Liquiditätsrisiko

Liquiditätsrisiko ist das Risiko, das aus unserem potenziellen Unvermögen entsteht, alle Zahlungsverpflichtungen bei Fälligkeit zu erfüllen, oder unseren Zahlungsverpflichtungen nur zu überhöhten Kosten nachkommen zu können.

Unser Konzept für das Liquiditätsrisikomanagement spielte eine wichtige Rolle für die Erhaltung adäquater Liquidität und die Steuerung unseres Refinanzierungsprofils in 2014.

Konzept des Liquiditätsrisikomanagements

Der Vorstand legt die Liquiditätsstrategie, insbesondere die Risikotoleranz für Liquiditätsrisiken, basierend auf Empfehlungen des Capital and Risk Committee, fest. Der Vorstand überprüft und genehmigt mindestens einmal jährlich die konzernweiten Limite zur Messung und Steuerung des Liquiditätsrisikos sowie den langfristigen Refinanzierungs- und Emissionsplan der Bank.

Unsere Treasury-Funktion ist für die Steuerung der Liquiditäts- und Refinanzierungsrisiken der Deutschen Bank weltweit verantwortlich, wie in der Liquiditätsrisikostrategie definiert. Unser Konzept des Liquiditätsrisikomanagements ist zur Identifizierung, Bemessung und Steuerung unserer Liquiditätsrisikoposition vorgesehen. Liquidity Risk Control ist für das interne Reporting unserer Liquiditäts- und Refinanzierungslage auf globaler und lokaler Basis verantwortlich, die mindestens wöchentlich im Rahmen der Liquidity Scorecard an den Vorstand berichtet wird. Zusätzlich ist Liquidity Risk Control für die Überwachung und die Validierung des Konzepts des Liquiditätsrisikos zuständig. Dies beinhaltet die unabhängige Validierung sowohl aller Liquiditätsrisikomodelle als auch die Überprüfung und Back-Testing der Limite. Unser Liquiditätsrisikomanagement beginnt mit der Vorhersage der innertäglichen Zahlungen und der Sicherstellung unseres Zugangs zu Zentralbanken. Es umfasst im Weiteren das taktische Liquiditätsrisikomanagement, das sich mit dem Zugang zu den besicherten und unbesicherten Finanzierungsquellen beschäftigt. Schließlich beinhaltet die strategische Komponente die Erstellung eines Fälligkeitsprofils sämtlicher Aktiva und Passiva in unserer Bilanz (Liquiditätsablaufbilanz) sowie die Festlegung unserer Emissionsstrategie.

Unser Cashflowbezogenes Reportingsystem liefert tägliche Liquiditätsrisikoinformationen an das globale und lokale Management.

Stresstests und Szenarioanalysen spielen in unserem Konzept des Liquiditätsrisikomanagements eine zentrale Rolle. Hierzu gehört auch eine Bewertung der Liquidität der Aktiva, das heißt die Eigenschaften unserer Vermögenswerte unter verschiedenen Stressszenarien sowie der Finanzierungsbedarf aus bedingten außerbilanziellen Zahlungsverpflichtungen. Tägliche Stresstestergebnisse werden genutzt, um die anhaltende Übereinstimmung mit der Liquiditätsrisikotoleranz des Vorstands zu überwachen. Des Weiteren werden unsere kurzfristigen Profil-Limite für Wholesale-Refinanzierung (sowohl für unbesicherte als auch für besicherte), die ein entscheidendes Werkzeug des Liquiditätsrisikokonzepts darstellen, gegen die Stresstestergebnisse auf einer monatlichen Basis kalibriert.

Kurzfristige Liquidität und Refinanzierung über den Wholesale-Markt

Unser konzernweites Reportingsystem verfolgt alle vertraglichen Cashflows aus der Refinanzierung über den Wholesale-Markt auf täglicher Basis über eine Zeitspanne von zwölf Monaten. Als Refinanzierung aus dem Wholesale-Markt betrachten wir zu diesem Zweck unsere unbesicherten Verbindlichkeiten, die in erster Linie durch unsere „Global Liquidity Management“-Abteilung erbracht wurden sowie unsere besicherten Verbindlichkeiten, die in erster Linie durch unsere Global Liquidity Management- und Equities-Geschäftsbereiche erbracht wurden. Derartige Verbindlichkeiten kommen vorrangig von Unternehmen, Banken und anderen Finanzinstituten, Regierungen und Staaten. Die Profil-Limite für eine Refinanzierung über den Wholesale-Markt, die von unseren monatlichen Stresstestergebnissen abgeleitet und vom Vorstand genehmigt werden, stellen unsere maximale Toleranz für Liquiditätsrisiko dar. Die Limite für eine Refinanzierung über den Wholesale-Markt werden auf die globalen Nettoabflüsse sowie das Gesamtvolumen der unbesicherten Wholesale-Refinanzierung angewandt und täglich überwacht. Unsere Liquiditätsreserven stellen die primäre Absicherung gegen Stress auf den kurzfristigen Wholesale-Refinanzierungsmärkten dar. Auf Einzelgesellschaftsebene können, wo es zweckmäßig und angemessen erscheint, Liquiditätsabflusslimite über ein breites Spektrum an Cashflows gesetzt werden.

Refinanzierung und Kapitalmarktemissionen

2014 war ein relativ freundliches Jahr für Bankenkredite und Refinanzierungskonditionen, was auch durch die Entwicklung des iTraxx Senior Financial Index belegt wird, der seinen Höhepunkt bei 106 Basispunkten im Januar hatte, im ersten Quartal durchschnittlich bei 92 Basispunkten und im zweiten Quartal bei 75 Basispunkten und am Jahresende bei 69 Basispunkten stand. Der fünfjährige Deutsche Bank-CDS wurde in der Spanne zwischen 58 und 102 Basispunkten gehandelt und erreichte seinen Höchststand im Februar. Seitdem ist der Risikoaufschlag gefallen und der CDS wurde zum Jahresende in der Mitte dieser Spanne gehandelt. Die Aufschläge auf unsere Anleihen wiesen eine ähnliche Volatilität auf. Unsere neunjährige Euro-Benchmarkanleihe (Coupon von 2,375 %, Fälligkeit im Januar 2023) wurde zum Beispiel in der Spanne zwischen 27 und 60 Basispunkten gehandelt und schloss das Jahr nahe ihrem Jahres-Tiefstkurs.

Unser Refinanzierungsplan für 2014 in Höhe von bis zu 35 Mrd €, der Eigenemissionen mit einer Ursprungslaufzeit von mehr als einem Jahr umfasst, wurde vollständig erfüllt und wir haben das Jahr 2014 mit einem Refinanzierungsvolumen von 44,1 Mrd € beendet. Die Übererfüllung von 9,1 Mrd € stellt eine Vorfinanzierung für 2015 dar. Die Refinanzierung verteilte sich hauptsächlich auf die folgenden Finanzierungsquellen: Emission unbesicherter Benchmarkanleihen (17,1 Mrd €), zusätzliches Ergänzungskapital Benchmarkanleihen (4,8 Mrd €), unbesicherte Emissionen an Privatkunden (9,8 Mrd €) und unbesicherte und besicherte Privatplatzierungen (12,3 Mrd €). Der wesentliche Teil des Gesamtemissionsvolumens von 44,1 Mrd € wurde in US-Dollar emittiert (22,2 Mrd €). Darüber hinaus haben wir 17,8 Mrd € in Euro und kleine Beträge in JPY und GBP emittiert. Zusätzlich zu den direkten Emissionen nutzen wir langfristige Währungsswaps, um unseren Refinanzierungsbedarf außerhalb des Euro zu steuern. Unsere Investorenbasis umfasst Privatkunden (25 %), Banken (19 %), Vermögensverwalter und Pensionsfonds (29 %), Versicherungen (6 %) und andere Investoren einschließlich institutioneller Investoren (21 %). Aus geografischer Sicht teilte sich die Investorenbasis auf Deutschland (19 %), das restliche Europa (29 %), die USA (29 %), die Region Asien/Pazifik (16 %) und andere Länder (6 %) auf. Von unseren zum 31. Dezember 2014 ausstehenden Kapitalmarktemissionen wurden etwa 85 % auf unbesicherter Basis emittiert.

Der durchschnittliche Risikoaufschlag für unsere Emissionen über dem relevanten variablen Index (zum Beispiel Libor) betrug für das gesamte Jahr 45 Basispunkte bei einer durchschnittlichen Laufzeit von 4,8 Jahren. Unsere Emissionsaktivitäten waren im ersten Halbjahr höher, mit einem sich reduzierenden Volumen im zweiten Halbjahr des Jahres 2014. In den einzelnen Quartalen haben wir die folgenden Volumina emittiert: 8,5 Mrd €, 16,3 Mrd €, 11,4 Mrd € und 7,9 Mrd €.

Für 2015 gehen wir in der Grundannahme von einem Refinanzierungsplan von 30 bis 35 Mrd € aus. Wir planen, diesen über die oben genannten Quellen zu erfüllen, ohne dabei von einer Quelle übermäßig abhängig zu sein. Des Weiteren planen wir einen Teil dieser Refinanzierung in US-Dollar aufzunehmen und Währungsswaps abzuschließen, um den verbleibenden Finanzierungsbedarf abzudecken. Unsere gesamten Kapitalmarktfälligkeiten, ohne rechtlich ausübbare Kaufoptionen, belaufen sich 2015 auf rund 22 Mrd €.

Informationen über das Fälligkeitenprofil unserer Wholesale-Refinanzierung und Kapitalmarktemissionen stehen in der Tabelle weiter unten.

Diversifizierung der Finanzierungsmittel

Die Diversifizierung unseres Refinanzierungsprofils nach Anlegerkategorien, Regionen, Produkten und Instrumenten ist ein wesentlicher Bestandteil unseres Konzepts des Liquiditätsrisikomanagements. Unsere stabilsten Refinanzierungsmittel stammen aus Kapitalmarktemissionen und Eigenkapital sowie von Privat- und Transaktionsbankkunden. Andere Kundeneinlagen sowie die Geldaufnahmen von Wholesale-Kunden sind weitere Finanzierungsquellen. Die unbesicherte Wholesale-Refinanzierung repräsentiert unbesicherte Wholesale-Verbindlichkeiten, die in erster Linie durch unseren Geschäftsbereich Global Liquidity Management aufgenommen wurden. Aufgrund der Kurzfristigkeit dieser Verbindlichkeiten werden diese primär zur Refinanzierung von Barsalden und liquiden Handelsbeständen genutzt.

Um eine zusätzliche Diversifizierung unserer Refinanzierungsmittel sicherzustellen, besitzen wir eine Pfandbrieflizenz, die uns die Emission von Hypothekenpfandbriefen ermöglicht.

In 2014 haben wir unser Gesamtrefinanzierungsvolumen im Einklang mit dem allgemeinen Verschuldungsabbau in der Bilanz reduziert. Die gesamte externe Refinanzierung ging über das gesamte Jahr um 64 Mrd € (6,5 %) zurück, wovon der größte Teil auf unser CB&S-Geschäft entfiel, insbesondere aus der besicherten Refinanzierung und Shortpositionen um 69 Mrd € (46 %), sonstigen Kunden um 23 Mrd € (24 %) und aus der unbesicherten Wholesale-Refinanzierung um 19 Mrd € (26 %). Wir hatten ebenfalls kleinere Rückgänge bei den Finanzierungsvehikeln (7 Mrd €, 37 %). Diese Rückgänge haben die Zuwächse in Kapitalmarktemissionen und Eigenkapital (29 Mrd €, 16 %), Privatkunden (19 Mrd €, 7 %) und Transaktionsbankkunden (6 Mrd €, 4 %) mehr als überkompensiert. Der Gesamtanteil der stabilsten Refinanzierungsquellen (bestehend aus Kapitalmarktemissionen und Eigenkapital, Privatkunden und Transaktionsbankkunden) stieg von 66 % auf 76 % an.

Die unbesicherte Wholesale-Refinanzierung umfasst eine Bandbreite von unbesicherten Produkten wie zum Beispiel Certificates of Deposits (CDs), Commercial Paper sowie Termin-, Call- und Tagesgelder, weitestgehend mit Laufzeiten bis zu einem Jahr. Forderungsgedeckte Geldmarktpapiere (ABCP), die durch Conduits emittiert werden, sind innerhalb der Finanzierungsvehikel enthalten.

Das Gesamtvolumen unserer unbesicherten Wholesale-Refinanzierung und der besicherten Refinanzierung schwankte zwischen den Berichtszeiträumen basierend auf unseren zugrunde liegenden Geschäftsaktivitäten. Die Schwankungen sind abhängig von kundenbezogenen Wertpapierfinanzierungsgeschäften sowie von Veränderungen im liquiden Handelsbestand zwischen den Quartalsenden.

Um eine ungewollte Abhängigkeit von diesen kurzfristigen Refinanzierungsquellen zu vermeiden und ein gesundes Refinanzierungsprofil am kurzen Ende zu fördern, das im Einklang mit der festgelegten Risikotoleranz steht, haben wir Limitstrukturen (über die Zeitachse) für diese Finanzierungsquellen implementiert, die aus unserer monatlichen Stresstestanalye abgeleitet sind. Darüber hinaus haben wir ein Limit für das Gesamtvolumen der unbesicherten Wholesale-Refinanzierung definiert, um die Abhängigkeit von dieser Finanzierungsquelle im Rahmen der Diversifizierung der Finanzierungsquellen zu steuern.

Die folgende Grafik zeigt die Zusammensetzung unserer externen Refinanzierungsquellen, die zu unserer Liquiditätsrisikoposition beitrugen. Sie sind in Mrd € sowie als prozentualer Anteil an den gesamten externen Finanzierungsquellen dargestellt.

Zusammensetzung externer Finanzierungsquellen
Zusammensetzung externer Finanzierungsquellen (Balkendiagramm)

Die folgende Tabelle zeigt die vertraglichen Fälligkeiten unserer kurzfristigen Wholesale-Refinanzierungen (einschließlich unbesicherter Wholesale-Refinanzierung plus forderungsgedeckte Geldmarktpapiere) sowie unserer Kapitalmarktemissionen.

Fälligkeiten von unbesicherter Wholesale-Refinanzierung, ABCP und Kapitalmarktemissionen1

 

31.12.2014

in Mio €

Nicht mehr als 1 Monat

Mehr als 1 Monat, aber nicht mehr als 3 Monate

Mehr als 3 Monate, aber nicht mehr als 6 Monate

Mehr als 6 Monate, aber nicht mehr als 1 Jahr

Zwischen-
summe weniger als 1 Jahr

Mehr als 1 Jahr, aber nicht mehr als 2 Jahre

Mehr als 2 Jahre

Insgesamt

1

Ohne zusätzliche AT1-Anleihen, die als zusätzliche Eigenkapitalbestandteile in der Bilanz ausgewiesen werden.

2

Verbindlichkeiten mit Kündigungsrechten werden mit ihrem rechtlich frühestmöglichen Kündigungstermin eingestellt. Über die Eintrittswahrscheinlichkeit einer derartigen Kündigung werden keine Annahmen getroffen.

Einlagen von Banken

7.816

5.373

7.930

2.541

23.661

42

350

24.053

Einlagen von sonstigen Wholesale-Kunden

2.828

1.569

2.979

2.387

9.763

306

404

10.473

CDs und CP

1.747

4.629

8.080

5.623

20.080

20

28

20.128

ABCP

2.849

233

0

0

3.082

0

0

3.082

Vorrangige unbesicherte Verbindlichkeiten

756

2.823

4.589

4.978

13.145

12.904

40.031

66.080

Vorrangige unbesicherte strukturierte Verbindlichkeiten

528

1.721

2.384

3.655

8.288

3.698

22.242

34.227

Besicherte Schuldverschreibungen

0

11

1.223

458

1.693

1.701

20.325

23.719

Nachrangige Verbindlichkeiten

636

2.352

1.772

799

5.559

537

9.889

15.985

Sonstige

0

0

0

166

166

13

131

310

Insgesamt2

17.161

18.711

28.958

20.607

85.437

19.220

93.401

198.057

davon:

 

 

 

 

 

 

 

 

Besichert

2.849

244

1.223

458

4.775

1.701

20.325

26.801

Unbesichert

14.311

18.467

27.735

20.149

80.662

17.519

73.076

171.256

Das Gesamtvolumen der innerhalb eines Jahres fällig werdenden unbesicherten Wholesale-Verbindlichkeiten, ABCP und Kapitalmarktemissionen in Höhe von 85 Mrd € zum 31. Dezember 2014 sollte im Zusammenhang mit unseren gesamten Liquiditätsreserven von 184 Mrd € betrachtet werden. Die Reduktion des Volumens um 26 Mrd € der Fälligkeiten innerhalb eines Jahres ist hauptsächlich getrieben durch unseren allgemeinen Verschuldungsabbau in der Bilanz.

 

31.12.2013

in Mio €

Nicht mehr als 1 Monat

Mehr als 1 Monat, aber nicht mehr als 3 Monate

Mehr als 3 Monate, aber nicht mehr als 6 Monate

Mehr als 6 Monate, aber nicht mehr als 1 Jahr

Zwischen-
summe weniger als 1 Jahr

Mehr als 1 Jahr, aber nicht mehr als 2 Jahre

Mehr als 2 Jahre

Insgesamt

1

Verbindlichkeiten mit Kündigungsrechten werden mit ihrem rechtlich frühestmöglichen Kündigungstermin eingestellt. Über die Eintrittswahrscheinlichkeit einer derartigen Kündigung werden keine Annahmen getroffen.

Einlagen von Banken

14.446

5.704

5.536

1.350

27.035

9

148

27.192

Einlagen von sonstigen Wholesale-Kunden

5.589

4.419

861

259

11.127

129

128

11.384

CDs und CP

4.819

19.135

7.188

3.646

34.789

31

14

34.834

ABCP

5.221

4.833

541

0

10.596

0

0

10.596

Vorrangige unbesicherte Verbindlichkeiten

2.364

1.632

3.203

3.561

10.760

10.014

32.851

53.625

Vorrangige unbesicherte strukturierte Verbindlichkeiten

470

1.566

1.257

3.585

6.877

4.312

19.746

30.935

Besicherte Schuldverschreibungen

149

1.208

113

1.660

3.130

1.677

20.457

25.263

Nachrangige Verbindlichkeiten

255

4.527

1.137

670

6.588

2.511

10.948

20.048

Sonstige

70

21

6

0

97

0

76

173

Insgesamt1

33.382

43.046

19.841

14.730

110.999

18.683

84.368

214.050

davon:

 

 

 

 

 

 

 

 

Besichert

5.370

6.042

654

1.660

13.726

1.677

20.457

35.859

Unbesichert

28.012

37.004

19.187

13.070

97.274

17.006

63.911

178.190

Die folgende Tabelle zeigt den Währungsaufriss unserer kurzfristigen unbesicherten Wholesale-Refinanzierungen, unserer ABCP-Refinanzierung und unserer Kapitalmarktemissionen.

Währungsaufriss der unbesicherten Wholesale-Refinanzierung, ABCP und der Kapitalmarktemissionen

 

31.12.2014

31.12.2013

in Mio €

in EUR

in USD

in GBP

in anderen Währungen

Insgesamt

in EUR

in USD

in GBP

in anderen Währungen

Insgesamt

Einlagen von Banken

6.123

15.738

284

1.907

24.053

2.630

19.453

1.516

3.592

27.192

Einlagen von sonstigen Wholesale-Kunden

3.379

4.621

800

1.673

10.473

2.177

6.413

667

2.127

11.384

CDs und CP

13.572

3.216

1.655

1.685

20.128

6.291

22.467

4.394

1.682

34.834

ABCP

312

2.674

96

0

3.082

1.245

8.132

1.219

0

10.596

Vorrangige unbesicherte Verbindlichkeiten

43.498

16.923

378

5.282

66.080

39.500

8.676

1.794

3.656

53.625

Vorrangige unbesicherte strukturierte Verbindlichkeiten

12.136

16.884

168

5.038

34.227

13.381

12.072

164

5.319

30.935

Besicherte Schuldverschreibungen

23.653

66

0

0

23.719

25.263

0

0

0

25.263

Nachrangige Verbindlichkeiten

7.632

7.376

590

388

15.985

11.264

8.028

176

579

20.048

Sonstige

72

218

0

20

310

72

2

2

97

173

Insgesamt

110.377

67.715

3.972

15.993

198.057

101.823

85.243

9.932

17.052

214.050

davon:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Besichert

23.965

2.740

96

0

26.801

26.508

8.132

1.219

0

35.859

Unbesichert

86.412

64.975

3.876

15.993

171.256

75.314

77.111

8.713

17.052

178.190

Liquiditätsablaufbilanz

Zur Erstellung eines Fälligkeitsprofils (Liquiditätsablaufbilanz) ordnen wir alle für das Refinanzierungsprofil relevanten Aktiva und Passiva, entsprechend ihren ökonomischen Fälligkeiten, Laufzeitbändern zu. Die Liquiditätsablaufbilanz wird sowohl auf einer währungsübergreifenden Basis als auch für ausgewählte Währungen und juristische Einheiten erstellt. Da Handelsaktiva in der Regel liquider sind, als ihre vertragliche Laufzeit erkennen lässt, legen wir individuelle Liquiditätsprofile fest, die deren relativen Liquiditätswert zeigen. Aktiva und Passiva aus dem Privatkundengeschäft (Hypothekendarlehen und Privatkundeneinlagen), die üblicherweise unabhängig von den geltenden Kapitalmarktbedingungen erneuert oder verlängert werden, ordnen wir entsprechend ihrer erwarteten Prolongation bestimmten Zeitbändern zu. Wholesale-Bankprodukte stellen wir entsprechend ihren vertraglichen Laufzeiten ein.

Die Liquiditätsablaufbilanz zeigt für jedes Laufzeitband einen Überschuss beziehungsweise eine Unterdeckung an Finanzierungsmitteln und ermöglicht die Steuerung offener Liquiditätspositionen. Die Liquiditätsablaufbilanz bildet zusammen mit dem Prozess zur Erstellung der strategischen Liquiditätsplanung, die das Angebot und die Nachfrage nach Refinanzierungsmitteln über alle Geschäftsbereiche hinweg prognostiziert, die Grundlage für unseren jährlichen Emissionsplan. Nach Genehmigung durch den Vorstand legt der Emissionsplan die Emissionsziele für Wertpapiere nach Laufzeit, Volumen und Instrument fest. Wir haben eine spezielle Risikotoleranz für unsere US-Dollar-Liquiditätsablaufbilanz eingeführt, welche als Grenze in der maximalen Unterdeckung für jedes Laufzeitenband 10 Mrd € festlegt (> 1 Jahr bis zu > 10 Jahre). Dies ergänzt die Risikotoleranz für unsere währungsübergreifende Liquiditätsablaufbilanz, die es erfordert, eine positive Liquiditätsposition in jedem Laufzeitenband (> 1 Jahr bis zu > 10 Jahre) vorzuhalten. Beide Liquiditätsablaufbilanzen waren innerhalb der entsprechenden Risikotoleranzen per Jahresende 2014 sowie 2013.

Transfer Pricing

Wir unterhalten ein globales Konzept für Verrechnungspreise, das für alle Geschäftsbereiche und Regionen bindend ist und sicherstellt, dass die Preise (i) für Aktiva im Einklang mit deren zugrunde liegendem Liquiditätsrisiko stehen, (ii) Passiva im Einklang mit deren Liquiditätswert und Refinanzierungslaufzeit stehen und (iii) bedingte Zahlungsverpflichtungen im Einklang mit den Kosten für die Bereitstellung ausreichender Liquiditätsreserven gestellt werden, die zur Abdeckung unerwarteter Zahlungsrisiken benötigt werden.

In diesem Konzept für Verrechnungspreise allokieren wir die Refinanzierungs- und Liquiditätsrisikokosten und -nutzen an alle Geschäftsbereiche auf Basis von Marktsätzen, die die ökonomischen Kosten für Liquidität für die Bank widerspiegeln. Treasury kann zusätzliche finanzielle Anreize im Rahmen der Liquiditätsrisikorichtlinien der Bank setzen. Zusätzlich spiegelt das Konzept für Verrechnungspreise der Deutschen Bank regulatorische Grundsätze und Leitlinien wider. Während das Konzept für Verrechnungspreise eine gewissenhafte konzernweite Zuordnung der Refinanzierungskosten der Deutschen Bank zu den Nutzern der Liquidität sicherstellt, schafft es zusätzlich einen anreizbasierten Vergütungsrahmen für die Geschäftsbereiche, langfristige, stabile und stresskonforme Refinanzierung zu generieren. Refinanzierungsrelevante Geschäfte unterliegen einem (laufzeitenabhängigen) Liquiditätsverrechnungspreis und/oder anderen Transferpreismechanismen in Abhängigkeit von Marktbedingungen. Die Liquiditätsprämien werden von Treasury festgelegt und in einem Treasury-Liquiditätskonto ausgewiesen, das die aggregierten Liquiditätskosten widerspiegelt. Die Steuerung und Allokation der Kostenbasis des Liquiditätskontos ist die wichtigste Stellgröße für die Verrechnung unserer Refinanzierungskosten.

Liquiditätsreserven

Die Liquiditätsreserven beinhalten verfügbare Barmittel und Barmitteläquivalente, hochliquide Wertpapiere (inklusive Staaten, staatlichen Einrichtungen und staatlich garantierten Wertpapieren) sowie weitere unbelastete und zentralbankfähige Vermögenswerte.

Das Volumen unserer Liquiditätsreserve ist eine Funktion des erwarteten monatlichen Stresstestergebnisses, sowohl auf einer aggregierten als auch auf einer individuellen Währungsebene. Wenn wir zunehmend kurzfristige Wholesale-Verbindlichkeiten erhalten, die einen hohen Liquiditätsabfluss unter Stress mit sich bringen, so werden wir diese Liquidität zur Absicherung überwiegend in Barmitteln oder hochliquiden Wertpapieren halten. Somit schwankt das Gesamtvolumen unserer Liquiditätsreserven in Abhängigkeit von den erhaltenen kurzfristigen Wholesale-Verbindlichkeiten, obwohl dies keine materiellen Auswirkungen auf unsere Gesamtliquiditätsposition unter Stress hat. Unsere Liquiditätsreserven beinhalten nur Aktiva, die innerhalb des Konzerns frei übertragbar sind oder zur Schließung von Liquiditätsabflüssen in lokalen Geschäftseinheiten verwendet werden können. Die überwiegende Mehrheit unserer Liquiditätsreserven wird zentral auf Konzernebene oder in unseren ausländischen Niederlassungen gehalten. An wichtigen Standorten werden weitere Reserven gehalten. Wir halten unsere Reserven in den wichtigsten Währungen. Ihre Größe und Zusammensetzung unterliegt einer regelmäßigen Überprüfung durch das Senior Management. Neben den unten aufgeführten Liquiditätsreserven halten wir Liquiditätsreserven in Höhe von 32 Mrd €, die die lokalen Abflüsse in Stresssituationen übersteigen. Diese werden weiterhin in Gesellschaften gehalten, die Übertragungseinschränkungen aufgrund entsprechender lokaler Kreditanforderungen oder ähnlichen aufsichtsrechtlichen Restriktionen unterliegen. Daher berücksichtigen wir diese Beträge nicht bei der Berechnung unserer frei übertragbaren Liquiditätsreserven.

Zusammensetzung unserer frei übertragbaren Liquiditätsreserven nach Muttergesellschaft (inklusive Zweigstellen) und Tochtergesellschaften.

 

31.12.2014

31.12.2013

in Mrd €

Buchwert

Liquiditätswert

Buchwert

Liquiditätswert

Verfügbare Barsalden und Äquivalente (vorwiegend bei Zentralbanken)

65

65

78

77

Muttergesellschaft (inklusive Zweigstellen)

54

54

68

67

Tochtergesellschaften

11

11

10

10

Hochliquide Wertpapiere (enthält Staatsanleihen, von Staaten garantierte Anleihen und Anleihen staatlicher Einrichtungen)

103

96

95

89

Muttergesellschaft (inklusive Zweigstellen)

81

75

71

67

Tochtergesellschaften

23

20

24

22

Sonstige unbelastete zentralbankfähige Wertpapiere

16

11

23

17

Muttergesellschaft (inklusive Zweigstellen)

14

10

17

13

Tochtergesellschaften

2

1

6

4

Gesamte Liquiditätsreserven

184

171

196

183

Muttergesellschaft (inklusive Zweigstellen)

149

139

156

147

Tochtergesellschaften

35

32

41

36

Am 31. Dezember 2014 beliefen sich unsere frei übertragbaren Liquiditätsreserven auf 184 Mrd € im Vergleich zu 196 Mrd € am 31. Dezember 2013. Die Hauptursache für diesen Rückgang um 12 Mrd € in 2014 war die Reduzierung unserer unbesicherten Wholesale-Refinanzierung um 19 Mrd € während des Jahres zusammen mit Rückgängen in anderen Refinanzierungsquellen. Unsere Liquiditätsreserven betrugen im Berichtsjahr durchschnittlich 190 Mrd € gegenüber 216 Mrd € in 2013. Die obige Tabelle zeigt den Buchwert für den Bilanzwert unserer Liquiditätsreserven, während der Liquiditätswert unsere Schätzung des Werts widerspiegelt, der vor allem durch besicherte Refinanzierungen erzielt werden könnte. Dabei werden die Entwicklungen an den Märkten für besicherte Refinanzierungen in Stressperioden berücksichtigt.