Aufsichtsrechtliche Eigenkapitalanforderungen

Gemäß CRR/CRD 4 müssen die gesamten Eigenkapitalanforderungen berechnet und in Relation zu dem oben beschriebenen aufsichtsrechtlichen Eigenkapital gebracht werden. Die gesamten Eigenkapitalanforderungen werden häufig in Risikoaktiva angegeben, wobei die Kapitalanforderungen 8 % der Risikoaktiva betragen. Die folgenden Informationen basieren auf dem aufsichtsrechtlichen Konsolidierungskreis.

Seit dem 1. Januar 2014 basiert die Berechnung unseres regulatorischen Eigenkapitals, unserer risikogewichteten Aktiva und unserer Kapitalquoten auf dem CRR/CRD 4-Rahmenwerk, das am 27. Juni 2013 veröffentlicht worden ist.

Dieses Rahmenwerk hat in erster Linie die folgenden zusätzlichen Anforderungen in Bezug auf die RWA eingeführt:

  • Credit Valuation Adjustment (CVA): Für Transaktionen mit außerbörslich gehandelten Derivaten entstehen zusätzliche regulatorische Kapitalanforderungen. Damit wird die Volatilität von erwarteten Verlusten der Kreditrisikopositionen gegenüber Geschäftspartnern abgedeckt. Die Deutsche Bank berechnet den Großteil der CVA-RWA mittels Value-at-Risk basierend auf dem fortgeschrittenen Ansatz unter Anwendung eines internen Modells, welches von der BaFin genehmigt ist.
  • Änderungen im Adressenausfallrisiko: Für die Ermittlung des Adressenausfallrisikos von Kreditrisikopositionen nutzen wir die Interne-Modell-Methode, für die sich diverse Änderungen ergeben. So werden unter anderem die Nutzung einer aktuellen und einer gestressten Kalibrierung und die Verlängerung der Nachschuss-Risikoperiode, welche in der Berechnung der Interne-Modell-Methode genutzt wird, eingeführt.
  • Zentrale Gegenpartei (ZGP): Positionen gegenüber einer zentralen Gegenpartei, welche unter Basel 2.5 noch mit 0 % Risikogewicht berücksichtigt wurden, müssen nun mit Eigenkapital unterlegt werden. Bei den Positionen handelt es sich einerseits um Handelsgeschäfte und andererseits um Risikopositionsbeträge für Beiträge zum Ausfallfonds einer ZGP. Handelsgeschäfte resultieren aus Derivaten und Wertpapierfinanzierungsgeschäften. Generell wird der regulatorische Risikobeitrag nach der Internen-Modell-Methode ermittelt. Für Positionen, für welche eine Simulation nicht erstellt werden kann, wird der Betrag nach der Marktbewertungsmethode ermittelt. Ein Risikogewicht von 2 % wird für Positionen aus Handelsgeschäften mit einer qualifizierten ZGP verwendet. Beiträge zum Ausfallfonds entstehen aus der gemeinschaftlichen Nachschussverpflichtung der Clearing-Mitglieder im Fall von Ausfällen, welche dann Verluste absorbieren, die über Sicherheitsmargins und das Eigenkapital der zentralen Gegenparteien nicht gedeckt werden können. Die Risikogewichte für die Risikopositionsbeträge für den Ausfallfonds variieren zwischen 2 % und 1.500 % in Abhängigkeit der hypothetischen Kapitalanforderungen der ZGP verglichen mit den finanziellen Ressourcen, dargestellt durch vorfinanzierte Beiträge zum Ausfallfonds und dem Eigenkapital der ZGP.
  • Risikopositionen gegenüber Unternehmen der Finanzbranche: Für Risikopositionen im fortgeschrittenen IRBA, die im Zusammenhang mit Unternehmen der Finanzbranche nach Art. 142 (1) CRR stehen, steigt der Korrelationskoeffizient um 25 % bei der RWA-Berechnung.
  • Verbriefungspositionen: Risikopositionen im regulatorischen Anlage- und Handelsbuch, welche unter Basel 2.5 jeweils direkt hälftig vom Tier-1- und Tier-2-Kapital abgezogen wurden, werden stattdessen bei der Berechnung der risikogewichteten Aktiva mit einem Risikogewicht von 1.250 % berücksichtigt.
  • Wesentliche Beteiligungen und latente Steueransprüche: Wesentliche Beteiligungen in Tier-1-Kernkapital-Instrumenten von Unternehmen der Finanzbranche und von der künftigen Rentabilität abhängige latente Steueransprüche, die aus temporären Differenzen resultieren, und unter die Schwellenwertregelung nach Artikel 48 CRR fallen, erhalten ein Risikogewicht von 250 %.

Vor diesem Hintergrund berechnen wir unsere risikogewichteten Aktiva auf Basis der folgenden Ansätze:

Die BaFin genehmigte die Anwendung des fortgeschrittenen IRBA für den Großteil unserer Adressenausfallrisikopositionen im Dezember 2007, worin die Risikopositionen der Postbank nicht enthalten waren. Zusätzliche, auf den fortgeschrittenen IRBA bezogene Genehmigungen der BaFin wurden in den Jahren 2008 bis 2014 eingeholt. Der fortgeschrittene IRBA stellt den anspruchsvollsten Ansatz innerhalb der Baseler Rahmenvereinbarung dar. Die Postbank hat Genehmigungen der BaFin für die Anwendung des fortgeschrittenen IRBA für das Mengengeschäft und bestimmte Positionen in den Risikopositionsklassen Institute und Unternehmen. Die Postbank wendet den IRB-Basis-Ansatz für einen Großteil der übrigen Adressenausfallrisikopositionen an.

Die verbleibenden, grundsätzlich für den IRBA geeigneten Risikopositionen werden im Standardansatz abgedeckt. Dies erfolgt entweder vorübergehend, wenn wir die aufsichtsrechtliche Genehmigung anstreben, oder dauerhaft, wenn Risikopositionen gemäß Artikel 150 CRR im Standardansatz behandelt werden. Weitere Einzelheiten zu diesem Thema finden sich im Kapitel „Adressenausfallrisiko: Aufsichtsrechtliche Bewertung“.

Die Kapitalanforderung für Verbriefungspositionen wird fast ausschließlich unter Anwendung des IRBA berechnet, nur ein kleiner Anteil unserer Risikopositionen wird im Standardansatz erfasst. Mehr Details zur Erfassung der Verbriefungspositionen befinden sich im Kapitel „Verbriefungen“.

Bei Beteiligungspositionen, die vor dem 1. Januar 2008 eingegangen wurden, machen wir von der Übergangsregelung Gebrauch, diese Positionen von der Anwendung des IRBA auszunehmen, und wenden die Grandfathering-Regel zur Anwendung einer Risikogewichtung von 100 % im Rahmen der Übergangsregelung an. Für Beteiligungspositionen, die seit dem 1. Januar 2008 gebildet wurden, wenden wir den einfachen Risikogewichtungsansatz innerhalb des IRBA an. Mehr Informationen zu Beteiligungspositionen befinden sich in den Abschnitten „Marktrisiko aus Nichthandelsaktivitäten – Investitionsrisiken“ und „Marktrisiko aus Nichthandelsaktivitäten – Gehaltene Beteiligungen“.

Die kreditrisikobezogene Bewertungsanpassung (CVA) wurde im Basel 3-Rahmenwerk eingeführt und durch die EU mit der Capital Requirements Directive (EU 575/2013) umgesetzt. Die CVA ist eine zusätzliche regulatorische Kapitalanforderung mit dem Ziel, die Volatilität von erwarteten Verlusten aus derivativen Geschäften zu absorbieren. Die Berechnung erfolgt für derivative Risikopositionen auf Basis des Kontrahenten. Von den Risikopositionen und dem Credit-Spread des Kontrahenten werden Credit-Spread-Sensitivitäten abgeleitet und darauf ein Value-at-Risk-Modell angewendet. Dabei werden jegliche geeignete Sicherungsgeschäfte mit berücksichtigt.

Die Deutsche Bank hat von der BaFin die Genehmigung erhalten, die Kapitalanforderungen für die kreditrisikobezogene Bewertungsanpassung nach dem fortgeschrittenen Ansatz zu verwenden. Das bedeutet, dass Risikopositionen aus Derivaten mit Hilfe einer zugelassenen Internen-Modell-Methode (IMM) berechnet werden, welche ebenfalls bei der Berechnung der risikogewichteten Aktiva für das Adressenausfallrisiko Anwendung findet. Aufrechnung und Sicherheiten werden je nach Zulässigkeit berücksichtigt.

Die Sensitivitäten der kreditrisikobezogenen Bewertungsanpassungen, welche mit der aufsichtsrechtlich vorgeschriebenen Formel in Bezug auf die Sensitivität berechnet wurden, fließen in das bestehende zugelassene Value-at-Risk-Modell aus dem Marktrisiko ein. Wo Credit-Spreads für einen Kontrahenten nicht am Markt verfügbar sind, wird ein vergleichbarer Referenz-Credit-Spread verwendet, der gemäß Wasserfall-Methode ermittelt wird. Das Value-at-Risk-Modell, das für CVA angewandt wird, ist das gleiche, welches auch für die Ermittlung des Marktrisiko-Value-at-Risk im Handelsbuch verwendet wird. Jede Kontrahenten-CVA-Sensitivität und die zulässigen CDS-Sicherungsgeschäfte werden einem Risikofaktor, basierend auf den Eigenschaften von Kontrahent oder Sicherungsgeschäft, zugeordnet. Dies erfolgt in gleicher Art und Weise wie bei einer Unternehmensanleihe oder bei einem CDS im Handelsbuch, wo der Risikofaktor für den Marktrisiko-Value-at-Risk zugeordnet wird.

Die Kapitalanforderungen aus kreditrisikobezogenen Bewertungsanpassungen gelten für außerbörslich gehandelte Derivate mit Ausnahme für jene Kontrahenten, für die eine Ausnahmeregelung gemäß CRR besteht. In 2014 hat die Deutsche Bank die von der EBA vorgegebene Referenzmethode für Value-at-Risk umgesetzt. Diese wird seither für die Berechnung des Value-at-Risk im Handelsbuch und für kreditrisikobezogene Bewertungsanpassungen (CVA) verwendet.

Die Berechnung der aufsichtsrechtlichen Eigenkapitalanforderungen zur Unterlegung des Marktrisikos basiert grundsätzlich auf einem internen Value-at-Risk-Modell, für welches wir die Genehmigung der BaFin im Oktober 1998 erhalten haben. Im Dezember 2011 haben wir von der BaFin die aufsichtsrechtliche Genehmigung für unsere Modelle zur Bestimmung der Risikomessgrößen Stress-Value-at-Risk, Inkrementeller Risikoaufschlag (Incremental Risk Charge, auch „IRC“) und Umfassender Risikoansatz (Comprehensive Risk Measure, auch „CRM“) erhalten. Die Berechnung des aufsichtsrechtlichen Kapitals für das spezifische Zinsänderungsrisiko für Verbriefungen und nth-to-default-Kreditderivate im Handelsbuch erfolgt mithilfe des Marktrisiko-Standardansatzes. Weitere Marktrisikopositionen im Standardansatz beinhalten zum Beispiel Positionen in Bezug auf die Postbank, auf das Langlebigkeitsrisiko und bestimmte Arten von Investmentfonds. Mehr Details zu den vorgenannten internen Modellen werden im Kapitel „Marktrisiko aus Handelsaktivitäten“ dargestellt.

Im Dezember 2007 erteilte uns die BaFin die Genehmigung, den AMA für unsere operationellen Eigenmittelanforderungen anzuwenden. Die aufsichtsrechtliche Genehmigung, die Postbank bei der Kalkulation unseres aufsichtsrechtlichen Kapitals zu integrieren, erhielten wir am 15. Mai 2013, was sich in unseren Eigenmittelanforderungen seit dem zweiten Quartal 2013 widerspiegelt.