktiva sind im Jahresvergleich um 34 Mrd € von 334 Mrd € per Dezember 2012 auf 300 Mrd € per Dezember 2013 gesunken. Der Rückgang wird mit 27 Mrd € hauptsächlich durch das Adressenausfallrisiko getrieben, im Wesentlichen zurückzuführen auf Migrationen im Verlustmaß bei Ausfall von Geschäftspartnern sowie bei Bonitätseinstufungen, eine höhere Abdeckung durch Sicherheiten und Aufrechnungsvereinbarungen sowie auf Verkäufe von Vermögenswerten.
  • Die Interne Kapitaladäquanzquote erhöhte sich auf 167 % zum 31. Dezember 2013, verglichen mit 158 % zum 31. Dezember 2012.
  • Die Tier-1-Kernkapitalquote gemäß CRR/CRD 4 (Vollumsetzung) verbesserte sich im Jahr 2013 deutlich von 7,8 % zum 31. Dezember 2012 auf 9,7 % zum 31. Dezember 2013. Der Anstieg von 190 Basispunkten war bestimmt durch unsere Kapitalerhöhung mit Bezugsrechtsausschluss im zweiten Quartal 2013, welche ungefähr 80 Basispunkte beisteuerte. Der restliche Anstieg war auf den Abbau risikogewichteter Aktiva zurückzuführen.

Bilanzmanagementüberblick

  • Zum 31. Dezember 2013 belief sich unsere bereinigte Verschuldungsquote auf 19 und verringerte sich damit im Vergleich zu 22 zum Jahresende 2012. Unsere Verschuldungsquote, berechnet auf Basis der gesamten IFRS-Aktiva im Vergleich zum gesamten IFRS-Eigenkapital, betrug 29 zum 31. Dezember 2013 und wies damit ebenfalls einen deutlichen Rückgang im Vergleich zu 37 zum Jahresende 2012 auf.
  • Mit der Veröffentlichung des CRR/CRD 4-Rahmenwerks am 27. Juni 2013 haben wir eine neue Berechnung unserer Verschuldungsquote, basierend auf dem zukünftig rechtsverbindlichen Rahmenwerk, eingeführt. Zum Stichtag 31. Dezember 2013 betrug unsere angepasste Pro-forma-CRR/CRD 4-Verschuldungsquote 3,1 % unter Berücksichtigung von 45,2 Mrd € angepasstem Pro-forma-Tier-1-Kapital im Verhältnis zu einem anzuwendenden Risikomaß in Höhe von 1.445 Mrd €. Das angepasste Pro-forma-Tier-1-Kapital besteht aus unserem Pro-forma-Tier-1-Kernkapital auf Basis einer Vollumsetzung zuzüglich der Zusätzlichen Tier-1-Instrumente, die während der Implementierungsphase von CRR/CRD 4 gemäß der Phase-out-Methodik noch anrechenbar waren. Zum 31. Dezember 2012 beliefen sich unsere Zusätzlichen Tier-1-Instrumente im Rahmen von anrechenbaren Emissionen unter Basel 2.5 auf 12,5 Mrd €. Während der Implementierungsphase wird sich die maximal mögliche Anrechenbarkeit unserer Zusätzlichen Tier-1-Kapitalinstrumente zum Beginn jedes Jahres im Zeitraum bis einschließlich 2022 um 10 % beziehungsweise 1,3 Mrd € verringern. Zum 31. Dezember 2013 ergab sich somit ein anrechenbares Zusätzliches Tier-1-Kapital aus CRR/CRD 4-konformen Emissionen in Höhe von 11,2 Mrd €, das in der Berechnung unserer angepassten Pro-forma-CRR/CRD 4-Verschuldungsquote berücksichtigt wurde. Wir beabsichtigen, neue CRR/CRD 4-anrechenbare Zusätzliche Tier-1-Kapitalinstrumente im Zeitablauf zu begeben, um die Effekte aus der auslaufenden Anrechenbarkeit dieser Instrumente unter CRR/CRD 4 zu kompensieren.