Bilanzmanagement

Wir steuern unsere Bilanz auf Konzernebene und gegebenenfalls in den einzelnen Regionen lokal. Wir weisen unsere Finanzressourcen bevorzugt den Geschäftsportfolios zu, die sich am positivsten auf unsere Rentabilität und unseren Shareholder Value auswirken. Wir überwachen und analysieren die Bilanzentwicklung und beobachten bestimmte marktrelevante Bilanzkennzahlen. Diese dienen als Basis für Diskussionen und Managemententscheidungen des Capital and Risk Committee. Mit der Veröffentlichung des CRR/CRD 4-Rahmenwerks am 27. Juni 2013 haben wir die Berechnung unserer Verschuldungsquote an dieses Rahmenwerk angepasst.

Verschuldungsquote gemäß dem überarbeiteten CRR/CRD 4-Rahmenwerk auf Basis einer Vollumsetzung (nicht testiert)

Im Rahmen der CRR/CRD 4 wurde eine nicht risikobasierte Verschuldungsquote eingeführt, die neben den risikobasierten Kapitalanforderungen als zusätzliche Kennzahl genutzt werden soll. Ziel ist es, die Zunahme der Verschuldung in der Bankenbranche zu begrenzen, das Risiko eines destabilisierenden Schuldenaufbaus, der dem Finanzsystem und der Wirtschaft schaden kann, zu mindern und die risikobasierten Anforderungen durch einen einfachen, nicht risikobasierten Sicherheitsmechanismus zu ergänzen.

Am 10. Oktober 2014 hat die Europäische Kommission einen delegierten Rechtsakt verabschiedet, der am 17. Januar 2015 im Amtsblatt der Europäischen Union veröffentlicht wurde. Dieser delegierte Rechtsakt führte zu wesentlichen Änderungen in der Berechnung des Risikomaßes für die Verschuldungsquote in einem überarbeiteten CRR/CRD 4-Rahmenwerk:

  • Geschriebene Kreditderivate: Der effektive Nominalwert für geschriebene Kreditderivate, das heißt der Nominalwert reduziert um alle negativen Änderungen des beizulegenden Zeitwert, die im Tier-1-Kapital eingeflossen sind, ist nun in das Risikomaß der Verschuldungsquote integriert. Das sich daraus ergebende Risikomaß kann um den effektiven Nominalwert eines gekauften Kreditderivats auf den gleichen Referenznamen reduziert werden, sofern bestimmte Bedingungen erfüllt sind.
  • Aufrechnung variabler Nachschusszahlungen: Von Kontrahenten in bar erhaltene variable Nachschusszahlungen können nun vom aktuellen Wiederbeschaffungskosten resultierenden Risikomaß abgezogen werden und an Kontrahenten gezahlte variable Nachschusszahlungen können nun vom Risikomaß, das sich aus Forderungen, die als Vermögenswerte bilanziert wurden, abgezogen werden, sofern bestimmte Bedingungen erfüllt sind.
  • Wertpapierfinanzierungsgeschäfte: Erlaubnis zur Aufrechnung von Brutto-Forderungen aus Wertpapierfinanzierungstransaktionen mit Verbindlichkeiten aus Wertpapierfinanzierungstransaktionen, wenn bestimmte Bedingungen erfüllt sind. Zusätzlich wird neben den Brutto-Forderungen auch ein Aufschlag für die Netto-Forderungen aus Wertpapierfinanzierungstransaktionen in das Risikomaß aufgenommen. Beim Übergang vom aufsichtsrechtlichen Ansatz für Volatilitätsanpassungen (Supervisory Volatility Adjustments Approach) zu den Netto-Forderungen werden die Abschläge aus dem Risikomaß entfernt.
  • Außerbilanzielle Risikopositionen: Berücksichtigung der Gewichtungsfaktoren (Credit Conversion Factors) aus dem Standardansatz für das Kreditrisiko von 0 %, 20 %, 50 % oder 100 % je nach Risikokategorie, mit einer Untergrenze von 10 %.
  • Aufsichtsrechtlichen Anpassungen: Änderungen bei aufsichtsrechtlichen Anpassungen in Bezug auf Investitionen in Unternehmen der Finanzbranche, die nicht vom aufsichtsrechtlichen Eigenkapital abgezogen werden.

Um die Offenlegung der Verschuldungsquote und deren Komponenten mit den Anforderungen basierend auf dem Basel-Komitee-Rahmenwerk und Offenlegungspflichten für die Basel 3 Verschuldungsquote in Einklang zu bringen, hat die European Banking Authority (EBA) gemäß Artikel 451 (2) CRR das Mandat erhalten, Entwürfe technischer Durchführungsstandards (ITS) zu entwickeln. Die vor diesem Hintergrund am 5. Juni 2014 veröffentlichten ITS-Entwürfe enthalten einheitliche Vorlagen zur Offenlegung der Verschuldungsquote und deren Komponenten. Wie zuvor beschrieben wurde durch die Europäische Kommission ein delegierter Rechtsakt verabschiedet und wir erwarten, dass die ITS-Entwürfe zur Offenlegung der Verschuldungsquote entsprechend verändert werden. Da finale ITS-Entwürfe noch nicht veröffentlicht wurden, haben wir zwischenzeitlich die Vorlagen entsprechend dem delegierten Rechtsakt angepasst.

Die folgenden Tabellen zeigen das Risikomaß der Verschuldungsquote auf Basis der überarbeiteten CRR/CRD 4-Regeln:

Überleitung der Bilanzsumme nach IFRS zum Risikomaß der Verschuldungsquote

in Mrd €
(sofern nicht anders angegeben)

31.12.2014

Bilanzsumme gemäß dem veröffentlichten Konzernabschluss

1.709

Anpassungen für Unternehmen, die für Zwecke der Rechnungslegung konsolidiert werden, aber nicht in den Anwendungsbereich der aufsichtsrechtlichen Konsolidierung fallen

–28

Anpassungen bei derivativen Finanzinstrumenten

–276

Anpassungen bei Wertpapierfinanzierungsgeschäften

16

Anpassungen bei außerbilanziellen Positionen (z.B. Umrechnung der Kreditäquivalenzbeträge von außerbilanzielle Risikopositionen)

127

Andere Anpassungen

–103

Risikomaß der Verschuldungsquote

1.445

Veröffentlichung der Schuldenquote

in Mrd €
(sofern nicht anders angegeben)

31.12.2014

Risikomaß aus Derivaten:

 

Wiederbeschaffungswert im Zusammenhang mit Derivatetransaktionen nach Aufrechnung von in bar erhaltenen variablen Nachschusszahlungen

72

Aufschlag auf Wiederbeschaffungswerte im Zusammenhang mit Derivatetransaktionen

221

Nominalwert geschriebener Kreditderivate

65

Summe Risikomaß aus Derivaten

358

 

 

Risikomaß aus Wertpapierfinanzierungsgeschäften:

 

Wertpapierfinanzierungsgeschäfte (brutto)

138

Aufschlag auf Wertpapierfinanzierungsgeschäfte für Kontrahentenrisiko

14

Summe Risikomaß aus Wertpapierfinanzierungsgeschäften

152

 

 

Risikomaß aus außerbilanziellen Positionen:

 

Mit 10 %-Gewichtungsfaktor

4

Mit 20 %-Gewichtungsfaktor

10

Mit 50 %-Gewichtungsfaktor

69

Mit 100 %-Gewichtungsfaktor

44

Summe Risikomaß aus außerbilanziellen Positionen

127

 

 

Sonstige Aktiva

827

 

 

Aktiva, die bei der Bestimmung des Tier-1-Kapitals auf Basis einer Vollumsetzung abgezogen werden

–19

 

 

Kapital und Summe Risikomaß:

 

Tier-1-Kapital auf Basis einer Vollumsetzung

50,7

Summe Risikomaß

1.445

Verschuldungsquote auf Basis einer Vollumsetzung in Bezug auf das Tier-1-Kapital (in %)

3,5

Aufriss der Risikomaße der Bilanzpositionen (ohne Derivate und Wertpapierfinanzierungsgeschäfte)

in Mrd €
(sofern nicht anders angegeben)

31.12.2014

Bilanzielles Risikomaß (ohne Derivate und Wertpapierfinanzierungsgeschäfte)

827

davon:

 

Risikomaß des Handelsbuchs

245

Risikomaß des Anlagebuchs

582

davon:

 

Gedeckte Schuldverschreibungen

5

Staaten

147

Risikomaß gegenüber Regionalregierungen, multilateralen Entwicklungsbanken, internationalen Organisationen und Unternehmen öffentlichen Rechts, die nicht bereits in der Kategorie unter Staaten berücksichtigt wurden

2

Institute

19

Durch Immobilien besichert

159

Mengengeschäft

35

Unternehmen

170

Ausgefallene Positionen

11

Sonstige (z.B. Beteiligungspositionen, Verbriefungen und sonstige kreditunabhängige Aktiva) nach Aufrechnung von in bar gezahlten variablen Nachschusszahlungen

33

Beschreibung des Prozesses zur Steuerung des Risikos von übermäßiger Verschuldung (nicht testiert)

Wie bereits in Abschnitt „Grundsätze des Risikomanagements“ dieses Berichts beschrieben, hat das Capital and Risk Committee (CaR) das Mandat, die integrierte Planung zu beaufsichtigen und zu kontrollieren. Darüber hinaus überwacht das CaR unser Risikoprofil und unsere Kapitalkapazität. Wir steuern aktiv unsere Limite, um

  • das Verschuldungsmaß zu allokieren,
  • die Geschäftsbereiche bei der Erreichung ihrer strategischen Pläne zu unterstützen,
  • eine solide Grundlage für das Erreichen der Ziel-Verschuldungsquote zu liefern,
  • den Geschäftsbereichen einen Anreiz zu geben, angemessene Margenentscheidungen auf der Basis eines konzernweiten Benchmark zu treffen, und
  • die Risiko-Disziplin aufrechtzuerhalten.

Im Falle von Limitüberschreitungen werden die jeweiligen Divisionen mit einer Gebühr belastet. Die Gebühren für Limitüberschreitungen werden entsprechend dem konzernweiten Regelwerk zur Limitsetzung für die Verschuldungsquote berechnet.

Beschreibung der Einflussfaktoren, die die Verschuldungsquote in 2014 beeinflusst haben (nicht testiert)

Zum 31. Dezember 2014 betrug unsere CRR/CRD 4-Verschuldungsquote gemäß den überarbeiteten Regeln auf Basis einer Vollumsetzung, eine nicht nach IFRS ermittelte finanzielle Messgröße, 3,5 % verglichen mit unserer Pro-forma-CRR/CRD 4-Verschuldungsquote von 2,4 % (ohne Berücksichtigung der vor kurzem erfolgten Überarbeitung der Regeln für die Verschuldungsquote) am 31. Dezember 2013, unter Berücksichtigung des Tier-1-Kapitals auf Basis einer Vollumsetzung in Höhe von 50,7 Mrd € im Verhältnis zum anzuwendenden Risikomaß in Höhe von 1.445 Mrd € (34,0 Mrd € sowie 1.445 Mrd € per 31. Dezember 2013).

Im Verlauf des Jahres 2014 konnte durch die aktive Steuerung unseres Risikomaßes eine Verringerung des Risikomaßes der Verschuldungsquote um 177 Mrd € erreicht werden. Dieser Rückgang wurde um Währungseffekte und Regeländerungen des CRR/CRD 4-Rahmenwerks, die wir in der zweiten Jahreshälfte 2014 angewendet haben, wieder aufgehoben.

In den ersten sechs Monaten des Jahres haben wir unser Risikomaß der Verschuldungsquote auf Basis der alten Regeln um 7 Mrd € reduziert, bereinigt um gegenläufige Währungseffekte in Höhe von 10 Mrd €. Die Reduzierung wurde hauptsächlich bei Derivaten und Wertpapierfinanzierungsgeschäften (31 Mrd €) sowie dem Risikoabbau bei unserer NCOU (24 Mrd €) erreicht. Demgegenüber stand die Erhöhung von 44 Mrd € aus übrigen Aktiva, der Barreserve und Einlagen bei Kreditinstituten sowie Forderungen aus dem Kreditgeschäft.

Mit der Einführung der überarbeiteten CRR/CRD 4-Regeln in der zweiten Jahreshälfte erhöhte sich das Risikomaß der Verschuldungsquote um 85 Mrd € bedingt durch die erwähnten substanziellen Änderungen bei den Berechnungsregeln und durch Währungseffekte in Höhe von 83 Mrd €, die hauptsächlich durch die Abwertung des Euro gegenüber dem US-Dollar hervorgerufen wurden.

Diese Effekte wurden durch eine Verringerung des Risikomaßes der Verschuldungsquote um 170 Mrd € kompensiert, vorwiegend aus Reduzierungen in unserem Derivateportfolio und Wertpapierfinanzierungsgeschäften um 98 Mrd €, Handelsaktiva um 27 Mrd €, außerbilanziellen und anderen Positionen um 25 Mrd € sowie einem Risikoabbau in Höhe von 20 Mrd € in unserer NCOU, was die Ernsthaftigkeit unserer Anstrengungen zur Risikominderung bestätigt.

Für die zentralen Treiber der Tier-1-Kapital-Entwicklung verweisen wir auf den Abschnitt „Liquiditäts- und Kapitalmanagement“ dieses Berichts.


Kennzahlenvergleich

Vergleichen Sie Kennzahlen der letzten Jahre. mehr