Zusammenfassende Risikobewertung

Zu den für uns wichtigen Risikokategorien gehören das Kreditrisiko, das Marktrisiko, das operationelle Risiko, das Geschäftsrisiko (einschließlich steuerlichem und strategischem Risiko), das Reputationsrisiko und das Liquiditätsrisiko. Wir steuern die Identifikation, Bewertung und die Maßnahmen zur Reduzierung der wichtigen und möglichen zukünftigen Risiken durch einen internen Governance-Prozess und die Anwendung von Risikomanagementtools und -prozessen. Unser Ansatz zur Identifizierung und Folgenabschätzung zielt darauf ab, Auswirkungen dieser Risiken auf unser finanzielles Ergebnis, unsere langfristigen strategischen Ziele und unsere Reputation zu reduzieren.

Im Rahmen unserer regelmäßigen Analyse von Risiken und deren Zusammenhängen werden die Sensitivitäten der wichtigsten Portfoliorisiken durch eine induktive Risikobewertung und eine deduktive makroökonomische und politische Szenarioanalyse überprüft. Dieser duale Ansatz erlaubt es uns, nicht nur Risiken zu erfassen, die sich auf unsere Risikobestände und Geschäftsbereiche auswirken, sondern auch solche, die nur für bestimmte Portfolios relevant sind.

Aktuelle portfolioweite Risiken, auf die wir uns weiterhin fokussieren, sind: die mögliche erneute Eskalation der europäischen Staatsschuldenkrise, ein möglicher Rückgang des asiatischen Wirtschaftswachstums, Turbulenzen durch monetäre Straffung in den USA und die damit verbundenen Auswirkungen auf Emerging Markets und das potenzielle Risiko eines geopolitischen Schocks. Diese Risiken standen in den letzten Quartalen durchgehend im Fokus. Die Bewertung der potenziellen Auswirkungen dieser Risiken erfolgt durch Integration in unsere konzernweiten Stresstests, die unsere Absorptionsfähigkeit dieser Ereignisse für den Fall ihrer Realisierung bewerten. Die Ergebnisse dieser Tests zeigten, dass wir derzeit ausreichend Kapital und Liquiditätsreserven vorhalten, um die Auswirkungen dieser Risiken zu absorbieren, falls sie in Übereinstimmung mit den Parametern der Tests eintreten.

Im Jahr 2013 hielt der globale Trend zu mehr Regulierungen in der Finanzdienstleistungsbranche an, der sich in den nächsten Jahren wahrscheinlich fortsetzen wird. Wir konzentrieren uns darauf, potenzielle politische und aufsichtsrechtliche Änderungen zu identifizieren und deren mögliche Auswirkungen auf unser Geschäftsmodell und unsere Prozesse zu bewerten.

Insgesamt lag der Fokus des Risiko- und Kapitalmanagements im gesamten Jahr 2013 darauf, unser Risikoprofil in Übereinstimmung mit unserer Risikostrategie zu halten, unsere Kapitalbasis zu stärken und unsere strategischen Initiativen zu unterstützen. Ein besonderes Augenmerk galt dabei der Optimierung der Bilanzstruktur. Dieser Ansatz spiegelt sich in den nachfolgenden Risikobewertungen wider.

Für die Zwecke von Artikel 431 CRR haben wir eine offizielle Risiko-Offenlegungsrichtlinie etabliert. Diese hat zum Ziel, dass unsere Risiko-Veröffentlichungen in Übereinstimmung mit den geltenden gesetzlichen, aufsichtsrechtlichen und rechnungslegungsbezogenen Risiko-Offenlegungsstandards sind. Ein Risk Reporting Committee, bestehend aus hochrangigen Vertretern und Fachexperten aus Finance und Risk, überwacht unsere jeweiligen Prozesse der Risiko-Veröffentlichungen. Auf Grundlage unserer Beurteilung und Prüfung sind wir der Überzeugung, dass unsere Risiko-Veröffentlichungen in diesem Risikobericht unser Gesamtrisikoprofil angemessen und umfassend vermitteln.

Risikoprofil

Die Vielfalt unserer Geschäftsaktivitäten impliziert verschiedene Risikoübernahmen durch unsere Geschäftsbereiche. Wir messen die wesentlichen inhärenten Risiken in unseren entsprechenden Geschäftsmodellen durch unsere nicht diversifizierte Gesamtgröße für das Ökonomische Kapital. Diese spiegelt das Risikoprofil für jeden Unternehmensbereich vor übergreifenden Effekten auf Konzernebene wider. Die Änderungen des Risikoprofils, verglichen mit dem Jahresende 2012, reflektieren hauptsächlich sich gegenseitig kompensierende Effekte aus unserer Risikoabbaustrategie und Methodenanpassungen zwischen den Risikoklassen.

Risikoprofil unserer Unternehmensbereiche auf Basis des Ökonomischen Kapitals

 

31.12.2013

in % (sofern nicht anders angegeben)

Corporate Banking & Securities

Global Transaction Banking

Deutsche Asset & Wealth Management

Private & Business Clients

Non-Core Operations Unit

Consoli-
dation & Adjustments

Insgesamt in Mio €

Insgesamt

Kreditrisiko

17

7

1

14

5

0

12.013

44

Marktrisiko

18

1

6

11

5

7

12.738

47

Operationelles Risiko

9

0

2

3

5

0

5.253

19

Diversifikationseffekte

–7

–1

–2

–3

–3

0

–4.515

–17

Geschäftsrisiko

5

0

0

0

1

0

1.682

6

Ökonomischer Kapitalbedarf insgesamt in Mio €

11.398

2.033

2.010

6.671

3.349

1.710

27.171

100

in %

42

7

7

25

12

6

100

0

 

31.12.2012

in % (sofern nicht anders angegeben)

Corporate Banking & Securities

Global Transaction Banking

Deutsche Asset & Wealth Management

Private & Business Clients

Non-Core Operations Unit

Consoli-
dation & Adjustments

Insgesamt in Mio €

Insgesamt

Kreditrisiko

16

6

1

13

8

0

12.574

44

Marktrisiko

14

1

5

11

10

5

13.185

46

Operationelles Risiko

7

0

2

1

7

0

5.018

17

Diversifikationseffekte

–5

0

–2

–2

–6

0

–4.435

–15

Geschäftsrisiko

7

0

0

0

1

0

2.399

8

Ökonomischer Kapitalbedarf insgesamt in Mio €

11.118

1.781

2.009

6.720

5.782

1.331

28.741

100

in %

39

6

7

23

20

5

100

0

Das Risikoprofil von Corporate Banking & Securities (CB&S) wird geprägt vom Handel zur Unterstützung der Begebung von Positionen, Strukturierungs- und Marktpflegeaktivitäten, welche Markt- und Kreditrisiken unterliegen. Weiterhin bestehen Kreditrisiken durch Ausleihungen an Unternehmen und Finanzinstitute. Im aktuellen Geschäftsmodell von Corporate Banking & Securities stammen die verbleibenden Risiken aus operationellen Risiken und Geschäftsrisiken, hauptsächlich aufgrund möglicher Rechts- und Ertragsschwankungsrisiken.

Die Ausrichtung von Global Transaction Banking auf Handelsfinanzierungen bedeutet, dass der Großteil der Risiken aus Kreditrisiken besteht, ergänzt um einen geringen Anteil von Marktrisiken aus Derivaten.

Der Hauptrisikotreiber in unserem Unternehmensbereich Deutsche Asset & Wealth Management (DeAWM) sind Garantien auf Investmentfonds, die wir unter Marktrisiken aus Nichthandelsaktivitäten ausweisen. Weiterhin bringt das Beratungs- und Kommissionsgeschäft von Deutsche Asset & Wealth Management entsprechende operationelle Risiken mit sich.

Im Gegensatz hierzu spiegelt das Risikoprofil von Private & Business Clients (PBC) Kreditrisiken aus dem Kreditgeschäft mit Privatkunden und kleinen und mittleren Unternehmen sowie Marktrisiken aus Nichthandelsaktivitäten aus dem Investmentportfolio der Postbank wider.

Zum Portfolio der Non-Core Operations Unit (NCOU) gehören Aktivitäten, die entsprechend der Geschäftsstrategie der Bank nicht zum zukünftigen Kerngeschäft zählen, Vermögenswerte, die durch Änderungen des Geschäftsumfelds und der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen sowie des gesetzlichen oder aufsichtsrechtlichen Rahmens signifikant beeinträchtigt sind, sowie Vermögenswerte, die für Risikoabbaumaßnahmen vorgesehen sind. Die NCOU umfasst auch weitere zur Abtrennung geeignete Vermögenswerte, Vermögenswerte mit erheblicher Kapitalbindung und niedrigen Renditen sowie Vermögenswerte, die Rechtsrisiken unterliegen. Das Risikoprofil der NCOU umfasst Risiken über die gesamte Bandbreite unseres Unternehmens und enthält Kreditrisiken sowie auch Marktrisiken und operationelle Risiken (inklusive Rechtsrisiken), für die der gezielte beschleunigte Risikoabbau vorgesehen ist.

Die Umsetzung unserer Strategie zur Veräußerung von Beteiligungen und Vermögenswerten in der NCOU, in der wir bereits unsere Bilanz reduziert haben, hat zur Überprüfung der Allokation unserer operationellen Risiken geführt. Im Einklang mit dem weiteren Abbau von Beteiligungen und Vermögenswerten in der NCOU haben wir im dritten Quartal 2013 Ökonomisches Kapital in Höhe von 892 Mio € von der NCOU auf unsere Kerngeschäftsbereiche übertragen.