Bericht des Aufsichtsrats

Das Wachstum der Weltwirtschaft blieb im Jahr 2014 weiter relativ schwach und lag nur leicht über der Wachstumsrate des Vorjahrs. Die wirtschaftliche Dynamik hatte im ersten Quartal 2014 ihren Hochpunkt erreicht und schwächte sich im weiteren Jahresverlauf ab. Gestützt wurde die Weltkonjunktur durch die Geldpolitik der großen Zentralbanken, die weiterhin extrem expansiv ausgerichtet war. Dämpfend auf das Wachstum wirkte jedoch der Abbau der privaten Verschuldung, insbesondere in der Eurozone. Das Wachstum der deutschen Wirtschaft legte im Jahr 2014 gegenüber dem Vorjahr etwas zu. Die deutsche Konjunktur profitierte von der soliden Entwicklung des Konsums aufgrund eines Beschäftigungsrekords und solider, realer Einkommenszuwächse.

In diesem wirtschaftlichen Umfeld haben wir den Vorstand bei der Leitung des Unternehmens beraten und seine Geschäftsführung überwacht. Eingehend behandelten wir im Berichtsjahr die wirtschaftliche und finanzielle Entwicklung der Bank, ihr Umfeld, das Risikomanagementsystem, die Planung und das interne Kontrollsystem. Wie bereits in den Vorjahren befassten wir uns im Jahr 2014 mit zahlreichen gesetzlichen und regulatorischen Neuerungen, insbesondere den neuen Anforderungen an den Aufsichtsrat aus § 25d KWG, die sich in Teilen unmittelbar auf unsere Arbeit ausgewirkt haben. Fragen zur strategischen Weiterentwicklung der Bank und deren Umsetzung erörterten wir ausführlich mit dem Vorstand im Rahmen eines zweitägigen Workshops. Der Vorstand unterrichtete uns regelmäßig, zeitnah und umfassend über die Geschäftspolitik und andere grundsätzliche Fragen der Unternehmensführung und -planung, die finanzielle Entwicklung, die Ertragslage sowie das Risiko-, Liquiditäts- und Kapitalmanagement der Bank sowie über wesentliche Rechtsstreitigkeiten und Geschäfte sowie Ereignisse, die für die Bank von erheblicher Bedeutung waren. Bei Entscheidungen von grundlegender Bedeutung waren wir eingebunden. Wichtige Themen und anstehende Entscheidungen wurden zudem in regelmäßigen Gesprächen zwischen den Co-Vorsitzenden des Vorstands und dem Vorsitzenden des Aufsichtsrats erörtert. Die Vorsitzenden der Ausschüsse des Aufsichtsrats führten regelmäßige Besprechungen und inhaltliche Abstimmungen durch, um die Zusammenarbeit im Aufsichtsratsgremium insgesamt zu stärken. Zwischen den Sitzungen wurden wir über wichtige Vorgänge schriftlich informiert. Beschlüsse wurden, soweit zwischen den Sitzungen erforderlich, im Umlaufverfahren herbeigeführt.

Sitzungen des Aufsichtsrats

Im Geschäftsjahr 2014 fanden sechs Sitzungen des Aufsichtsrats statt.

In der ersten Sitzung des Jahres am 28. Januar 2014 erörterten wir die geschäftliche Entwicklung der Bank im vierten Quartal 2013 und im Geschäftsjahr 2013 sowie den Plan-Ist-Vergleich. Den Dividendenvorschlag für das Jahr 2013 sowie die Unternehmensplanung für die Jahre 2014 bis 2016 nahmen wir zustimmend zur Kenntnis. Wir erhielten vom Vorstand Sachstandsberichte zu wesentlichen Rechtsstreitigkeiten der Bank und die Bank betreffende regulatorische Untersuchungen, zu den Fortschritten hinsichtlich der Umsetzung des Operational Excellence Programms und des Kulturwandels, zum Programm zur Stärkung der Kontrollfunktionen sowie zum Vergütungssystem der Bank unter Berücksichtigung der gesetzlichen Anforderungen. Wir beschlossen auf Empfehlung des Präsidial- und des Prüfungsausschusses, dass die Herren Cryan, Dr. Achleitner und Prof. Trützschler im Geschäftsbericht als Finanzexperten und die Herren Dr. Achleitner und Prof. Kagermann als Vergütungsexperten des Vergütungskontrollausschusses gemäß § 25d Absatz 12 KWG benannt werden. Zudem stellten wir fest, dass sämtliche Mitglieder des Prüfungsausschusses unabhängig im Sinne der US-amerikanischen Vorschriften sind und dass nach unserer Einschätzung dem Aufsichtsrat eine ausreichende Anzahl unabhängiger Mitglieder angehört. Nach Überprüfung der Angemessenheit des Vergütungssystems für den Vorstand legten wir unter Berücksichtigung der Empfehlungen des Vergütungskontrollausschusses und unter Einbindung des neuen Vergütungskontrollbeauftragten der Bank und externer, unabhängiger Vergütungsberater die Höhe der variablen Vergütung für die Vorstandsmitglieder für das Geschäftsjahr 2013 fest. Ferner passten wir die Geschäftsordnung des seit 1. Januar 2014 gesetzlich vorgeschriebenen Vergütungskontrollausschusses an.

In der Sitzung am 18. März 2014 billigten wir auf Empfehlung des Prüfungsausschusses und nach Erörterung mit dem Abschlussprüfer den Konzern- und Jahresabschluss 2013. Mit dem Vorstand erörterten wir den Sachstandsbericht zu wesentlichen Rechtsstreitigkeiten und regulatorischen Untersuchungen, den Fortschrittsbericht zur Stärkung der Kontrollfunktionen, den Personalbericht sowie den Vergütungsbericht 2013, welchen wir zustimmend zur Kenntnis nahmen. Weiterhin erhielten wir Berichte zum Risikomanagement innerhalb des Konzerns, zum Unternehmensbereich Group Technology & Operations sowie zum Status der von den Aufsichtsbehörden geforderten Sanierungspläne und -indikatoren. Auf Vorschlag des Vergütungskontrollausschusses beschlossen wir Anpassungen zur Vorstandsvergütung gemäß gesetzlicher und regulatorischer Vorgaben und legten hierbei die Gesamtvergütung der einzelnen Vorstandsmitglieder fest. Zudem beschlossen wir nach intensiver Erörterung das Vergütungssystem für den Vorstand einschließlich der wesentlichen Vertragselemente. Auf Vorschlag des Integritätsausschusses beschlossen wir, einige herausgehobene Sachverhalte, die Gegenstand von Rechtsstreitigkeiten oder aufsichtsbehördlichen Untersuchungen sind, aufgrund der gesteigerten Überwachungsverantwortung des Aufsichtsrats zukünftig intensiver als bisher zu begleiten. Zudem stimmten wir grundsätzlich der Ausgabe von „Additional Tier-1“-Kapital auf Grundlage der durch die Hauptversammlung vom 31. Mai 2012 gewährten Ermächtigung zu und delegierten die Beschlusszuständigkeit an den Präsidialausschuss.

In der Sitzung am Tag vor der ordentlichen Hauptversammlung erörterten wir deren Ablauf und die angekündigten Gegenanträge. Soweit erforderlich, wurden hierzu Beschlüsse gefasst.

In der Sitzung am 29. Juli 2014, die wir in London abhielten, haben wir uns eingehend mit den dortigen Geschäftsaktivitäten der Bank befasst. Mit dem Vorstand erörterten wir ferner die geschäftliche Entwicklung der Bank im ersten Halbjahr 2014 einschließlich der Unternehmensplanung und der von der Bank im Juni 2014 abgeschlossenen Kapitalerhöhung und erhielten einen weiteren Sachstandsbericht zu wesentlichen Rechtsstreitigkeiten und regulatorischen Untersuchungen sowie zur Stärkung der Kontrollfunktionen. Auf Vorschlag des Präsidial- und des Nominierungsausschusses wählten wir Frau Parent als Nachfolgerin von Frau Labarge zum Mitglied des Risikoausschusses und verlängerten die Vorstandsbestellungen der Herren Dr. Leithner, Lewis und Ritchotte jeweils bis Ablauf des 31. Mai 2020. Auf Vorschlag des Vergütungskontrollausschusses fassten wir Beschlüsse zur Aussetzung der Auszahlung von zurückbehaltenen variablen Vergütungsbestandteilen gegenwärtiger und ehemaliger Vorstandsmitglieder sowie hinsichtlich der Auswirkungen der Kapitalerhöhung auf nicht zugeteilte Aktienansprüche des Vorstands. Zudem beschlossen wir zwei weitere Sachverhalte der Bank, die Gegenstand von Rechtsstreitigkeiten oder aufsichtsbehördlichen Untersuchungen sind, in die am 18. März 2014 vom Aufsichtsrat beschlossene intensive Begleitung zu nehmen. Schließlich fassten wir auf Vorschlag des Präsidial- und des Integritätsausschusses Beschlüsse zu Schadenersatzansprüchen im Zusammenhang mit den Kirch-Prozessen und stimmten auf Empfehlung des Prüfungsausschusses der Erteilung des Prüfungsauftrags an die KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, die auf der Hauptversammlung am 22. Mai 2014 zum Abschlussprüfer und Konzernabschlussprüfer für das Geschäftsjahr 2014 gewählt wurde, zu.

In einer außerordentlichen Sitzung am 28. Oktober 2014 beschlossen wir auf Vorschlag des Präsidial- und des Nominierungsausschusses die Bestellung von zwei neuen Vorstandsmitgliedern im Einklang mit laufenden strategischen, regulatorischen und rechtlichen Prioritäten der Bank. Herr Christian Sewing ab 1. Januar 2015 und Herr Dr. Marcus Schenck wurden mit Wirkung ab Beendigung der Hauptversammlung am 21. Mai 2015 jeweils für drei Jahre zu Vorstandsmitgliedern bestellt.

In der letzten Sitzung des Jahres am 29. Oktober 2014 wurden wir vom Vorstand über die geschäftliche Entwicklung im dritten Quartal 2014 und zu den Entwicklungen im regulatorischen- und Wettbewerbsumfeld unterrichtet und erörterten Sachstandsberichte zu wesentlichen Rechtsstreitigkeiten und regulatorischen Untersuchungen, zum Programm zur Stärkung der Kontrollfunktionen, zum Projekt „House of Governance“ zur Stärkung der Geschäftsorganisation der Bank sowie zur Struktur der D&O-Versicherung der Bank. Wir erörterten Fortschrittsberichte zum Kulturwandel, zu den Ergebnissen des Bilanztests (AQR) der Europäischen Zentralbank und Maßnahmen zur Weiterentwicklung der IT-Infrastruktur der Bank. Der Aufsichtsrat befasste sich außerdem mit strafrechtlichen Aspekten und Regressüberlegungen im Zusammenhang mit den Kirch-Verfahren. Außerdem beschlossen wir Anpassungen in den Geschäftsordnungen des Vorstands und des Aufsichtsrats und gaben die turnusgemäße Entsprechenserklärung nach § 161 Aktiengesetz ab. Darüber hinaus legten wir auf Empfehlung des Prüfungsausschusses die Höhe der Vergütung des Abschlussprüfers fest.

Ausschüsse des Aufsichtsrats

Im Geschäftsjahr 2014 fanden dreizehn Sitzungen des Präsidialausschusses statt. Zwischen den Sitzungen besprach der Vorsitzende des Präsidialausschusses mit den Ausschussmitgliedern regelmäßig Themen von besonderer Bedeutung. Der Ausschuss befasste sich mit den Verlängerungen der Vorstandsbestellungen der Herren Dr. Leithner, Ritchotte und Lewis sowie mit den Bestellungen der Herren Sewing und Dr. Schenck unter Berücksichtigung der Empfehlungen des Nominierungsausschusses. Erforderliche Anpassungen in der Geschäftsordnung und im Geschäftsverteilungsplan für den Vorstand sowie in den Geschäftsordnungen des Aufsichtsrats und seiner Ausschüsse wurden erörtert. Der Ausschuss erörterte außerdem Kapitalmaßnahmen und fasste nach Delegation durch den Aufsichtsrat entsprechende Beschlüsse. Soweit erforderlich, wurden Beschlüsse gefasst oder dem Aufsichtsrat Empfehlungen zur Beschlussfassung gegeben. Der Übernahme von Mandaten von aktuellen und ehemaligen Vorstandsmitgliedern bei anderen Unternehmen, Einrichtungen und Institutionen im Interesse der Bank stimmte der Präsidialausschuss zu.

Der Risikoausschuss behandelte in sieben regulären Sitzungen insbesondere Kredit-, Liquiditäts-, Refinanzierungs-, Länder-, Markt- und operationelle Risiken sowie die Entwicklung der Rechtsrisiken. Die Schwerpunkte im Geschäftsjahr 2014 lagen auf der Überwachung der Angemessenheit der Kapitalausstattung der Bank, insbesondere mit Blick auf die umfassende Bilanzprüfung inklusive Stresstest durch die EZB, der Weiterentwicklung unseres Modells zur Messung der operationellen Risiken, den Initiativen zur Behebung identifizierter Schwachstellen unserer Kontrollen, der Analyse möglicher Auswirkungen der Entwicklungen in Russland und der Ukraine auf unser Portfolio und unseren Geschäftsbetrieb sowie der Weiterentwicklung der von den Aufsichtsbehörden geforderten Sanierungs- und Abwicklungspläne („Living Wills") inklusive Analyse eines Krisenszenarios. Eingehend erörtert wurden zudem die strategische Risiko- und Kapitalplanung, die Auswirkungen des vorherrschenden Zinsumfelds, Fragen der IT-Sicherheit, verschiedene Fokusportfolios, darunter gewerbliche Immobilienfinanzierung, Leveraged Finance und Pensions- und Versicherungsmärkte, sowie die regelmäßigen Branchenportfolioberichte entsprechend des vom Risikoausschuss festgelegten Plans einschließlich der jeweiligen Strategie und Profitabilität. Neben der Refinanzierungs- und Liquiditätslage der Bank waren auch die Entwicklung und weitere Aspekte der Risikovorsorge Gegenstand der Sitzungen. Regelmäßig wurde der Risikoausschuss über die Entwicklungen wesentlicher Rechtsstreitigkeiten und aufsichtsrechtlichen Untersuchungen sowie aller Prüfungsfeststellungen informiert. Unabhängig von den Sitzungsterminen erhielt der Risikoausschuss monatlich Informationen über die Entwicklung des Risiko- und Kapitalprofils einschließlich der Konditionengestaltung entsprechend der Gesamtrisikobereitschaft und -strategie und überwachte deren entsprechende Umsetzung. Diskutiert wurden außerdem Weiterentwicklungen weiterer Risikomodelle und deren Überwachung. Der Risikoausschuss prüfte, teils in gemeinsamen Sitzungen mit dem Vergütungskontrollausschuss, zudem das Vergütungssystem, insbesondere im Hinblick auf die Frage, ob die gesetzten Anreize die Risiko-, Kapital- und Liquiditätsstruktur der Bank sowie die Wahrscheinlichkeit und Fälligkeit von Einnahmen berücksichtigen. Die nach Gesetz und Satzung vorlagepflichtigen Engagements der Bank wurden diskutiert und, sofern erforderlich, genehmigt.

Im Geschäftsjahr 2014 fanden zehn Sitzungen des Prüfungsausschusses statt. Vertreter des Abschlussprüfers nahmen an allen Sitzungen teil. Gegenstand der Sitzungen waren die Vorprüfung des Jahres- und des Konzernabschlusses 2013, die Zwischenberichte sowie der Bericht 20-F für die US-amerikanische Securities and Exchange Commission (SEC). Der Ausschuss befasste sich mit dem Vorschlag zur Wahl des Abschlussprüfers für das Geschäftsjahr 2014 und überprüfte dessen Unabhängigkeit nach den Anforderungen des Deutschen Corporate Governance Kodex sowie den Vorschriften des US-amerikanischen Public Company Accounting Oversight Board (PCAOB), unterbreitete dem Aufsichtsrat eine Empfehlung zur Erteilung des Prüfungsauftrags und zur Höhe der Vergütung des Abschlussprüfers. Der Prüfungsausschuss ist wie in den Vorjahren davon überzeugt, dass beim Abschlussprüfer keine Interessenkonflikte vorliegen. Der Prüfungsausschuss legte für 2014 drei eigene Prüfungsschwerpunkte fest. In Unterstützung des Aufsichtsrats hat der Prüfungsausschuss sich von der Wirksamkeit des Risikomanagementsystems, insbesondere des internen Kontrollsystems und der Internen Revision überzeugt und den Rechnungslegungsprozess sowie die Abschlussprüfung überwacht. Soweit erforderlich wurden Beschlüsse gefasst oder dem Aufsichtsrat Empfehlungen zur Beschlussfassung gegeben. Die Ergebnisse des Balance Sheet Assessments & Asset Quality Reviews der Europäischen Zentralbank wurden dem Prüfungsausschuss vom Vorstand vor ihrer Veröffentlichung vorgestellt und mit diesem diskutiert. Regelmäßig wurde dem Prüfungsausschuss über die Beauftragung von Wirtschaftsprüfungsgesell¬schaften einschließlich des Abschlussprüfers mit prüfungsfremden Dienstleistungen, über die Arbeit der Internen Revision und Fragen der Compliance, über Rechts- und Reputationsrisiken sowie über Sonderprüfungen und wesentliche Beanstandungen von Aufsichtsbehörden berichtet. Der Jahresplan der Internen Revision wurde zustimmend zur Kenntnis genommen. Fundierte Beschwerden in Bezug auf das Rechnungswesen, die internen Prüfverfahren zur Rechnungslegung und zu Fragen der Abschlussprüfung sind dem Prüfungsausschuss nicht zugegangen. Außerdem befasste er sich regelmäßig mit der Abarbeitung von Prüfungsfeststellungen des Abschlussprüfers zum Jahres- und Konzernabschluss 2013, Maßnahmen zur Bereinigung der weiteren Feststellungen sowie den Anforderungen an die Überwachungsaufgaben gemäß § 107 Abs. 3 AktG, den prüfungsvorbereitenden Maßnahmen zum Jahresabschluss und den festgelegten Prüfungsschwerpunkten.

Der Integritätsausschuss behandelte in fünfzehn Sitzungen insbesondere Themen zur Unternehmenskultur sowie zur präventiven Beobachtung und strategischen Analyse von Rechts- und Reputationsrisiken. Gegenstand der Sitzungen waren insbesondere aktuelle Rechtstreitigkeiten und regula¬torischen Untersuchungen mit Schwerpunkt auf den Verfahren, hinsichtlich derer der Aufsichtsrat im März und Juli 2014 eine enge Verfahrensbegleitung beschlossen hatte. Weitere Themenschwerpunkte in den Sitzungen waren interne Untersuchungen der Bank, die Überwachung der Umsetzung des Kulturwandels sowie die Erörterung der Aufgabenaufteilung und Zusammenarbeit zwischen dem Prüfungs-, dem Risiko- und dem Integritätsausschuss. Der Ausschuss befasste sich insbesondere auch mit dem Vergleich in Sachen Kirch und den weiteren Folgen aus den verschiedenen Verfahren im Zusammenhang mit Kirch. Weitere Themen waren die Nutzung von Social Media, das „Three Lines of Defence“ Programm der Bank zur weiteren Stärkung der Kontrollstrukturen sowie das Projekt „House of Governance“ zur Stärkung der Geschäftsorganisation der Bank.

Im Geschäftsjahr 2014 fanden 7 Sitzungen des Vergütungskontrollausschusses statt. Der Ausschuss befasste sich insbesondere mit den Erfordernissen hinsichtlich Vergütungsaspekten aufgrund der Umsetzung der europäischen Regeln zu Kapitalanforderungen (CRD IV), den nationalen Umsetzungsvorgaben durch das CRD IV-Umsetzungsgesetz sowie den neuen Anforderungen des Kreditwesengesetzes (KWG) und der Institutsvergütungsverordnung (InstVV). Er hat die angemessene Ausgestaltung der Vergütungssysteme des Vorstands und der Mitarbeiter, insbesondere der Leiter der Risikocontrolling-Funktion und der Compliance-Funktion sowie der Mitarbeiter mit wesentlichem Einfluss auf das Gesamtrisikoprofil überwacht und den Aufsichtsrat bei der Überwachung der angemessenen Ausgestaltung der Vergütungssysteme für die Mitarbeiter unterstützt. Der Ausschuss bereitete Vorschläge des Aufsichtsrats unter besonderer Berücksichtigung der Risiken und des Risikomanagements der Bank für die Vergütung des Vorstands vor und unterstützte den Aufsichtsrat bei der Überwachung der ordnungsgemäßen Einbeziehung interner Kontroll- und aller sonstigen maßgeblichen Bereiche bei der Ausgestaltung der Vergütungssysteme. Der Ausschuss befasste sich regelmäßig mit der Ermittlung und Verteilung des Gesamtbetrags der variablen Vergütung für die Mitarbeiter der Bank, auch vor dem Aspekt der Risikotragfähigkeit, und erörterte die Abarbeitung von Revisionsfeststellungen zum Vergütungssystem der Bank, die Weiterentwicklung der Vergütungs-Governance-Struktur sowie Beschlussempfehlungen an den Aufsichtsrat hinsichtlich der vom ihm der Hauptversammlung am 22. Mai 2014 zur Zustimmung vorgeschlagenen Heraufsetzung der Grenze für die variable Vergütungskomponente für Mitarbeiter und für Organmitglieder von Tochtergesellschaften sowie für Vorstandsmitglieder.

Der Nominierungsausschuss tagte im Jahr 2014 fünfmal und behandelte dabei Nachfolge- und Besetzungsfragen im Aufsichtsrat und Vorstand. Soweit erforderlich, wurden hierzu Beschlüsse über Empfehlungen zur Beschlussfassung durch den Aufsichtsrat gefasst. Der Nominierungsausschuss hat sich darüber hinaus intensiv, unter Einbindung eines externen, unabhängigen Beraters, mit der Bewertung des Aufsichtsrats und der Geschäftsleitung aufgrund der seit 1. Januar 2014 bestehenden neuen Aufgaben des Nominierungsausschusses im Sinne vom § 25d Abs. 11 KWG auseinandergesetzt.

Sitzungen des nach den Vorschriften des Mitbestimmungsgesetzes gebildeten Vermittlungsausschusses waren im Jahr 2014 nicht erforderlich.

Die Vorsitzenden der Ausschüsse berichteten dem Aufsichtsrat regelmäßig über die Arbeit der Ausschüsse.

Die Mitglieder des Aufsichtsrats nahmen im Jahr 2014 wie folgt an den Sitzungen des Aufsichtsrats und der Ausschüsse teil:

 

Sitzungen (inkl. Ausschüsse)

Sitzungs-
teilnahme

in %

 

 

Sitzungen (inkl. Ausschüsse)

Sitzungs-
teilnahme

in %

Achleitner

63

63

100

 

Löscher

21

18

85,71

Bsirske

31

29

93,54

 

Mark

16

14

87,50

Cryan

23

23

100

 

Parent

6

6

100

Dublon

13

13

100

 

Platscher

16

16

100

Garrett-Cox

6

6

100

 

Rose

16

15

93,75

Heider

21

21

100

 

Stockem

13

11

84,62

Herling

31

31

100

 

Szukalski

6

6

100

Irrgang

21

21

100

 

Teyssen

11

10

90,91

Kagermann

31

31

100

 

Thoma

21

21

100

Klee

21

20

95,24

 

Trützschler

15

14

93,33

Labarge

6

6

100

 

 

 

 

 

Corporate Governance

Der Aufsichtsrat sowie die seit 1. Januar 2014 gesetzlich vorgeschriebenen Prüfungs-, Risiko-, Nominierungs- und Vergütungskontrollausschüsse befassten sich im letzten Jahr mit der Umsetzung der neuen Governance Anforderungen aus §§ 25c und 25d KWG. Im Mittelpunkt standen dabei insbesondere die neuen Aufgaben dieser Aufsichtsratsausschüsse.

Der Nominierungsausschuss und der Aufsichtsrat erörterten zudem in mehreren Sitzungen die Durchführung der Effizienzprüfung von Vorstand und Aufsichtsrat, die nach § 25d KWG gegenüber den bisherigen Effizienzprüfungen nach dem Deutschen Corporate Governance Kodex (DCGK) inhaltlich erweitert wurde. Die Ergebnisse wurden am 28. Januar 2015 im Plenum besprochen. Wir sind der Auffassung, dass die Arbeitsweise des Aufsichtsrats und des Vorstands effizient erfolgt und ein hoher Standard erreicht wurde. Die Prüfung ergab jedoch auch einzelne Ansatzpunkte für Verbesserungen, welche wir bereits teilweise im Jahr 2014 realisieren konnten.

Wir befassten uns außerdem mehrmals mit den Regelungen hinsichtlich der Anforderungen an die Zusammensetzung des Aufsichtsrats, die Qualifikation seiner Mitglieder, verpflichtenden Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen sowie der Höchstgrenze für Mandate.

Die Entsprechenserklärung nach § 161 AktG, die Aufsichtsrat und Vorstand zuletzt am 29. Oktober 2013 abgegeben hatten, wurde in der Aufsichtsratssitzung am 29. Oktober 2014 erneuert. Vorstand und Aufsichtsrat erklärten, dass seitens der Deutsche Bank AG den Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex in den Fassungen vom 13. Mai 2013 und 24. Juni 2014 mit den dort aufgeführten Ausnahmen entsprochen wurde und wird. Der Wortlaut der Entsprechenserklärung 2014 vom 29. Oktober 2014 sowie eine zusammenfassende Darstellung der Corporate Governance der Bank sind im Finanzbericht 2014 im Kapitel Erklärung zur Unternehmensführung/Corporate-Governance-Bericht und auf der Homepage der Bank im Internet veröffentlicht. Dort finden sich auch die Geschäftsordnungen des Aufsichtsrats und seiner Ausschüsse sowie die des Vorstands in der jeweils aktuellen Fassung.

Aus- und Fortbildungsmaßnahmen

Mitglieder des Aufsichtsrats nahmen die für ihre Aufgaben erforderlichen Aus- und Fortbildungsmaßnahmen eigenverantwortlich wahr. Sie wurden dabei von der Deutschen Bank angemessen unterstützt. Für die Mitglieder des Aufsichtsrats fand im Oktober 2014 ein internes eintägiges Seminar zu den Themen Vergütung und Risikomanagement statt. Zusätzlich wurden die Mitglieder des Aufsichtsrats laufend über neue Entwicklungen auf dem Gebiet der Corporate Governance informiert.

Für die Mitglieder des Prüfungsausschusses fand im Dezember 2014 eine interne Schulungsveranstaltung statt. Es wurden aktuelle Themen in der Rechnungslegung und mögliche Auswirkungen auf den Jahresabschluss und regulatorische Entwicklungen sowie Entwicklungen hinsichtlich der Anpassung von Prüfungsstandards und Auswirkungen auf die Abschlussprüfung erörtert.

Interessenkonflikte und deren Behandlung

Interessenkonflikte einzelner Aufsichtsratsmitglieder hat es im Berichtsjahr nicht gegeben.

Rechtsstreitigkeiten und regulatorische Untersuchungen

Wir haben uns im Jahr 2014 wie in den Vorjahren regelmäßig über wesentliche Rechtsstreitigkeiten und Untersuchungen der Aufsichtsbehörden informiert und berieten jeweils über die weitere, angemessene Vorgehensweise. Wie oben bereits erwähnt, hat der Aufsichtsrat im März und Juli 2014 beschlossen, einige herausgehobene Sachverhalte, die Gegenstand von Rechtstreitigkeiten oder aufsichtsrechtlichen Untersuchungen sind, aufgrund der gesteigerten Überwachungsverantwortung des Aufsichtsrats intensiver als bislang zu begleiten.

Dabei waren auch die gegebenenfalls aus dem im Februar 2014 geschlossenen Vergleich über 925 Mio. € mit den Erben von Dr. Kirch zu ziehenden Konsequenzen (Geltendmachung von Regressansprüchen gegen Dr. Breuer, Inanspruchnahme der D&O-Versicherung) Gegenstand der Beratung, unter anderem im Integritätsausschuss. Darüber hinaus ließen wir uns fortlaufend im Aufsichtsrat sowie – mit unterschiedlichen Schwerpunkten – im Integritäts-, Prüfungs- und Risikoausschuss über den aktuellen Stand der Rechtsstreitigkeiten und regulatorischen Untersuchungen unterrichten.

Jahresabschluss

Die Buchführung, der Jahresabschluss mit Lagebericht für das Jahr 2014 sowie der Konzernabschluss mit Erläuterungen (Anhangangaben) und der Konzernlagebericht für das Jahr 2014 sind von der KPMG Aktiengesellschaft Wirtschaftsprüfungsgesellschaft geprüft worden. Diese wurde durch die ordentliche Hauptversammlung am 22. Mai 2014 als Abschlussprüfer und Konzernabschlussprüfer gewählt. Die Prüfungen haben zu einem jeweils uneingeschränkten Bestätigungsvermerk geführt. Der Prüfungsausschuss hat die Unterlagen zum Jahres- und Konzernabschluss in der Sitzung am 19. März erörtert und KPMG hat über den Stand der Prüfungshandlungen berichtet. Der Vorsitzende des Prüfungsausschusses hat uns hierüber in der heutigen Sitzung des Aufsichtsrats berichtet. Auf Empfehlung des Prüfungsausschusses, der sich in seiner Sitzung am 19. März 2015 mit dem Jahresabschluss mit Lagebericht für das Jahr 2014 sowie dem Konzernabschluss mit Erläuterungen (Anhangangaben) und dem Konzernlagebericht für das Jahr 2014 befasst hat, haben wir in der Bilanzsitzung am 20. März 2015 dem Ergebnis der Prüfungen nach Einsicht der Jahres- und Konzernabschlussunterlagen sowie eingehender Erörterung mit dem Abschlussprüfer zugestimmt und festgestellt, dass auch nach dem abschließenden Ergebnis unserer Prüfungen Einwendungen nicht zu erheben sind.

Den vom Vorstand aufgestellten Jahresabschluss sowie den Konzernabschluss haben wir heute gebilligt, der Jahresabschluss ist damit festgestellt. Dem Vorschlag des Vorstands für die Gewinnverwendung schließen wir uns an.

Personalia

Im Vorstand gab es in 2014 keine personellen Veränderungen. Seit 1. Januar 2015 ist Herr Sewing Mitglied des Vorstands und zuständig für die Bereiche Legal, Interne Revision und Incident Management. Mit Ablauf der Hauptversammlung am 21. Mai 2015 wird Herr Dr. Schenck als weiteres Vorstandsmitglied das Finanzressort übernehmen.

Im Aufsichtsrat gab es in 2014 folgende Veränderungen:

Frau Labarge ist am 30. Juni 2014 aus dem Aufsichtsrat ausgeschieden. Für sie wurde Frau Parent gerichtlich zum 1. Juli 2014 bestellt. Wir danken Frau Labarge für ihr großes Engagement und für die konstruktive Begleitung des Unternehmens während der vergangenen Jahre.

Frankfurt am Main, den 20.03.2015

Für den Aufsichtsrat

Dr. Paul Achleitner
Vorsitzender