Effekt aus Änderungen der Bilanzierungsmethoden

 (nicht testiert)

Erstmals angewandte Rechnungslegungsvorschriften

Nachstehend werden diejenigen Rechnungslegungsvorschriften erläutert, die für den Konzern von Bedeutung sind und bei der Erstellung dieses verkürzten Konzernzwischenabschlusses zur Anwendung kamen.

IAS 1

Zum 1. Januar 2013 setzte der Konzern die Änderungen zu IAS 1, „Presentation of Financial Statements“ um. Die Änderungen erfordern von Unternehmen eine Gruppierung der Posten in den Sonstigen erfolgsneutralen Eigenkapitalveränderungen danach, ob diese Posten zukünftig noch einmal in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert werden können oder nicht. Zudem wurde bestätigt, dass es weiterhin zulässig ist, die Bestandteile der Sonstigen erfolgsneutralen Eigenkapitalveränderungen und der Gewinn- und Verlustrechnung in einer einzelnen oder in zwei separaten Aufstellungen darzustellen. Die Umsetzung der Änderungen hatte keine wesentlichen Auswirkungen auf die Darstellung der Sonstigen erfolgsneutralen Eigenkapitalveränderungen im Konzernabschluss.

IFRS 10, IFRS 11, IAS 27 und IAS 28

Zum 1. Januar 2013 setzte der Konzern die Vorschriften IFRS 10, „Consolidated Financial Statements“, IFRS 11, „Joint Arrangements“, eine überarbeitete Fassung von IAS 27, „Separate Financial Statements“, sowie eine überarbeitete Fassung von IAS 28, „Investments in Associates and Joint Ventures“, um, die aufgrund der Veröffentlichung von IFRS 10 und IFRS 11 entsprechend angepasst wurden. Der Konzern setzte auch die Änderungen zu den Übergangsvorschriften für IFRS 10 und IFRS 11 um. Die Erstanwendung der Standards zum 1. Januar 2012 führte für den Konzern zu einer kumulativen Belastung des Eigenkapitals einschließlich Anteile ohne beherrschenden Einfluss von 195 Mio € nach Steuern. Vergleichsangaben für 2012 sind angepasst worden.

IFRS 10 ersetzt IAS 27, „Consolidated and Separate Financial Statements“, und SIC-12, „Consolidation – Special Purpose Entities“, und schafft eine einheitliche Definition für den Begriff der Beherrschung, die auf alle Unternehmen inklusive der zuvor unter SIC-12 analysierten Zweckgesellschaften anzuwenden ist. Ein Investor beherrscht eine Beteiligung, wenn er die relevanten Tätigkeiten bestimmt, variablen Rückflüssen aus der Verbindung mit der Beteiligung ausgesetzt ist und die Möglichkeit hat, diese Rückflüsse durch seine Beherrschungsmöglichkeit an der Beteiligung zu beeinflussen. Die Beherrschung ist auf der Grundlage aller gegenwärtigen Tatsachen und Umstände festzustellen und bei Änderungen der Gegebenheiten zu überprüfen.

IFRS 11 ersetzt IAS 31, „Interests in Joint Ventures“, und SIC-13, „Jointly-controlled Entities – Non-monetary Contributions by Venturers“. IFRS 11 unterscheidet zwei Arten gemeinschaftlicher Vereinbarungen: gemeinschaftliche Tätigkeiten und Gemeinschaftsunternehmen, und stellt auf die Rechte und Pflichten der Vereinbarung ab. Das bisherige Wahlrecht der Quotenkonsolidierung bei Gemeinschaftsunternehmen, das vom Konzern nicht angewandt wurde, ist abgeschafft und die Anwendung der Equitymethode verpflichtend vorgeschrieben. Die Umsetzung von IFRS 11 hatte keine Auswirkungen auf den Konzernabschluss.

Die folgenden Tabellen geben jeweils die inkrementellen Auswirkungen der Umsetzung von IFRS 10 auf die Konzernbilanz und die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung zum 31. Dezember 2012 wieder.

IFRS 10 Auswirkungen auf die Konzernbilanz

in Mio €

31.12.2012

Aktiva

 

Verzinsliche Einlagen bei Kreditinstituten

1.088

Zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte

8.958

Forderungen aus dem Kreditgeschäft

94

Sonstige Aktiva

–189

Summe der Aktiva

9.951

 

 

Passiva

 

Zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Verpflichtungen

675

Sonstige kurzfristige Geldaufnahmen

601

Langfristige Verbindlichkeiten

–772

Sonstige Passiva

9.628

Summe der Passiva

10.133

 

 

Eigenkapital

 

Den Deutsche Bank-Aktionären zurechenbares Eigenkapital

–14

Anteile ohne beherrschenden Einfluss

–168

Eigenkapital einschließlich Anteile ohne beherrschenden Einfluss

–182

IFRS 10 Auswirkungen auf die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung

in Mio €

2012

Zinsüberschuss

83

Ergebnis aus zum beizulegenden Zeitwert bewerteten finanziellen Vermögenswerten/Verpflichtungen

435

Provisionsüberschuss

–127

Sonstige Erträge

–393

Ergebnis vor Steuern

–6

Ertragsteueraufwand

3

Jahresüberschuss

–3

Die Mehrheit der Auswirkungen geht zurück auf die Konsolidierung von bestimmten Fonds, für die der Konzern eine Garantie über den Wert des Fondsvermögens an konzernunabhängige Parteien abgibt. Unter IFRS 10 beherrscht der Konzern diese Fonds, da er als nicht abzulösender Investment Manager handelt, er über variable Rückflüsse aus signifikanten Fondsbeteiligungen und/oder der Garantie verfügt und er die Möglichkeit hat, diese Rückflüsse durch seine Beherrschungsmöglichkeit über die Fonds zu beeinflussen.

IAS 19

Zum 1. Januar 2013 setzte der Konzern die Vorschriften des IAS 19R, „Employee Benefits“, um. IAS 19R führt einen Nettozinsansatz ein, nach dem zu Beginn der Berichtsperiode eine Nettozinskomponente zu ermitteln ist, die sich durch Multiplikation der in der Bilanz erfassten leistungsorientierten Nettopensionsverpflichtung (Nettovermögenswert) mit dem Diskontierungszinssatz ergibt, der der Bewertung der leistungsorientierten Pensionsverpflichtung zugrunde liegt. Erwartete unterjährige Veränderungen der Nettoschuld (des Nettovermögenswerts) aufgrund von Beiträgen und Rentenzahlungen sind hierbei zu berücksichtigen. Diese Nettozinsgröße ersetzt den Zinsaufwand aus der Aufzinsung der Pensionsverpflichtung sowie den erwarteten Ertrag aus Planvermögen. Der Standard verlangt zudem die sofortige Erfassung von mit Versorgungszusagen verbundenen Neubewertungseffekten wie versicherungsmathematische Gewinne und Verluste sowie sämtliche Abweichungen zwischen dem tatsächlichen Ertrag und dem im Nettozinsergebnis implizit erfassten Ertrag aus Planvermögen in der Sonstigen erfolgsneutralen Eigenkapitalveränderung. Diese Vorgehensweise entspricht der vom Konzern bisher angewandten Soforterfassung versicherungsmathematischer Gewinne und Verluste im Eigenkapital. Außerdem erfordert IAS 19R die sofortige Erfassung von nachzuverrechnendem Dienstzeitaufwand und beinhaltet erweiterte Offenlegungspflichten für leistungsorientierte Pläne. Die Einführung eines Nettozinssatzes führte im Jahr 2012 zu geringeren Aufwendungen für leistungsdefinierte Pensionspläne und entsprechend zu einem Anstieg der erfolgsneutral erfassten versicherungsmathematischen Verluste in Höhe von 36 Mio €, so dass die Konzern-Gesamtergebnisrechnung und das Eigenkapital insgesamt neutral blieben.

IFRS 7

Im Dezember 2011 veröffentlichte das IASB die Änderungen zu IFRS 7, „Disclosures – Offsetting Financial Assets and Financial Liabilities“ („IFRS 7R“). IFRS 7R sieht zusätzliche Anhangangaben vor, die Investoren einen besseren Vergleich zwischen IFRS-Abschlüssen und US GAAP-Abschlüssen ermöglichen sollen. Die Änderungen traten für die Geschäftsjahre und -quartale in Kraft, die am oder nach dem 1. Januar 2013 beginnen. Die Anwendung dieser Änderungen im ersten Quartal 2013 hatte keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss. Die zusätzlichen Offenlegungspflichten hat der Konzern in diesem Zwischenbericht in der Anhangangabe „Aufrechnung von finanziellen Vermögenswerten und Verpflichtungen“ bereitgestellt.

IFRS 13

Zum 1. Januar 2013 setzte der Konzern die Vorschriften des IFRS 13, „Fair Value Measurement“, um, der die Vorschriften zur Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts innerhalb der IFRS zusammenführt. IFRS 13 verfeinert die Definition des beizulegenden Zeitwerts und gibt Hinweise, wie zum beizulegenden Zeitwert zu bewerten ist, sofern ein anderer IFRS die Bewertung zum beizulegenden Zeitwert vorschreibt oder erlaubt. Die Vorschriften beinhalten eine Ausnahme, wonach der beizulegende Zeitwert für Portfolien von finanziellen Vermögensgegenständen und finanziellen Verbindlichkeiten auf Basis der Nettorisikoposition des Portfolios ermittelt werden kann. Diese Ausnahme bedingt die Erfüllung bestimmter Kriterien und stellt ein Bilanzierungswahlrecht dar. Der Konzern hat dieses Wahlrecht für bestimmte Portfolien von Finanzinstrumenten, wie Derivate, die die Kriterien zur Bewertung auf Basis einer Nettorisikoposition erfüllen, ausgeübt. IFRS 13 verlangt zudem die Offenlegung umfassenderer Informationen zur Bewertung auf Basis des beizulegenden Zeitwerts. Die Umsetzung der Bewertungsvorschriften des IFRS 13 hatte keine Auswirkungen auf den Konzernabschluss. Die Offenlegungspflichten des IFRS 13 und IAS 34 hat der Konzern in diesem Zwischenbericht in den Anhangangaben „Zum beizulegenden Zeitwert ausgewiesene Finanzinstrumente“ und „Beizulegender Zeitwert von Finanzinstrumenten, die nicht zum beizulegenden Zeitwert bilanziert werden“ entsprechend erfüllt.

Änderungen der IFRS 2009–2011 („Improvements to IFRS 2009–2011 Cycle“)

Im Mai 2012 veröffentlichte das IASB im Rahmen seines Annual-Improvements-Projekts Änderungen bestehender IFRS. Diese umfassen sowohl Änderungen verschiedener IFRS mit Auswirkung auf den Ansatz, die Bewertung und den Ausweis von Geschäftsvorfällen als auch terminologische oder redaktionelle Korrekturen. Die Anwendung dieser Änderungen hatte keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss.

Neue Rechnungslegungsvorschriften

IAS 32, „Offsetting Financial Assets and Financial Liabilities (Amendment to IAS 32)“, IFRS 9 und IFRS 9R, „Financial Instruments“, sind für den Konzern von Bedeutung, waren zum 30. September 2013 aber noch nicht in Kraft getreten und kamen daher bei der Erstellung dieses Abschlusses nicht zur Anwendung.

IAS 36, „Recoverable Amount Disclosures for Non-Financial Assets (Amendment to IAS 36)“, beinhaltet Änderungen zu den erforderlichen Anhangangaben, wenn der erzielbare Betrag für wertgeminderte Vermögensgegenstände auf Basis des beizulegenden Zeitwerts abzüglich Veräußerungskosten ermittelt wurde. Die Änderungen treten für den Konzern zum 1. Januar 2014 in Kraft.

IAS 39, „Novation of Derivatives and Continuation of Hedge Accounting (Amendments to IAS 39)“, erlaubt die Fortsetzung der Bilanzierung von Sicherungsgeschäften in Situationen, in denen ein Derivat, das als Sicherungsinstrument designiert wurde, aufgrund gesetzlicher oder regulatorischer Anforderungen an eine zentrale Gegenpartei zu Abwicklungszwecken übertragen wurde. Die Anwendung bedingt die Erfüllung bestimmter Kriterien und tritt für den Konzern zum 1. Januar 2014 in Kraft.

IFRS 12, „Disclosure of Interests in Other Entities (including amendments to the transition guidance for IFRS 10-12 issued in June 2012)“, verlangt von einem Unternehmen, Angaben zur Art, zu verbundenen Risiken und zu den finanziellen Auswirkungen von Anteilen an Tochter-, assoziierten Unternehmen und gemeinsamen Vereinbarungen sowie zu nicht konsolidierten strukturierten Unternehmen jährlich offenzulegen. IFRS 12 ist für den Konzern seit dem 1. Januar 2013 anwendbar, wobei die Informationen aber nur für den Konzernjahresabschluss 2013 bereitgestellt werden.

IFRIC 21, „Levies“, ist eine Interpretation von IAS 37, „Provisions, Contingent Liabilities and Contingent Assets“, und stellt klar, dass ein Unternehmen von öffentlichen Behörden erhobene Abgaben erst dann ansetzt, wenn die Tätigkeit, die von Gesetzes wegen zur Leistung einer Abgabe führt, eintritt. Der Interpretationsentwurf tritt für den Konzern zum 1. Januar 2014 in Kraft.

Alle oben erwähnten Standards und Interpretationsentwürfe sind seitens des IASB verabschiedet worden, bedürfen aber – mit Ausnahme von IAS 32, „Offsetting Financial Assets and Financial Liabilities (Amendment to IAS 32)“, und IFRS 12, „Disclosures of Interests in Other Entities“ – noch der jeweiligen Übernahme in europäisches Recht durch die EU.

Der Konzern prüft gegenwärtig die möglichen Auswirkungen der Umsetzung der neuen oder geänderten Rechnungslegungsvorschriften zu IAS 32, IAS 39, IFRS 9, IFRS 9R und IFRIC 21 auf den Konzernabschluss. Die Anwendung von IFRS 12 und die Änderungen des IAS 36 werden nur Auswirkungen auf die Anhangangaben des Konzernabschlusses haben.