Einführung

Veröffentlichungen gemäß IFRS 7 und IAS 1 sowie IFRS 4

Der nachstehende Risikobericht enthält qualitative und quantitative Angaben zu Kredit-, Markt-, und sonstigen Risiken auf Basis des „International Financial Reporting Standard 7 (IFRS 7) Financial Instruments: Disclosures“, Veröffentlichungen zum Kapital entsprechend dem „International Accounting Standard 1 (IAS 1) Presentation of Financial Statements“ sowie qualitative und quantitative Angaben zu Versicherungsrisiken auf Basis des „International Financial Reporting Standard 4 (IFRS 4) Insurance contracts“. Diese Informationen, die zum Konzernabschluss gehören und über Referenzierungen in diesen einbezogen werden, sind in diesem Risikobericht durch eine seitliche Klammer markiert.

Veröffentlichungen gemäß Säule 3 des Kapitalregelwerks nach Basel 3

Der nachfolgende Risikobericht enthält die Veröffentlichungen zur Säule 3 des globalen aufsichtsrechtlichen Regelwerks für Kapital und Liquidität des Baseler Ausschusses für Bankenaufsicht, auch bezeichnet als Basel 3 (früher Basel 2 und Basel 2.5). Dies wird in den Offenlegungspflichten gemäß Teil 8 der „Verordnung (EU) Nr. 575/2013 über Aufsichtsanforderungen an Kreditinstitute und Wertpapierfirmen“ (Capital Requirements Regulation oder „CRR“) und der „Richtlinie 2013/36/EU über den Zugang zur Tätigkeit von Kreditinstituten und die Beaufsichtigung von Kreditinstituten und Wertpapierfirmen“ (Capital Requirements Directive 4, Eigenkapitalrichtlinie 4, oder „CRD 4“) umgesetzt. Deutschland setzte die CRD 4-Anforderungen in nationales Recht in § 26a Kreditwesengesetz (KWG) um. Die Regulierung erfordert kein Testat der Säule-3-Offenlegung. Dementsprechend sind die Säule-3-Offenlegungen als nicht testiert gekennzeichnet.

In diesem Risikobericht bezieht sich der Begriff „Basel 2.5“ auf die Eigenkapitalrichtlinien 2 und 3, so wie sie in deutsches Recht umgesetzt wurden und bis zum 31. Dezember 2013 Gültigkeit hatten. Aus diesem Grund wenden wir den Begriff „Basel 2.5“ an, wenn wir auf diese Regelungen Bezug nehmen. Seit dem 1. Januar 2014 erfolgt die Berechnung unseres aufsichtsrechtlichen Eigenkapitals, unserer risikogewichteten Aktiva und unserer Kapitalquoten auf Basis der Eigenkapitalanforderungen gemäß der CRR und CRD 4, die bestimmten Übergangsregelungen unterliegen. Insofern verwenden wir bei der Darstellung der Ergebnisse unter Berücksichtigung der Übergangsregeln die Bezeichnung „CRR/CRD 4“, sofern nicht anders angegeben. Bei der Darstellung der Ergebnisse auf Basis einer vollständigen Anwendung des finalen Rahmenwerks (und damit ohne Berücksichtigung der anwendbaren Übergangsregeln) verwenden wir die Bezeichnung „CRR/CRD 4-Vollumsetzung“.

Wir haben das Basel 3-Kapitalregelwerk für die Mehrheit unserer Engagements auf Basis eigener interner Modelle zur Messung des Kreditrisikos, des Marktrisikos und des operationellen Risikos umgesetzt, die von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht („BaFin“) genehmigt wurden. Alle Säule-3-relevanten Veröffentlichungen basieren auf intern definierten Prinzipien und darauf bezogenen Prozessen, welche in unserer entsprechenden Risiko-Veröffentlichungsrichtlinie festgeschrieben sind.

Die folgende Tabelle erleichtert das Auffinden der wichtigsten Säule-3-bezogenen Offenlegungsthemen in diesem Risikobericht.

Wichtigste Säule-3-Offenlegung in unserem Finanzbericht

Säule-3-Offenlegungsthemen

Im Finanzbericht zu finden unter

Einleitung und Anwendungsbereich der Offenlegungspflichten

„Einleitung“, „Anwendungsbereich der aufsichtsrechtlichen Konsolidierung“, „Zusätzliche Offenlegungspflichten für bedeutende Tochterunternehmen“

Risikomanagementziele und -politik

„Risikomanagement: Überblick“, „Grundsätze des Risikomanagements“, „Risikobewertung und Berichterstattung“, „Risikoinventur“, „Bilanzmanagement“, „Kapitalmanagement“ und „Gesamtrisikoposition“

Eigenmittel, Eigenmittelanforderungen und Kapitalpuffer

„Regulatorisches Kapital“, „Kapitalmanagement“, „Gesamtrisikoposition“ und Offenlegung zusätzlicher Informationen auf unserer Homepage

Gegenparteiausfallrisiko, Kreditrisikoanpassungen, Anwendung des IRB-Ansatzes auf Kreditrisiken und Verwendung von Kreditrisikominderungstechniken

„Kreditrisiko“, „Qualität von Vermögenswerten“, „Risikobewertung und Berichterstattung“, „Adressenausfallrisiko: Aufsichtsrechtliche Bewertung“, „Gesamtrisikoposition“ und Anhangangabe 1 „Wesentliche Rechnungslegungsgrundsätze und -einschätzungen“

Unbelastete Vermögenswerte

„Liquiditätsrisiko“

Inanspruchnahme von externen Ratingagenturen (ECAI)

„Adressenausfallrisiko: Aufsichtsrechtliche Bewertung“

Risiko aus Verbriefungspositionen

„Verbriefung“, Anhangangabe 1 „Wesentliche Rechnungslegungsgrundsätze und -einschätzungen“ und Anhangangabe 14 „Zum beizulegenden Zeitwert bewertete Finanzinstrumente“

Risiko aus nicht im Handelsbuch enthaltenen Beteiligungspositionen

„Gehaltene Beteiligungen“, „Regulatorisches Kapital“, Anhangangabe 17 „Nach der Equitymethode bilanzierte Beteiligungen“ und Anhangangabe 46 „Anteilsbesitz“

Marktrisiko, Zinsrisiko aus nicht im Handelsbuch enthaltenen Positionen und Verwendung interner Modelle für das Marktrisiko

„Marktrisiko aus Handelsaktivitäten“, „Marktrisiko aus Nichthandelsaktivitäten“, „Rechnungslegung und Bewertung von Beteiligungspositionen“, „Regulatorisches Kapital“ und Anhangangabe 1 „Wesentliche Rechnungslegungsgrundsätze und -einschätzungen – Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts“

Operationelles Risiko und Verwendung fortgeschrittener Messansätze für operationelle Risiken

„Operationelles Risiko“ und „Regulatorisches Kapital“

Liquiditätsrisiko

„Liquiditätsrisiko“

Verschuldung

„Risikomanagement: Überblick“, „Grundsätze des Risikomanagements“ und „Bilanzmanagement“

Indikatoren der globalen Systemrelevanz

Offengelegt auf unserer Homepage

Offenlegung gemäß den Prinzipien und Empfehlungen der Enhanced Disclosure Task Force (EDTF)

In 2012 wurde die „Enhanced Disclosure Task Force“ („EDTF“) als eine privatwirtschaftliche Initiative unter der Schirmherrschaft des Financial Stability Board mit dem primären Ziel gegründet, die grundlegenden Prinzipien für verbesserte Offenlegung von Risiken sowie Empfehlungen für die Verbesserung bereits existierender Offenlegungen von Risiken zu entwickeln. Als ein Mitglied der EDTF haben wir die Offenlegungsvorschläge in diesem Risikobericht berücksichtigt.

Basel 3 und CRR/CRD 4

In der Europäischen Union wurde das neue Basel 3-Kapitalrahmenwerk durch die am 27. Juni 2013 veröffentlichte „Verordnung (EU) Nr. 575/2013 über Aufsichtsanforderungen an Kreditinstitute und Wertpapierfirmen“ (Capital Requirements Regulation, „CRR“) und die am 27. Juni 2013 veröffentlichte „Richtlinie 2013/36/EU über den Zugang zur Tätigkeit von Kreditinstituten und die Beaufsichtigung von Kreditinstituten und Wertpapierfirmen“ (Capital Requirements Directive 4, „CRD 4“) eingeführt. Das CRR/CRD 4-Rahmenwerk ersetzt die Gesetze zur Umsetzung der internationalen Eigenkapitalanforderungen entsprechend den Empfehlungen des Basler Ausschusses für Bankenaufsicht, allgemein als Basel 2 und Basel 2.5 bezeichnet. Um ein einheitliches „Regelwerk“ für Kreditinstitute und Wertpapierfirmen in der Europäischen Union zu schaffen, wurde die CRR unmittelbar für Kreditinstitute und Wertpapierfirmen zur Anwendung gebracht, was die Notwendigkeit von einzelstaatlichen Vorschriften in Bezug auf die von ihr erfassten Regelungsbereiche größtenteils vermied. Infolgedessen wurden das deutsche Kreditwesengesetz (KWG) und die deutsche Solvabilitätsverordnung (SolvV) geändert, um alle Bestimmungen zu entfernen, die durch die CRR ersetzt worden sind. Neue Bestimmungen für aufsichtsrechtliche Eigenmittelanforderungen, die aufsichtsrechtliche Bewertung des Ausfallrisikos und von Verbriefungen und viele weitere für uns relevante Regelungen befinden sich nun in der CRR. Zudem erfolgte die Umsetzung der CRD 4 in deutsches Recht über Anpassungen im deutschen KWG und in der deutschen Solvabilitätsverordnung (SolvV) sowie in den begleitenden Verordnungen. Zusammen stellen diese Gesetze und Regulierungen das neue aufsichtsrechtliche Rahmenwerk dar, welches in Deutschland unter anderem in Bezug auf das Kapital, die Verschuldung, die Liquidität und auch Veröffentlichungen gemäß Säule 3 anwendbar ist.

Das neue aufsichtsrechtliche Rahmenwerk trat am 1. Januar 2014 unter Berücksichtigung von Übergangsregeln in Kraft. Insofern verwenden wir bei der Darstellung der Ergebnisse unter Berücksichtigung der Übergangsregeln die Bezeichnung „CRR/CRD 4“. Bei Darstellung der Ergebnisse auf Basis einer vollständigen Anwendung des finalen Rahmenwerks (und damit ohne Berücksichtigung der anwendbaren Übergangsregeln) verwenden wir den Begriff „CRR/CRD 4-Vollumsetzung“. In einigen Fällen bestehen trotz der CRR/CRD 4 unverändert Übergangsbestimmungen für die Risikogewichtung bestimmter Gruppen von Vermögenswerten, die von den früheren Kapitaladäquanz-Rahmenwerken Basel 2 oder Basel 2.5 eingeführt worden waren. Hierzu gehören Regeln, die zum Beispiel den Bestandsschutz von Beteiligungen mit einem Risikogewicht von 100 % ermöglichen und die Auswahl der höheren Position aus Long- und Short-Positionen als Basis für die Bemessung im Marktrisiko-Standardansatz erlauben, anstelle der Summe aus Long- und Short-Positionen. In diesen Fällen geht unsere CRR/CRD 4-Methodik von der Annahme aus, dass die Auswirkungen des Ablaufs dieser Übergangsregelungen durch den Verkauf von zugrunde liegenden Vermögenswerten oder andere Maßnahmen vor dem Ablauf dieser Übergangsregeln gemindert werden.

Die neuen Mindestkapitalquoten werden schrittweise bis 2015 eingeführt. Der überwiegende Teil der aufsichtsrechtlichen Anpassungen (das heißt Kapitalabzüge und aufsichtsrechtliche Filter in Korrekturposten) tritt phasenweise bis 2018 in Kraft. Kapitalinstrumente, die nach den neuen Regelungen nicht qualifiziert sind, sind bis 2022 phasenweise nicht mehr zu berücksichtigen. Neue Anforderungen zu Kapitalpuffern werden phasenweise bis 2019 eingeführt. Obwohl die aufsichtsrechtliche Berichterstattung bereits in 2014 beginnt, werden bindende Mindestanforderungen für die kurzfristige Liquidität in 2015 wirksam und ein Standard für die langfristige Liquidität wird in 2018 erwartet. Die Einführung eines verpflichtenden Verschuldungsgrades wird für 2018 erwartet, während die Veröffentlichung der Kennziffer bereits in 2015 beginnen wird.

Hinsichtlich der CRR/CRD 4-Regelungen bestehen immer noch Interpretationsunsicherheiten und einige der darauf bezogenen verpflichtenden technischen Regulierungsstandards liegen auch noch nicht final vor. Daher werden wir unsere Annahmen und Modelle kontinuierlich in dem Maße anpassen, wie sich unser Verständnis und das der Industrie bezüglich der Interpretation der Regeln entwickelt. Vor diesem Hintergrund können unsere CRR/CRD 4-Messgrößen von unseren früheren Erwartungen abweichen. Auch die Annahmen und Einschätzungen unserer Wettbewerber über die Einführung mögen sich verändern, so dass unsere CRR/CRD 4-Kennzahlen nicht mit ähnlich bezeichneten Messgrößen unserer Wettbewerber vergleichbar sind.

Konsolidierungsansatz

Die in den folgenden Abschnitten dargestellten quantitativen Informationen beziehen sich auf den Konzernabschluss in Übereinstimmung mit den „International Financial Reporting Standards“. Daraus resultiert, dass die Berichterstattung grundsätzlich auf den IFRS-Regeln für Bewertungen und Konsolidierung beruht. Jedoch sind insbesondere im Rahmen von Säule 3 die aufsichtsrechtlichen Regeln zur Konsolidierung relevant, die von denen für den Konzernabschluss abweichen. Dies ist im Folgenden genauer beschrieben. In den Fällen, in denen die aufsichtsrechtliche Abgrenzung für den Konzern angewandt wird, ist dies explizit genannt.

Anwendungsbereich der aufsichtsrechtlichen Konsolidierung

Die Deutsche Bank Aktiengesellschaft („Deutsche Bank AG“) mit Sitz in Frankfurt am Main, Deutschland, ist das übergeordnete Unternehmen der Deutsche Bank Institutsgruppe („Institutsgruppe“), die den aufsichtsrechtlichen Bestimmungen des KWG und der SolvV in Verbindung mit CRR und CRD 4 unterliegt. Gemäß § 10a KWG in Verbindung mit den Artikeln 11 und 18 CRR umfasst eine aufsichtsrechtliche Institutsgruppe ein Institut (das heißt, ein Kreditinstitut oder eine Wertpapierfirma) als übergeordnetes Unternehmen und alle anderen Institute und Finanzinstitute (dies sind unter anderem Finanzholdinggesellschaften, Zahlungsinstitute und Kapitalanlagegesellschaften), die dessen Tochterunternehmen im Sinne von Artikel 4 (16) CRR sind oder freiwillig in die Institutsgruppe einbezogen werden. Tochterunternehmen werden vollständig konsolidiert, während Gesellschaften, die keine Tochterunternehmen sind, auf quotaler Basis einbezogen werden.

Versicherungen und Gesellschaften außerhalb des Banken- und Finanzsektors werden in der aufsichtsrechtlichen Institutsgruppe nicht konsolidiert. Ist eine aufsichtsrechtliche Institutsgruppe sowie deren Tochterunternehmen und Beteiligungen im Versicherungsbereich als Finanzkonglomerat eingestuft, gilt für dieses auch das deutsche Finanzkonglomerate-Aufsichtsgesetz, demzufolge Versicherungen in eine ergänzende Berechnung der Kapitaladäquanz (auch „Solvabilitätsspanne“ genannt) einzubeziehen sind. Wir wurden im Oktober 2007 von der BaFin als Finanzkonglomerat eingestuft.

Zum 31. Dezember 2014 haben die Deutsche Bank AG und ihre Tochterunternehmen Deutsche Bank Privat- und Geschäftskunden AG, norisbank GmbH, Deutsche Bank Europe GmbH, Sal. Oppenheim jr. & Cie. AG & Co. KGaA, Deutsche Oppenheim Family Office AG, Deutsche Immobilien Leasing GmbH und die Leasing Verwaltungsgesellschaft Waltersdorf mbH, die alle im Rahmen der Deutsche Bank Institutsgruppe konsolidiert wurden, keine Kapitalquoten auf selbstständiger Basis berechnet und veröffentlicht, da diese Gesellschaften die Bedingungen der Ausnahmeregelung nach § 2a KWG in Verbindung mit Artikel 7 CRR erfüllen. Im Ergebnis sind sie nicht verpflichtet, bestimmte Anforderungen des KWG sowie der CRR zu ihrem aufsichtsrechtlichen Eigenkapital auf Einzelebene zu erfüllen, was auch die Berechnung der Solvabilität und der Verschuldung sowie die Meldung der aufsichtsrechtlichen Kapital- und Verschuldungsquoten umfasst. Diese Ausnahmeregelungen können nur für Konzerngesellschaften in Deutschland und auch nur dann angewandt werden, wenn unter anderem die Risikostrategie und der Risikomanagementprozess der Deutschen Bank AG diese, die Ausnahmeregel anwendenden Gesellschaften umfassen, weder ein bedeutendes tatsächliches noch rechtliches Hindernis für die unverzügliche Übertragung von Eigenmitteln oder die Rückzahlung von Verbindlichkeiten von der Deutschen Bank AG an die jeweiligen Tochtergesellschaften oder von allen konzernangehörigen Unternehmen an die Deutsche Bank AG vorhanden ist und die Deutsche Bank AG die Verantwortung für die Verbindlichkeiten der jeweiligen Tochtergesellschaften übernommen hat, sofern die von ihnen ausgehenden Risiken nicht vernachlässigbar sind.

Die Konsolidierungsgrundsätze für unsere aufsichtsrechtliche Institutsgruppe weichen von denen unseres handelsrechtlichen Konzernabschlusses ab. Gleichwohl wird die Mehrzahl der Tochterunternehmen in der aufsichtsrechtlichen Institutsgruppe auch in unserem Konzernabschluss gemäß IFRS voll konsolidiert.

Die Hauptunterschiede zwischen der aufsichtsrechtlichen und der handelsrechtlichen IFRS-Konsolidierung sind:

  • Tochterunternehmen, die nicht dem Banken- und Finanzsektor angehören, sind nicht Teil der aufsichtsrechtlichen Institutsgruppe, werden aber in den Konzernabschluss nach IFRS einbezogen.
  • Die meisten unserer Zweckgesellschaften (Special Purpose Entities, auch „SPEs“), die nach IFRS konsolidiert wurden, erfüllten nicht die Definition eines aufsichtsrechtlichen Tochterunternehmens nach Artikel 4 (1) (16) CRR und wurden daher nicht in unserer aufsichtsrechtlichen Institutsgruppe konsolidiert. Die Risiken, die aus unserem Engagement gegenüber diesen Zweckgesellschaften resultieren, fanden sich jedoch in unseren aufsichtsrechtlichen Eigenkapitalanforderungen.
  • Einige wenige, in die aufsichtsrechtliche Institutsgruppe einbezogene Gesellschaften erfüllten wiederum nicht die handelsrechtlichen Konsolidierungskriterien für Tochterunternehmen, sondern wurden anders behandelt: Dreizehn, überwiegend immaterielle Tochterunternehmen, die handelsrechtlich nicht konsolidiert wurden, wurden in der aufsichtsrechtlichen Institutsgruppe konsolidiert; weitere zwei Gesellschaften in unserer aufsichtsrechtlichen Institutsgruppe, die gemeinsam von ihren Anteilseignern kontrolliert werden, wurden aufsichtsrechtlich quotal konsolidiert, während sie handelsrechtlich nach der Equity-Methode bilanziert wurden; weitere vier Gesellschaften wurden aufsichtsrechtlich freiwillig quotal konsolidiert, von denen eine Gesellschaft handelsrechtlich gemäß IFRS nach der Equity-Methode und eine als Zur Veräußerung verfügbarer Vermögenswert bilanziert wurde, ein Unternehmen nach den SPE-Regeln konsolidiert wurde und ein Unternehmen als Sonstiger Vermögenswert behandelt wurde.

Zum Jahresende 2014 umfasste unsere aufsichtsrechtliche Institutsgruppe 769 Unternehmen (außer der Deutsche Bank AG als Mutterunternehmen), von denen sechs quotal konsolidiert wurden. Die aufsichtsrechtliche Institutsgruppe bestand aus 115 Kreditinstituten, zwei Zahlungsinstituten, 60 Finanzdienstleistungsinstituten, 396 Finanzunternehmen, acht Kapitalanlagegesellschaften und 188 Anbietern von Nebendienstleistungen.

Zum Jahresende 2013 umfasste unsere aufsichtsrechtliche Institutsgruppe 844 Tochterunternehmen (außer der Deutsche Bank AG als Mutterunternehmen), von denen sieben quotal konsolidiert wurden. Unsere Institutsgruppe bestand aus 127 Kreditinstituten, einem Zahlungsinstitut, 67 Finanzdienstleistungsinstituten, 449 Finanzunternehmen, 12 Kapitalanlagegesellschaften und 188 Anbietern von Nebendienstleistungen.

Der Rückgang der Anzahl der Kreditinstitute innerhalb unserer aufsichtsrechtlichen Institutsgruppe um zwölf im Jahre 2014 war im Wesentlichen das Ergebnis der Schließung von vier Gesellschaften, die Teil der Emissionsstruktur von vier ‚Trust Preferred Securities‘-Serien waren, die wir gekündigt haben sowie des Abgangs von drei Kreditinstituten, die zu der verkauften BHF-BANK-Gruppe gehörten.

106 Unternehmen wurden von der aufsichtsrechtlichen Konsolidierung gemäß § 31 (3) KWG in Verbindung mit Artikel 19 CRR per Jahresende 2014 ausgenommen (Jahresende 2013: 120 Unternehmen). Diese Vorschriften erlauben den Ausschluss kleiner, zum aufsichtsrechtlichen Anwendungsbereich gehörender Gesellschaften vom konsolidierten aufsichtsrechtlichen Meldewesen, sofern deren Bilanzsumme (einschließlich außerbilanzieller Positionen) entweder kleiner als 10 Mio € oder kleiner als 1 % der Bilanzsumme des Konzerns ist. Keines dieser Unternehmen musste im Konzernabschluss nach IFRS konsolidiert werden.

Diese aufsichtsrechtlich nicht konsolidierten Gesellschaften sind in die Abzugsbehandlung für wesentliche Beteiligungen an Unternehmen der Finanzbranche gemäß Artikel 36 (1) (i) CRR in Verbindung mit Artikel 43 (c) CRR einzubeziehen. Die Buchwerte unserer Beteiligungen am Kapital dieser Unternehmen, die in diese Abzugsbehandlung einbezogen wurden, betrugen insgesamt 40 Mio € zum Jahresende 2014 (Jahresende 2013: 20 Mio €). Die gleiche Abzugsbehandlung wurde auf weitere 248 aufsichtsrechtlich nicht konsolidierte Gesellschaften des Finanzsektors (inklusive dreier immaterieller Versicherungsgesellschaften) angewandt, an denen wir mehr als 10 % des Kapitals dieser Gesellschaften per Jahresende 2014 hielten (260 zum Jahresende 2013). Gemäß Artikel 36 (1) (i) CRR und in Verbindung mit Artikel 48 CRR sind diese Beteiligungen vom Tier-1-Kernkapital abzuziehen, wenn deren Beteiligungsbuchwerte in Summe 10 % des Tier-1-Kernkapitals des Instituts beziehungsweise der Institutsgruppe übersteigen oder wenn sie in Summe zusammen mit von der künftigen Rentabilität abhängigen latenten Steueransprüchen, die aus temporären Differenzen resultieren, 15 % des Tier-1-Kernkapitals des Instituts bzw. der Institutsgruppe übersteigen. Seitdem wir als Finanzkonglomerat eingestuft sind, werden Beteiligungen an Versicherungsunternehmen nicht von unserem aufsichtsrechtlichen Eigenkapital abgezogen, sofern diese in die Solvabilitätsberechnung auf Konglomeratsebene einbezogen werden.

Finanzkonglomerat

Der Deutsche Bank Konzern wurde im Oktober 2007 von der BaFin als Finanzkonglomerat eingestuft. Insofern gilt das deutsche Finanzkonglomerate-Aufsichtsgesetz (FKAG) in Verbindung mit der Finanzkonglomerate-Solvabilitätsverordnung (FkSolV).

Das Finanzkonglomerat der Deutschen Bank besteht überwiegend aus Unternehmen, die der aufsichtsrechtlichen Institutsgruppe angehören, und einer kleinen Anzahl von einzelnen Versicherungsgesellschaften gehören. Drei dieser Versicherungsunternehmen sind von unserem aufsichtsrechtlichen Kapital wegen untergeordneter Bedeutung in Abzug gebracht. Unsere wesentlichen Versicherungsgesellschaften sind:

  • Abbey Life Assurance Company Limited
  • DB Re S.A.
  • DB Vita S.A.
  • Legacy Reinsurance, LLC
  • Primelux Insurances S.A.

Diese Versicherungsunternehmen sind in der ergänzenden Berechnung der Kapitaladäquanz (auch „Solvabilitätsspanne“ genannt) für das Finanzkonglomerat enthalten. Die Tochterunternehmen der Versicherungsbranche haben in ihrer Gesamtheit eine Bilanzsumme von nur etwa 1 % der IFRS Bilanzsumme des Deutsche Bank Konzerns.

Alle diese Versicherungen sind rechtlich betrachtet nicht direkt verbunden, das heißt, keine dieser Versicherungsunternehmen hält eine Beteiligung an einem anderen Versicherungsunternehmen, so dass technisch gesehen diese Versicherungen keine Gruppe für sich bilden.

Vor dem Hintergrund der übergreifenden Governance-Perspektive sind diese Versicherungen grundsätzlich nicht anders als ein anderer Rechtsträger des Konzerns in den Deutsche Bank-Konzern integriert. Dies ist unter anderem dadurch gewährleistet, dass die Deutsche Bank ihre Konzernrichtlinien für alle Tochterunternehmen begibt, unabhängig davon, ob eine solche Tochtergesellschaft Teil der aufsichtsrechtlichen Institutsgruppe (gemäß Artikel 18 CRR) ist oder nicht. Die Anwendbarkeit der einschlägigen Konzernrichtlinien sorgt dafür, dass Versicherungsgesellschaften effektiv die gleichen Führungs- und Managementstrukturen, wie die übrigen Unternehmen der Institutsgruppe aufweisen. Weitere Einzelheiten in Bezug auf die organisatorischen Anforderungen gemäß § 25 (4) FKAG finden Sie in unserem Corporate Governance-Bericht und den Abschnitten „Rahmenwerk für das Risikomanagement“ und „Risikosteuerung“ in unserem Risikobericht.

Zusätzliche Offenlegungspflichten für bedeutende Tochterunternehmen

Artikel 13 (1) CRR verlangt, dass unsere bedeutenden Tochterunternehmen und diejenigen Tochterunternehmen, die für ihren lokalen Markt von wesentlicher Bedeutung sind, Informationen betreffend Eigenmittel, Eigenmittelanforderungen, Kapitalpuffer, Kreditrisikoanpassungen, Vergütungspolitik, Verschuldung und Verwendung von Kreditrisikominderungstechniken auf Einzelbasis oder teilkonsolidierter Basis in dem zur Anwendung gelangenden Ausmaß offenzulegen haben.

Für einige unserer in Deutschland angesiedelten Tochterunternehmen ist eine Ermittlung und Berichterstattung aufsichtsrechtlicher Kapitalkoeffizienten oder Verschuldungsgrade auf Basis einer Einzelbetrachtung nicht verpflichtend, wenn sie die Bedingungen der Ausnahmeregelung nach § 2a KWG in Verbindung mit Artikel 7 CRR erfüllen. In diesem Fall sind die zuvor angeführten Offenlegungsanforderungen für diese Tochterunternehmen ebenfalls nicht anzuwenden.

Um unsere wesentlichen Tochterunternehmen zu identifizieren und einzustufen, wurde ein Katalog mit Kriterien entwickelt, die für unsere sämtlichen unter den CRR als „Kreditinstitut“ oder „Wertpapierunternehmen“ klassifizierten Tochterunternehmen anzuwenden sind, die nicht mit einer Ausnahmegenehmigung (Waiver) gemäß § 2a KWG in Verbindung mit Artikel 7 CRR versehen sind. Ein Tochterunternehmen hat die Anforderungen von Artikel 13 CRR (wie zuvor beschrieben) zu erfüllen, wenn wenigstens eines der in der folgenden Liste angeführten Kriterien erfüllt ist. Die Kriterien wurden in Beziehung zu unserer Geschäftstätigkeit und der Komplexität und des Risikoprofils des jeweiligen Tochterunternehmens definiert. Sämtliche nachfolgend referenzierten Beträge sind auf einer IFRS-Grundlage zum 31. Dezember 2014 berechnet worden:

  • Gesamtaktiva in Höhe von 30 Mrd € oder mehr (auf Einzelbasis oder teilkonsolidierter Basis)
  • 5 % oder mehr unserer Risikoaktiva auf Konzernebene
  • 20 % oder mehr des Bruttoinlandsprodukts im jeweiligen Land, in dem das Tochterunternehmen angesiedelt ist, aber mindestens Gesamtaktiva in Höhe von 5 Mrd € (auf Einzelbasis oder teilkonsolidierter Basis)
  • Unmittelbar durch den Europäischen Stabilitätsmechanismus (ESM), die Europäische Finanzstabilitätsfazilität (EFSF) oder einen ähnlichen Mechanismus unterstützte Institute
  • Zu den drei größten Instituten des jeweiligen Sitzlandes des Tochterunternehmens gehörende Institute (bezogen auf den Betrag der Gesamtaktiva)
  • Klassifizierung als „Institut von lokaler Systemrelevanz“ durch die lokale Aufsichtsbehörde

Keines unser Tochterunternehmen wurde durch irgendeinen Stabilitätsmechanismus unterstützt.

Basierend auf dem zuvor beschriebenen Auswahlprozess haben wir vier Tochterunternehmen identifiziert, die als „wesentlich“ für unseren Konzern einzustufen sind. Folglich sind die in Artikel 13 CRR festgelegten zusätzlichen Offenlegungsanforderungen anzuwenden für:

  • Deutsche Postbank AG, Deutschland
  • Deutsche Bank Luxembourg S.A., Luxemburg
  • Deutsche Bank Securities Inc., Vereinigte Staaten von Amerika
  • Deutsche Bank Trust Company Americas, Vereinigte Staaten von Amerika

Die auf Basis von Artikel 13 CRR zusätzlichen offen zu legenden Informationen betreffend unserer wesentlichen Tochterunternehmen sind entweder im Rahmen ihres Finanzberichts respektive ihres Offenlegungsberichts gemäß Säule 3 auf der Internetseite des jeweiligen Tochterunternehmens oder auf der Internetseite des Konzerns für unsere US-Geschäftseinheiten zu finden.


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