Non-Core Operations Unit

Beim Risikoabbau zügig vorangekommen

In Kürze

  • Nichtstrategische Aktiva in großem Umfang abgebaut
  • Kapital für das Kerngeschäft freigesetzt
  • Wertberichtigungen und Rechtsstreitigkeiten belasten Ergebnis

Der Unternehmensbereich Non-Core Operations Unit (NCOU) hat die Aufgabe, Kapital freizusetzen und gleichzeitig Risiken zu reduzieren, die von nichtstrategischen Aktiva und Geschäftsaktivitäten ausgehen. Größere Transparenz und ein striktes Kapital- und Bilanzmanagement sichern in einem sich verändernden regulatorischen Umfeld den Erfolg der Bank ab. Die NCOU trägt hierzu entscheidend bei und ist daher ein wichtiger Bestandteil der Strategie 2015+.

Der Unternehmensbereich wurde im vierten Quartal 2012 gegründet. Ihm wurden risikogewichtete Aktiva (pro forma Basel 3) in Höhe von 141 Mrd € und bereinigte Vermögenswerte in Höhe von 120 Mrd € übertragen. Das Portfolio enthält Aktivitäten, die nicht zum Kerngeschäft der Deutschen Bank gehören. Dazu zählen zum Beispiel Vermögenswerte, die durch geschäftliche, rechtliche oder regulatorische Einflüsse materiell beeinträchtigt worden sind.

Der Fokus der NCOU liegt darauf, den Kapitalbedarf der Bank durch den Abbau nichtstrategischer Vermögenswerte zu vermindern und so die Eigenkapitalquote der Bank zu erhöhen. Ein weiteres Ziel ist, die Bilanzsumme (nach CRR/CRD IV) zu reduzieren. Die NCOU will so dazu beizutragen, dass die Deutsche Bank die von ihr angestrebte Verschuldungsquote erreicht.

Auszug aus der Segmentberichterstattung (Non-Core Operations Unit1)

Der Unternehmensbereich Non-Core Operations Unit erzielte 2013 einen Verlust vor Steuern von 3,3 Mrd € (2012: Verlust 2,9 Mrd €). Die Portfolioerträge gingen 2013 durch den Abbau von Vermögenswerten um 18 % im Vergleich zum Vorjahr zurück. Die Risikovorsorge im Kreditgeschäft erhöhte sich um 29 %, vor allem infolge spezifischer Kreditereignisse über die Portfolios hinweg, einschließlich des Engagements im europäischen Geschäft mit gewerblichen Immobilien. Die Zinsunabhängigen Aufwendungen stiegen im Vergleich zu 2012 um 47 Mio € (1 %). Diese Entwicklung beinhaltet höhere Kosten für Rechtsstreitigkeiten, die durch den Wegfall der im Vorjahr bilanzierten Wertminderung auf immaterielle Vermögenswerte von 421 Mio € kompensiert wurden.

 

 

 

in Mio €

2013

2012

Erträge insgesamt

867

1 054

Risikovorsorge im Kreditgeschäft

818

634

Zinsunabhängige Aufwendungen

3 358

3 312

Ergebnis vor Steuern

–3 306

−2 923

Risikogewichtete Aktiva

48 483

80 317

Aktiva

54 224

97 451

1 Auszug aus der Segmentberichterstattung. Erläuterungen und weitere Details siehe Finanzbericht 2013 (Lagebericht).

Bereinigte Vermögenswerte*

Bereinigte Vermögenswerte (Tortendiagramm)

In volatilen Märkten erfolgreich operiert

Die NCOU konnte im Jahr 2013 ihre Risikoabbaustrategie trotz gestiegener Marktvolatilität erfolgreich umsetzen. Im Berichtsjahr baute die NCOU 40 Mrd € (– 42 % im Vergleich zum Vorjahr) an bereinigten Vermögenswerten und 48 Mrd € (– 45 %) an risikogewichteten Aktiva nach CRD IV ab und übertraf damit die gesetzten Ziele deutlich. Diese betrugen 80 Mrd € an bereinigten Vermögenswerten und risikogewichteten Aktiva nach CRD IV zum Ende des Berichtsjahres. Auf diese Weise wurde ein Kapitaläquivalent von etwa 3,8 Mrd € geschaffen (Erhöhung der Common-Equity-Tier-1(CET 1)-Quote um 88 Basispunkte) – vor Steuern und ohne Kosten für Rechtsstreitigkeiten. Ende Dezember 2013 beliefen sich die verbliebenen bereinigten Vermögenswerte auf 55 Mrd € und die entsprechenden risikogewichteten Aktiva auf 58 Mrd €.

Die NCOU hat Verkäufe solcher Vermögenswerte aus dem Portfolio priorisiert, die im Vergleich zu anderen einen höheren Kapitalverzehr und ein schlechteres Risikoprofil aufwiesen. Im Berichtsjahr gelangen umfangreiche Verkäufe von Vermögenswerten, die von CB&S übertragen worden waren. Außerdem wurden Kreditderivate im Monoline-Portfolio abgebaut; dies wurde durch den Verkauf entsprechender Anleihen ergänzt. Darüber hinaus wurden Positionen aus dem ehemaligen Portfolio der Postbank reduziert, unter anderen strukturierte Kredite, Staats- und Unternehmensanleihen hochverschuldeter Euro-Länder sowie Aktiva zweier Gewerbeimmobiliengesellschaften mit Kreditportfolios in den USA und Großbritannien.

Zügiger Abbau von Risikopositionen

Zügiger Abbau von Risikopositionen (Balkendiagramm)

Die Geschäftsaktivitäten der NCOU, die auf den Abbau der bestehenden Risiken im Portfolio abzielten, führten im Berichtsjahr zu einem positiven Ergebnisbeitrag. Sie haben dazu beigetragen, die Kapitalbasis zu stärken. Allerdings wurde das Ergebnis des Unternehmensbereichs durch signifikante Rückstellungen, Wertberichtigungen und Neubewertungen im gesamten Portfolio stark belastet. Hinzu kamen erhebliche Zahlungen für Rechtsstreitigkeiten in Höhe von 1,3 Mrd €. Insgesamt führte dies zu einem Verlust von 3,3 Mrd €.

Mit der U.S. Federal Housing Finance Agency (FHFA) in deren Funktion als Treuhänderin für Fannie Mae und Freddie Mac haben wir im Berichtsjahr eine Einigung erzielt. Wir konnten so den größten einzelnen Rechtsstreit der Deutschen Bank im Zusammenhang mit verbrieften Hypotheken beilegen. Die vereinbarte Zahlung wurde im vierten Quartal 2013 im Ergebnis der NCOU verbucht.

Veräußerungsprinzipien

Die NCOU arbeitet auf der Grundlage klar definierter und streng befolgter Verkaufsprinzipien. Sie baut Risiken durch ein breitgefächertes Spektrum an Transaktionen über alle Aktiva hinweg ab, um den Kapitalbedarf der Bank zu vermindern. Der Unternehmensbereich präferiert direkte Verkäufe an Dritte und steht in ständigem Dialog mit verschiedenen Parteien wie Händlern, Investoren und Finanzinstituten, um optimale Lösungen zur Reduzierung von Risiken und komplexen Strukturen zu finden.

Ausblick

Die Non-Core Operations Unit wird auch künftig maßgeblich dazu beitragen, Kapital zu bilden und die Verschuldung der Deutschen Bank abzubauen. Veränderungen des ökonomischen Umfelds und der Marktbedingungen könnten den angestrebten Zeitrahmen für die zu erreichenden Ziele verlängern.