Standardansatz

Wir wenden für eine Teilmenge unserer Kreditrisikopositionen den Standardansatz an. Der Standardansatz misst das Kreditrisiko entweder gemäß festgelegten Risikogewichten, die aufsichtsrechtlich definiert sind, oder durch die Anwendung externer Bonitätseinstufungen.

In Übereinstimmung mit Artikel 150 CRR ordnen wir bestimmte Risikopositionen dauerhaft dem Standardansatz zu. Hierbei handelt es sich in erster Linie um Risikopositionen, deren Erfüllung von der Bundesrepublik Deutschland oder anderen öffentlichen Stellen in Deutschland sowie Zentralregierungen anderer Mitgliedsstaaten der Europäischen Union, soweit sie die erforderlichen Voraussetzungen erfüllen, geschuldet werden. Diese Risikopositionen machen mehr als die Hälfte der Risikopositionen im Standardansatz aus und erhalten überwiegend ein Risikogewicht von 0 %. Für interne Zwecke werden sie jedoch im Rahmen einer internen Kreditbewertung angemessen erfasst und in die Prozesse für die Risikosteuerung und das Ökonomische Kapital integriert.

Bei bestimmten Risikopositionen für Investmentanteile wenden wir die „Durchschaulösung“ an, wonach Investmentanteile in ihre zugrunde liegenden Risikopositionen zerlegt werden. Gemäß Artikel 152 CRR werden diese Risikopositionen, die hauptsächlich aus Vermögenswerten leistungsdefinierter Pensionsfonds bestehen, dem Standardansatz zugeordnet.

In Übereinstimmung mit Artikel 150 CRR und § 10 SolvV ordnen wir weitere, grundsätzlich dem IRBA zuordenbare Engagements dauerhaft dem Standardansatz zu. Diese Teilmenge umfasst einige kleinere Portfolios, die im Rahmen einer Einzelbetrachtung als immateriell für die Einbeziehung in den IRBA erachtet werden.

Andere Positionen von geringer Größe sind vorübergehend dem Standardansatz zugeordnet, und wir planen, diese stufenweise in den IRBA zu überführen. Die Priorisierung und der dazugehörende Umsetzungsplan wurden für diese Positionen mit der BaFin, der Deutschen Bundesbank und der EZB diskutiert und vereinbart.

Bei Beteiligungspositionen, die bereits vor dem 1. Januar 2008 eingegangen wurden, machen wir von der Übergangsregelung Gebrauch, diese Positionen von der Anwendung des IRBA auszunehmen, und legen in Einklang mit dem Standardansatz ein Risikogewicht von 100 % zugrunde.

Um die aufsichtsrechtlichen Eigenkapitalanforderungen nach dem Standardansatz zu berechnen, verwenden wir entsprechende externe Bonitätseinstufungen von Standard & Poor’s, Moody’s und Fitch Ratings und in einigen Fällen auch von DBRS. DBRS-Bonitätseinstufungen wurden in 2009 neu in den Standardansatz für eine kleine Anzahl an Engagements eingebracht. Bonitätseinstufungen werden für alle relevanten Risikopositionsklassen im Standardansatz angewandt. Steht für eine spezifische Risikoposition mehr als eine Bonitätseinstufung zur Verfügung, erfolgt die Risikogewichtung im Rahmen der Kapitalberechnung unter Berücksichtigung der in Artikel 138 CRR aufgeführten Auswahlkriterien. Darüber hinaus leiten wir vor dem Hintergrund der geringen durch den Standardansatz abgedeckten Volumina und des hohen Anteils von darin durch externe Bonitätseinstufungen abgedeckten Engagements gegenüber Zentralstaaten keine Bonitätseinstufungen von Kreditnehmern von Emittenten-Bonitätseinstufungen ab.

Die nachfolgende Tabelle zeigt unsere Risikopositionswerte im Standardansatz nach Risikogewichtung. Die Werte werden vor und nach der Anwendung von Kreditrisikominderungstechniken wie anrechenbaren finanziellen Sicherheiten sowie Garantien und Kreditderivaten gezeigt. Die Tabelle enthält nicht die Risikopositionen zu Verbriefungen im regulatorischen Anlagebuch und die Investmentanteile der Postbank, die dem Standardansatz zugeordnet werden. Letztere werden in der Tabelle „EAD für Investmentanteile der Postbank nach Risikogewichtung“ im Anschluss gezeigt.

Risikopositionswerte im Standardansatz nach Risikogewicht

 

31.12.2014

31.12.2013

in Mio €

Vor Kreditrisiko-
minderung

Nach Kreditrisiko-
minderung

Vor Kreditrisiko-
minderung

Nach Kreditrisiko-
minderung

0 %

83.870

84.907

78.483

80.150

2 %

31.773

31.654

0

0

4 %

0

0

0

0

10 %

22

22

34

34

20 %

1.131

1.197

1.661

1.656

35 %

3.699

3.698

11.606

11.601

50 %

12.020

12.056

5.914

5.960

70 %

2.992

2.992

0

0

75 %

8.612

7.250

15.043

12.300

100 %

20.388

15.152

27.050

17.861

150 %

3.062

2.926

889

880

Risikopositionswerte im Standardansatz insgesamt

167.568

161.854

140.680

130.441

Der Anstieg des EAD in der Berichtsperiode ist hauptsächlich auf die Umsetzung des CRR/CRD 4-Rahmenwerks zurückzuführen. Risikopositionswerte aus Handelsgeschäften mit zentralen Gegenparteien werden jetzt mit 2 % Risikogewicht angesetzt. Zum Anstieg tragen außerdem die Risikopositionswerte der leistungsorientierten Pensionspläne bei, die in 2014 mit einer Rate von 20 % berücksichtigt wurden.

Die nachstehende Tabelle zeigt die Risikopositionen für Investmentanteile der Postbank im Standardansatz nach Risikogewichtung. Sie enthält Wertpapiere in Form von Investmentanteilen, die auf Basis der Durchschaulösung dem Standardansatz zugeordnet wurden, sowie die Risikopositionswerte für Investmentanteile, deren Risikogewicht von Dritten berechnet und im Standardansatz nach Risikogewichtung gezeigt werden. Kreditrisikominderungstechniken wurden nicht angewandt.

Risikopositionswerte für Investmentanteile der Postbank nach Risikogewichtung

in Mio €

31.12.2014

31.12.2013

Anleihen innerhalb von Investmentanteilen

 

 

0 %

0

1.058

5 %

1.569

0

11 %

0

0

22 %

2

26

55 %

0

274

110 %

0

327

200 %

44

45

300 %

0

0

Risikopositionswert für Anleihen von Investmentanteilen

1.615

1.730

Investmentanteile mit Risikogewichtsanlieferung

 

 

< 22 %

0

0

> 22 % < 110 %

215

182

> 110 %

8

8

Risikopositionswert für Investmentanteile mit Risikogewichtsanlieferung

223

190

Risikopositionswert für Investmentanteile im Standardansatz insgesamt

1.838

1.920


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