Überblick zur Finanz- und Ertragslage


Wirtschaftliches Umfeld

Wir erwarten eine leichte Abschwächung des Wachstums der Weltwirtschaft im dritten Quartal 2013 gegenüber dem Vorquartal. Das Wachstum in den Industriestaaten dürfte sich ungefähr auf dem Niveau des Vorquartals befinden, nachdem sich die Wachstumsrate des Bruttoinlandsprodukts (BIP) in den sieben größten Industriestaaten von gut 1 % im zweiten Quartal auf etwa 2,4 % im dritten Quartal (auf Jahresbasis) erhöht hat. Die monatlichen Umfragen unter den Einkaufsmanagern deuten aufgrund besserer Aussichten für das Geschäftsumfeld im dritten Quartal auf einen Aufwärtstrend für unsere Prognosen hin.

Die Wirtschaft der Eurozone ist wieder gewachsen, nachdem ein starker Rückgang in den vorangegangenen sechs Quartalen verzeichnet worden war. Dies ist vor allem auf die deutliche Zunahme der Wirtschaftsaktivität in Deutschland und Frankreich zurückzuführen, aber auch auf rückläufige Minderungsraten in anderen Staaten der Eurozone, insbesondere in den südlichen Peripheriestaaten. Die Wirtschaftsleistung der Eurozone sollte im dritten Quartal in Folge nachlassender Dämpfungseffekte der Fiskalpolitik weiter gestiegen sein. Wir erwarten ein Wachstum von etwa 1 % im dritten Quartal (auf Jahresbasis), nach einem Wirtschaftswachstum von 1,2 % im zweiten Quartal. Ökonomen der Deutsche Bank erwarten eine moderate Zunahme des realen BIP in Deutschland für das dritte Quartal. Jedoch ist im Vergleich zum Vorquartal, das merklich durch Nachholeffekte geprägt war, die aus schlechten Witterungsbedingungen am Anfang des Jahres resultieren, eine Verringerung der Wachstumsgeschwindigkeit zu erwarten. Die größeren Länder im Süden Europas, wie beispielsweise Italien und Spanien, sollten die Rezession im dritten Quartal hinter sich gelassen haben.

In den Schwellen- und Entwicklungsländern hat die Diskussion um einen möglichen graduellen Ausstieg der US-amerikanischen Zentralbank aus ihrer sehr lockeren Geldpolitik für umfangreiche Kapitalabflüsse und Abwertungen der Währungen geführt. Zusätzlich wurde eine schwache Auslandsnachfrage im dritten Quartal verzeichnet. Aus diesen Gründen wird eine Verringerung des Wirtschaftwachstums in diesen Ländern im dritten Quartal prognostiziert. Diese Erwartung wird auch von zunehmend pessimistischeren Einschätzungen der Einkaufsmanager gestützt.

Für die globale Bankenbranche setzten sich die Trends, die bereits im ersten Halbjahr vorherrschten, im dritten Quartal 2013 fort, und wurden von den üblichen saisonalen Effekten geprägt. Nachdem anfängliche Bedenken der Marktteilnehmer im Hinblick auf eine mögliche Einschränkung der Anleihekäufe durch die Federal Reserve abgenommen hatten, beruhigten sich die Märkte im späteren Verlauf des dritten Quartals. Dies stand deutlich im Gegensatz zu den Sommermonaten der letzten Jahre. Mit der Ankündigung der Federal Reserve, vom Zurückfahren der Anleihekäufe zunächst doch Abstand zu nehmen, haben die Aktienbörsen weltweit weiter an Fahrt gewonnen. Erst gegen Ende September brachten der sich anbahnende Haushaltsnotstand (Government Shutdown) und die Debatte über die Schuldenobergrenze in den USA eine gewisse Nervosität zurück.

In Europa wurde ein erneuter Rückgang der Kreditvergabe an Unternehmen und auch an Privathaushalte verzeichnet. Die Zuwächse im Einlagengeschäft waren trotz des einzigartig niedrigen Zinsniveaus stabil. In den USA gingen die Immobilienfinanzierungen weiter zurück, während die Kreditvergabe an Unternehmen und das Volumen der Konsumentenkredite erneut anstieg.

Im Berichtsquartal wurden an den Kapitalmärkten eine relativ niedrige Volatilität sowie steigende Bewertungen verzeichnet. Die Aktivitäten im Beratungs-, Anleiheemissions- und Handelsgeschäft fielen jedoch schwächer als im Vergleichsquartal 2012 aus, was sich negativ auf das Provisionsgeschäft der Investmentbanken auswirkte. Das Asset and Wealth Management profitierte hingegen von einem wachsenden Risikoappetit der Investoren und einem Bewertungsanstieg des verwalteten Vermögens.

Auf regulatorischer Seite bestimmten mehrere Themen die Diskussion in Europa und den USA: In Europa wurden Ende Juni 2013 die Gesetze (CRR/CRD 4) verabschiedet, die Basel 3 ab 2014 in geltendes Recht umsetzen. Der Baseler Ausschuss hat bereits die Konsultation zur Weiterentwicklung des Kapitalstandards abgeschlossen, zum Beispiel im Hinblick auf ein Regelwerk zur Verschuldungsquote und zur Behandlung von Derivaten. Die Konsultationsperioden endeten jeweils zum 20. September 2013 und 27. September 2013. Die Veröffentlichung der finalen Ergebnisse wird bis Ende dieses Jahres beziehungsweise im Frühjahr 2014 erwartet. Finale Anpassungen im Rahmen der Definition sowie der Kalibrierung sind für das Jahr 2017 geplant.

Des Weiteren lag der Fokus in Europa vor allem auf der geplanten Übertragung der Aufsicht über große Banken an die EZB, der eine Prüfung der Qualität von Vermögenswerten, eine Bilanzüberprüfung und Stresstests vorangehen werden. Ebenso wurden Fortschritte bei der Festlegung von Mechanismen für die Abwicklung gescheiterter Banken erzielt (RRD), zu der der Europarat eine gemeinsame Position beschlossen hat, die jetzt mit dem Europäischen Parlament und der Europäischen Kommission diskutiert wird. In den USA führten Vorschläge, ausländische Banken zu verpflichten, ihr US-Geschäft als eigenständig operierende Einheiten zu strukturieren, zu einer kontroversen Debatte. Im Zusammenhang mit den auf EU-Ebene ins Auge gefassten sogenannten Strukturreformen im Bankensektor wurde in Deutschland kürzlich ein Gesetz verabschiedet, das bei größeren Banken die Abtrennung des Eigenhandels und bestimmter Geschäfte mit Hedgefonds und anderen alternativen Investmentfonds in eine eigenständige Tochtergesellschaft vorsieht. Die Anforderungen sind jedoch weniger weitreichend als die von der Liikanen-Gruppe vorgeschlagenen Maßnahmen, die von den Banken auch eine Abtrennung der Aktivitäten zum Market Making verlangen. Derzeit steht noch nicht fest, in welchem Umfang die Kommission den Vorschlägen der Liikanen-Gruppe folgen wird. Außerdem hat eine intensive Diskussion über die mögliche Einführung einer verpflichtenden Verschuldungsquote begonnen. Während durch die CRD 4 in Europa einem Vorschlag des Baseler Ausschusses folgend, eine Verschuldungsquote als Instrument der Säule 2 eingeführt wird, haben die Behörden in den USA kürzlich eine strengere Variante der bereits existierenden, verpflichtenden Schuldenquote vorgeschlagen.