01 – Wesentliche Rechnungs­legungs­grundsätze und -einschätzungen

Grundlage der Darstellung

Die Deutsche Bank Aktiengesellschaft („Deutsche Bank“ oder „Muttergesellschaft“) ist eine Aktiengesellschaft nach deutschem Recht. Zusammen mit den Gesellschaften, bei denen die Deutsche Bank über beherrschenden Einfluss verfügt, bietet die Deutsche Bank (der „Konzern“) weltweit das gesamte Spektrum von Produkten und Dienstleistungen im Corporate & Investment Banking, Privatkundengeschäft und Asset Management an.

Der beigefügte Konzernabschluss wird in Euro, der Berichtswährung des Konzerns, erstellt. Alle Angaben wurden auf die nächste Million gerundet. Der Konzernabschluss steht im Einklang mit den International Financial Reporting Standards („IFRS“), wie sie vom International Accounting Standards Board („IASB“) veröffentlicht und durch die Europäische Union („EU“) in europäisches Recht übernommen wurden. Die Anwendung der IFRS führt zu keinen Unterschieden zwischen den von der EU übernommenen IFRS und den vom IASB veröffentlichten IFRS.

Einige im Lagebericht enthaltene IFRS-Anhangangaben sind ein wesentlicher Bestandteil des Konzernabschlusses. Diese Angaben beinhalten die im Abschnitt „Überblick über die Geschäftsentwicklung“ des Lageberichts ausgewiesenen Segmentergebnisse und Angaben zu Ertragskomponenten auf Unternehmensebene gemäß IFRS 8, „Operating Segments“. Zusätzlich enthält der Risikobericht Angaben nach IFRS 7, „Financial Instruments: Disclosures“, zu Art und Umfang von Risiken aus Finanzinstrumenten, Angaben zum Kapital gemäß IAS 1, „Presentation of Financial Statements“, und Angaben nach IFRS 4, „Insurance Contracts“, bezüglich Versicherungsverträgen. Diese geprüften Teile sind im Lagebericht durch seitliche Klammern gekennzeichnet.

Wesentliche Änderungen in den Einschätzungen und Angaben

„Funding Valuation Adjustment“ (FVA)

Im vierten Quartal 2013 hat der Konzern die Einführung einer Bewertungsmethodik zur Berücksichtigung von marktimplizierten Refinanzierungskosten für nicht besicherte derivative Positionen abgeschlossen (üblicherweise als „Funding Valuation Adjustment“ bezeichnet). Die Einführung des Funding Valuation Adjustment ist eine Antwort auf zunehmende Belege dafür, dass die Fristigkeit der Finanzierung einen wichtigen Bestandteil des beizulegenden Zeitwerts für nicht besicherte Derivate darstellt. Der daraus resultierende Verlust von 366 Mio € wurde in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung im vierten Quartal 2013 erfasst.

Zinserträge und -aufwendungen aus Forderungen und Verbindlichkeiten aus Wertpapierleihen und Provisionsüberschuss aus dem Beratungsgeschäft

Um zuvor aufgetretene Fehler zu korrigieren, passte der Konzern im vierten Quartal 2013 für das am 31. Dezember 2012 abgelaufene Geschäftsjahr Vergleichsangaben für bestimmte Positionen in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung wie folgt an. Diese Anpassung hatte keine Auswirkungen auf den Zinsüberschuss, die Erträge, den Jahresüberschuss oder das den Deutsche Bank-Aktionären zurechenbare Eigenkapital.

 

2012

in Mio €

Bestand wie ausgewiesen

Forderungen aus Wertpapierleihen/Verbindlichkeiten aus Wertpapier­leihen

Provisionsüber- schuss aus dem Beratungsgeschäft

Bestand berichtigt

Zinsen und ähnliche Erträge

32.315

–722

0

31.593

Zinsaufwendungen

–16.341

722

0

–15.619

Provisionsüberschuss

11.383

0

426

11.809

Ergebnis aus zum beizulegenden Zeitwert bewerteten finanziellen Vermögenswerten/Verpflichtungen

6.034

0

–426

5.608

Zinserträge und -aufwendungen aus Forderungen und Verbindlichkeiten aus Wertpapierleihen – Rückwirkende Anpassungen zur Neudarstellung von Zinserträgen und -aufwendungen sind durchgeführt worden, um gezahlte und erhaltene Provisionen für Forderungen und Verbindlichkeiten aus Wertpapierleihegeschäften präziser darzustellen. Die Anpassung führte zu einer Verminderung des Zinsertrags und -aufwands, hatte aber keine Auswirkungen auf den Zinsüberschuss, den Jahresüberschuss oder das den Deutsche Bank-Aktionären zurechenbare Eigenkapital.

Provisionsüberschuss aus dem Beratungsgeschäft – Rückwirkende Anpassungen zur Umklassifizierung von Provisionen des Beratungsgeschäfts aus dem Ergebnis aus zum beizulegenden Zeitwert bewerteten finanziellen Vermögenswerten/Verpflichtungen in den Provisionsüberschuss sind durchgeführt worden. Im Einklang mit den Rechnungslegungsgrundsätzen des Konzerns spiegelt diese Umklassifizierung besser die Art der Provisionsüberschüsse als leistungsbasierte Aktivität wider. Die Umklassifizierung hatte keine Auswirkungen auf die Erträge, den Jahresüberschuss oder das den Deutsche Bank-Aktionären zurechenbare Eigenkapital.

Wesentliche Rechnungslegungseinschätzungen

Die Erstellung des Jahresabschlusses gemäß IFRS verlangt vom Management, Beurteilungen und Annahmen hinsichtlich bestimmter Kategorien von Vermögenswerten und Verbindlichkeiten zu treffen. Diese Beurteilungen und Annahmen beeinflussen den Ausweis von Aktiva und Passiva, von Eventualforderungen und -verbindlichkeiten am Bilanzstichtag sowie von Erträgen und Aufwendungen der Berichtsperiode. Die tatsächlichen Ergebnisse können von den Einschätzungen des Managements abweichen. Die vom Konzern angewandten wesentlichen Rechnungslegungsgrundsätze sind im Abschnitt „Wesentliche Rechnungslegungsgrundsätze“ beschrieben.

Einige der vom Konzern angewandten Rechnungslegungsgrundsätze setzen wesentliche Einschätzungen voraus, die auf komplexen und subjektiven Beurteilungen sowie Annahmen beruhen und die sich auf Fragestellungen beziehen können, die Unsicherheiten aufweisen und für Änderungen anfällig sind. Solche wesentlichen Einschätzungen können sich von Zeit zu Zeit ändern und können sich erheblich auf die Finanzlage sowie ihre Veränderung auswirken beziehungsweise das Geschäftsergebnis beeinflussen. Als wesentliche Einschätzungen gelten auch solche, die das Management in der aktuellen Berichtsperiode bei sachgerechter Ermessensausübung anders hätte treffen können. Der Konzern hat die nachstehend aufgeführten Rechnungslegungsgrundsätze, deren Anwendung in erheblichem Umfang auf Einschätzungen basiert, als wesentlich identifiziert:

Wesentliche Rechnungslegungsgrundsätze

Im Folgenden werden die wesentlichen vom Konzern angewandten Rechnungslegungsgrundsätze beschrieben. Diese Grundsätze wurden in den Geschäftsjahren 2012, 2013 und 2014 mit Ausnahme der zuvor beschriebenen Änderungen konsistent angewandt.


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