Aufsichtsrechtlicher Formelansatz und internes Einstufungsverfahren

Die Risikogewichtung von Verbriefungspositionen, die dem aufsichtsrechtlichen Formelansatz (Supervisory Formula Approach, „SFA“) unterliegen, wird anhand einer Formel bestimmt, die unter anderem vom Kapitalbedarf des verbrieften Portfolios und der Seniorität der Verbriefungsposition im Wasserfall als Eingangsparametern abhängt. Bei der Anwendung des SFA schätzen wir die Risikoparameter PD und LGD für die Vermögenswerte des Verbriefungsportfolios unter Anwendung unserer intern entwickelten und für diese Aktiva zugelassenen Bonitätseinstufungssysteme. Wir entwickeln kontinuierlich neue Bonitätseinstufungssysteme zur Anwendung auf homogene Portfolios von Forderungen, die nicht von uns begeben wurden. Diese Bonitätseinstufungssysteme basieren auf historischen Ausfallraten und Verlustinformationen für vergleichbare Forderungen. Die Risikoparameter PD und LGD werden dabei auf Portfolioebene abgeleitet.

Ungefähr 50 % der gesamten Verbriefungspositionen im Bankbuch unterliegen dem SFA. Dieser Ansatz wird überwiegend zur Einschätzung von Positionen verwendet, die auf Unternehmenskrediten, Automobilkrediten und gewerblichen Immobilien basieren.

Für nicht geratete IRBA-Verbriefungspositionen im Zusammenhang mit ABCP-Programmen, bei denen es sich nicht um Asset Backed Commercial Paper handelt, wird das Risikogewicht anhand des Internal Assessment Approach („IAA“) berechnet. Neben der Anwendung dieses Konzepts für aufsichtsrechtliche Zwecke wird die interne Bonitätseinstufung, welche aus dem IAA abgeleitet wird, für die Berechnung des erwarteten Verlusts und des Ökonomischen Kapitals verwendet und spielt eine signifikante Rolle im Kreditentscheidungs- und -überwachungsprozess.

Wir haben die Genehmigung der BaFin erhalten, den IAA für etwa 85 % der Verbriefungspositionen gegenüber ABCP-Conduits anzuwenden.

Vermögensklassen, die dem IAA unterliegen, werden von einem spezifischen und detaillierten Regelwerk pro Vermögensklasse (Asset Class Write-ups, auch „ACW“) erfasst. Die ACW wurden in Zusammenarbeit aller unserer relevanten Abteilungen einschließlich Credit Risk Management, Risk Analytics and Living Wills und des kundenbezogenen Bereichs eingeführt. Das Regelwerk wird in einem formellen internen Prozess überprüft und genehmigt. Diese Überprüfung erfolgt mindestens jährlich. Im Falle wesentlicher Veränderungen im Rahmen des Überprüfungsprozesses erfordern die ACW eine erneute Genehmigung der Aufsicht für bereits zugelassene Vermögensklassen.

Wir haben für 14 verschiedene Vermögensklassen – sowohl für private als auch gewerbliche Vermögenswerte – eine Zulassung der BaFin für den IAA erhalten. Die Stressfaktoren unterscheiden sich je nach Vermögensklasse und Bonitätseinstufungsebene. Sie basieren auf Kriterien, die von der führenden externen Ratingagentur festgelegt wurden, und bilden die Grundlage der internen qualitativen und quantitativen Analyse der Bonitätseinstufungen. Die Stressfaktorenmultiplikatoren geben an, wie viele Kreditverbesserungen im Vergleich zum erwarteten Verlust auf Portfolioebene notwendig sind, um eine spezielle Bonitätseinstufung zu erzielen. Die beiden folgenden Tabellen zeigen a) die Stressfaktormultiplikatoren auf Bonitätseinstufungsebene oder b) die wesentlichsten Stresstestmethodiken für die Vermögensklassen ohne definierte Stressfaktormultiplikatoren, basierend auf der Methodik der jeweilig führenden Ratingagenturen.

IAA genehmigte Vermögensklassen – Zusammenfassung der Stressfaktormultiplikatoren der Ratingagenturen

Vermögensklasse

Automobilkredite

Forderungsbe-
sicherte Schuld-
verschreibungen (Collateralized Debt Obligations; CDOs)

Gewerbliche Leasing- und Kreditfinan-
zierungen

Konsumenten-
kredite

Kreditkarten

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

Dominierende Ratingagentur

S&P

Moody’s

S&P

S&P

S&P

S&P

AAA

3,75–5

1,95

5

4–5

3–6,6

2,5

AA

3–4

1,8–1,76

4

3–4

2,5–5

2,25

A

2–3

1,73–1,69

3

2–3

2–3,75

2

BBB

1,75–2

1,67–1,63

2

1,5–2

1,5–2,5

1,5

BB

1,5–1,75

1,5–1,2

 

1–1,5

1,25–1,5

 

Zusammenfassung der Stressfaktormethodik der Ratingagenturen ohne definierte Stressfaktormultiplikatoren

Vermögens­klasse

Nachschuss­verpflichtungen

MBS – Servicer-
vorschüsse

Marktwert-CDO

RMBS – Australien

RMBS – Europa

RMBS – USA

Strukturierte Entschädigungs-
leistungen

Studenten­darlehen aus dem Federal Family Education Loan Program (FFELP)

Informationen basieren auf Methoden, die von den jeweiligen führenden Ratingagenturen veröffentlicht werden und sich von Zeit zu Zeit ändern können.

Führende Ratingagentur

Moody’s

Moody’s

S&P

S&P

S&P

S&P

S&P

Moody’s

Anmerkung

Die Methodik basiert auf konservativen Annahmen hinsichtlich der Bonität des Kreditnehmers und der Erlös­quoten und wird von bereits vorhandenen Korrelationskri-terien gestützt.

Die Methodik basiert auf bonitätsstufen-spezifischen Erlösquoten für unterschiedliche Arten von Servicervor­schüssen. Die Cashflows werden verschiedenen Zinssatz-Stressszenarien unterzogen.

Die Methodik von S&P und Moody’s basiert auf Beleihungs­quoten statt auf Stressfaktor­multiplikatoren, die auf den jeweiligen Websites der Unternehmen nachzulesen sind.

Die S&P-Methodik, der Ausfall- und Verlustannahmen je Bonitätsstufe zugrunde liegen, basiert auf Benchmark-Pools. Dabei werden die für den jeweiligen Pool angemessenen Anpassungen verglichen.

Die S&P-Methodik, der Ausfall- und Verlustan­nahmen je Bonitätsstufe zugrunde liegen, basiert auf Benchmark-Pools. Dabei werden die für den jeweiligen Pool an­gemessenen Anpassungen verglichen.

Jedes Darlehen in dem Pool wird einem Stresstest auf Grundlage der Ausfall- und Verlustannahmen von S&P für die unterschiedlichen Bonitätsstufen unterzogen.

Es ergibt sich eine wahr­scheinliche Verteilung möglicher Ausfallquoten auf jeder Bonitäts­stufe. Dabei werden für das Portfolio branchen­spezifische Erlösquoten angesetzt. Zusätzliche Stresstests in Bezug auf den Ausfall des größten Kunden und der größten Branche.

Entspricht der Methodik von Moody’s, bonitätsstufen-spezifische Stresstests durchzuführen und unter anderen defi-nierte kumulative Ausfallquoten, Raten für freiwillige vorzeitige Tilgungen, Zurückwei-sungsquoten des Servicers und die Quote der Schuldner mit Rückzahlungs­vorteilen anzuwenden.

Die Cashflow-Modelle, die jeder Vermögensklasse zugrunde liegen, sind ebenfalls Gegenstand der regelmäßigen Überprüfung. Für Verbriefungen in diesen Vermögensklassen nutzen wir externe Ratingagenturen, nämlich Standard & Poor’s und Moody’s, wie in oben stehender Tabelle dargestellt.


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