Risikobericht


Rahmenwerk für das Risikomanagement

Vor dem Hintergrund unserer breit gefächerten Geschäftsaktivitäten ist es unerlässlich, Risiken effektiv zu identifizieren, zu messen, zu aggregieren und zu steuern sowie die verschiedenen Geschäftsaktivitäten angemessen mit Eigenkapital zu unterlegen. Wir handeln als integrierter Konzern durch unsere Konzern- und Geschäftsbereiche sowie die Infrastrukturfunktionen. Wir steuern unsere Risiken und unser Kapital mithilfe eines Rahmenwerks von Grundsätzen und Organisationsstrukturen sowie Mess- und Überwachungsprozessen, die eng auf die Tätigkeiten der Konzern- und Geschäftsbereiche ausgerichtet sind. Weitere Informationen zu unserem Risiko- und Kapitalmanagement, das prinzipiell unverändert ist, sind in unserem Finanzbericht 2012 enthalten.

Allgemeiner Ansatz

Die Abschnitte über qualitative und quantitative Risikoangaben vermitteln ein umfassendes Bild des Risikoprofils des Deutsche Bank-Konzerns. Die quantitativen Informationen spiegeln in der Regel den Deutsche Bank-Konzern inklusive der Postbank zu den Bilanzstichtagen 31. März 2013 und 31. Dezember 2012 wider.

Mit Inkrafttreten des rechtlich bindenden Beherrschungsvertrags zwischen Deutscher Bank und Postbank im September 2012 sind die Risikomanagementfunktionen der Postbank funktionell in die Konzern-Risikofunktion integriert, zum Beispiel hinsichtlich funktioneller Berichtslinien, gemeinsamer Komitee-Strukturen und konzernweiter Richtlinien. Daher umfassen Aussagen zum Risikomanagement in diesem Bericht grundsätzlich immer den Konzern einschließlich Postbank. In einzelnen Fällen, bei denen abweichende Ansätze verbleiben oder in denen eine konsolidierte Darstellung für quantitative Informationen nicht erfolgt, ist dies entsprechend gekennzeichnet.

Offenlegung gemäß den Prinzipien und Empfehlungen der Enhanced Disclosure Task Force (EDTF)

In 2012 wurde die „Enhanced Disclosure Task Force“ („EDTF“) als eine privatwirtschaftliche Initiative unter der Schirmherrschaft des Financial Stability Board mit dem primären Ziel gegründet, die grundlegenden Prinzipien für verbesserte Offenlegung sowie Empfehlungen für die Verbesserung bereits existierender Offenlegungen zu entwickeln. Als ein Mitglied der EDTF haben wir gewisse Offenlegungsvorschläge in diesem quartärlichen Risikobericht berücksichtigt.

Konsolidierungsansatz

Die in den folgenden Abschnitten dargestellten quantitativen Informationen beziehen sich auf den Konzernabschluss in Übereinstimmung mit den „International Financial Reporting Standards“. Daraus resultiert, dass die Berichterstattung grundsätzlich auf den IFRS-Regeln für Bewertungen und Konsolidierung beruht. Jedoch sind für einige Veröffentlichungen die aufsichtsrechtlichen Regeln zur Konsolidierung relevant, die von denen für den Konzernabschluss abweichen und die in unserem Finanzbericht 2012 genauer beschrieben sind. In den Fällen, in denen die aufsichtsrechtliche Abgrenzung für den Konzern angewandt wird, ist dies explizit genannt.

Zusammenfassende Risikobewertung

Zu den für uns wichtigen Risikokategorien gehören das Kreditrisiko, das Marktrisiko, das Operationelle Risiko, das Geschäftsrisiko (inklusive Steuern und strategischem Risiko), das Reputationsrisiko und das Liquiditätsrisiko. Wir steuern die Ermittlung, Bewertung und Verringerung der wesentlichen und aufkommenden Risiken durch einen präzisen Governance-Prozess sowie starke Risikomanagementtools und -prozesse. Unser proaktiver Ansatz zur Identifizierung und Folgenabschätzung zielt darauf ab, die Auswirkungen dieser Risiken auf unsere finanziellen Ergebnisse, langfristigen strategischen Ziele und unseren Ruf abzuschwächen.

Im Rahmen unserer regelmäßigen Analyse von Risiken und deren Verbundeffekten werden die Sensitivitäten der wichtigsten Portfoliorisiken durch eine induktive Risikobewertung und durch eine deduktive makroökonomische oder politische Szenarioanalyse überprüft. Dieser duale Ansatz erlaubt uns, sowohl Risiken zu erfassen, die sich über unsere Risikobestände und Geschäftsbereiche auswirken, als auch solche, die nur für bestimmte Portfolios relevant sind.

Aktuelle portfolioweite Risiken, auf die wir uns weiterhin fokussiert haben, beinhalten: die mögliche Eskalation der europäischen Staatsschuldenkrise, eine potenzielle Schockwirkung von US-fiskalischen Sparmaßnahmen, einen potenziellen Rückgang des asiatischen Wachstums und das potenzielle Risiko eines steilen Ölpreisanstiegs infolge eines geopolitischen Schocks. Diese Risiken sind in den letzten Quartalen ein konsequenter Schwerpunkt gewesen. Die Bewertung der potenziellen Auswirkungen dieser Risiken erfolgte durch Integration in unsere konzernweiten Stresstests, die unsere Fähigkeit zum Ausgleich dieser Ereignisse bewerten, falls sie auftreten sollten. Die Ergebnisse dieser Tests zeigten, dass wir derzeit ausreichend Kapital und Liquiditätsreserven vorhalten, um die Auswirkungen dieser Risiken zu absorbieren, falls sie sich materialisieren.

Das Jahr 2012 hat weiterhin eine verstärkte Regulierung in der Finanzdienstleistungsbranche hervorgebracht und das erste Quartal 2013 hat bestätigt, dass sich dieser Trend wohl im Jahr 2013 fortsetzen wird. Wir konzentrieren uns daher auch darauf, dass wir proaktiv handeln, um politische oder aufsichtsrechtliche Änderungen zu identifizieren und deren mögliche Auswirkungen auf unser Geschäftsmodell oder unsere Prozesse zu bewerten.