Risikoanpassung für die variable Vergütung

Durch verschiedene Maßnahmen stellen wir sicher, dass in die Vergütungssysteme effektive Risikomanagement-Prozesse eingebettet sind, die sowohl ex ante als auch ex post Anpassungen erlauben.

Ex ante Risikoanpassung

Um die Anwendung adäquater Risikoanpassungen sicherzustellen, verwenden wir ein bankweit geltendes standardisiertes Modell zur Messung der risikoadjustierten, bonusberechtigenden Performance (Ergebnis vor Bonus und Steuern – „NIBBT“) jedes Geschäftsbereichs. Diese Messgröße basiert auf dem NIBBT, wird in monatlichen Geschäftsbereichs-Review-Sitzungen überprüft, um performancerelevante Beiträge und eine Zuordnung von Beiträgen der Non-Core Operating Unit angepasst und danach mittels einer Belastung für den Verbrauch von Ökonomischem Kapital risikoadjustiert.

Das Ökonomische Kapital misst das für unerwartete Verluste benötigte Kapital. Es ist eine zukunftsgerichtete Messgröße, die das von der Bank eingegangene Risiko quantifiziert, das heißt, sie misst das Risikoprofil zu einem bestimmten Zeitpunkt. Ökonomisches Kapital wurde von den Risikokontrollfunktionen als beste der Bank zur Verfügung stehende Methode zur Vorhersage künftiger noch nicht realisierter Verluste ihres derzeitigen Portfolios und damit als beste Kennzahl zur Adjustierung von Pools für die variable Vergütung bestätigt. Das SECC hat die Geeignetheit der Risikoanpassungsmethode überprüft und wiederholt diese Prüfung jährlich.

Grundsätzlich erfassen wir alle wesentlichen Risiken aus den vier primären Risikoarten unseres ökonomischen Kapitalrahmenwerks (Kredit-, Markt-, operationelles Risiko und allgemeines Geschäftsrisiko). Sonstige Risiken werden unter der entsprechenden übergreifenden Risikoart abgebildet. Spezielle Beispiele für Risiken, die innerhalb der einzelnen Risikounterarten erfasst werden, sind:

Kreditrisiko

  • Risiko von Ratingveränderungen, Länderrisiko, Abwicklungsrisiko.

Marktrisiko

  • Zinsrisiken im Anlagebuch, Einlagenmodellierungsrisiko, Risiko aus Garantiefonds (schließt das Reputationsrisiko teilweise ein), Bauspargeschäft- und Kollektivrisiko.

Operationelles Risiko

  • rechtliches und regulatorisches Risiko, IT-Risiko, Mitarbeiterrisiko, Risiko für die Geschäftskontinuität, Lieferantenrisiko, Transaktionsabwicklungsrisiko, Anbahnungs- und Umsetzungsrisiko, Geschäftsunterstützungsrisiko, Finanzberichterstattungs-/Buchführungsrisiko, Treuhanddienstleistungsrisiko, Immobilienrisiko, Sicherheitsrisiko.

Allgemeines Geschäftsrisiko

  • strategisches (einschließlich des allgemeinen Reputationsrisikos) und steuerliches Risiko.

Das NIBBT berücksichtigt bereits Liquiditätsrisiken durch Verrechnung von Refinanzierungskosten, Kreditrisiken durch Berücksichtigung von Belastungen des Kreditportfolios durch Kreditausfallrückstellungen und Pauschalwertberichtigungen (Ein-Jahres-Horizont für unerwartete Verluste), die Marktrisiken durch Marktwertanpassungen einschließlich der Berücksichtigung einer Belastung für die Anpassung der Kreditbewertung auf das Derivate-Buch und langfristige Risiken durch eine angemessene Ertragsrealisierungsmethode.

Ex post Risikoanpassung

Leistungs- und Verfallbedingungen („Clawback”) sind ein zentrales Element unserer Struktur für die aufgeschobene Vergütung. Sie gewährleisten, dass Awards an zukünftigem Verhalten und zukünftiger Leistung ausgerichtet sind. Wie sich aus den in diesem Bericht enthaltenen statistischen Auswertungen ergibt, erhöht sich der Anteil der in aufgeschobener Form gewährten und damit Leistungs- und Verfallsbedingungen unterliegenden variablen Vergütung entsprechend der Seniorität. In Verbindung mit dem Anwendungsbereich der Messgröße für die Risikoanpassung ist der Zeitraum, auf den diese Regelungen anwendbar sind, ebenfalls relevant. Wir haben unsere auf die aufgeschoben gewährte Vergütung für 2013 anwendbaren Verfallsbedingungen im Hinblick auf diese beiden Elemente weiterentwickelt.

Für die für 2013 (im Februar 2014) gewährte aufgeschobene Vergütung galten die folgenden Leistungs- und Verfallsbedingungen:

Konzern-Einbehalt

Die Leistungsbedingung ist nur erfüllt, wenn das Konzernergebnis vor Steuern (Net Income Before Income Taxes – NIBT) nicht negativ ist. Soweit der Vorstand im Rahmen einer Ermessensentscheidung bestimmt, dass das Konzernergebnis vor Steuern während des Unverfallbarkeitszeitraums in einem Jahr negativ ist, ist die Leistungsbedingung nicht erfüllt, und 100 % der in diesem Jahr unverfallbar und fällig werdenden REA verfallen für alle Mitarbeiter. Darüber hinaus verfallen auf Basis einer Ermessensentscheidung des Vorstands die gesamten noch nicht unverfallbaren REA, wenn an einem beliebigen Quartalsende vor dem Unverfallbarkeitsdatum die Konzernkernkapitalquote (Common Equity Tier 1) unter der jeweils gültigen regulatorischen Minimumkapitalgrenze liegt (einschließlich eines zusätzlichen Risikopuffers von 200 Basispunkten). Diese Leistungsbedingung gilt ab 2014 für alle Mitarbeiter mit aufgeschobener Vergütung. Damit unterliegen nicht regulierte Mitarbeiter mit aufgeschobener Vergütung (ca. 3.400 Personen) erstmalig einer gesonderten Verfallsbedingung, die an das Konzernergebnis gekoppelt ist. Dies ist eine maßgebliche Weiterentwicklung der Governance-Struktur, die die Vergütung einer weitaus größeren Mitarbeitergruppe als je zuvor an die zukünftige Wertentwicklung der Bank knüpft.

Für die Senior Management Group, die der fünfjährigen Zurückbehaltungs- und Haltefrist unterliegt, verfallen 20 % des Awards für dieses Jahr, falls in einem Jahr während dieses Zeitraums das Konzernergebnis vor Steuern negativ ist (aber die Bestimmung hinsichtlich der Unterschreitung der Konzernkernkapitalquote nicht erfüllt ist).

Bei regulierten Mitarbeitern gilt die tranchenweise Berücksichtigung der Konzern-NIBT-Bedingung auch im Hinblick auf ihre RIA, so dass, wenn der Vorstand bestimmt, dass das Konzernergebnis vor Steuern während des Unverfallbarkeitszeitraums in einem Jahr negativ ist, die Lesitungsbedingung nicht erfüllt ist und die anstehende RIA-Tranche zu 100 % verfällt.

Divisionaler Einbehalt

Diese Leistungsbedingung gilt nur für regulierte Mitarbeiter und ist erfüllt, wenn das divisionale Ergebnis vor Steuern nicht negativ ist. Ist das divisionale Ergebnis vor Steuern während des Unverfallbarkeitszeitraums in einem Jahr negativ, ist die Leistungsbedingung nicht erfüllt und die anstehenden REA- beziehungsweise RIA-Tranchen verfallen für alle Mitarbeiter des jeweiligen Bereichs (nach Ermessen des Vorstands) für dieses Jahr zu 100 %. Für Mitglieder der Senior Management Group werden die REA nach fünfjähriger Zurückbehaltungs- und Haltefrist in einer Tranche fällig; falls in einem Jahr während dieses Zeitraums das divisionale Ergebnis vor Steuern negativ ist, verfallen 20 % des Awards für dieses Jahr. Der divisionale Einbehalt gilt nicht für Vorstandsmitglieder oder Mitarbeiter des Regional Management oder in Infrastrukturfunktionen. Für sie gilt lediglich der Konzern-Einbehalt.

Einbehalt wegen Wegfalls der Leistungsgrundlage

Dieser Einbehalt gilt für RIA und REA und erlaubt uns festzulegen, ob Anpassungen auf Grundlage tatsächlicher Ergebnisse notwendig sein könnten. Bis zu 100 % der Anwartschaften eines Mitarbeiters können verfallen, wenn wir feststellen, dass die ursprünglich gewährten Anwartschaften nicht angemessen waren, weil eine Leistungskennzahl sich nachträglich als substanziell falsch herausgestellt hat oder ein Geschäft, Handelsgeschäft beziehungsweise eine Transaktion, die dem Mitarbeiter zugerechnet werden kann, sich wesentlich nachteilig auf eine Deutsche Bank-Gesellschaft, einen Unternehmensbereich oder den Deutsche Bank-Konzern auswirkt.

Die Anwendbarkeit dieser Bestimmung wurde 2013 erstmalig auf die EUA regulierter Mitarbeiter erweitert, wodurch gewährleistet wird, dass ein größerer Prozentsatz der Awards für regulierte Mitarbeiter als je zuvor nun einem möglichen Einbehalt wegen Wegfalls der Leistungsgrundlage unterliegt. Darüber hinaus gilt diese Bestimmung nun auch während der auf den Eintritt der Unverfallbarkeit des REA folgenden Haltefrist, so dass sichergestellt ist, dass Maßnahmen bezüglich eines Einbehalts wegen Wegfalls der Leistungsgrundlage in Bezug auf an regulierte Mitarbeiter vergebene aktienbasierte Vergütung während eines Zeitraums von dreieinhalb Jahren (fünf Jahren im Fall der Senior Management Group) ergriffen werden können.

Einbehalt wegen eines Verstoßes gegen regulatorische Auflagen oder interne Richtlinien

Dieser verhaltensabhängige Einbehalt ist auf REA und RIA anwendbar und beinhaltet Regelungen bezüglich des vollständigen Verfalls der gesamten noch ausstehenden aufgeschobenen Vergütung wegen Fehlverhaltens wie Untreue, Betrug, Täuschung oder Vertrauensbruch. Awards können wegen des Verstoßes gegen interne Richtlinien oder Verfahren respektive gegen geltende Gesetze oder Vorschriften, die nicht von uns erlassen wurden, zurückgefordert werden.

Diese Bestimmung gilt nun auch während der auf den Eintritt der Unverfallbarkeit des REA folgenden sechsmonatigen Haltefrist, so dass sichergestellt ist, dass Maßnahmen im Hinblick auf einen verhaltensbedingten Einbehalt für an regulierte Mitarbeiter vergebene aktienbasierte Vergütung über einen Zeitraum von dreieinhalb Jahren (fünf Jahren im Fall der Senior Management Group) anwendbar bleiben.

Eine Zusammenfassung der obigen Bestimmungen und der in 2013 eingeführten Verbesserungen ist nachfolgend aufgeführt.

Aufgeschobene Vergütung für 2013: Erweiterte Verfallsbedingungen

Bisherige Leistungs- und Verfallsbedingungen

Senior Management Group & sonstige regulierte Mitarbeiter

Alle übrigen Mitarbeiter mit aufgeschobener Vergütung

Konzernergebnis (Negatives NIBT) – Während der Unverfallbarkeitszeiträume auf REA- und RIA-Tranchen anwendbar

ja

 

Bereichsergebnis (Negatives NIBT) – Während der Unverfallbarkeitszeiträume auf REA- und RIA-Tranchen anwendbar

ja

 

Verfall wegen Revenue Impairment (Ertragsminderung) – Während der Unverfallbarkeitszeiträume auf RIA und REA anwendbar

ja

ja

Verstoß gegen interne Richtlinien (Breach of Policy) – Während der Unverfallbarkeitszeiträume auf RIA und REA anwendbar

ja

ja

Verstoß gegen interne Richtlinien (Breach of Policy) – Anwendbar auf Equity Upfront Awards (EUA) für regulierte Mitarbeiter

ja

 

 

 

 

 

 

Beschlossene Erweiterung der Verfallsbedingungen für die im Jahr 2014 für das Geschäftsjahr 2013 aufgeschoben gewährte Vergütung

 

 

Erweiterung der Definition und des Anwendungsbereichs der Regelung zum Konzernergebnis (Negatives NIBT) auf REAs während der Unverfallbarkeitszeiträume für alle Mitarbeiter mit aufgeschobener Vergütung

Verfall einer Tranche im Fall eines negativen Konzernergebnisses vor Steuern. Vollständiger Verfall der noch nicht unverfallbaren Anwartschaften für den Fall, dass die Konzernkernkapitalquote (Common Equity Tier 1) unter die jeweils gültige regulatorische Minimumkapitalgrenze fällt (einschließlich eines zusätzlichen Risikopuffers von 200 Basispunkten).

ja

ja

Erweiterung der Regelung zum Revenue Impairment auf den EUA und die Zurückbehaltungszeiträume nach Eintritt der Unverfallbarkeit der REA-Tranchen für regulierte Mitarbeiter (6-Monatszeitraum)

ja

 

Die Regelung zum Revenue Impairment wird ebenfalls verschärft, um ein weiteres „Zurückblicken“ für den Fall des Eintritts in der Vergangenheit begründeter Verluste zu ermöglichen

ja

ja

Anwendbarkeit der Regelung zum Verstoß gegen interne Richtlinien auf den Zurückbehaltungszeitraum nach Eintritt der Unverfallbarkeit der REAs für regulierte Mitarbeiter (6-Monatszeitraum)

ja

 

Die Bestimmung zum Verstoß gegen interne Richtlinien wird ebenfalls verschärft, um ihre Anwendung auf weniger einschneidende Disziplinarmaßnahmen zu ermöglichen

ja

ja